Universität Jena schaltet vorbildliche Internetseite zur "Familie in der Hochschule" frei |

Universität Jena schaltet vorbildliche Internetseite zur "Familie in der Hochschule" frei

Jena. Für Prof. Dr. Kurt-Dieter Koschmieder war es nur ein kleiner Klick, als er heute (14.05.) die neue Internetseite „www.familie.uni-jena.de“ zu „Familie in der Hochschule“ freigeschaltet hat. Doch der Prorektor für Lehre und Struktur der Friedrich-Schiller-Universität Jena machte deutlich, dass „dahinter ein Bewusstseinswandel steckt“. Ähnlich der Initiative „Studentenparadies Jena“ habe bereits das Ziel, eine familienfreundliche Universität werden zu wollen, neue Kräfte freigesetzt und ein Umdenken in der Universität eingeleitet. Daher sei der heute erfolgte symbolische Akt zugleich Signal dafür, dass sich die Friedrich-Schiller-Universität noch stärker auch um die familiären Belange ihrer Angehörigen und Studierenden kümmern werde. „Der heutige Tag ist der offizielle Start für einen Prozess, den wir kontinuierlich fortsetzen wollen“, betonte der für Familienfreundlichkeit zuständige Prorektor.

Prorektor Prof. Dr. Kurt-Dieter Koschmieder vor der neuen Familienseite der Universität Jena. Foto: Peter Scheere/FSU

Prorektor Prof. Dr. Kurt-Dieter Koschmieder vor der neuen Familienseite der Universität Jena. Foto: Peter Scheere/FSU

„Wir wollen eine Hilfe zur Selbsthilfe geben“, bringt Koschmieder die Zielstellung auf einen Nenner. Dabei geht das Spektrum der Familienfreundlichkeit weit über das – weiterhin sehr wichtige – Thema der Vereinbarkeit von Studieren oder Arbeiten mit Kind hinaus. „Zur Familienfreundlichkeit gehören auch Themen wie die praktische Umsetzung von Gleichstellung, Dual Career und die Pflege von Angehörigen“, sagt Koschmieder. Zu diesen und weiteren Punkten hat die Friedrich-Schiller-Universität neue Ideen entwickelt, wie diese Anforderungen an den Einzelnen mit der Notwendigkeit, den Arbeits- und Lernbetrieb der Universität störungsfrei ablaufen zu lassen, verknüpft werden können. All dies ist nun auf der neuen Internetseite gebündelt.

„Manchmal reicht es schon aus, dass mit dem Führungspersonal über die Probleme geredet wird. Manchmal werden gemeinsam mit den vielen Stellen, die sich an der Universität mit solchen Fragen befassen, individuelle Lösungen erarbeitet“, hat der Prorektor erlebt und verweist u. a. auf die gute Zusammenarbeit etwa mit dem Personaldezernat, dem Personalrat sowie dem Gleichstellungs- und Familienbüro, „die alle gemeinsam an einem Strang gezogen haben“.

Dass dieser Prozess zügig und so kooperativ verlaufen ist liegt auch daran, dass es zahlreiche Vorarbeiten gegeben hat. So trägt die Universität seit Mai 2008 das Prädikat „Total E-Quality“ für Chancengleichheit. Und sie ist auf Grund ihrer Familienfreundlichkeit im Februar 2008 in den Best-Practice-Club „Familie in der Hochschule“ berufen worden. Das ist eine Initiative der Robert Bosch Stiftung, des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) sowie des Centrums für Hochschulentwicklung, die bundesweit acht besonders familienfreundliche Hochschulen identifiziert hat. Die Ausgewählten haben dabei Aufgaben erhalten, um vorbildliche Aktivitäten für alle Hochschulen in Deutschland zu entwickeln. Der Friedrich-Schiller-Universität fiel dabei u. a. die Aufgabe zu, einen passenden Internetauftritt zu entwickeln – der nun pünktlich zum morgigen „Tag der Familie“ (15.05.) aktiv ist.

Dass die Familienfreundlichkeit in Jena, wo die Universität u. a. zu den Gründungsmitgliedern des lokalen Bündnisses für Familie gehört, mehr als digital ist, zeigte Prof. Dr. Bernd Hüfner als „lebendes Beispiel“ auf. Hüfner nahm im letzten Jahr den Ruf auf den Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre/Rechnungslegung und Controlling an die Jenaer Universität zwar zum einen „wegen der recht seltenen Verknüpfung der beiden Fachgebiete in einem Lehrstuhl“ an. Aber den „Zuschlag erhielt die Friedrich-Schiller-Universität auch, weil sie sich sehr intensiv darum gekümmert hat, dass sich auch meine Familie in Jena wohl fühlt“, sagt der 40-Jährige. So organisierte das Gleichstellungs- und Familienbüro kurzfristig einen Kindergartenplatz für den 5-jährigen Sohn. Und in Zusammenhang mit der Rufannahme Hüfners wurde seine Frau, Dr. Katja Hüfner, auf eine Stellenausschreibung der Friedrich-Schiller-Universität aufmerksam gemacht, die ihrem Qualifikationsprofil in hohem Maße entsprach. Heute ist sie Mitarbeiterin im Master-Service-Zentrum und kann dort ihre Erfahrungen im Studierendenmarketing einbringen. „Da für jedes Familienmitglied eine passende Stelle gefunden wurde, fühlen wir uns als Familie hier in Jena sehr wohl. Und mit der Kraft, die wir aus der Familie schöpfen, können meine Frau und ich gestärkt unseren beruflichen Aufgaben nachgehen“, bringt es Prof. Hüfner auf den Punkt und ergänzt: „Wir haben in Jena ein entspanntes Familienleben, das wir sicher nicht an jedem Ort so einfach und schnell erreicht hätten. Was Jena an Familienfreundlichkeit versprach, das hat es auch gehalten.“

Friedrich-Schiller-Universität Jena, Axel Burchardt

Kontakt:
Prof. Dr. Kurt-Dieter Koschmieder
Prorektorat für Lehre und Struktur der Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 931020
E-Mail: prlehre[at]uni-jena.de

Über den Autor

FSU Jena
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist eine klar konturierte klassische Universität mit rund 19000 Studierenden, darunter über 2200 internationale Studierende.