Jena. Im Rahmen unserer Aktion Gut zu wissen wen ich wähle! veröffentlicht Jenapolis die schriftlichen Antworten, so wie sie die Redaktion erreicht haben. Die Antworten stellen hiermit die Meinungen der jeweilig vorgestellten Personen dar. Die Redaktion von Jenapolis fühlt sich nur verpflichtet die Beiträge zu veröffentlichen, inhaltliche Änderungen oder Anpassungen finden seitens der Redaktion nicht statt.
Eine Analyse und Liste der ersten 44 Fragebögen können Sie hier lesen.
Sandra Hillesheim, SPD Jena, Listenplatz 5
Zur Person: 30 Jahre, Diplomkauffrau, ausgeübte Tätigkeit: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Rektoramt FSU Jena, Hobbys: Musik, Politik mein Sohn
Antworten zum Fragenkatalog:
1. Was bedeutet Ihnen bürgerschaftliches Engagement? Wie leben Sie es?
Für mich heißt bürgerschaftliches Engagement, dass man selbst den Mut hat, Missstände zu beseitigen und für seine Überzeugung eintritt. Mein Engagement in der SPD begann 2001, anfangs bei den Jusos, später als stellv. Jusokreisvorsitzende, heute als Vorsitzende der ASF und als Stadträtin in Jena.
2. Wie stehen Sie zum Bürgerhaushalt in Jena?
Eine sehr gute Sache – so können die Bürger selbst ihre Stimme abgeben und mitentscheiden, wofür letztlich ihr eingezahltes Geld von der Stadt ausgegeben wird. Besser kann es doch nicht laufen!
3. Welches Konzept und welchen Zeitraum für einen Schuldenabbau der Stadt Jena befürworten Sie?
Als auf´s Geld bedachte Wirtschaftswissenschaftlerin kann ich nicht anders, als für den schnellstmöglichen Abbau der Schulden zu werben, jedoch sollte sich die Stadt gerade in Krisenzeiten immer die Möglichkeit neuer Kreditaufnahmen offen halten, um handlungsfähig zu bleiben.
4. Was bedeutet für Sie eine Kulturflatrate für Jena?
Wenn es bedeutet, einmal zu bezahlen (monatlich? wöchentlich? jährlich ?) und alle Kultureinrichtungen Jenas unabhängig vom Träger nutzen zu können, finde ich es eine gute Idee. Natürlich müssten sich dabei alle Träger (Stadt, Uni, Vereine, …) einig sein, wie man gemeinsam so etwas hinbekommt. Ich stelle mir dazu passend einen Kulturstadtplan vor, der den Nutzern alle Einrichtungen, die besucht werden können, kurz vorstellt und so die Stadt insgesamt noch erlebbarer macht.
5. Was halten Sie von einem Kurzfahrticket beim Jenaer Nahverkehr?
Zur Ergänzung des bisherigen Angebots ist das in Ordnung, aber als Ersatz der bisherigen Regelung gibt´s ein klares Nein von mir: Gerade die Bewohner in Lobeda, Winzerla oder Jena-Nord haben von einem Kurzfahrticket, das z. B. über drei Stationen reicht, nicht viel. Ein Besuch der Innenstadt würde dann mit Bus und Straßenbahn unverhältnismäßig teuer werden.
6. Wenn Sie sich entscheiden müssten, gäbe es dann ein neues Stadion, eine Mehrzweckhalle, einen Sportpark oder ein Kongresszentrum? Begründen Sie bitte die Entscheidung!
Ich bin ganz klar für die Mehrzweckhalle. Warum? Der Name sagt es bereits! So eine Halle ist attraktiv für die unterschiedlichsten Interessengruppen: Ob Sport, Konzert oder Seniorennachmittag – von einer Mehrzweckhalle haben einfach MEHR Menschen etwas.
7. Nennen Sie uns Ihre Vision für den Eichplatz.
Ich stelle mir eine kleinteilige Bebauung mit viel Grün vor, denn gerade an diese Stelle passt in die Stadt eine kleine grüne Oase. Eine Tiefgarage darf nicht vergessen werden, denn die momentan sehr beliebte Parkfläche kann im Fall einer Bebauung unmöglich durch andere vorhandene Stellplätze ausgeglichen werden. Wichtig ist meiner Meinung nach insgesamt eine Abstimmung mit dem Bauvorhaben Inselplatz, um bedarfsgerecht bauen zu können.
8. Würden Sie das Anliegen unterstützen, aus Jena eine Solarstadt zu machen?
Warum nicht? Einer Stadt, die bereits mit dem European Energy Award ausgezeichnet wurde, steht es gut zu Gesicht, neue Wege der Energiegewinnung zu gehen.
9. Bezahlbarer Wohnraum entwickelt sich zu einem wichtigen Faktor für jeden Wirtschaftsstandort. Welche Ideen haben Sie, bezahlbaren und ausreichenden Wohnraum in Jena zu schaffen?
Man muss bei dieser Frage mehrere Seiten betrachten: Im Moment können sich die Jenaer Vermieter bei einem Leerstand von weniger als 2% sicherlich nicht über zu wenig Zulauf beklagen, jedoch wird auch Jena in naher Zukunft vom demografischen Wandel eingeholt werden. Wichtig für das hier und jetzt ist, dass sich Stadt und Vermieter an einen Tisch setzen und für Einkommensschwächere bedarfsgerechte und zumutbare Lösungen schaffen.
10. Welche Themen brennen Ihnen persönlich noch auf den Nägeln?
Momentan bewegt mich besonders die Situation der kleinen und großen Jenaer Unternehmen, an denen die Finanzkrise auch nicht spurlos vorbeigegangen ist und deren Arbeitnehmer um ihre Arbeitsplätze bangen. Auch die Stadt muss hier aktiv sein und Unterstützung leisten!
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