Equal Pay Day: Frauen „verdienen“ mehr |

Equal Pay Day: Frauen „verdienen“ mehr

Erfurt. Zum internationalen Aktionstag für eine gerechtere Bezahlung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, dem Equal Pay Day am 26. März, erklärt Karola Stange, Gleichstellungspolitikerin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Alle wissen, dass Frauen weniger verdienen als Männer und kaum einer tut etwas dagegen. Es muss endlich Schluss sein mit Scheinaktivitäten und höflichen Appellen. Die Lohndiskriminierung von Frauen muss per Gesetz beendet werden.“

Frauen verdienen deutschlandweit immer noch 23 Prozent weniger als Männer. Damit ist die Differenz in Deutschland um 9,4 Prozent höher als in Bulgarien, um 14,5 als in Slowenien und sogar um 18,1 Prozent höher als in Italien. In Euro ausgedrückt bekommt eine Frau in Deutschland 4,39 € pro Stunde weniger als ein Mann.

Dafür werden zahlreiche Gründe vorgeschoben, wie Familienausfallzeiten, ausufernder Niedriglohnsektor mit einem fehlenden Mindestlohn, ein am traditionellen Familienbild orientiertes Steuer- und Rentensystem sowie die Orientierung auf so genannte weibliche Berufe, die häufig schlechter bezahlt würden.

„Wir können nun alle jungen Frauen auffordern, nur noch Ausbildungsberufe und Studiengänge zu wählen, mit denen sie später mehr Geld verdienen“, sagt Karola Stange, „aber das ist nicht die Lösung“. Viel wichtiger sei, die Bewertung von so genannter männlicher und weiblicher Arbeit in Frage zu stellen und neu auszurichten. „Es kann nicht angehen, dass im 21. Jahrhundert eine Erzieherin immer noch 500 Euro weniger verdient als ein Maurer“, moniert Frau Stange. Dass männliche Arbeit höher bewertet und damit besser bezahlt werde, sei „ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert, das überwunden werden muss“.

„Wir brauchen eine gesellschaftliche Diskussion über ein gerechtes Entlohnungssystem, in dem Erziehungsarbeit nicht mehr weniger wert ist als das Schleppen von Steinen und das Schrauben an Autos“, sagt Karola Stange. DIE LINKE fordert sowohl die Politik als auch die Tarifpartner auf, sich dieser Diskussion zu stellen und sich nicht hinter alten Gesellschaftsmodellen zu verstecken. „Frauen dürfen nicht länger weniger Geld verdienen, nur weil sie Frauen sind“, sagt Frau Stange.

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