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Alles nur Fassade? Die Bauentwürfe für den Eichplatz wurden überarbeitet.


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Für´s Studium im Paradies? Für Wohnraum auf der Straße! – Schlafsack-Flashmob im Stadtrat



Jena. In der Stadtratssitzung wurde am Mittwoch gepennt! Das lag aber weder am Inhalt der Sitzung, noch an der Dauer der Veranstaltung, nein, das Rathaus war Ort eines Schlafsack-Flashmobs. Die Beteiligten wollten durch die Aktion auf die Wohnungsnot in Jena aufmerksam machen. Denn noch immer sind unzählige Studenten ohne Bleibe.

In einem öffentlichen Schreiben fassen die Studenten ihre Forderungen wie folgt zusammen:

“Für´s Studium im Paradies? Für Wohnraum auf der Straße!

Seit Jahren strömen wir in diese Stadt, wollen hier studieren, arbeiten, ein Leben aufbauen. Wir genießen den jugendlich bunten Flair Jenas, prägen ihn und das gesellschaftliche Leben aber auch mit. Formal sind wir herzlich willkommen, faktisch fehlt es aber seit langem am nötigen Wohnraum. Mit Verweisen nach Pößneck, Gera, Hermsdorf und andernorts geben wir uns nicht zufrieden. Besonders dann nicht, wenn auf der anderen Seite von Baulücken in Jenas Innenstadt gesprochen wird und von Millionen Euro Gewinnausschüttung bei jenawohnen.

Wir wünschen uns nicht, dass der Knick in den Studierendenzahlen eintritt, der seit Jahren prognostiziert wird. Wir zeigen uns solidarisch mit allen Menschen, die ebenfalls ein Studium aufnehmen wollen und keine Studiengebühren zahlen wollen.

Aber wir sehen in der verfehlten Planung, Umsetzung und Kommunikation beim Thema Wohnen in dieser Stadt einen Schritt in die Richtung der selbst erfüllenden Prophezeiung.

Die Studierenden dieser Stadt sind ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft und dürfen nicht abgespeist werden mit Verweisen auf die noch schlechtere Lebenssituation in anderen Städten.

Wir fordern daher die Mitglieder des Stadrates in Jena auf:

  • Studierende einzubeziehen und ihre Lebenssituation stärker bei der Planung und Durchführungvon Baumaßnahmen zu berückrsichtigen
  • sozialen Wohnungsbau in Jena zu fördern und die Flächenerschließung, das Füllen von Baulücken und die notwendigen Baumaßnahmen über städtische Einrichtungen umzusetzen
  • Finanzierung von Wohnraum zu gewährleisten und nicht auf Investoren zu warten, deren Interessen erfahrungsgemäß nicht im sozialen Wohnungsbau liegen
  • Wohnen als Grundbedürfnis anzuerkennen und daraus die eigene Pflicht zu Handeln abzuleiten, statt auf Marktregulation zu hoffen”
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