Alternative Methoden der Bürgerbeteiligung: Open Space – ein gutes Modell auch für Jena!
Bürgerbeteiligung die Abstimmungsprobleme bei Entscheidungen vorbeugen kann, in der kreative Lösungen zu machbaren Alternativen weitergedacht werden, die ein neues Gemeinschaftsgefühl schafft und damit zukünftiges Engagement fördert, die auf Dialog statt auf Konfrontation setzt und die auch noch Spaß macht. Open Space macht es möglich. Das folgende Video zeigt den grundlegenden Ablauf.
Das von Harrison Owen entwickelte Open Space Verfahren ist für Gruppen von 8 bis 2000 Menschen und einen Zeitraum von 1-3 Tagen gedacht. Es kennt keine festen ReferentInnen, Open Space nutzt vielmehr die Fähigkeit der Selbstregulation. Fest vorgegeben ist ein Leitthema, das im Vorfeld meist sehr kontrovers diskutiert wird und relativ komplex ist. Zum Leitthema schlagen die TeilnehmerInnen auf einem gemeinsamen Eröffnungstreffen Arbeitsgruppen vor, die ihnen besonders wichtig erscheinen. Die Eigeninitiative ist dabei ein wichtiges Element, denn ohne die Aktivität der TeilnehmerInnen wird ein Open Space niemals funktionieren. Auf dem Marktplatz der Themen werden Orte und Zeiten für die Arbeitsgruppen abgestimmt. Wichtig ist, dass der Raum für diese Gruppen von den OrganisatorInnen auch in ausreichendem Maß zur Verfügung gestellt wird.
Die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe ist nicht bindend. Sobald man keinen Beitrag mehr leisten kann oder will kann und soll man die Gruppe wechseln. Dieses „Gesetz der zwei Füße“ ist zentral für das Verfahren und gewährleistet einen regen Austausch auf einer Open Space Konferenz. Die Offenheit des Verfahrens lässt damit Raum für verschiedene Typen. Menschen die eher ein Thema vorantreiben, sowie TeilnehmerInnen die oft zwischen den Gruppen wechseln. Dieser Charakter des Open Space wird in vier Grundprinzipien deutlich:
- Wer immer kommt ist genau die richtige Person.
- Was auch geschehen mag – es ist das einzige was geschehen kann.
- Wann immer es beginnt, es ist die richtige Zeit.
- Vorbei ist vorbei.
In einem abschließenden gemeinsamen Plenum aller Teilnehmer werden die wichtigsten Ergebnisse herausgearbeitet und das weitere Verfahren abgestimmt. Ziel ist es die Ergebnisse nachvollziehbar zu machen und die Umsetzung der Ideen kontrollieren zu können.
Open Space ist in der Lage die Kreativität der Menschen zu aktivieren und ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. Bedingung dafür ist, dass sich alle Teilnehmer und Auftraggeber darauf einlassen, dass das Ergebnis nicht planbar ist. Wie auch bei allen anderen Methoden der Bürgerbeteiligung sollte weiterhin gewährleistet sein, dass die gewonnen Ideen in angemessener Weise von nachgeschalteten Entscheidungsgremien berücksichtigt werden.
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Eine Reaktion zu “Alternative Methoden der Bürgerbeteiligung: Open Space – ein gutes Modell auch für Jena!”-
Kurt
Am 20. Juni 2011 um 10:23 Uhr
Die Entwicklung des Raumes Jena unter Beteiligung der Bürger hat im Kern ein immenses Problem:
In Jena sind mehr als ein viertel der Einwohner Studenten.
Lassen wir mal alle Kinder bis 16 weg, dann sind das grob geschätzt, 40% der potentiell beteiligten Menschen.
Studenten beteiligen sich an dererlei Programmen mit viel kurzfristigeren Interessen als eingesessene Bürger mit einer langfristigen Perspektive.
Die studentischen Einflüsse auf derartige Programme können innovativ sein, müssen aber nicht.
Eine so große Maße von Menschen, die an einem Thema mal interessiert sind, an einem anderen mal, nicht ergibt eine enorme Verschiebung von Mehrheiten.
Dies gilt es zu bedenken.Stimme zu / Lehne ab:
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