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Frank Kramer nimmt Stellung zu Behauptungen früherer Tätigkeit für die Staatssicherheit



Sehr geehrte Damen und Herren,

dank Stefanie Bühlchen geht der Wahlkampf auch in Jena-West in die heiße Phase. Dabei spielen nun Fragen eine Rolle, die mit den kandidierenden  Personen zu tun haben.

Und so muss ich natürlich als Stichwahlkandidat zum Ortsteilbürgermeister Jena-West zu den Informationen vom 2. September 2010 in der TLZ und OTZ Stellung nehmen. Denn dort war von meiner „früheren IM-Tätigkeit“ zu lesen. Was hat es damit wirklich auf sich?

Im Jahre 1986 wurde ich zum zweiten Mal Vater. Zu dieser Zeit bewohnte ich mit meiner Familie eine kleine Altbauwohnung, Toilette auf halber Treppe, Ofenheizung und ohne Bad. Seit 1984 lief bereits mein Antrag auf eine größere Wohnung. Dieser Antrag wurde mit der Begründung mehrfach abgelehnt, dass größere Wohnungen und insbesondere Neubauwohnungen in erster Linie nur für die Arbeiter vorgesehen seien.
Meine intensiven Bemühungen um eine neue Wohnung blieben dem MfS nicht verborgen. 1986 sprachen mich zwei mir unbekannte Männer an. Sie versprachen mir und meiner Familie eine größere Wohnung zu besorgen. Dafür sollte ich nur eine Erklärung zur Zusammenarbeit mit benanntem MfS unterschreiben. Ergänzend sagte man mir, ich bräuchte mir darüber keine weiteren Gedanken zu machen, dies sei ein ganz normaler Vorgang. Da ich damals nur an meine junge Familie und eine dringend notwendige neue Wohnung dachte, unterschrieb ich bei einem zweiten Treffen mit diesen Herren ein Papier, dass mich zur Zusammenarbeit mit dem MfS verpflichten sollte.
Heute ist mir bewusst und klar, dass meine Handlung damals zumindest naiv und zudem ein riesiger Fehler war. Ich bereue sehr, vor fast 25 Jahren diese Unterschrift geleistet zu haben, kann sie aber leider nicht mehr rückgängig machen.

Von den beiden Herren hörte ich seit dieser Unterschriftsleistung nie wieder etwas. Von mir wurden auch nie irgendwelche Dienste gefordert. Diese beiden Treffen waren zum Glück meine einzigen Begegnungen mit dem MfS.

Ich kann somit öffentlich erklären, zu keiner Zeit Informationen jeglicher Art über Personen oder Vorgänge an das MfS weitergegeben oder Berichte geschrieben zu haben. Eine neue Wohnung erhielt meine Familie auch nicht, erst 1991 konnte ich die gewünschte Neubauwohnung beziehen.

Alle Mitarbeiter/innen des Landesdienstes Thüringen wurden auf eine eventuelle Stasitätigkeit überprüft. Ich wurde zur Prüfung des geschilderten Falls vor eine Kommission im Thüringer Kultusministeriums geladen. Diese Prüfung ergab, dass mein Fall als „geringfügiges Vergehen“ gesehen wurde. Damit durfte ich zum Glück als Lehrer im Landesdienst weiterarbeiten und mich auch gesellschaftlich engagieren.

Als ich meine Kandidatur zu den Wahlen als Ortsteilbürgermeister bei der Stadt anmeldete, wurde ich nach einer eventuellen früheren Tätigkeit für das MfS befragt. Ich habe dort die Tatsachen des Jahres 1986 sofort offen und klar angegeben. Ich habe dort auch mitgeteilt, dass ich vom Freistaat Thüringen überprüft wurde und für den Öffentlichen Dienst als tauglich anerkannt wurde. Trotzdem wird mein Bekenntnis zu dieser Unterschriftsleistung jetzt als meine „frühere IM-Tätigkeit“ bezeichnet, was meiner Meinung nach so nicht den Tatsachen entspricht.

Mir sind zum Schluss noch einige kurze Bemerkungen zur Finanzierung meines Wahlkampfes wichtig. Der Verein Initiative Westsportplatz e.V., deren Mitglied ich bin, unterstützte mich zu Beginn der ersten Phase des Wahlkampfes auf Grund eines Vorstandsbeschlusses finanziell aus Mitteln des Vereins. Alle weiteren Ausgaben, so z.B. für den Stichwahlkampf zum 12. September wurden und werden von mir im vollen Umfang privat finanziert.

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23 Reaktionen zu “Frank Kramer nimmt Stellung zu Behauptungen früherer Tätigkeit für die Staatssicherheit”
  • Francis Drake Am 3. September 2010 um 17:09 Uhr

    Das ist ja nun ein ernstes Thema. Dafür sind mir die Worte noch zu dürr. In den letzten 20 Jahren mit diesem Thema bin ich vorsichtig geworden. Selbstwahrnehmung und Selbsterinnerung sind nur eine Sicht der Dinge, Selbstverdrängung möglicherweise eine andere. Wie man selbst dann der Stasi von Nutzen war, ohne das selbst überschauen zu können, eine weitere (da sind alle Beteuerungen „man habe nicht…“ fehl am Platz). Ebenso sind Kommissionsaussagen ambivalent. Welche Unterlagen lagen dieser Kommission vor, wie waren sie subjektiv aufgestellt? War das wirklich alles so harmlos? Wirkliche Aufklärung (und ich halte dies für geboten) kann nur eine Sichtung der IM-Akte bringen.

    Da ist hier zunächst Herr Kramer am Zuge. Auch ein ehemaliger IM kann Akteneinsicht beantragen. Eine IM-Akte besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil betrifft den IM selbst z.B. Protokolle der Anwerbegespräche, Berichte zu seiner Person, Verpflichtungserklärung, auch ein Abschlussbericht, wenn der IM abgeschaltet wurde oder nicht aktiviert wurde, ebenso zumindest Verweise auf eine Vorlauf-IM Akte oder „Bearbeitungen“ (Stasiwort) von dem Menschen bevor man ihm anwarb. Diesen Teil kann Herr Kramer einsehen, und ich wundere mich, dass das Herr Kramer nicht schon gemacht hat (zumindest lese ich nichts davon). Den zweiten Teil kann Herr Kramer nicht einsehen. Dort sind evtl. Treffberichte und geschriebene Berichte von ihm gesammelt, oder auch nicht, wie er sagt.

    Beide Teile können jedoch, wenn man ein öffentliches oder wissenschaftliches Interesse nachweist, durch Journalisten (oder z.B. auch Historiker) eingesehen werden. Hier ist die Frage, inwieweit sich Jenapolis auch journalistisch begreift.

    PS: Im Übrigen werden bei Einsicht schützenswerte Interessen Dritter berücksichtigt und entsprechend Namen, Adressen u.a. Hinweise geschwärzt.

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  • Tobias Netzbandt Am 3. September 2010 um 20:46 Uhr

    Es gibt mehrere Möglichkeiten, bei der Stasi “geführt” worden zu sein. Auch ohne es zu wissen.

    Deutliche Indizien für eine Ablehnung einer Stasi-Mittäterschaft sind: Belanglose Berichte, Selbstdenunziation, Beichte bei einem Geistlichen (auch evangelisch).

    Deutliche Indizien für eine Stasi-Mittäterschaft sind: Annehmen von Prämien, Urkunden etc.

    Da Frank Kramer offensichtlich seit Jahren unbehelligt und vom Freistaat überprüft im Öffentlichen Dienst arbeiten kann, ist davon auszugehen, dass seine vermeindliche IM-Tätigkeit wirklich nur heiße Luft war und ist.

    Die o.g. Erklärung ist sehr plausibel und sollte über jeden Zweifel erhaben sein.

    Vielleicht läuft gerade auch gegen mich eine staatsanwaltschaftliche Ermittlung, ohne dass ich es weiß. Wenn diese dann auch eingestellt wird, darf dann jemand behaupten, ich wäre schon einmal “einer Straftat verdächtigt” gewesen? Sicher nicht.

    Für alle, die einmal Einblicke in die Dynamik der Stasi haben möchten, empfehle ich das Buch von Martin Morgner: Zersetzte Zeit. Lied der Marionette. Es dokumentiert perfide Methoden und das mögliche Ausweichen.

    Und für alle, die es ganz genau wissen wollen: “Den” Persilschein gibt es nicht! Es kann immer nur nach den bekannten Akten geurteilt werden. Hier liegt aber dem Autor des Beitrages der Nachweis eines “geringfügigen Vergehens” vor. Das ist nun wirklich keine andauernde oder intensive Tätigkeit für die Stasi.

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  • Francis Drake Am 5. September 2010 um 09:04 Uhr

    Nein. Deutlicher Beleg für eine Bereitschaft zur IM-Tätigkeit: Unterschrift unter einer Verpflichtungserklärung, aktenkundig (von Herrn Kramer auch nicht bestritten). Deutliche Bemühung eine IM-Tätigkeit zu beenden: Dekonspiration, Nichterscheinen bei Treffs, Verweigerung von Berichten – dies ist dann eigentlich in einem Abschlussbericht belegt, die „Behörde“ arbeitete da sehr penibel. Herr Kramer wurde auch nicht „ohne sein Wissen“ geführt.

    Was soll diese Verharmlosung? Junge Familie, Altbauwohnung, Ofenheizung und Klo halbe Treppe – ja dieses Schicksal teilte Herr Kramer in der DDR mit hunderten anderen in Jena und zigtausenden im Rest des Landes. Die haben nicht alle deswegen ihre Bereitschaft zum Stasispitzel erklärt. Und das er nicht zum Einsatz gekommen sein soll, dies ist nach bisheriger Darstellung wohl nicht sein Verdienst.

    Also nicht mit Persilscheinen wedeln, sondern Akten auf den Tisch! Es geht um Klarheit und die Möglichkeit der Wähler, dies selbst zu beurteilen zu können.

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  • Francis Drake Am 5. September 2010 um 09:05 Uhr

    PS: Es gibt mittlerweile viel gute und weniger gute Literatur zu diesem Thema. Wer sich sachlich mit dem MfS-Strukturen beschäftigen will, sei immer noch auf das Standardwerk „Das Ministerium für Staatssicherheit. Anatomie des Mielkeimperiums“ von Gill und Schröter verwiesen, wer Analysen (!), wie das IM und Stasi z.B. an der Uni arbeiteten, lesen möchte z.B. auf die Beiträge von Bräuer und Lenski in „Engagement und Ernüchterung. Jenaer Studenten 1988-1995“ und Lenski “Durchherrschter Raum? Staatssicherheit und Friedrich-Schiller-Universität -
    Strukturen, Handlungsfelder, Akteure” in “Hochschule im Sozialismus. Studien zur Ge-
    schichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945–1990)”)

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  • Tobias Netzbandt Am 5. September 2010 um 11:05 Uhr

    Als Historiker sind mir viele Fälle bekannt, wo Unterschriften unter eine Verpflichtungserklärung erpresst wurden. Dieser Erklärung konnte mit Selbstenttarnung, Untätigkeit (wie oben beschrieben) entgegnet werden. Eine kürzlich erschienene Dissertation beschäftigt sich auch mit dem Wirken und Unwesen der Stasi an der Uni: http://www.uni-jena.de/Mitteilungen/PM100729_Buchmorgner.html
    Morgner “verpflichtet” sich auch, wurde aber im Gefängnis dazu gezwungen und gab als Tarnnamen (IM-Name) seinen eigenen Namen an. Mehr dazu in seiner autobiografischen Dokumentation “Lied der Marionette”.
    Für die Studie “Hochschule im Sozialismus” habe ich ebenfalls einen Beitrag geleistet, verfüge also über Aktenkenntnis.

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  • Francis Drake Am 5. September 2010 um 12:02 Uhr

    “Als Historiker sind mir viele Fälle bekannt, wo Unterschriften unter eine Verpflichtungserklärung erpresst wurden. Dieser Erklärung konnte mit Selbstenttarnung, Untätigkeit (wie oben beschrieben) entgegnet werden.” Gerade das trifft aber auf Herrn Kramer eben nicht zu – da sind wir uns doch einig? Es geht hier nicht um Herrn Morgner.
    Übrigens, “Als Historiker sind mir viele Fälle bekannt”, ist eine historisch recht unwissenschaftliche Aussage. Als ehemaliges Mitglied diverser Kommissionen sind mir auch viele Fälle bekannt… Dies ersetzt keine Analyse – sprich tieferes Verständnis – und hilft erst recht nicht in der Beurteilung eines konkreten Falles.
    Auch sollten wir zwei uns nicht mehr über Interpretationen von IM-Tätigkeit im allgemeinen streiten, sondern konkret über Herrn Kramer, ihn befragen und, ich wiederhole mich, auf ein Offenlegen seiner MfS-Unterlagen drängen.

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  • Tobias Netzbandt Am 5. September 2010 um 12:29 Uhr

    “Ich kann somit öffentlich erklären, zu keiner Zeit Informationen jeglicher Art über Personen oder Vorgänge an das MfS weitergegeben oder Berichte geschrieben zu haben.
    [...] Alle Mitarbeiter/innen des Landesdienstes Thüringen wurden auf eine eventuelle Stasitätigkeit überprüft. Ich wurde zur Prüfung des geschilderten Falls vor eine Kommission im Thüringer Kultusministeriums geladen. Diese Prüfung ergab, dass mein Fall als ´geringfügiges Vergehen´ gesehen wurde. [...]
    Ich habe dort die Tatsachen des Jahres 1986 sofort offen und klar angegeben. Ich habe dort auch mitgeteilt, dass ich vom Freistaat Thüringen überprüft wurde und für den Öffentlichen Dienst als tauglich anerkannt wurde.” Frank Kramer

    Diese Erklärung sollte genügen. Wie von mir beschrieben, gehören “unwichtige” oder, wie hier, keine abgelieferten Informationen zum Bestandteil der (inneren) Ablehnung der Tätigkeit für das MfS.

    PS: Selbstverständlich muss ich mich über konkrete Fälle ausschweigen, daher verwende ich die uneindeutige Ausdrucksweise. Aber das ist etwas anderes.

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  • Mario Adler Am 5. September 2010 um 14:00 Uhr

    Wer steckt eigentlich hinter dieser Kampagne, die hier gegen die Person Herr Kramer läuft. Geht es hier um Aufklärung einer Sache die geklärt ist?
    Hier melden sich wieder die Gutmenschen zu Wort die vielleicht gar nicht in den Staat DDR gelebt haben und die von sich Behaupten Fehler frei zu sein.
    Jeder Mensch macht mal Fehler und er hat seinen Fehler ein geräumt.
    Er wurde Überprüft und als Unbedenklich eingestuft damit sehe ich die Sache als erledigt an.
    Und wer glaubt heute Freier Leben und nicht bespitzelt zu werden der lebt für mich in einer Scheinwelt!

    Wer unter euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein

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  • Peter Schmidt Am 5. September 2010 um 19:26 Uhr

    Wahnsinns HETZ-KAMPAGNE muss ich sagen. GROßES KINO Frau Stefanie Bühlchen !!

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  • Jenenser Am 6. September 2010 um 23:52 Uhr

    ich finde nicht, daß da eine kampagne gegen herrn kramer läuft. außerdem ist es doch geradezu pflicht für journalisten, auch “unerfreuliche” dinge beim namen zu nennen. ich fand den artikel auch nicht so schlimm geschrieben. daß herr kramer mit dem zeitungsartikel nicht ganz einverstanden ist, ist legitim. und wenn es so war und ist, wie er geschrieben hat, also da gibt es ganz andere kaliber. übrigens ist es doch gut, daß das vor der wahl thema ist. stellt euch vor, herr kramer ist gewählt als orts-bm und hinterher packt jemand solche geschichten aus. so weiß jeder von vornherein, was sache ist. und wenn er denn mit mehrheit gewählt wird, dann wollten das die westler eben so. sicher ist, daß herr kramer in den letzten jahren vor allem für den westsportplatz viel getan hat, mehr als so mancher mitbewerber.
    dann los, ihr westler, ihr habt am 12. die wahl, nehmt sie auch wahr!

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  • Mario Adler Am 7. September 2010 um 10:14 Uhr

    Ist halt sehr komisch, das es jetzt zum Thema gemacht wurde.
    Es geht auch an den eigentlichen Thema vorbei,für mich ich das hier und jetzt Entscheidet und da muss ich mich fragen wo waren die ganzen Parteien bisher? Einzig ein Herr Seela ist mir da guter Erinnerung aber selbst er wurde demontiert.

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  • Adriano Am 9. September 2010 um 21:16 Uhr

    Wie schön, dass der geneigten Öffentlichkeit in der OTZ von heute wieder einmal vor einer Wahl ein Bösewicht präsentiert werden kann. Allerdings gefällt mir der Leserbrief zu Herrn Haschke auf der nächsten Seite bedeutend besser, weil er passt, wie die Faust aufs Auge. Klartext: Es ist ein Skandal, dass 25 Jahre danach, wo zig andere erheblich schwerwiegendere STRAFtaten lange verjährt sind, bekannte Kreise ein Geschrei wegen etwas veranstalten, was eben KEINE Straftat ist – noch nicht einmal eine Vergehen (wenn der Leser weiß, worin der Unterschied besteht). Man muss aber die Herren von Geschichtswerkstatt und anderen Generes fragen, ob sie ihr eigenes Stasiunterlagengesetz kennen? Da steht nämlich, dass bei der Beurteilung der Person ihre Leistung nach der Wende entsprechend zu betrachten ist. Und da die bei Frank Kramer über jeden Zweifel erhaben ist, interessiert mich das Geschmiere über seine Verpflichtung wie der Sack Reis, der in China umfällt. Ohne Zweifel war das MfS doch eine staatliche
    Institution?! Eine Reihe von Unternehmen beschaffen sich doch heute ihre Informationen über ihre Mitarbeiter ganz genau so!!!
    Und ich habe noch nie gelesen, dass man einen V-Mann als Lump bezeichnet hat! Und interessieren würde mich außerdem, wer von denen, die heute so laut schreien, in den Wendewirren SEINE Akte zweckgerichtet bereinigt hat!!!

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  • Mario Adler Am 9. September 2010 um 22:26 Uhr

    Nicht nur in der OTZ, nein, auch in der TLZ!
    Nur gut das es heute keine Gleichschaltung der Medien mehr gibt! ; )
    Ich hoffe das der Wähler es durchschaut!

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  • Bernd Haedrich Am 10. September 2010 um 08:56 Uhr

    @Mario: TLZ = OTZ.

    das ist ein und der selbe verein, der die beiden lokalpostillen produziert. da schreiben sogar die selben leute! …soviel zu gleichschaltung der medien ;(

    [oder hab ich die ironie in deinem beitrag nicht verstanden?]

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  • Tobias Netzbandt Am 10. September 2010 um 09:22 Uhr

    Mittlerweile werden auch Plakate mit einem Auszug aus einer Unterlage des BStU überklebt. Eine wirkliche Aufarbeitung ist das nicht. Nur weil jemand sich verpflichtet hat ist das noch lange kein Grund, die Person in Frage zu stellen. Selbst unsere heutige Bundeskanzlerin hat sich sozialistische Ideale in ihrer FDJ-Zeit zu eigen gemacht. Oder etwa nicht?
    Die Kandidatur zur Ortsteilbürgermeisterwahl ist völlig ungeeignet, sich einer Stasi-Debatte zu nähern.
    Dass die Stasi-Debatte wichtig ist, sollte unbestritten sein. Doch sollte es mit dem Augenmaß zeithistorischer Methoden geführt werden, nicht als prähistorischer Scharfrichter.
    Die Zeiten der Denunziation sollte vorbei sein.
    Zur OTZ/TLZ: Es ist sicher richtig, im Vorfeld Hintergründe zu recherchieren. Das machen wir als Redaktion und freie Autoren bei Jenapolis auch. Aber die Art Weise in den Printmedien ist nicht journalistisch sondern politisch. Und diese Neutralität wurde mit Füßen getreten, wenn Leserbriefe (eigentlich Gegendarstellungen) relativiert werden. Eine Meinung ist wichtig, solange aber keine Akten vorgelegt werden, worin Frank Kramer Menschen denunziert hat, Menschen geschadet hat o.ä., dann sollte das auch tunlichst berichtet werden. Bislang wurden nur Spekulationen geäußert. Und dieses sollte nicht als journalistische Leistung gewürdigt werden.
    Der Wähler sollte die Wahl haben.

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  • Mario Adler Am 10. September 2010 um 09:48 Uhr

    @Bernd
    Ich habe dies Ironisch gemeint!Was auch vom Interesse sein sollte, ist der Fakt, das Frau Susanne Schlegel die Tochter vom Herrn Haschke ist.
    Für Interpretationen ist das für mich ausreichend.Sie stand ja selber zur Wahl als Ortsteilbürgermeister!

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  • Francis Drake Am 11. September 2010 um 00:46 Uhr

    Liebe Verharmloser und Weichspüler!
    Ich habe mich nun eine Zeitlang zurückgehalten, damit es nicht den Anschein einer persönlichen Auseinandersetzuung mit Herrn Netzbandt bekommt, aber jetzt reisst doch mal die Hutschnur. Deshalb ein paar Antworten.

    @ Tobias Netzbandt
    Auf meine Forderung nach Aktenoffenlegung schreibst Du zunächst, dass doch bitte die Erklärung des Herrn Kramer, u.a. “zu keiner Zeit Informationen jeglicher Art über Personen oder Vorgänge an das MfS weitergegeben” zu haben, ausreichen solle. Nach dem vorliegende Akten belegen, dass dies unwahr ist, forderst Du nun Deinerseits weitere Akten ein, die aussagen, “worin Frank Kramer …Menschen geschadet hat.” Schon seltsame Wendung. Wenn Du tatsächlich Zeithistoriker bist, müßtest Du zumindest in Ansatz wissen, wie die Stasi getickt hat. Es kann keiner der IM sagen, er habe niemanden geschadet. Das ist das ständig hervorgebrachte und lächerliche Argument vieler Ertappten der letzten 20 Jahre. Ziele der Stasi waren nicht nur Informationen. Ziel der Stasi war es im besonderen auch “Gegner” zu “zersetzen”, d.h. beruflich und privat Leben zu zerstören, Straftaten zu konstruieren und zu provozieren, Verhaftungen und Verurteilungen zu ermöglichen. Dazu waren jede Auskünfte recht. Keiner der IMs und GMS war und ist in der Lage abzuschätzen, für was seine Informationen genutzt wurden, für welche Kombinationen mit anderen Aussagen, für welche Szenarien für Oppositionelle oder wie vielleicht in diesem Fall für Ausreisewillige und ihre Kinder. Jeder Beteiligter muss sich dies eingestehen, auch evtl. erst im Nachhinein. Man hat sich auf ein Systen der Destruktion eingelassen. Und dies noch nicht einmal heute zu reflektieren oder reflektieren zu können, spricht weder für den Betroffenen noch für seine Verteidiger.
    Völlig unterirdisch wird es, wenn Du ihn gar mit Merkel vergleichst, die angeblich sozialistische Ideale in der FDJ verfolgt habe. Willst Du wirklich Engagement in der FDJ und MfS vergleichen? Lern doch erstmal selbst die zeithistorischen Methoden und Kriterien wie Einordnung, Quellenkritik und Wirkungsmächtigkeit, die Du bei Anderen einforderst.

    @adriano:
    Klar, der Leistung nach der Wende (Einsatz für ein Westsportplatz) wiegt die Bespitzelung von Kollegen und Schülern auf. Prima Einstellung! Es setzt nämlich erstmal die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte voraus. Und es geht um keine Straftat, sondern schlicht um die Frage, ob man jemanden, der sich für ein öffentliches Amt bewirbt, Fragen zu seiner Biographie stellen kann.
    Und heute arbeitet eine ganze Reihe von Unternehmen genauso wie das MfS? Jaja, lebenzerstörend (s.o.), klar, so ist der Kapitalismus…

    @Mario Adler
    Hier und Jetzt entscheidet? Ja, wie hier und jetzt man ehrlich mit seiner Biographie umgeht. Westsportplatz (und nicht nicht mehr so einfach zu beschaffene Lottomittel) ist nicht alles.

    @Frank Kramer:
    Ja Sie sind es, der hier in der Diskussion eigentlich fehlt. Warum haben Sie sich nicht um Akteneinsicht bemüht? Warum heben Sie nicht über Ihr Leben reflektiert, denn das ist der Vorwurf, den ich und andere Ihnen machen? Sie bewerben sich um ein öffentliches Amt! Da erwarten die Wähler nicht halbseidene Entschuldigungen sondern klare Worte. Warum beteiligen Sie sich nicht an der öffentlichen Diskussion? Wie erklären Sie es Ihren Schülern (denn die glauben Ihnen auch nicht, das Sie 14 – vierzehn! – Treffen vergessen, Sie haben doch kein Alzheimer!)?
    Sprachlose Grüße an die nachdenklichen Wähler im Westviertel

    Francis

    PS Nein, die Plakatsache finde ich nicht gut.

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  • Tobias Netzbandt Am 11. September 2010 um 11:58 Uhr

    @ Francis Drake
    Aus dem Statut der FDJ:

    [...] Die Freie Deutsche Jugend arbeitet unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
    und betrachtet sich als deren aktiver Helfer und Kampfreserve. Grundlage für ihre gesamte Tätigkeit
    sind das Programm und die Beschlüsse der SED. Die Politik der marxistisch-leninistischen Partei der
    Arbeiterklasse entspricht den grundlegenden Lebensinteressen der Jugend der DDR, gibt ihr Ziel und
    Inhalt für ein sinnerfülltes glückliches Leben und weist ihr den Weg in die kommunistische Zukunft. Die
    Freie Deutsche Jugend tritt immer und überall für die Politik der SED ein und hilft mit ganzer Kraft ihre
    Beschlüsse zu verwirklichen.

    [...] Die Freie Deutsche Jugend arbeitet eng mit allen staatlichen Organen und gesellschaftlichen Kräften
    zusammen.

    -
    In diesen Punkten ist mein Vergleich statthaft, oder was ist neben der Volkspolizei mit “staatlichen Organen” gemeint.

    Ob man sich als Jugendlicher dieser Tragweite bewußt war, sei dahin gestellt. Jedenfalls wurde durch die Mitgliedschaft in der FDJ das Statut auch anerkannt.
    Zur Quellenkritik: Ich habe das Schreiben des Bildungsministeriums gesehen und halte es für echt. Plausibel ist auch die Weiterbeschäftigung Frank Kramers bis zum heutigen Tage im Öffentlichen Dienst. Die Verpflichtungserkärung wurde ja nie bestritten, alles andere ist Unterstellung, die (Quellenkritik) auch bewiesen werden muss. Und da in Deutschland immernoch die Unschuldsvermutung gilt, sollte man auch etwas Vertrauen haben.
    Zur “Plakataktion”: Es ist eine politisch motivierte Straftat.

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  • Robin Hood Am 12. September 2010 um 08:38 Uhr

    @Francis Drake

    Während die Aussagen eines ehemaligen IM, der trotz Überprüfung im öffentlichen Dient tätig sein darf, bei Ihnen an Glaubwürdigkeit nicht zu unterbieten sind, scheinen Sie den Akten quasi Unfehlbarkeit zu bescheinigen.

    Ich rate Ihnen zu einem Kneipen-Rundgang durch eben jenes Westviertel, in dem Herr Kramer heute zum Ortsbürgermeister gewählt werden möchte. Dort können Sie von Zeit zu Zeit heute noch ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter über die Entstehungsgeschichte so mancher Akte tönen hören.

    Als Grundlage zur Aufarbeitung von Geschichte völlig ungeeignet. Ein Skandal, auf diesem Weg eine demokratische Wahl zu beeinflussen.

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  • Mario Adler Am 12. September 2010 um 19:27 Uhr

    Man kann jetzt zufrieden sein!:(

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  • Francis Drake Am 12. September 2010 um 21:53 Uhr

    Verdrängung und Verharmlosung zahlt sich nicht aus. Jena steht für Bürgerrechte. :)

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  • Peter Schmidt Am 12. September 2010 um 23:02 Uhr

    Jena steht für Bürgerrecht ;-) )
    Deswegen waren ja auch sooo viele bei der Wahl ;-) )

    oh man …

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  • Mario Adler Am 14. September 2010 um 22:28 Uhr

    Man müsste es machen wie der Sachsenkönig!

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