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Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Jena



Jena. Dem Nestor der deutschen Pflanzenernährung Prof. Dr. Werner Bergmann wurde am Montag, 22. Februar, die Ehre zuteil, sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen zu dürfen. „Das ist etwas Besonderes, eine ganz besondere Auszeichnung, eine bleibende“, sagte Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter.

Oberbürgermeister und Jubilar: Gemeinsam zeigten sie das Goldene Buch nach der Unterschrift. (Foto: Glasser)

Oberbürgermeister und Jubilar: Gemeinsam zeigten sie das Goldene Buch nach der Unterschrift. (Foto: Glasser)

Mit dieser besonderen Auszeichnung wurde ein Wissenschaftler geehrt, der die Stadt Jena weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht hat. Eines seiner Bücher zur Pflanzendiagnose ist nicht nur in mehreren Sprachen erschienen und auf der ganzen Welt bekannt, bei Landwirtschaftsexperten wird das Buch nur „Der Bergmann“ genannt, es fehlt bis heute in keinem Schrank mit landwirtschaftswissenschaftlicher Literatur.

Der international und national renommierte Jenaer Agrikulturchemiker Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Bergmann feierte am Montag, 22. Februar, seinen 90. Geburtstag, ein würdiger Anlass für die hohe Ehrung.
Bergmann wurde in Ludwigstadt in Oberfranken geboren, er legte 1939 in Jena sein Abitur ab. Es folgten Arbeitsdienst, Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft bis November 1946. Nach einer landwirtschaftlichen Lehre studierte der Jubilar 1948 bis 1951 an der Friedrich-Schiller-Universität Landwirtschaft, anschließend Chemie, Botanik und geologische Bodenkunde. 1953 folgte die Promotion, 1957 die Habilitation. Nach sechsjähriger wissenschaftlicher Arbeit im Institut für Agrikulturchemie der FSU wurde Werner Bergmann am 1. Januar 1959 zum Abteilungsleiter und stellvertretenden Direktor des Institutes für Landwirtschaftliches Versuchs- und Untersuchungswesen Jena der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin berufen. Im Sommer des Jahres übernahm er die Leitung des Institutes, das er 1962 zum Institut für Pflanzenernährung umprofilierte.
Die Professur 1961 krönte seine bisherige Laufbahn. Allerdings wurde der parteilose Werner Bergmann in einem politischen Willkürakt 1972 als Direktor des Institutes abberufen. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeiten jedoch wurde ihm bis zu seiner Invalidisierung 1978 die Leitung der Abteilung Mikronährstoffe im Institut übertragen.
In weit mehr als 300 wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Publikationen hat Prof. Bergmann die Ergebnisse seiner Arbeiten auf den Gebieten der Agrikulturchemie sowie der mineralischen Pflanzen- und Humanernährung dargestellt. Nach seinem 80. Geburtstag erarbeitete er gemeinsam mit einem Autorenkollektiv der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft in Jena das national und international stark beachtete Internetangebot „Visuplant“, ein interaktives Diagnosesystem zum Erkennen von Ernährungsstörungen bei Pflanzen.
In Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen erhielt Prof. Dr. Werner Bergmann 1990 die Sprengel-Liebig-Medaille in Gold, die höchste Auszeichnung des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten. 1991 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Agraruniversität Keszthely in Ungarn verliehen.

Zur Auszeichnungsveranstaltung im „Schwarzen Bären“ gekommen waren Jürgen Reinholz, der Thüringer Minister für Landwirtschaft und Forsten, Umwelt und Naturschutz, Prof. Dr. Klaus Dicke, der Rektor der Friedrich-Schiller-Universität, Wolfgang Meyer, Ehrenbürger der Stadt Jena, zahlreiche Wissenschaftler und Angehörige der Familien Bergmann.

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