Vier Positionen künstlerischen Schaffens in Jena – Arbeiten mit und auf Papier in der Galerie pack of patches
Jena. Viele Künstler reisten am Donnerstagabend (25. November) nach Jena: Eigens aus Berlin, Bremen, Eisenberg, Krefeld, Kreuztal oder Weimar
kamen sie, um an einer Vernissage teilzunehmen. In der Galerie pack of patches werden künstlerische Positionen mit und auf Papier gezeigt, wobei drei der vier ausstellenden Künstler auch anwesend waren und sich den Fragen der Besucher und Künstlerkollegen stellten.
Mario Bierende wurde im letzten Jahr von dieser Galerie mit einer besonderen Auszeichnung bedacht: Der Gewinner des 1. “Logbuch”-Preises wurde mit einer Ausstellung am Jahresende belohnt. Sein Konzept der technischen Zeichnungen findet sich in einem Aspekt wieder: Die Perspektive als Form.
Bierende verwendet verschiedene Arbeitsweisen, stößt dabei manchmal an seine Grenzen, verwendet alte Vorlagen wieder, um Neues zu schaffen. Er ist der jüngste Künstler in dieser Ausstellung. Seine Arbeiten sind sehr aufwendig, skulptural und erobern den dreidimensionalen Raum. Grundlage für seine Arbeiten sind ganz einfache Papierblätter. “Ich brauche eine interessante Idee. Ich vermeide dadurch, mich zu wiederholen. Hauptsächlich arbeite ich dreidimensional.”, beschreibt Bierende im Gespräch mit Jenapolis die Arbeitsweise. Seine filigranen, mit dem Skalpell in mühevoller Kleinarbeit entstandenen Kunstwerke sind aus der Nähe und der Ferne zu betrachten, da sich erst dann die Formensprache in Gänze erfassen lässt.
Dazu gibt es ein Video von JenaTipps:
Toni Wirthmüller, ein gebürtiger Bayer, der in Weimar an der Bauhaus-Universität lehrte und jetzt in Berlin lebt und arbeitet, hat mit Elfi Fröhlich, Professorin für Freie Kunst an der Bauhaus-Universität, zusammen gearbeitet. Fröhlichs künstlerischer Schwerpunkt stellt die Fotografie dar, sie zeichnet aber auch gern. Beide werfen dabei ihre Konzepte über Bord, es entsteht etwas völlig Neues. Das künstlerische Wirken der beiden konnte in ”Kongenialen Momenten”, so das Thema ihrer Arbeiten, verweigt werden. Die Zeit spielt dabei keine Rolle: Alte Arbeiten werden überdacht, verworfen, neu verwendet. Es entstehen auch Collagen, verschiedenste Papiere werden verwendet. Auch eine Videoinstallation wird gezeigt. Dabei handeln beide Künstler prozeßhaft und sehr intuitiv, die Themen ergeben sich aus der Unterhaltung zwischen Fröhlich und Wirthmüller. Beide Künstler haben in Berlin diese Momente festhalten. Aber: “Es fällt vieles heraus.”, so Wirthmüller. Der ehemalige Dozent der Galeristin hat großen Respekt für Höhns Engagement in Jena. Damals, noch in Weimar, gab es ein Seminar zur Selbstvermarktung, an dem beide teilnahmen. Höhn hat ihre Ideen umgesetzt, was den Dozenten stark beeindruckt und daher auch die Arbeiten in Jena ausstellt.
Ulrich Langenbach, ein Siegener Künstler, verbindet Triviales, Banales, auch Naives und Philosphisches zu besonderen Kompositionen, die den Betrachter zum Nachdenken auffordert. Mit seinen an die Wand gepinnten und nicht gerahmten Bilder findet eine Kommunikation des Künstlers über sein Werk mit dem Betrachter statt. Das Konzept steht im Vorfeld fest, vor Ort erfolgt die Hängung. Die Bilder, einfache oder komplizierte Zeichnungen, alte Fotos oder auch pixelige Handy-Aufnahmen werden mit Texten kombiniert. Die Bilder haben unterschiedlichste Wirklichkeitsebeneen und stellen eine “Konfrontation mit der Wirklichkeit” dar, “Text und Bild stehen konvergent neben einander” , so Langenbach über sein Werk gegenüber Jenapolis.
Ausstellungshinweis:
“Arbeiten mit und auf Papier” (25. November bis 16. Dezember)
Öffnungszeiten Mittwoch und Donnerstag, 10-20 Uhr sowie nach Vereinbarung
Galerie pack of patches
Lutherstraße 160
07743 Jena
Fotos: Nadine Jacobi
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