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Deutsche Bahn vs. Jena & Personen – Fernverkehr



Was wird die Stadt gegen die Pläne der Deutschen Bahn unternehmen, Jena (laut TLZ vom 14.03.2009 schon ab August 2009) gänzlich vom Personen-Fernverkehr auszuschließen?
Kann sich Jena (als wichtigster Wirtschafts- und Wissenschafts-Standort Thüringens) eine Abkopplung vom ICE-Netz der Deutschen Bahn überhaupt leisten (vor allem, ohne von der Bahn vernünftige Alternativen – z.B. ICs – einzufordern?)

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Keine Reaktion zu “Deutsche Bahn vs. Jena & Personen – Fernverkehr”
  • Andy weber Am 16. März 2009 um 17:53 Uhr

    jena wird im sommer nicht vom ICE abgekoppelt sondern nur 6 wochen lang im 2 std takt bis bamberg bedient da zwischen nürnberg die neue s bahnstrecke und fernbahnstrecke ausgebaut wird müssen alle 2 std die ICEs ab nürnberg über erfurt fahren. ab 14 september fahren alle ICEs normal und zwischen bamberg kann man auch mit dem bus nach nürnberg fahren.

    liebe grüsse

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  • Thomas Nitzsche Am 16. März 2009 um 22:04 Uhr

    Vor allem nicht Politik mit Wirtschaft in einem Topf verrühren. Die Bahn macht strategische Entscheidungen nicht (primär) vom Aufruhr einer Stadt abhängig, sondern von prognostizierten Fahrgastzahlen. Auftritte wie der von Herrn Blumentritt perlen daher bei Herrn Mehdorn ab und müssen es aus dessen Sicht auch (sonst wäre er ein schlechter Konzernchef). Zwei Wege bleiben für den Kommunalpolitiker: Erstens nicht nur Jena, sondern die ganze Region jenseits von Erfurt wird so stark, dass sie für die Bahn interessant bleibt (ergo macht man solide Wirtschafts- und Ansiedelungspolitik); und zweitens macht man die Augen auf und sieht (ohne Plan A aufzugeben) langsam auch Plan B ins Auge: Also einer wenigstens hochtaktigen Zubringerverbindung nach Erfurt für den Worst Case. Und dafür wäre auch die Zweigleisigkeit in der anderen Richtung über Jena hinaus mehr als überfällig, die ja durchaus auch im ureigenen Interesse der Bahn liegen dürfte – und für den Kommunalpolitiker ein Brett wäre, das er sich seriöserweise zum Bohren vornehmen kann.

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  • TomPola Am 17. März 2009 um 19:40 Uhr

    Leider muss man an diesem Punkt die Politik in die Pflicht nehmen, denn die Organisation des Personen-Fernverkehrs ist Aufgabe des BUNDES, genau wie die Organisation der Regionalverkehrs Aufgabe der Länder ist. Auch die Privatisierung des Bahnverkehrs entbindet die entsprechend Verantwortlichen NICHT von ihren Pflichten, auch wenn sich der Bund offensichtlich gern hinter den (durch verkehrspolitische Entscheidungen erzwungenen) wirtschaftlichen Interessen eines Konzerns versteckt. Die Schaffung bzw. Erhaltung einer vernünftigen Infrastruktur ist nun einmal Aufgabe der Politik. Im Falle des Fernverkehrs der BUNDESpolitik.
    Das hat mit einem “Verrühren” von Politik und Wirtschaft rein gar nichts zu tun, sondern ist gesetzlich verankert.
    Ich verweise an dieser Stelle gerne auf weiterführende Artikel der Initiative “Pro Bahn” (http://www.pro-bahn.de/) wie zum Beispiel diesen: http://tinyurl.com/by5ex3
    Zum Thema “höherer Takt zwischen Erfurt und Jena”: Der ist zwar auch wünschenswert, löst aber das hier angesprochene eigentliche Problem (z.B. für Studenten) nicht. Ein Großteil (wenn nicht sogar die meisten) der Studenten der FSU kommen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Und nicht nur diese haben ein grundlegendes Interesse an einer schnellen Anbindung von Norden bzw. Süden her. Eine Anfahrt über Erfurt oder Weimar ist nicht nur zeitaufwändiger, sondern auch (wegen des Umweges) kostspieliger und noch dazu mit stark vermindertem Comfort verbunden, also schlichtweg inakzeptabel.

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  • Denis Peisker Am 17. März 2009 um 22:50 Uhr

    Natürlich ist die Politik in der Pflicht sollte aber nicht nur durch Aktionismus glänzen. Insofern gebe ich Herrn Nitzsche Recht. Fakt ist aber, dass sowohl die Landes- als auch die Bundesebene, in Jena durch die Herrn Seela und Blumentitt vertreten, mit dem Ausbau der ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt das Abtrennen Jenas als ICE-Halt aktiv vorantreiben. Was also wollen unsere Volksparteienvertreter?
    Das die Strecke Erfurt-Jena ausgebaut werden muss weiß jeder der regelmäßig auf dieser Strecke unterwegs ist. Reicht das aus als Trostpflaster? Nein. Jena braucht die ICE-Anbindung. Vielleicht kann die Taktung nicht gehalten werden. Aber auch da gäbe es eine Alternative. Warum keine Verbindung Berlin-Nürnberg mit Zügen, die nicht so schnell wie der ICE unterwegs sind aber eine Fahrradmitnahme erlauben?

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  • Frank Rub Am 19. März 2009 um 16:41 Uhr

    Hallo Tom, Denis,

    was wäre nun konkret zu tun?
    ich hätte am liebsten, dass alles so bleibt, diee Erfurter haben den Frankfurter ICE, wir den Münchner, eigentlich alles i.O.
    Das wäre das optimale Ziel. :-)

    Sicherlich muss man sich irgendwo treffen, aber man muss sicher erstmal was tun, sonst wird sicher nur der “RE nach Großkorbetha” werden.

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  • TomPola Am 25. März 2009 um 17:54 Uhr

    @Denis
    Aktionismus ist zweifellos Fehl am Platz. Aber eine (wenn auch schnelle) Anbindung über Erfurt ist KEINE Alternative. Es geht um eine direkte, dauerhafte und akzeptable Fernverkehrsanbindung in Nord/Süd – Richtung (und nicht nur in Richtung Berlin/Hamburg,sondern auch in Richtung Halle/Magdeburg/ Hannover) was natürlich auch mit IC- oder InterRegio – Zügen bewerkstelligt werden könnte. Leider hat die Bahn genau diese Züge aus ihrem Angebot gestrichen und plant offensichtlich auch keinen Ersatz…

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  • TomPola Am 25. März 2009 um 18:29 Uhr

    @Frank Rub
    Was wäre konkret zu tun?
    Zunächst mal wäre es wichtig, dem Land Thüringen und dem Bund die Notwendigkeit einer schnellen Nord-Süd-Verbindung über Jena klarzumachen. Hier sehe ich unsere Stadtväter, aber auch die Landtags- und Bundestagsabgeordneten in der Pflicht.
    Für den Fall, dass alle Verhandlungen mit der Bahn ergebnislos bleiben sollten, bliebe nur noch ein Zusammenschluss der betroffenen Städte (München, Nürnberg, Bamberg, Saalfeld, JENA, Naumburg, Leipzig bzw.Halle, Berlin bzw. Magdeburg/Hannover) zu einem Verbund, nach dem Muster der “Sachsen-Franken-Magistrale”
    ( http://tinyurl.com/b95dyr ),
    auch wenn mit einem solchen Modell das leidige Umsteigen wohl nicht entfallen würde.

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  • Frank Rub Am 26. März 2009 um 14:25 Uhr

    Hallo Tom, vielen Dank für Dein Feedback!
    Ich werde mich natürlich weiter kundig machen, ob er hier noch andere Initativen gibt, vielleicht auch mit einem nachhaltigeren Dialog als manche jüngeren Vorstöße zum Thema. :-)

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  • Andreas Wiese Am 30. März 2009 um 18:30 Uhr

    Da es zwischenzeitlich zwei Treads zu diesem Thema gibt, stelle ich zunächst meinen Beitrag zum Tread “Mit dem Sprinter zum ICE” auch hier ein. Allerdings ergänze ich nochmal

    Nach der jetzigen Planung soll die Strecke Berlin-Nürnberg via Jena bei Inbetriebnahme der Hochgeschwindigkeitsstrecke mit einem “Vier Züge Takt”, so der inoffizielle Sprachgebrauch bei der DB, bestückt werden. Zwei Züge vormittags, zwei Züge nachmittags, was dies für Jena bedeuten wird, braucht nicht näher ausgeführt werden. Das erste Bild kann man sich davon machen, wenn im August/September in Bamberg gebaut wird und die ICE-Vebindung über Fulda abgewickelt wird.
    Der Ausbau der sogenannten Mitte-Deutschland-Bahn oder auch nur die Verbesserung der Verbindung Jena-Erfurt würde den Komfort der Bahnreisenden nicht gerade erhöhen. Derzeit wird seitens der Bahn arrgumentiert, dass man als Bahnreisender aus Jena, bei einem ordentlichen Taktverkehr nach Erfurt keine Zeit verlieren würde.
    Zeitrechnerisch ist das zwar richtig, aber ein Umsteigen zum Zielort bedeutet für den Reisenden immer eine Ungewissheit. Daher ist nach meinem Dafürhalten auch der Hinweis der DB, Jena würde ja nicht vom ICE-Netz abgehangen, sehr fadenscheinig.
    Das Problem ist, dass wir als Kommunalpolitiker hier sehr wenig Einfluss haben, da es ausschließlich Sache der Bahn und der ganz großen Politik ist. Allerdings läuft auf der Kontaktschiene sehr viel. So setzt sich auf meine Bitte Uwe Barth sehr stark für den Erhalt der Saalebahn in Berlin ein. Durch Initiative der FDP-Jena würde bereits vor drei Jahren der Ausbau der Mitte-Deutschland-Bahn eingefordert. Eine Unterschriftenaktion, am Besten natürlich am Haltepunkt Jena-Paradies wird von mir selbstverständlich

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  • TomPola Am 31. März 2009 um 17:07 Uhr

    Hallo Andreas,
    vielen Dank für Ihre Ausführungen. Ich teile Ihre Meinung, dass die Aussage der Bahn, Jena würde durch den Ausbau der Verbindung Erfurt-Jena “nicht” vom ICE-Netz abgeklemmt werden, fadenscheinig ist, auch bei ordentlich erhöhter Taktung. Die mehr zurückzulegenden Kilometer kosten nun einmal Zeit (bis zu 1h20min Zeitdifferenz kann KEIN “Sprinter” aufholen) und vor allem (den Fahrgast) Geld. (vgl. Artikel “Mit dem Sprinter zum ICE?” http://www.jenapolis.de/2009/03/27/die-bahn-macht-mobil-an-jena-vorbei-teil4/ )
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Nord-Süd-Pendler dieses “Angebot” der DB annehmen werden, schon gar nicht angesichts der dadurch entstehenden Mehrkosten, die für wöchentlich bzw. sogar täglich Pendelnde einfach nicht tragbar sind.

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