Dresden./Jena. Es müsse zur Normalität werden, dass in einer Region wie Mitteldeutschland die Bürger und ihre Bürgermeister in die Busse steigen und anderen Städten helfen, sich gegen die Neonazis zu wehren. „Ich erwarte von meinen Kollegen, dass sie mit ihren Bürgern künftig dort sind, wo die Nazis aufmarschieren wollen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter am Samstag, 14. Februar, bei der Demonstration „Geh denken“ in Dresden. Das teilte die Stadtverwaltung per Pressemitteilung mit.
In Dresden hatten sich mehr als 12 000 Bürger versammelt, um zum einen der Opfer der Bombenangriffe vom Februar 1945 zu gedenken und zum anderen gegen die Neonazis zu demonstrieren, die diesen Gedenktag für ihre Ziele missbrauchen wollen.
Unter den Gästen waren der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering, Gregor Gysi, der Fraktionsvorsitzende der Links-Partei im Bundestag, und Claudia Roth, die Bundesvorsitzende der Bündnisgrünen, sowie Bürger aus vielen anderen Städten Deutschlands wie etwa aus Frankfurt/O., Kassel, Nürnberg, Berlin und Potsdam. Mehr als 200 Demonstranten waren allein aus Jena gekommen.
Etwa 100 Busse machten an diesem Samstag Stopp in Dresden. „Das ist nicht nur Sache der Dresdener, hier dagegen zu protestieren, dass die Neonazis dieses Gedenken für sich instrumentalisieren wollen, das ist die Sache aller anständigen Leute“, sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD).
„Die Rechten haben auf den Straßen Dresdens nicht zu suchen. Man muss Flagge zeigen, nur so kann man den Rechten Paroli bieten“, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. Und Pfarrer Karl-Heinz Meischner von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen fügte hinzu: „Wir wollen keinen Raum lassen für die Braunen.“
Grit Hanneforth vom Kulturbüro Sachsen und Mitglied des Vorbereitungskreises „Geh denken“ sagte am Samstagabend: „Es war ganz hervorragend. Ohne die Gäste aus den anderen deutschen Städten, aus Russland, Tschechien, Holland und Italien wäre die Veranstaltung nicht so erfolgreich gewesen. Das hätte Dresden allein nicht geschafft.“




Ein Kommentar
[...] Eine Gruppe Nazis (das „Neo“ kann getrost weggelassen werden) hatte offenbar die rege Beteiligung an Anti-Rechts-Demonstrationen in Dresden nicht ganz verwunden. Kurzum entschloss sie sich, eben [...]
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