Frühlingsgefühle bei Fröschen und Kröten: Naturschutzbund bittet um vorsichtiges Fahren
Jena. Das warmfeuchte Wetter der letzten Tage lockt Frösche, Molche und Unken aus ihren Winterquartieren. In nächster Zeit werden in ganz Thüringen Amphibien zu ihren Laichgewässern wandern.

Erdkröte. Foto: T.Beuster (NABU)
Der Naturschutzbund (Nabu) Thüringen bittet daher Autofahrer um rücksichtsvolles Fahren bei Amphibienwechsel.
Während der Laichwanderungen sind Frösche, Kröten, Molche und Unken von den Auswirkungen des ständig wachsenden Straßennetzes betroffen. Auf dem Weg von den Winterquartieren zu den Laichgewässern legen sie Strecken von bis zu zwei Kilometern zurück und müssen dabei häufig Straßen überqueren
Kirsten Schellenberg, die Landesgeschäftsführerin des Nabu-Thüringen, gibt zu bedenken: „Straßen werden für viele Amphibien zur Todesfalle. Neben dem direkten Tod infolge des Überrollens durch Autoreifen sterben auch viele Tiere durch den geschwindigkeitsabhängigen Strömungsdruck der Autos.“ In abgeschwächte Form bemerken Menschen diesen Effekt beim Durchfahren eines Tunnels, indem sie einen unangenehmen Druck auf den Ohren spüren. Vor allem Erdkröten blieben manchmal längere Zeit auf der warmen Fahrbahn sitzen und würden ein leichtes Opfer anrollender Autos.

Überfahrene Erdkröte. Foto: M.Klöppel (NABU)
Der Nabu-Thüringen bittet daher Autofahrer um achtsames Fahren bei Amphibienzäunen und Hinweisschildern. Hierbei ist es aber auch extrem wichtig auf den Verkehr zu achten und riskante Fahrmanöver zu vermeiden. Vermehrte Aufmerksamkeit gilt auch den Betreuern der Amphibienzäune entgegenzubringen. Meist sind diese am Abend, in der Nacht oder früh am Morgen bei jeder Witterung an den Straßen unterwegs.
Kirsten Schellenberg sagt: „Seit Jahren setzen sich Nabu-Gruppen vor Ort aktiv für den Amphibienschutz ein. Allein in Thüringen sind fast 50 Schutzzäune gemeldet. Der Auf- und Abbau dieser Amphibienleiteinrichtungen geschieht oft in Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden, Landschaftspflegeverbänden, Schulen und Anwohnern.“ Wer selbst zur Rettung der Amphibien beitragen möchte, kann gerne eine Nabu-Gruppe vor Ort kontaktieren oder sich beim Nabu-Thüringen melden. Jede helfende Hand ist herzlich willkommen.
Im Internet begleitet der Nabu die Krötenwanderungen mit verschiedenen Sonderseiten. Unter der Adresse www.NABU-Thueringen.de finden sich weitere Informationen und ein Link zur aktuellen Schutzzaundatenbank.
Außerdem ist in der Reihe “Nabu aktiv” eine 60-seitige Amphibienschutzbroschüre erschienen. Darin werden alle heimischen Arten und möglichen Schutzmaßnahmen vorgestellt. Des weiteren werden Tipps für amphibiengerechte Gärten und Gartenteiche gegeben.
Die Broschüre „Frösche, Kröten, Molche – Verwandlungskünstler zwischen Wasser und Land“ kann gegen eine Gebühr von 3,50 Euro in Briefmarken beim Nabu-Thüringen, Leutra 15, 07751 Jena, Tel.: 03641/605704, Mail: Lgs@NABU-Thueringen oder unter www.NABU-Thueringen.de, bestellt werden.
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