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“Glücksfall für Jena”: SPD-Nord nimmt Stellung zum Stadionumbau



Jena/Nord. Die Ankündigung, in Jena doch noch ein neues Stadion zu bauen, bezeichnet der Vorsitzende der Nord SPD, Hendrik Amm, als Glücksfall für Jena. “Es ist die Chance, unsere touristische Infrastruktur nachhaltig positiv zu verändern”, so der Chef der SPD-Basisgruppe wörtlich.

Mit Robert Conrad und Markus Giebe haben gestern zwei Stadtratsmitglieder der Nord SPD eine Erklärung veröffentlicht, die dieses Projekt unterstützt. In der Erklärung wird insbesondere auf die Gestaltungsaufgabe des Jenaer Stadtrates eingegangen, der es selbst in der Hand hat, den Rahmen für ein seriöses und finanzierbares Betreibungskonzept zu setzen.

“Die Kritik der AWO wird sich als Bumerang erweisen”, so Amm. Und Amm weiter: “Wer Gerechtigkeit fordert, wenn es um Kitas geht, sollte damit anfangen, seine angestellten Kindergärtnerinnen anständig zu bezahlen.” 50Prozent der Fördergelder für den Stadionneubau kommen vom Bund und sind zweckgebunden. Dabei handelt es sich natürlich um Steuergelder, die man liegen lassen oder aber nach Jena zurückholen kann.

Die Bürgerinnen und Bürger werden langfristig von dieser Investition profitieren, weil Arbeitsplätze entstehen werden, mehr Gäste in die Stadt kommen werden und damit Geld in die Stadt kommt.

Hier finden Sie die Erklärung “Chancen nutzen, Zukunft gestalten!”.

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24 Reaktionen zu ““Glücksfall für Jena”: SPD-Nord nimmt Stellung zum Stadionumbau”
  • ralf Am 11. Mai 2011 um 17:27 Uhr

    “Es ist die Chance, unsere touristische Infrastruktur nachhaltig positiv zu verändern”

    …. was hat den ein groesseres fussballstadion mit besserer touristischer Infrastruktur zu tun?

    als ob hier irgendwelche touristen nach jena kommen, um sich ein stadion anzuschaun.

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  • Heiko H. Am 11. Mai 2011 um 23:02 Uhr

    Das Märchen von den Touristen … lächerlich.
    So viel Geld für diesen überdimensionalen Spielplatz – unserem Land und der Stadt muss es ja gut gehen. Und vergesst bitte die Quartiere für die Lego-Armee nicht, welche ja jede zweite Woche hier mit dem Grünen Bus einreitet. Zählen die statistisch gesehen eigentlich auch zu den Übernachtungsgästen?

    Und schön das ihr das Thema Kita noch mal anschneidet. Da war seltsamerweise kein Cent übrig und die Gebühren wurden gegen soziale Leistungen ausgespielt. Aber jetzt kommt ja wieder ein Vorzeige-Projekt.

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  • Addi Am 12. Mai 2011 um 08:23 Uhr

    Hallo Herr Conrad und Herr Giebe, hören sie auf zu träumen. Ein stinknormales Fußballstadion lockt doch keine Touristen in eine Stadt. Wenn ich irgendeine Stadt besuche, dann bestimmt nicht wegen einem Fußballstadion und so dürfte es dem überwiegenden Teil der Touristen ergehen. Also sollte man doch überlegen, ob das Geld nicht sinnvoller und nachhaltiger angelegt werden kann.

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  • Holger Herrmann Am 12. Mai 2011 um 09:27 Uhr

    Es lebe der Circus Maximus! Brot und Spiele für alle!
    Koste es was es wolle.

    Damit die touristische Auslastung gewährleistet wird,
    schlage ich vor, der Stadtrat möge sich warm anziehen und im Winter dort tagen.

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  • Hendrik Amm Am 12. Mai 2011 um 10:48 Uhr

    Hallo Herr Herrlich,

    Sie müssten es eigentlich besser wissen. Die Nord SPD hat sich immer für gerechte Kita-Gebühren stark gemacht, auch dann, wenn uns heftiger Gegenwind, auch aus der eigenen Partei, entgegen blies.

    Bei dieser Investition geht es allerdings nicht um Kitas! Diese Investition speist sich aus zweckgebundenen Fördergeldern, die nicht für Kitas o. ä. hätten verwendet werden dürfen.

    Den anderen Herren gebe ich recht; Touristen kommen nicht wegen einem Stadion. Deshalb soll auch kein Stadion, sondern eine Multifunktionsarena gebaut werden, damit hier Veranstaltungen, Konzerte & Tagungen stattfinden können. Diese werden selbstverständlich Gäste anlocken!

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  • Holger Herrmann Am 12. Mai 2011 um 16:53 Uhr

    @Hendrik Amm
    Freilufttagungen im Stadion oder in einer Kongresshalle? Ihr habt irgendwie den Überblick verloren.
    Was hat ein Stadion mit einer Multifunktionsarena zu tun?
    Da werden die Philharmoniker aber im Winter steife Finger bekommen und die Tänzer Eisbeine.
    Hauptsache niemand zerlatscht den Rasen für unsere Stars vom Club.
    Energieeffizient kann so etwas wohl nicht sein, schließlich sind wir nicht in Dubai.
    Da werden die Mio. weder für den Bau noch für den Unterhalt reichen!
    Wahrscheinlich werden es aber einfach nur 2 Stadien für 2 befreundet Clubs.

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  • Andreas Am 12. Mai 2011 um 22:37 Uhr

    @ Hendrik Amm

    Sagen Sie, haben Sie außer den Statements der Pressemitteilungen auch eine eigene Meinung?

    “Veranstaltungen, Konzerte & Tagungen”??? – am besten noch 100 Stück im Jahr (wohlgemerkt bei 4-5 Monaten schlechter Witterung). Wo sollen die denn herkommen? Nebenbei vermeldete KIJ, dass ein neuer Rasen – der wahrscheinlich nach jedem Konzert fällig wäre – an die 150.000 Euro kostet.

    Oder anders, sind Sie auch bereit in den kommenden Jahren Einschnitte im Sozialbereich oder Erhöhung der kommunalen Steuern mitzutragen, wenn dieses sehr wackelige Konzept nicht aufgeht??

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  • Bastian Ebert Am 13. Mai 2011 um 08:31 Uhr

    Um die Sache mit den Veranstaltungen mal ein wenig mit Zahlen zu untermauern: Jena hat im Bereich Veranstaltungsmanagment (derzeit bei Jenakultur) 2009 einen Verlust von mehr als 1.6 Millionen Euro eingefahren (bei 4.3 Millionen Euro Umsatz). Für 2011 wird bei 3 Millionen Euro Umsatz immer noch ein Verlust von 1.3 Millionen Euro erwartet. Das Veranstaltungsmanagment der Stadt ist derzeit in Jena also ein Verlustgeschäft, pro ausgegebenen Euro bekommen wir in diesem Bereich nur etwa 60 Cent zurück. Vor diesem Hintergrund ist der große Optimismus in diesem Bereich vielleicht etwas zu euphorisch.

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  • Hendrik Amm Am 13. Mai 2011 um 10:49 Uhr

    Sehr geehrter Herr Herrmann,

    die alten (Leichtathletik-) Stadien in Erfurt und Jena sollen zu Multifuktionsarenen umgebaut werden. Das geht technisch, wie andere Arenen in Deutschland bereits zeigen.

    Hallo Andreas,

    die Pressemitteilung habe ich selbst geschrieben. Insofern dürfte es Sie nicht verwundern, dass sich die Argumente in der Mitteilung und meiner Argumentation hier decken.

    Sicherlich wird es nicht nach jedem Konzert einen neuen Rasen geben. Hierfür können Schutzmaßnahmen getroffen werden. Und eine neue Arena sollte auch dem Regen Stand halten.

    Sehr geehrter Herr Ebert,

    ich teile Ihre Skepsis, wenn es um die zukünftige Betreibung der Arena geht. Da sollte Jena aus den Fehlern, die Dresden als Stadt beim Stadionneubau gemacht hat, unbedingt lernen. Warum KMJ nicht läuft, muss Ihnen allerdings Frau Franz als Werkleiterin erklären. Aber der Verlust, der in diesem Bereich gemacht wird, hat nicht zwingend etwas mit Auslastungzahlen zu tun.

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  • Andreas H. Am 13. Mai 2011 um 12:13 Uhr

    @Hendrik Amm

    Sie schrieben: “Bei dieser Investition geht es allerdings nicht um Kitas! Diese Investition speist sich aus zweckgebundenen Fördergeldern, die nicht für Kitas o. ä. hätten verwendet werden dürfen.”

    Zweckgebunden sind doch sicherlich nur die Gelder von Bund und Land aber nicht die von der Stadt zu tragenden 4 Millionen – oder? Denn diese könnten sicherlich weitaus sinnvoller verwendet werden. Und hiermit meine ich jetzt nicht nur den Kitabereich. Wie viele Wohnungen könnte man denn mit 4 Millionen Euro bauen? Hier hätte die Stadt dann auch relativ sichere Einnahmen in Form von Miete…..

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  • Andreas Am 15. Mai 2011 um 20:27 Uhr

    @ Herr Amm
    Das ist ja eine Antwort! Ich meinte natürlich nicht die oben stehende Pressemitteilung, sondern die Ihres Genossen Machnig. In “Ihrer” Pressemitteilung sowie in Ihren Statements werden durch nur irgendwelche bekannten Positionen wiedergekäut.

    Auf meine Fragen sind Sie leider überhaupt nicht eingegangen. Außer den “Schutzmaßnahmen” für Rasen, was auch immer das sein soll?

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  • Hendrik Amm Am 16. Mai 2011 um 07:45 Uhr

    Hallo Andreas H.,

    soweit ich informiert bin, werden die 4 Mio € nicht auf einmal fällig, sondern gestaffelt.
    Darüber hinaus ist es offensichtlich, dass das Stadion so oder so einer Überarbeitung bedarf. Weder der FCC noch der TUS Jena könnten ein solches Projekt allein stemmen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, sind 4 Mio € Beteiligungskosten bei Baukosten von über 20 Mio € für die Stadt “günstig”.

    Hallo Andreas,

    Sie haben Recht. Die Beantwortung einer Ihrer Fragen stand noch aus: das Betreibungskonzept sollte aus meiner Sicht so konzipiert werden, dass diejenigen die Risiken tragen (Bürgschaft), die mit der Betreibung des Stadions auch Geld verdienen wollen.
    Sagen Sie mir bitte, wo es in den letzten Jahren finanzielle Einschnitte im Jenaer Sozialbereich gegeben hat? Die Gewerbesteuer sowie die Grundsteuer A und B wurden doch genau deshalb erhöht, damit das Sozialniveau in Jena hoch bleibt.

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  • Francis Drake Am 16. Mai 2011 um 10:51 Uhr

    Die Folgekosten für das neue Stadion sind noch nicht abzuschätzen (Betriebskosten, neue Sicherheitskonzepte für Spiele und Veranstaltungen, Erhaltungsaufwand, Rasenerneuerung etc.) Ebenso verdient man mit Konzerten und Großveranstaltungen nicht einfach mal eben Geld. Risiken bei Totalausfall (z.B. Wetter) bewegen sich schnell im sechsstelligem Bereich, aber auch im Normalbetrieb können Verluste entstehen – selbst die Kulturarena macht (wenn auch nur leicht) Miese. Laut Förderrichtlinie müssen die Städte aber die Betreibung selbst übernehmen (bzw. eine städtische Gesellschaft). Verluste buckeln wir somit alle wieder. Es wird wesentlich teurer für die Stadt als die 4 Mio.

    Sind eigentlich in der Summe 22,4 Mio auch die anderen Ausgaben drin: Umgestaltung Umfeld, notwendige Parkplätze, voraussichtlich doch Neubau Leichtathletikstadion?

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  • Andreas Am 16. Mai 2011 um 17:19 Uhr

    @ Hendrik
    Es gibt nur eine Institution, die die Risiken eines solchen Neubaus trägt. Das ist die Stadt Jena.
    Oder wie stellst du dir eine Übernahme der Fixkosten vor? Spätestens wenn die völlig unrealistische Veranstaltungszahl von 90!!! nicht erreicht werden wird, schreibt das Projekt rote Zahlen und dann??

    Höhere Nutzungsgebühren für letztlich noch weniger Veranstaltungen?

    Oder besser geringere Nutzungsgebühren zur Verringerung der Fixkostenverluste aber zur Erhöhung des operativen Verlustes?

    Ich dachte, dass soll eine Arena für die Stadt und seine Bürger werden und nicht für irgendwelche Geschäftemacher?

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  • Anonymous Am 24. Mai 2011 um 14:02 Uhr

    Hallo Herr Amm,
    ja sie haben die Absicht geäußert sich für gerechte Kita-Gebühren stark zu machen. Passiert ist allerdings nichts zählbares. Die Kitagebühren sind, gerade im mittleren Einkommensbereich immer noch mehr als ungerecht. Besserung nicht in Sicht. Im übrigen haben Mitglieder der SPD-Nord für die Kita-Gebührenerhöhung im Stadtrat gestimmt … soviel dazu.

    Es geht auch nicht nur um Kitas. Nur bei dem Thema wurde mit Tränen in den Augen vorgegeben, man müsse für die Kitas andere soziale Leistungen kürzen, da man ja sooo eine große Streichliste hat. Essengeld für sozial Schwache usw. Plötzlich sind 4 Millionen plus Nebenkosten überhaupt kein Problem? Und diese Millionen werden nicht gefördert, sie werden vom Bürger bezahlt, der sie wo anders viel notwendiger hätte.

    Und eine Arena, noch dazu wenn sie gleich an zwei Standorten gebaut wird, bringt automatisch keine Tagungsgäste und Konzertbesucher. Bis jetzt hieß es doch auch das rings um Jena mehr als genug Tagungsorte zur Verfügung stünden. Und für 4 Mille könnt ihr im Paradies Konzerte ohne Ende finanzieren, inkl. Rasenkur und Endreinigung.

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  • Locke Am 25. Mai 2011 um 17:27 Uhr

    Ich sag mal 90 % der Jenenser gehen nicht ins Freibad, zur Kulturarean oder gar zur Jenaer Philharmonie ! Warum gibt es da Millionen ?

    Von den Betriebskosten ganz zu schweigen !

    Es ist einfach nur erschreckend, wie die Abneigung gegen den Fussball manche die Gedanken vernebeln !

    Denn eigentlich spricht mal wieder nur der Neid, wenn es Geld gibt für eine Sache, für die man sich selber nicht interessiert !

    PRO STADIONUMBAU !

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  • Radiowaves Am 26. Mai 2011 um 07:15 Uhr

    Warum es für Philharmonie und andere Kultur Millionen gibt (so es sie wirklich geben sollte), obwohl das angeblich nur so wenige Menschen nutzen?

    Kurzfassung:

    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.
    (Jean Cocteau)

    Langfassung:

    Weil es Dinge gibt, die nachweislich der Menschheit mehr Dienste erwiesen haben, als besoffen und grölend etwas beizuwohnen, das eigentlich eine Sportart ist, deren überzogene Inszenierung das ursprüngliche Anliegen von sportlicher Körperbetätigung längst vollständig entwertet und pervertiert hat. Das ist beinahe wie Autorennen – dort ist man sich nicht zu schade, Lärmbeslästigung und Umweltverschmutzung als “Sport” zu bezeichnen.

    Eine Nation ohne Kultur stirbt einen langsamen Tod von innen heraus, verfällt in geistige Lethargie und verroht möglicherwiese sogar. Ich nehme das sehr deutlich wahr, seitdem ich nach Jena zurückgekehrt bin: ich verhungere hier schlichtweg geistig-kulturell, da ich kaum Kontakt zu Menschen finde, die irgendwas anderes interessiert als das letzte Spiel des FCC, die Kassenlage beim FCC, das Präsidenten-, Trainer- und Spielerkarussell, die hirnrissige Rivalität zu Erfurt und all das andere Gedöns, um das sich diese Stadt hauptsächlich zu drehen scheint.

    Kulturell sind die meisten Leute, die ich hier kenne, irgendwo zwischen MDR 1, Schrott40, Schandeswelle und Jump angesiedelt, die wenigen “Hochkulturleute” beim Frisörradio, was mir als nicht-unbedingt-Klassikhörer bislang kaum zugänglich und lohnenswert erscheint. Man muß niemanden auf Konzerte einladen – geht ohnehin keiner mit, kennt ja keiner. Daß auf Pro7 tolle Soaps laufen und daß Lena und Lady Gaga ganz toll sind, habe ich wiederum inzwischen mitbekommen, kann damit aber nichts anfangen – akute Anfälle von Übelkeit. Ich hab nichtmal nen Fernseher und in Thüringen gleich ganz auf ein Radio verzichtet.

    Ich laufe hier meist wie ein Fremdkörper herum und bin heilfroh, daß es einerseits auf der Kulturarena auch mal was für mich gibt (z.B. Suzanne Vega dieses Jahr) und daß andererseits wenigstens noch ein wenig für diejenigen getan wird, die sich an klassischer Musik oder Theater erfreuen können, auch wenn ich da bislang nicht zur Zielgruppe gehöre. Denen neide ich das Geld nicht, es ist dort hoffentlich gut aufgehoben. Wenn das auch noch wegbräche, dann gute Nacht Standort Thüringen. An fehlender Finanzierung eines Stadions für eine drittklassige Profimannschaft dürfte ein Bundesland hingegen eher nicht zugrundegehen.

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  • Francis Drake Am 26. Mai 2011 um 17:11 Uhr

    Es ist schön, wenn man Radiowaves einmal aus vollen Herzen recht geben kann. Allerdings kenne ich eine ganze Reihe von Leuten, die durchaus auch in Jena kulturell auf Deiner Werllenlänge liegen, und hierfür auch was bewegen wollen.

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  • Gast Am 26. Mai 2011 um 18:27 Uhr

    Ohne Frage gibt es viele solche Menschen und Tendenzen. Aber ehrlich liegt so eine Beobachtung nicht irgendwie auch am Umfeld. Ich kenne fast niemanden der mir irgendwas vom Fußball erzählt.

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  • Robert Rauschelbach Am 27. Mai 2011 um 07:48 Uhr

    @ Locke:
    Also das die Besucherzahlen von Fußball und Bädern identisch sein sollen wage ich doch mal stark zu bezweifeln. Das GalaxSea kommt auf ca. 250.000 p. a., Ost- und Südbad je nach Sommer auf je ca. 50.000. SH Lobeda weiß ich nicht. Der FC hat 19 (?) Heimspiele, wenn ich mich nicht täusche dürften (optimistisch geschätzt) so 6000 Zuschauer pro Spiel im Durchschnitt dabei sein, macht in der Summe 114.000. Also ca. ein Drittel der “Gesamtbäderbesucher”. Das GalaxSea hat als kompletter Neubau in 2002 15 Mio € gekostet, der Stadionumbau soll über 20 Mio € kosten. Die Bäder dürften aktuell einen jährlichen Zuschussbedarf von ca. 1,5 Mio € haben, d. h. ca. 4 €/pro Besucher. Der Zuschussbedarf wird weitgehend Konzernintern ausgeglichen, d. h. er belastet die Bürger nur indirekt. Dieser Wert ist fürs Stadion bisher nie gerechnet oder zumindest nicht veröffentlicht worden. Bin ja mal gespannt…

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  • Pardon Am 27. Mai 2011 um 23:24 Uhr

    Das EAS ist seit beinahe einem Jahrhundert exponiertes Kontinuum der Alltagskultur meiner Wahlheimat. Es ist ein Kristallisationspunkt für die Kommunikation der Stadt – für die Kommunikation nach innen (die Selbstvergewisserung des Gemeinwesens: wo sonst als im Stadion erlebt sich die Gesellschaft der Moderne – zwischen Kassenpatient und Privatarzt – noch als konsistent ?) und für die Kommunikation nach außen (Stichwort Standortmarketing). Zunächst kurz zu letzterem: Keine Uni und kein Zeiss, kein Intershop und keine Philharmonie schaffen deutschlandweit auch nur im Ansatz so viel mediale Multiplikation wie Jenas Fußballclub (seit 1903) in seinem angejahrten Stadion. Ein Werbewert für den Standort, der jährlich ganz sicher im satten Millionenbereich liegt. Wohlfeiles Lästern ob eines fragwürdigen Werbeeffekts von “drittklassigen Darbietungen” ist fehl am Platz, denn in Bezug auf Europas Leitsportart wird die dritte deutsche Profiliga überwiegend als Reputation für den Standort wahr genommen (Halle, Leipzig, Magdeburg usw. träumen davon, das dreimal größere Chemnitz ist ob des Erreichens in tagelanger Extase …).
    Der Disput hier zeigt, dass jene, die mit Fußball “nix am Hut” haben, einer argumentativen Auseinandersetzung gern den multiplen Aufguss von Vorurteilen und Stigmatisierungen vorziehen. Bei der Lektüre von Radiowaves düsterem Jenaer “Soziogramm” (man sorgt sich unwillkürlich um den Autor) etwa habe ich meinen Bekanntenkreis von Dauerkarteninhabern vor Augen, aus dem eine Reihe von Leuten Stammgäste beim Rudolstädter TFF ist, die meisten sich auf die Kulturarena oder den abendlichen Kassa- bzw. Rose-Besuch freuen – humorvolle (gar selbstironische) und scharfsinnige Menschen, die sich dann – richtig – auch noch über “das letzte Spiel des FCC, die Kassenlage beim FCC, das Präsidenten-, Trainer- und Spielerkarussell…” unterhalten. Den – von vielen immer wieder bemühten -notorisch verblödeten und daueraggressiven Trinker als Standarderscheinung im EAS heraufzubeschwören ist realitätsfern und armselig.
    Als armselig empfinde ich andererseits auch das fadenscheinige Argument mancher Stadionbau-Fürsprecher, die neue Arena verspräche große (direkte!) touristische Effekte. (In diesem Punkt ist den Skeptikern weithin Recht zu geben.) Allerdings muss sie das aus meiner Sicht auch nicht, um die – für Jena wirklich einmalig kommode – Investition zu rechtfertigen. Genau so wenig, wie etwa die Philharmonie je in die Lage gebracht werden sollte, z.B. mit Konzerten an Einkaufssonntagen in Shoppingmeilen ihren Eigenanteil an der Finanzierung zu verbessern.
    Noch ein Versuch zur Versachlichung: Jena hat u.a. über eine umfangreiche Befragung der Bürger seine Leitsportarten bestimmt: Fusßball, Basketball und Leichtathletik wurden gekürt, kein zu breites Feld für eine Sportstatt mit Tradition von gut 100.000 Menschen. Jeder dieser Sportarten, nimmt man das Ergebnis einigermaßen ernst, sollten adäquate räumliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.
    Oder anders. Jena unterhält keinen Zoo, und keine exorbitanten Park- oder Schlossanlagen, dafür gehört eben jenes Stadion mit seinem Hauptnutzer seit Generationen zum nach innen und außen wirkenden Profil der Stadt. Und Jena tut gut daran, SEIN Profil zu schärfen (Stichwort: eine Stadt als Marke positionieren im sich verschärfenden Wettbewerb um ambitionierte Kräfte)
    Ich lese sie schon, die “Abers”, dass es im Wettbewerb und überhaupt doch viel mehr um Radwege, Kitas, um dieses und um jenes ginge, als um ein Stadion. Da sag ich vorab: Die moderne Arena wird ihren so nicht durch anderes zu erbringenden Beitrag leisten, dass Jena insgesamt als lebenswert und zukunftsfähig erlebt und, noch mehr, von außen überhaupt als dies wahrgenommen wird.

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  • Francis Drake Am 28. Mai 2011 um 09:09 Uhr

    Das Stadion gibt es ja, wurde vor einigen Jahren saniert und ist drittligatauglich. Die Stadt hat also den Profisport nicht vergessen, der eigentlich für sich selbst sorgen sollte. Die Fans können das Stadion gut nutzen. Die Frage ist hier, ob man eben weitere vier Millionen ausgeben möchte, die man woanders nicht ausgeben kann, die Umfeldmaßnahmen ob die Folgekosten, die anfallen (Defizite bei den notwendigen Nichtsportveranstaltungen, Risokokapital – bei einem Großkonzert sind das durchaus mehrere sechstellige Summen) gedeckt sind, und ob man nicht durch die Falschauslegung der Förderrichtlinien (Subventionsbetrug), die ganzen Gelder zurückzahlen muss. Dann wird es für die Stadt richtig teuer (22 Mio).
    Und, pardon, das Profil Jenas ist Uni, Wissenschaft und optische Industrie, nicht Fußball. Erlangen, Göttingen oder Konstanz kennt man ja auch nicht als Fußballgrößen. Mit denen konkurieren wir aber, nicht mit Chemnitz.

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  • Derp Am 29. Mai 2011 um 12:57 Uhr

    Na klar, erste Liga FF-USV schön vergessen, sind ja GAR kein Multiplikator…1!

    Ist schon klar das Radiowaves irgendwie über die Stränge schlägt, aber hey, ich glaube schon wir wissen was gemeint ist, Drittliga-Fußball(und auch die Ligen drunter) erhöhen bestimmt nicht die Lebensqualität(vielleicht die gefühlte Sicherheit ?), und komischerweise kommen Erstliga-Spiele der Frauen meist mit unter 10 Polizisten aus..
    Vielleicht sind mit Touristen die BePos gemeint?
    Also immer schön “Neider” schreien.

    Und da fällt mir gleich so ein Drittliga-Fußballclub(M) ein, der steht gefühlt alle viertel Jahre auf der Matte und will Geld – Ligakohle, Fixkosten etc.
    Die Besten der Besten der Besten !! Sir !

    Ist schon schmerzhaft so eine Debatte, und weil ja die Bundesrepublik, oder ihre Länder, oder deren Kommunen das Geld förmlich im Tresor haben und niemals Schulden machen müssen oder gar Haushaltssperren reingebrummt bekommen, da wäre es ja eine uuunglaublich vertane Chance das Geld nicht jetzt noch zum Fenster Rauszuwerfen wo alle noch Kreditwürdig sind.

    Und wer kennt nicht das Schicksal… baut man ein neues Stadion..steigt der FC bestimmt wieder ab..

    Dafür haben wir dann vielleicht doch(Albrecht S.) oder nicht(Frank J.) , Messen(mit Albrecht), KIRCHENTAGE(mit Albrecht), Veranstaltungen(mit …)
    Einfach Großartig.

    Übrigens müsste man für so einen Kichentag auch nur Lobeda, Winzerla, Ost,West, Zentrum,Nord evakuieren. Die 100.000 Besucher…pah

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  • Christian Gerlitz Am 29. Mai 2011 um 19:18 Uhr

    Leider ist diese Ausage, so schön sie aus städtischer Sicht auch wäre, schlicht falsch.
    Selbst wenn es innerhalb der Stadtwerke eine körperschaftsteuerliche Organschaft gäbe, würde ich die runden 75% Auswirkungen der Verluste eher als direkte Belastung für den städtischen Haushalt und damit Jenas Bürger sehen. Da es den aber nicht einmal gibt kommen wir der kompletten Belastung der Gewinnausschüttung des Konzerns recht nahe. Die soziale Komponente der Herkunft des Ergebnisses (zu einem guten Teil Jenawohnen und Fernwärme) ist noch einmal eine ganz andere Frage.
    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Verluste der Bäder oder des Nahverkehrs haben zwar sicher etliche kleinere steuerliche und konzerninterne Auswirkungen sowie einen zeitlichen Verzug, belasten Jenas Bürger jedoch trotzdem direkt und nahezu unmittelbar.

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