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Murmeltiere, Gemsen und bewegliche Bäume: Kostümbild für "Wilhelm Tell" nimmt Gestalt an



Jena. Auf dem Theaterhaus-Vorplatz entsteht in diesen Tagen eine Alpenlandschaft. Sanfte Wiesen, karge Felsen und grüne Bäume sollen die Kulisse für das Auftaktspektakel der Kulturarena 2009 bieten. Die Bäume werden dabei nicht nur in der Landschaft stehen, sondern sie greifen ins Stück ein. „Der Regisseur wünscht sich bewegliche Bäume, also basteln wir die passenden Kostüme dazu”, sagte heute (19. Juni) Anne Buffetrille, die für das Kostümbild verantwortlich ist. In diesen Tagen stehen Buffetrille und ihr Team deshalb vor einer gewaltigen Aufgabe: Es gilt, für 15 Hauptdarsteller, gut 70 Statisten, etwa 15 Musiker und sieben Gäste die passenden Kostüme zu entwerfen und herzustellen. Der Termin der ersten großen Kostümprobe des Schiller-Stücks „Wilhelm Tell” rückt unerbittlich näher: Am 5. Juli ist der Tag der Wahrheit. Dann muss sich erweisen, ob die beweglichen Bäume sich richtig bewegen, ob die Tierkostüme passen und ob die überdimensionierten Äpfel, die sich Regisseur Markus Heinzelmann gewünscht hat, seinen Ansprüchen genügen.

Gruppenbild mit Esel: Hinter den Kulissen arbeiten (von links) Hannah Iberer, Romy Czimmernings, Anne Buffetrille, Edeltraut Hartmann, Jessica Zeitler, Heinz-Georg Anders, Martina Höpfner und Margot Point (vorn rechts). Foto: Stephan Laudien/Jenapolis

Gruppenbild mit Esel: Hinter den Kulissen arbeiten (von links) Hannah Iberer, Romy Czimmernings, Anne Buffetrille, Edeltraut Hartmann, Jessica Zeitler, Heinz-Georg Anders, Martina Höpfner und Margot Point (vorn rechts). Foto: Stephan Laudien/Jenapolis

Sprichwörtlich hinter den Kulissen wirbeln deshalb zehn Mitarbeiter unter Anne Buffetrilles Anleitung. Hannah Iberer stellt die Tiermasken her: ein Esel ist dabei, ein Reh, eine Ziege. Ob der Esel überhaupt zum Einsatz kommen wird, das ist noch ungewiss. Seine Maske war jedoch zuerst fertiggestellt, aus Pappmaché gefertigt. Hinzu kommen sollen noch ein Hirsch, eine Gemse und zwei Murmeltiere. Außerdem weist die Wunschliste des Regisseurs drei Blumen, eine Sonne, einen Mond, eine Tafel Schweizer Schokolade, ein Schweizer Taschenmesser und eine Schweizer Bank auf.
Anne Buffetrille sagte heute, für die Trachten der Statisten und Hauptdarsteller sei ein Ausflug nach Tannenbergstal im Vogtland nötig gewesen. Dort gibt es eine Fabrik, in der die getragene Kleidung aus den Kleidercontainern landet. In einem der großen Container wurde so lange gestöbert, bis genügend Kleider zusammengetragen worden waren. Das nach Kilogramm bezahlte Material dient den Schneiderinnen Martina Höpfner, Elke Kaiser und Edeltraud Hartmann als Ausgangsmaterial. Außerdem brachte Buffetrille Skistiefel und Trachtenjacken aus Österreich mit, wo sie derzeit parallel zu Jena arbeitet.
Eine Matinee zu „Wilhelm Tell” bietet das Theaterhaus am Sonntag, 28. Juni, ab 11 Uhr auf dem Theaterhaus-Vorplatz an. Aufgeführt wird das Stück um den Freiheitskampf der Schweizer am 9., 10., 11. und 12. Juli jeweils ab 21.30 Uhr. Karten gibt es in der Tourist-Information Jena und den anderen Vorverkaufsstellen der Kulturarena.

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