Babyboom in Jena: Kindergartenplätze werden knapp |

Babyboom in Jena: Kindergartenplätze werden knapp

Jena. Die Pläne des Freistaats, den Betreuungsschlüssel in Kindergärten von 1 zu 7 auf 1 zu 5 zu reduzieren, stoßen bei Oberbürgermeister Albrecht Schröter auf offene Ohren. Jedoch müsse die Frage geklärt werden, wer für die zusätzlichen Kosten aufkomme, sagte Schröter heute (28. April). Die Mehrkosten lägen bei 1,7 Millionen Euro. Rechne man die gleichfalls angekündigten 90 Euro Zuschuss pro Kindergarten-Kind unter drei Jahren dazu, bliebe immer noch eine Million übrig, so der OB. Die geplanten Änderungen schätzt Schröter als „korrigierte Familienoffensive“ ein.

Unabhängig von den nackten Zahlen: Aktuell werde der Kindertagesstätten-Bedarfsplan weitergeschrieben. Am 13. Mai soll er dem Jugendhilfeausschuss vorgelegt werden. Erfreuliches Signal dabei: Entgegen der Prognose von 2003 gibt es in der Stadt mehr Kinder, sagte Schröter. Laut Prognose von 2007 werde es im Jahr 2015 etwa 5 800 Kindergarten-Kinder geben, 500 mehr als laut 2003er Vorhersage. Halte dieser Trend an, dann müsse in fünf Jahren über Neubauten oder Erweiterungen bestehender Kindergärten nachgedacht werden, so der OB. Es gebe zudem die Möglichkeit, die Zulassung von Kindern aus der Umgebung restriktiver zu handhaben.

In Sachen Babys boome Jena, sagte der Oberbürgermeister. Statistisch gesehen sei die Stadt wieder beim Stand von vor 1989 angekommen. „Wir haben die höchste Geburtenrate in Thüringen“, sagte Schröter.