LED-Laufschrift mit den Briefen von Goethe und Schiller in Jena |

LED-Laufschrift mit den Briefen von Goethe und Schiller in Jena

Jena. „Intellektuelle Zweisamkeit“ heißt das Kunstwerk, das Jena seit Samstag, 7. November, um eine Attraktion reicher macht. Entlang der Fassade des Neubaus am Markt, der auf dem Areal des Kirstenschen Hauses entstand, zieht sich ein 26 Meter langes LED-Schriftband, auf dem gut sichtbar der Briefwechsel zwischen Goethe und

26 Meter lang ist die LED-Laufschrift mit den Briefen der großen Dichter. (Foto: Glasser)

26 Meter lang ist die LED-Laufschrift mit den Briefen der großen Dichter. (Foto: Glasser)

Schiller nachzulesen ist. 999 Briefe bieten so viel an Stoff, dass der Leser 80 bis 90 Stunden vor dem Haus stehen müsste, um nichts zu verpassen. Ergänzt wird die Schrift von 60 Bodenplaketten, die 30 verschiedene Blattmotive zeigen. Sie symbolisieren auf dem Weg bis zum Rathaus den Spazierweg, den Goethe und Schiller am 20. Juli 1794 bei ihrer ersten Begegnung auf dem Weg vom Bachsteinschen zum Kirstenschen Haus genommen haben könnten. Dem Briefwechsel der beiden ist zu entnehmen, dass sie sich über die Metamorphose der Pflanzen unterhalten haben – dafür stehen die Blattformen.
Das Kunstwerk, das an die schicksalhafte Begegnung der beiden Dichter erinnern soll, stammt von den beiden Berliner Künstlern Maria Vill und David Mannstein. Sie errangen damit den Botho-Graef-Kunst-Preis der Stadt Jena, der in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben worden ist.

Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter bedankte sich bei der Einweihung bei den Künstlern für die Idee, bei den Mitarbeitern von Jenakultur für die Organisation und bei den Sponsoren für die Finanzierung. „Ich wünsche mir, dass viele Menschen vor dieser echten Attraktion verweilen. Und vielleicht führt die Arbeit ‚Intellektuelle Zweisamkeit‘ zur intellektuellen Gemeinsamkeit“, sagte er.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt den Botho-Graef-Kunstpreis für zeitgenössische Kunst zum Thema „Die schicksalhafte Begegnung Goethes und Schillers im Jenaer Wunderjahr 1794“ ausgeschrieben. Anlass war der 260. Geburtstag Goethes sowie der 250. Geburtstag Schillers. Es wurden zwölf nationale Künstler eingeladen, einen Entwurf für eine künstlerische Arbeit vorzulegen mit der Option der Realisierung des besten Entwurfes. Ein Jury entschied sich für den Entwurf von Maria Vill und David Mannstein. Seit Samstag, 7. November, nun sind die Briefe am Haus lesbar, das „Blattband“ begeh- und erlebbar.

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