Anzeige
Nach zweieinhalb Jahren Koalition: Wann kommt endlich der Solaratlas für Jena?


Die aktuell empfohlenen Beiträge auf Jenapolis
bildLandmarkt zu Pfingsten bildDie Bewohner Winzerlas bildGeschichtswerkstatt Jena bildStura beschließt Zivilklausel bildMachnig beim FF-USV


Besetzung der Universität dauert an, relevante Forderungen des "demokratischen Sektors" vom Rektor ignoriert



Jena. Am Montag haben ca. 130 Menschen spontan nach einem Konzert drei Räume der Universität in einen Hort der Basisdemokratie verwandelt. Aufgeteilt in Arbeitsgruppen analysieren sie die Missstände im aktuellen Bildungssystem und deren gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge und erarbeiten Lösungen, um das Bildungssystem nachhaltig zu gestalten. Sie nehmen dabei Bezug auf die mangelnde Mitbestimmung und den immer größer werdenden Zeitdruck im gesamten Apparat.

An erster Stelle fordern die Menschen im “demokratische Sektor”, dauerhaft einen offiziell anerkannten Raum um ihre Arbeit weiterführen zu können. Es geht um einen “Freiraum”, zugänglich für Alle, um sich gegenseitig zu bilden, zu diskutieren und andere mögliche Konzepte auszuarbeiten. Zu den schon am Dienstag übergebenen vorläufigen Forderungen und Vorschlägen, äußerte sich der Rektor der Universität Klaus Dicke am Donnerstag gegenüber den BesetzerInnen: “sie sind besser als jedes Parteiprogramm”.

Jedoch verweigerte Herr Dicke sofort die Forderung nach Räumen, mit der Begründung es gäbe keine Raumkapazitäten, ohne Interesse an Struktur und Ergebnissen der Arbeitskreise zu zeigen. Als Reaktion darauf besetzten ca. 30 Menschen friedlich das Rektorat, um ihren Forderungen nach einem “Freiraum” und der Durchführung der in Thüringen verfassungsmäßig (Art. 28) garantierten Mitbestimmung “aller Mitglieder” Nachdruck zu verleihen. Herr Dicke versuchte während der heutigen, öffentlichen Diskussion einen Zusammenhang zwischen den Besetzern, der Demonstration am Mittwoch und den am Rande stattgefundenen temporären Besetzungen (ASPA, Schulamt) herzustellen. Die BesetzerInnen des “demokratischen Sektors” solidarisieren sich mit den Zielsetzungen dieser Menschen, aber nicht mit undemokratischen Aktionsformen, beispielsweise der Sachbeschädigung.

Den Personen im “demokratischen Sektor” fiel vor allem die mediale Versteifung auf “Randale” ins Auge, obgleich doch beide Aktionen mit jeweils 30 Personen bei 3 800 Demonstranten ca. 0,8% darstellen, und somit nicht repräsentativ für die gesamte Bewegung ist. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Rektorat noch besetzt und es finden Diskussionen mit dem Stura, den BesetzerInnen und dem Rektor statt, um den geforderten unbefristeten Freiraum zu erreichen.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Einen Kommentar schreiben

Eine Reaktion zu “Besetzung der Universität dauert an, relevante Forderungen des "demokratischen Sektors" vom Rektor ignoriert” Einen Kommentar schreiben