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Eine-Welt-Haus e.V. lädt zum Patenelterntreffen ein



Jena. Auch in diesem Jahr wird der Eine-Welt-Haus e.V. die Tradition der vergangenen Jahre fortsetzen und am 2. Oktober 2010 zu einem Patenelterntreffen einladen. Diese Veranstaltung wird eine besondere sein, da wir drei nikaraguanische Gäste haben werden. Auf Einladung von OB Dr. A. Schröter sind der Bürgermeister von San Marcos, Orlando Vega, ein Mitarbeiter des nikaraguanischen Erziehungsministeriums und Gilbert Sequeira, ein ehemaliges Patenkind, Anfang Oktober in Jena. Sie werden zum Patenelterntreffen Fragen zum nikaraguanischen Erziehungssystem, zur aktuellen Lage in Nikaragua und insbesondere über San Marcos beantworten.

So sieht direkte Hilfe aus

Daniel José ist 14 Jahre alt. Bis vor einem halben Jahr besuchte er das Gymnasium von San Marcos, das „Instituto Juan XXIII“.

Nachhilfegruppe im Patenprogramm

Seitdem kann er nicht mehr in die Schule gehen. Wie ist es dazu gekommen?

Daniel wohnt mit seiner Mutter und seinen 5 Geschwistern in einer kleinen Hütte am Stadtrand von San Marcos. Sein Vater hat die Familie vor ein paar Jahren verlassen, so dass seine Mutter ihn, seinen älteren Bruder und seine jüngeren Schwestern allein durchbringen muss. Sie steht jeden Morgen um 4 Uhr auf und bäckt Plätzchen oder gefüllte Teigtaschen, die Daniel und eine Schwester morgens an diejenigen zu verkaufen versuchen, die an der nahen Haltestelle auf den Bus warten. Vormittags geht die Mutter von Haus zu Haus und versucht, Arbeit als Wäscherin oder Büglerin zu finden. Mit diesem kleinen Einkommen konnten wenigstens Daniel und eine Schwester in die Schule gehen.

Dann erkrankte seine Mutter. Da sie wie die meisten Nikaraguaner keine Kranken- oder Sozialversicherung hat, fehlte das Geld, auch für den Schulbesuch. Ein Onkel half ihnen, wenigstens etwas Essen zu kaufen.

Offiziell ist die Erziehung in Nikaragua gratis. Dennoch fallen Kosten für Kurse, Arbeitsgemeinschaften u. ä. an.

Das fehlende Einkommen der Mutter hatte zur Folge, dass Daniel nicht mehr in die Schule gehen konnte. Es bestand die Gefahr, dass er nicht nur das Schuljahr verlieren würde, sondern seine Ausbildung vollständig abbrechen musste. In dieser Notsituation wandte sich die Familie an APRODIM, den Verein, der in San Marcos die Projekte der Städtepartnerschaft koordiniert. Sie baten dort um ein Stipendium, das Daniel die Weiterführung seiner Ausbildung ermöglicht. Nachdem Carmen Hernandez, die Sozialarbeiterin des Vereins, die Familie besucht und alle Daten aufgenommen hatte, wurde ein offizieller Antrag nach Jena gesandt.

Patenkinder

Patenkinder

In solchen Fällen versuchen wir, die Projektverantwortlichen des Eine-Welt-Hauses, für diese Schüler Pateneltern in Jena zu finden. Die Pateneltern spenden ihrem Patenkind in San Marcos ein Stipendium von 120 Euro im Jahr, womit zwei Schuluniformen, Schulmaterialien und ein Essen am Tag finanziert werden. Für viele Kinder werden die Jenaer Paten so etwas wie zweite Eltern, mit denen sie einen regelmäßigen Briefwechsel haben.

So fanden wir auch für Daniel José eine Unterstützung. Er wird im kommenden Jahr mit der Hilfe seiner Jenaer Pateneltern die 8. Klasse wiederholen und mit dem Stipendium die Schule beenden können. Die Pateneltern wollen an seiner Schulabschlussfeier teilnehmen.

Durch dieses Programm ist eine direkte Unterstützung für bedürftige Kinder in San Marcos möglich, die sonst die Schule nicht beenden könnten. Viele Jugendliche sind von ihren Pateneltern auch nach dem Schulabschluss unterstützt worden, um eine Berufsausbildung oder ein Studium zu absolvieren.

Die Verantwortlichen für dieses Projekt erreichen Sie unter patenschaften@einewelt-jena.de

Patenelterntreffen: 2. Oktober 2010 um 15 Uhr, Café im Schillerhof

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