Ein Jahr Stadtschreiber in Jena: Bilanz einer Spurensuche (25)
Jena. Auf einmal halte ich ein Bild Clara Rosenthals in den Händen. Es besteht kein Zweifel mehr, dass es die Reproduktion des Schuster-Woldan-Gemäldes ist, die ich endlich gefunden habe. Die Enttäuschungen und vergeblichen Versuche, die hinter mir liegen, habe ich nicht gezählt. Mir ist nicht mal nach Jubel zumute. Eher bin ich ein wenig müde, geschafft. Doch meine Gedanken rücken in den Hintergrund. In diesem Moment zählt nur das Bild. Es zeigt Clara Rosenthal, zu deren Füßen der Hund liegt. Ein Neufundländer, von dem Alexander Cartellieri geschrieben hat. Clara Rosenthal hat ein fließendes weißes Kleid an, trägt eine recht moderne Kurzhaarfrisur und blickt ein wenig verloren drein, ohne den Betrachter direkt anzuschauen.
Eine schwarz-weiße Reproduktion in einem Buch von 1899, das sich – letztlich eine kuriose Wendung der Geschichte – in der Jenaer Uni-Bibliothek gefunden hat. Der entscheidende Tipp kam von Astrid Pfreundtner, der Enkelin des Malers Raffael Schuster-Woldan. Sie sandte mir ihre „ganz schlechte Kopie“ und sagte, das Original (der Reproduktion) sei wohl in der Zeitschrift „Die Kunst unserer Zeit“ zu finden. Als ich die Ausgaben durchsehe, die im Bestand der ThULB sind, stoße ich auf den Hinweis, es gebe noch eine Sonderausgabe über Raffael Schuster-Woldan. Dieses Buch ist 1899 erschienen und liegt im Magazin der ThULB. Wieder muss ich ein Wochenende lang warten, doch dann halte ich das Bild in den Händen. Betitelt ist es mit „Bildnis der Frau Klärchen R., Jena“. Das ist noch nicht das Ende meiner Spurensuche, aber es ist eine kleine Sensation. Was sage ich: Es ist d i e Sensation!!

Wo sich das Original dieses Schuster-Woldan-Gemäldes befindet, entzieht sich unserer Kenntnis. Repro: Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena
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2 Reaktionen zu “Ein Jahr Stadtschreiber in Jena: Bilanz einer Spurensuche (25)”-
Gisela Horn
Am 26. März 2011 um 12:04 Uhr
Lieber Stephan Laudien, ich habe Ihre Spurensuche mit großem Interesse verfolgt, denn sie war (ist) überaus spannend und zeugt von großer Leidenschaft. Und jetzt dieses Ergebnis. Herzlichen Glückwunsch !!!
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Betty Rauschelbach
Am 30. März 2011 um 10:37 Uhr
Lieber Stephan Laudien,
ich möchte mich der Aussage von Gisela Horn anschließen. Auch ich habe den Weg der Spurensuche mit großem Interesse verfolgt und freue mich über das Ergebnis Ihrer Hartnäckigkeit. Weiter so!
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