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Ausstellung der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena zeigt Porträts berühmter Frauen



Jena. Marilyn Monroe, Anna Netrebko und Scarlett Johansson – so heißen einige der talentierten und umschwärmten Schönheiten des 20. und 21. Jahrhunderts. Ihre Bekanntheit beruht nicht zuletzt auf ihrer
enormen Medienpräsenz. Die “Medienstars” des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts – vor allem französische Tänzerinnen, Sängerinnen und Schauspielerinnen – trugen so wohlklingende Namen wie Cléo de Mérode (1875-1966) oder La Belle Otéro (1868-1965). Ihre Bekanntheit vermittelte sich jedoch nicht über Funk und Fernsehen, sondern über das damals vergleichbar angesagte Medium der Fotografie.

In einer aktuellen Ausstellung der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) lassen sich jetzt einige dieser Schönheiten auf Porträtpostkarten betrachten: Unter dem Titel “Oh là là la femme! Postkarten-Porträts bewunderter Schauspielerinnen, Tänzerinnen und Sängerinnen um 1900 aus den Sammlungen der ThULB” wird die Sinnlichkeit dieser als Ikonen verehrten Frauen deutlich.

“Zu sehen ist eine Auswahl aus rund 850 Postkarten, die zu den Sonderbeständen der ThULB gehören”, sagt Dr. Joachim Ott. Der Leiter der Abteilung Handschriften und Sondersammlungen der ThULB hat die Ausstellung gemeinsam mit der Bibliotheksmitarbeiterin Catrin Ronneberger konzipiert, die zusätzliche Ausstellungsstücke aus ihrer privaten Sammlung zur Verfügung stellt: Fächer, Taschenspiegel, Schmuck und weitere Accessoires vermitteln einen Eindruck von der Bedeutung ihrer wichtigsten Ressource – der umwerfenden Schönheit, denen die Männerwelt zu Füßen lag.

Eine der schönsten Frauen der Welt um 1900 – und nach eigenen Angaben auch die meist fotografierte – hieß Cléo de Mérode (1875-1966). Ihre Karriere begann bereits im jungen Alter von 11 Jahren, als sie an der Pariser Oper unter Vertrag kam. Man sagte ihr zahlreiche Affären mit einflussreichen Männern nach, unter anderem mit dem belgischen König Leopold II. Wie sie scharten auch viele ihrer begabten Kolleginnen gekrönte Häupter und Industriemagnate um sich. Sie kokettierten mit ihren Reizen und erregten nicht selten Aufmerksamkeit.

“Doch sollten die Frauen immer auch in Verbindung mit ihrem großen künstlerischen Talent und ihrer Ausstrahlungskraft gesehen werden”, betont Dr. Joachim Ott. Sie wurden vor allem wegen ihres unverwechselbaren Charakters verehrt. Dank der Fertigkeit so namhafter Fotoateliers wie etwa das von Charles Reutlinger und seiner Nachfahren in Paris ist uns diese Anmut bis heute zum Greifen nahe.

Die Ausstellung “Oh là là la femme! Postkarten-Porträts bewunderter Schauspielerinnen, Tänzerinnen und Sängerinnen um 1900 aus den Sammlungen der ThULB” ist bis zum 10. April, montags bis freitags von 9 bis 22 Uhr und Samstag von 10 bis 18 Uhr im Ausstellungsraum des Foyers der ThULB (Bibliotheksplatz 2) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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