Hausbergbebauung – Stadtentwicklungsausschuss berät am Donnerstag |

Hausbergbebauung – Stadtentwicklungsausschuss berät am Donnerstag

Jena. (tn) Die Hausbergbebauung stößt auf Widerstand bei den Anliegern. Mehrere Varianten, mittlerweile sechs an der Zahl, liegen dem Stadtentwicklungsauschuss vor. Dort soll darüber beraten werden, welche der Varianten die tragfähigste ist. Die Berichtsvorlage 10/0669-BE des Oberbürgermeisters, die von der Dezernentin für Stadtentwicklung, Katrin Schwarz, erarbeitet wurde, stellt einen Zwischenbericht dar. Die vier vorgestellten Varianten wurde auf Stadtratsentschluss vom 23. Juni (Beschlussvorlage 10/0600-BV) zurück in den Ausschuss verwiesen, wurden auf Vorschlag mehrerer Anlieger um eine weitere Variante ergänzt: Der Ausbau des Margarethenweges als Erschließungsstraße.

Der Stadtrat hat nun folgendes beschlossen:

a.) Der Straßenzug Fuchsturmweg-Hausbergstraße-Ulmerstraße wird zusätzlich zum Burgweg hinsichtlich seiner Eignung als mögliche Haupterschließungsstraße für das Hausbergviertel geprüft.

b.) Beide Varianten (Erschließung über den Burgweg – Lageplan V1 und Erschließung gem. B-Plan von 1939 – Lageplan V4) sind darüber hinaus hinsichtlich ihrer Eignung, die durch die Wohnbebauung entstehenden zusätzlichen Verkehrsströme zu- und abzuleiten, zu untersuchen. Dabei wird das Ziel verfolgt, bestehende Knotenpunkte zu entlasten bzw. nicht zusätzlich zu belasten (Burgweg -Camsdorfer Ufer, An der Leite – Karl-Liebknecht-Str.)

c.) Für die Verkehrserschließung des neuen Wohngebietes ´Hausbergviertel´ ist ergänzend eine Einbahnstraßenlösung über den Burgweg-Ulmerstr.-Hausbergstr.- Fuchsturmweg (oder umgekehrt) zu prüfen.

d.) Zur Realisierung einer optimalen Verkehrserschließung des neuen Wohngebietes ´Hausbergviertel´ über die Hausbergstr.-Ulmerstr. und zur Vermeidung von engen Kurven und einer höheren Belastung des Fuchsturmweges an der Engstelle zwischen der Einmündung Maurerstraße bis zur Einmündung Hausbergstraße sind die Grundstücke 87/2, 88/2 (ESP-Baugesellschaft mbH, Fuchssturmweg 8 ) und 89/3 (Anteil entlang der Hausbergstraße) in einer Machbarkeitsstudie ausführlich zu untersuchen.“

Die erste Variante wird dabei von der Stadtentwicklungsdezernentin bevorzugt, da es sich um eine äußere Erschließung mit Rechtssicherheit handelt. Auch wird in der Berichtsvorlage beschrieben, dass sich die Varianten 1-3 besser als 4-6 für eine Umsetzung eignen, die Betroffenheiten der Bewohner, die Verkehrssicherheit und den Grundstückserwerb durch die Stadt einbezogen. Anwohner haben bereits Rechtsmittel gegen diese Planungen angekündigt. Die Stadtverwaltung hat auf der Sondersitzung des Ortsteilrates am 18. August in Wenigenjena auf die Möglichkeit der Enteignung hingewiesen.

Nun sind Bauvorhaben nie frei von Interessenkonflikten. Die verschiedenen Varianten werden durch den Stadtentwicklungsausschuss geprüft, damit der Stadtrat darüber beschließen kann. Weiterhin steht auch ein Ausbau des Schlendorfer Oberweges zur Debatte, um die Verkehrsströme in den Griff zu bekommen. Auch der Vorschlag der Anlieger, sich mit dem Ausbau des als Fußgängerweg genutzten Margaretenwegs intensiver zu befassen, wurde in dieser Berichtsvorlage abgelehnt. Im Schreiben dazu heißt es u.a.: „Der Margarethenweg soll als Verbindung zwischen der Anbindung des neuen Gebietes an den Burgweg und dem Bereich der Einmündung der Hausbergstraße in den Burgweg als Einbahnstraße (hangabwärts) ausgebaut werden. Der Burgweg soll hangaufwärts als Einbahnstraße genutzt werden, sodass der zweispurige Ausbau nicht notwendig wird.“ Die etwas merkwürdig klingende Bewertung dieser Variante der Hausbergbebauung lautet: „Der Margarethenweg überwindet zwischen der Hausbergstraße und dem Burgweg einen Höhenunterschied von ca. 31 m. Aufgrund der Steilheit von bis zu 25 % ist diese Trasse für eine Erschließungsstraße gänzlich ungeeignet. Hinzu kommt, dass innerhalb des Knotenpunktes Margarethenweg/Burgweg auf einer kurzen Entfernung bei einer sehr ungünstigen Fahrgeometrie rund 7 m Höhenunterschied zu überwinden wären, weswegen dieser Vorschlag mit vertretbaren technischen Mitteln nicht umsetzbar ist.“ Die angegebenen Zahlen konnten bislang nicht eruiert werden.

Vielleicht liegen aber andere Gründe für die Bevorzugung einer Variante vor. Doch nach einem Jahr der Planungen und nach Auswertung der Ergebnisse der „vorgezogenen Bürgerbeteiligung“ wird noch in diesem Jahr die Auswahl einer Vorzugsvariante erstellt und dem Stadtrat zur Beschlussfassung der Hausbergbebauung vorgelegt werden.

  • Mehr zum Thema „Hausbergbebauung“ können Sie hier lesen.
  • Zum Thema „Hausbergbebauung“ auf dem Internetauftritt der Stadt Jena gelangen Sie hier.
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