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Kommunalwahl Jena: Sabine Hemberger, SPD Jena, Listenplatz 2



Jena. Im Rahmen unserer Aktion Gut zu wissen wen ich wähle! veröffentlicht Jenapolis die schriftlichen Antworten, so, wie sie die Redaktion erreicht haben. Die Antworten stellen hiermit die Meinungen der jeweilig vorgestellten Personen dar. Die Redaktion von Jenapolis fühlt sich nur verpflichtet die Beiträge zu veröffentlichen, inhaltliche Änderungen oder Anpassungen finden seitens der Redaktion nicht statt.

Sabine Hemberger, SPD Jena, Listenplatz 2

zur Person: 43 Jahre, Diplomingenieur, Vorstandsvorsitzende der Heimstätten-Genossenschaft Jena eG
Mutter von 3 Töchtern

Antworten zum Fragenkatalog:

1. Was bedeutet Ihnen bürgerschaftliches Engagement? Wie leben Sie es?
Für mich ist bürgerschaftliches Engagement zunehmend ein unabdingbarer Bestandteil einer Gesellschaft, in der es auf die Erhaltung und Schaffung von Qualitäten im Bereich von Kultur, Sport, Vereinswesen und kommunaler Mitbestimmung gehen muss.
Ebenso ist für mich wichtig, dass „der Staat“ (Kommunen, Land, Bund) nicht alle unterschiedlichen Bedürfnisse schultern kann und sollte, sondern dass der Bürger sich selbst als subjektiven Faktor in diesem Prozess begreift, der sich gemeinsam mit anderen für sein Anliegen engagiert, stark macht und entsprechende neue Qualitäten schafft.
Ich persönlich bin mit der Bürgerstiftung „Zwischenraum“ in Jena/Saale-Holzland-Kreis assoziiert und arbeite dort mit.
Darüber hinaus ist für mich mein kommunalpolitisches Engagement ebenso eine Form, sich als Bürger in die Belange und Prozesse der Stadt einzuschalten.
Ich blicke zurück auf eine Zeit der kommunalpolitischen Arbeit von mittlerweile 10 Jahren und beabsichtige mit meiner neuen Kandidatur für den Stadtrat dies fortzusetzen.
In Abwandlung der Kennedy-Forderung denke ich, dass es nicht nur darum gehen kann, was ich von meiner Stadt erwarte, sondern mehr darum, was ich für meine Stadt tun kann.

2. Wie stehen Sie zum Bürgerhaushalt in Jena?
Der Bürgerhaushalt ist für mich eine große Chance, Demokratie unmittelbar und authentisch zu schaffen über Transparenz, Mitverantwortung und Mitbestimmung.

3. Welches Konzept und welchen Zeitraum für einen Schuldenabbau der Stadt Jena befürworten Sie?
In der derzeitigen Situation der Unwägbarkeiten vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise muss es darum gehen, auch im kommunalpolitischen Bereich mehr die Investitionen und damit die Erhaltung von Wirtschaftskraft und Arbeitsplätzen zu sichern, als über Schuldenabbau in einer ohnehin nicht übermäßig überschuldeten Stadt viele Formen der Gestaltungsmöglichkeit zu negieren.

4. Was bedeutet für Sie eine Kulturflatrate für Jena?
Ich befürworte eine „Kulturflatrate“ nicht. Schon jetzt sind die Steuer zahlenden Bürger mit einem erheblichen Anteil an der Subvention diverser Leistungen beteiligt. Eine darüber hinaus gehende Forderung halte ich nicht für vertretbar, da jeder Bürger entsprechend seinen Neigungen und Möglichkeiten sich selbst entscheiden sollte, wo er sich finanziell engagiert.
Die Wertigkeit einer kulturellen Veranstaltung über den Erwerb einer Eintrittskarte könnte über eine „Flatrate“ verloren gehen. Das ist für mich nicht erstrebenswert.
Ich trete dafür ein, dass weiterhin für diejenigen Bürger, die sich kulturell interessieren und aufgrund ihrer finanziellen Situation auf Förderung angewiesen sind, entsprechend Unterstützung sichergestellt wird.

5. Was halten Sie von einem Kurzfahrticket beim Jenaer Nahverkehr?
Ich unterstütze diese Forderung nicht, weil bereits jetzt der Jenaer Nahverkehr defizitär ist und subventioniert werden muss. Ein Kurzfahrticket würde die Einnahmesituation weiter vermindern und daher den Subventionsbedarf und die Belastung des öffentlichen Haushaltes weiter erhöhen.

6. Wenn Sie sich entscheiden müssten, gäbe es dann ein neues Stadion, eine Mehrzweckhalle, einen Sportpark oder ein Kongresszentrum? Begründen Sie bitte die Entscheidung!
Meines Erachtens ist die Stadt Jena nicht in der Lage, eines dieser Projekte allein zu finanzieren und zu betreiben. Es kann daher nur darum gehen, einen Investor und Betreiber zu finden, mit dem Jena in Form von PPP die Realisierung unterstützen kann.
Favorisieren würde ich die Mehrzweckhalle, da sie in ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeit den Bürgern am meisten bringt.

7. Nennen Sie uns Ihre Vision für den Eichplatz.
Eine Bebauung auf dem Eichplatz sollte durch mehrere Investoren kleinteilig entstehen mit dem Ziel, innerstädtisches Wohnen, Parken sowie kleinteiligen Handel und Gewerbe zu schaffen.

8. Würden Sie das Anliegen unterstützen, aus Jena eine Solarstadt zu machen?
Nach dem derzeitigen Stand ist Solartechnik ohne erhebliche Subventionen nicht rentabel darstellbar. Für das Ziel einer Solarstadt müsste eine langfristig begleitende Förderung sicher gestellt sein.

9. Bezahlbarer Wohnraum entwickelt sich zu einem wichtigen Faktor für jeden Wirtschaftsstandort. Welche Ideen haben Sie, bezahlbaren und ausreichenden Wohnraum in Jena zu schaffen?
Jena ist in der glücklichen Situation, nicht mit erheblichen Leerständen wie in den meisten anderen ostdeutschen Kommunen kämpfen zu müssen. Das ist Ausdruck der Prosperität und des wirtschaftlichen Erfolges in dieser Stadt.
Trotzdem müssen wir davon ausgehen, dass die demografische Entwicklung auch an Jena nicht vorbei geht.
Gleichwohl gibt es diverse Bauvorhaben, die in kleinerem Umfang eine Erhöhung der Anzahl der Wohnungen in dieser Stadt bewirken.
Bauen wir heute zusätzliche Wohnungen in großer Anzahl, produzieren wir vermutlich die Leerstände von morgen. Im Zusammenhang mit der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum für Bürger mit geringerem Einkommen favorisiere ich die Subjektförderung, da die Objektförderung mittel- bis langfristig erheblich belastend ist.

10. Welche Themen brennen Ihnen persönlich noch auf den Nägeln?
Für mich ist der wesentliche Punkt, Jena mit seinen Qualitäten, Zukunftschancen, der hervorragenden wissenschaftlichen Möglichkeiten von Ausbildung und Praxis, seiner kulturellen Attraktivität und seinem hohen Grad an freizeitlicher Möglichkeit noch mehr in den Fokus der überregionalen Öffentlichkeit zu stellen, um Gewerbe und damit Arbeitsplätze sowie steuerliche Einnahmen zu erzielen und der demografischen Entwicklung gegenzusteuern.

Diskutieren Sie mit und stellen Sie dem Kandidaten auch ihre Fragen! Einfach die Kommentarfunktion nutzen!

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