Anzeige
Alles nur Fassade? Die Bauentwürfe für den Eichplatz wurden überarbeitet.


Die aktuell empfohlenen Beiträge auf Jenapolis
bildEin Solaratlas für Jena bild„Eichplatz-Verklötzerung“ bildLandmarkt zu Pfingsten bildDie Bewohner Winzerlas bildGeschichtswerkstatt Jena


Heinz Rudolf Kunze: Die Leichtigkeit des Schlagersängers (und was Jena damit zu tun hat)



Jena. Heinz Rudolf Kunze, Deutsch-Rock-Veteran (“Dein ist mein ganzes Herz”) und seit letztem Jahr mit der Jenaer Konfliktrainerin Gabriele Krause verheiratet, startet 2011 neu durch. Der 54-jährige Hannoveraner zelebriert sein 30jähriges Bühnenjubiläum mit einem neuem Image als Schlagersänger nebst neuen Album beim ARIOLA-Label, seiner aktuellen Single “Hunderttausend Rosen” (die derzeit erfolgreich bei MDR Radio Thüringen läuft), der DVD-Box “In alter Frische” und einer umfangreichen Deutschland-Tour mit all seinen großen Erfolgen und Hits, die ihn im März 2011 auch nach Erfurt führen wird.

Hier folgt ein kleines Interview mit dem Sänger, der über sich sagt, sein Wandel zum Schlagerfach, seine Auftritte bei Carmen Nebel oder dem deutschen Eurovision Song Contest Vorentscheid, und vor allem sein neues Album voller Liebeslieder, sei die “Bestandaufnahme eines glücklichen Mannes”:

Heinz Rudolf Kunze - "Die Gunst der Stunden"

Die Arbeit am neuen Album scheint ja ausgesprochen entspannt gelaufen zu sein. Man hört dich sogar lachen.

Das liegt an dem wuseligen WG-Studio von Leo Schmidthals. Da liegen überall Kabel, da stehen Flightcases herum – man kann sich kaum richtig bewegen. Deswegen hat das immer einen so herrlichen Unernst, wenn man da aufnimmt. Wenn man in einem luxuriösen Studio aufnimmt, wo alles aufgeräumt und groß und teuer ist, steht man eher unter dem Druck, dass alles sitzt und sofort gelingt.

Von wem stammt der harmonische Chorgesang – beispielsweise auf “Susanne es ist Schluss”?

Ich singe meine Chöre, von wenigen Ausnahmen abgesehen, selbst und ich bin der einzige deutsche Rocksänger, der seine Chöre selbst singt. Denn mir ist weder bei Grönemeyer noch bei Westernhagen noch bei Maffay noch bei Lindenberg noch bei Niedecken noch bei Campino noch bei Rammstein jemals aufgefallen, dass die ihre eigenen Chöre singen.

Was ist nach dreißig Jahren Musik machen besser als am Anfang?

Dass auch ein paar jüngere Kollegen meine Platten haben und sagen, sie hätten das eine oder andere von mir gelernt. Die ersten Jahre habe ich völlig ohne Referenzen leben müssen – eigentlich hat sich sogar in den ersten beiden Jahrzehnten niemand zu mir bekannt. Das wird jetzt langsam anders: Mit den grauen Haaren kommt fast schon der Kult-Status. Ich war letztens in Mannheim und habe eine Nummer für das Arbeitsamt Baden-Württemberg aufgenommen mit den Musikern von Xavier Naidoo. Die sind so Mitte Zwanzig und kannten meinen Kram. Die haben eine Nummer für mich komponiert und gesagt: ´Wir haben das versucht wie bei dir, damit du da gut drauf singen kannst!´ So etwas ist einfach schön.

Heinz Rudolf Kunze - "Hunderttausen Rosen"Du bist seit anderthalb Jahren wieder glücklich verheiratet …

…und Gabi hat einen starken Einfluss auf das, was ich veröffentliche. Diese Aufhellung der Stimmung ist bei vielen Liedern unüberhörbar und hat sicherlich auch mit meinem Privatleben zu tun. Als Autor leugnet man ja gerne, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Privatem und Arbeit, aber das ist Quatsch: Natürlich gibt es den, wie auch immer, verschlungen und verwoben. Und auf der Haben-Seite steht in großer Leuchtschrift: ´Ich durfte einen langen Weg gehen, für den ich dankbar bin. Bei meinem ersten Schallplattenvertrag, der immerhin fünf Jahre beinhaltete, habe ich fünf Jahre lang gedacht, dass ich danach wieder ins bürgerliche Leben zurückmüsste, als Lehrer, wie ich es gelernt habe.

Stattdessen gab es 30 Jahre Rock´n´Roll und viele interessante Begegnungen.

Mit Hildegard Knef durfte ich auf ihrem letzten Album zusammen arbeiten. Ich habe mit Peter Hammill und Herman van Veen gearbeitet, habe sogar mal etwas für Karel Gott gemacht. Als ´Hobbyjournalist´ habe ich so interessante Leute getroffen wie Helge Schneider, Tony Banks von Genesis, Ray Davies von den Kinks. Neil Young und die Band Wire habe ich mal für den ´Musikexpress´ interviewt. Dann gab es die Zusammenarbeit mit Peter Maffay und Udo Lindenberg, mit denen ich bei irgendwelchen Anti-Atom-Openairs auf der Bühne stand – wie es eben in den achtziger Jahren so war. Und das geht so weiter: Letztes Jahr habe ich mit der Gang von Udo und Peter im Hamburger Stadtpark gespielt.

Und wenn Du mal gerade nicht schreibst oder auf der Bühne stehst, dann liest Du oder schaust in die Röhre?

Ich bin ein großer Schwarzwaldklinik-Fan! Es gibt einige Sätze, die der Wussow da sprechen durfte, die durchaus eine gewisse Tiefe haben. Das geht einem wahrscheinlich näher, wenn man älter wird. Wussow war ein Glücksgriff für die Fernsehwelt. Dann gucke ich alle Vorabendkrimis im ZDF, am liebsten die schwachsinnigsten. Bei meiner Lektüre mute ich mir sehr viel zu, aber im Fernsehen will ich am liebsten “Heile Welt” sehen.

Heinz Rudolf Kunze und Rainer Sauer - Das Duell 2006 in JenaUnd das ist ein entscheidender Vorteil deines neuen Albums “Die Gunst der Stunde”: Refrains mit Ohrwurm-Qualitäten. Woher die neue Leichtigkeit?

Weil es mir gut geht. Aber das ist auch eine Frage der Selektion. Ich hätte stattdessen ein komplettes “Leonard-Cohen-Selbstmordalbum” machen können. Wollte ich aber nicht!

Soweit das Interview (veröffentlicht mit freundl. Genehmigung der ARIOLA).

Die neue Heinz Rudolf Kunze-Single “Hundertausend Rosen” gibt es seit Dezember im Radio zu hören und bald auch als Download (inkl. Videoclip), das Album “Die Gunst der Stunden” kann man ab 21. Januar 2011 kaufen. Unsere Anspieltipps aus dem neuen Album sind: “Hunderttausend Rosen”, “Ich glaub du liebst mich”, “Ich liebe dich”, “Trockne deine Tränen” und “Wie man tanzt und singt”. Auf Tour durch zwanzig Städte ist Heinz Rudolf Kunze dann im März und April, zum Beispiel am 23. März 2011 live im “Stadtgarten” in Erfurt; die Karten kosten knapp 39 Euro pro Stück – der Vorverkauf hat begonnen.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Einen Kommentar schreiben

Einen Kommentar schreiben