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Neue Strom-Angebote durch neue Einkaufsstrategie bei den Stadtwerken Energie



Jena. Alte Gewohnheiten sollte man von Zeit zu Zeit prüfen und manchmal über Bord werfen – Einkaufsstrategien auch. Kauften die Stadtwerke einige Jahre lang ihren Strom von nur einem Anbieter, setzen sie ab Januar 2011 auf eine „gemixte“ Beschaffung. Stadtwerke-Vertriebschef Frank Schöttke weiß, dass dabei vor allem die Kunden gewinnen.

Frank Schöttke

Herr Schöttke, warum setzen die Stadtwerke auf eine neue Beschaffungsstrategie im Strom?

Weil wir das Beste für unsere Kunden rausschlagen wollen. Der Strommarkt ist seit 1998 liberalisiert – also für den Wettbewerb geöffnet. Als der Wettbewerb so richtig in Gang kam, mussten alle Energieanbieter und Stadtwerke erst einmal lernen. Und abschätzen, wie und wo sie ihren Strom kaufen. Mit unserer bisherigen Strategie sind wir einige Jahre gut gefahren – doch auch wir haben gelernt: Und wollen nun unseren Strom bei verschiedenen Anbietern kaufen, um im Sinne unserer Kunden noch günstigere Preise zu erzielen.

Wie sieht der Einkauf von Strom eigentlich aus?

Der Strommarkt ist vergleichbar mit einem Großhandelsmarkt. Es tummeln sich dort viele Stromverkäufer aus vielen Ländern mit verschiedenen Angeboten und großen Mengen. Hier einzukaufen, muss gut vorbereitet sein. Weil man Strom zumindest im Teil im Voraus einkauft, bewegen wir uns seit einem Jahr schon in dieser „Metro“ für Energie. Zwei Kollegen kümmern sich ausschließlich darum, permanent den Markt zu beobachten. Zeichnet sich ein Schnäppchen ab, greifen wir zu. Ein guter Indikator ist da beispielsweise die Strombörse. Dort kaufen wir unseren Strom zwar nicht ein, aber der Börsenpreise zeigt Trends für den gesamten Markt auf. Unterstützt werden wir bei unserer neuen Strategie durch professionelle Software und den bundesweiten Stadtwerke-Verbund Trianel, der sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet hat.

Klingt nach mehr Arbeit im Gegensatz zur bisherigen Strategie…

Das ist es auch. Aber wir kaufen ja schon seit einer Weile unser Gas nach einem ähnlichen System ein und haben hier viel gelernt. Und die Mühe lohnt sich – zumindest beim Gas haben unsere Erfahrungen gezeigt, dass sich durch die neue Beschaffung tatsächlich bessere Preise erzielen lassen.

Wann gibt es denn neue Produkte und Preise für die Kunden?

Im Moment rechnen wir noch an den zukünftigen Produkten – und können auch noch nichts zu genauen Preisen sagen. Gelten sollen sie dann ab 1. Januar 2011. Vorgestellt werden sie natürlich schon früher. Spätestens im Herbst informieren wir unsere Kunden über die neuen Angebote.

Worauf legen Sie bei den neuen Stromprodukten wert?

Ähnlich wie bei unseren Gasangeboten wollen wir verschiedene Bedürfnisse unserer Kunden befriedigen. Für Menschen, die eher auf Sicherheit bauen und sich nicht täglich einen Überblick über die Strompreistrends verschaffen wollen, planen wir wieder ein Festpreisprodukt. Für die, denen gerade das Spekulieren Spaß macht, wird es mindestens ein flexibleres Produkt geben, das sich nach dem Markt richtet. Für unsere umweltbewussten Kunden bieten wir wie gehabt unsere Ökostromprodukte an.

Neue Einkaufsstrategie, neue Produkte – gibt es noch was Neues?

Ja, ab Januar heben wir die bisherigen Versorgungsgrenzen um Jena und Pößneck auf – und versorgen auch Kunden aus dem Umland mit Strom.

Bis zum 31. Dezember 2010 halten die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck die Strompreise für ihre rund 70.000 Kunden in Jena und Pößneck auf dem Niveau von Anfang 2009. Wie gewohnt geben wir Vorteile beim Einkauf an unsere Kunden weiter. Das gilt ebenso für Planungssicherheit, die wir unseren Kunden mit der Preisgarantie geben wollen. Fragen zu passenden Preismodellen für den jeweiligen Verbrauch beantworten die Mitarbeiter des Kundendienstes gern in den Servicebüros oder am Telefon unter (03641) 688 366 für Jena und (03647) 434 131 für Pößneck.

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Eine Reaktion zu “Neue Strom-Angebote durch neue Einkaufsstrategie bei den Stadtwerken Energie”
  • RA Thomas Fricke, Jena Am 2. Februar 2011 um 14:04 Uhr

    Die Stadtwerke hatten zuletzt im Februar 2009 die Strompreise um neun Prozent erhöht. Die Pressemitteilung darüber vom 01.12.08 findet sich noch in deren Pressearchiv.
    Eine Begründung für diese Strompreiserhöhung gab es von den Stadtwerken nicht.

    Im Verlaufe des Jahres 2009 sanken die Großhandelspreise für Strom drastisch. Davon kam – einmal mehr – nicht bei den Kunden an. “Wie gewohnt” wurden die Einkaufsvorteile weitergegeben, will wohl heißen “überhaupt nicht”.

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