Worldcafé: Ein Konzept für Jena?
Jena befindet sich seit langem im Wandel, aber das „Gefühl, selbst etwas dazu beitragen zu können“ scheint verloren gegangen zu sein. Davon zeugen nicht zuletzt die Blockierungen der Bürgerselbstorganisierung im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Eichplatzes und der Zukunft der Kunst-Lagerhalle am Westbahnhof. Mit dem folgenden Vorschlag kann die durch die Stadt beauftragte und finanzierte Kampagne „Schritt für Schritt“ aufgrund der „straffen Planung“ auch nichts anfangen.
Am Vorgehen und den Methoden erkennen wir sie – jene, denen ernsthaft am selbstbestimmten bürgerschaftlichen Leben in unserer Stadt gelegen ist und… die anderen.
Es gibt viele Methoden, welche die Menschen ermächtigen, ihre Interessen in die eigene Hand zu nehmen und gemeinsam zu planen und Projekte zu realisieren. Eine ist die „Zukunftswerkstatt“, eine weitere ist auch „Open Space“, worüber in Jenapolis bereits berichtet wurde.
In Bezug auf die gestrige (Veranstaltung vergangene Woche – Anmerkung der Redaktion) Veranstaltung im Café Wagner, in der die europaweite Transition Town Bewegung vorgestellt wurde, möchten wir hier eine weitere Methode der kollektiven Selbstorganisierung vorstellen. Es ist das „Worldcafé“ .
Dies ist eine beteiligungsorientierte Veranstaltungsform, bei der die Teilnehmenden selbst aktiv sind und inhaltliche Positionen entlang vorbereiteter Fragen erarbeiten. Von solchen selbsterarbeiteten Positionen ausgehend kann in weiterführenden Realisierungsphasen motiviert weiter gearbeitet werden.
In einem World-Café sitzen die Beteiligten an Tischen, die eine Caféhaus-Atmosphäre tragen, und sprechen über die jeweils vorgegebene Frage und notieren die Ergebnisse auf der „Tischdecke“. Nach jeder Frage wechseln die Beteiligten (außer einem „Tisch-Sprecher“) die Tische und diskutieren in der neuen Runde die nächste Frage. Dadurch wird das bisher Erarbeitete weiter getragen, aber durch die neue Durchmischung entstehen interessante neue Kombinationen von Ideen und Gedanken.
Die Gesprächsführung wird durch Gesprächsleiter moderiert, welche die Methode erläutern, die Einhaltung der Zeitvorgaben für jede Runde kontrollieren und die Fragen für jede Runde vorgeben.
Die besonderen Vorteile dieser Methode sind,
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dass die entspannte Atmosphäre spielerische Kreativität freisetzt,
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dass die kollektive Intelligenz der Beteiligten für das Finden von Lösungen herausgefordert wird und
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dass die selbst gefundenen Lösungen stark für ein weiteres Engagement bei ihrer Umsetzung motivieren.
Im oben genannten Caleidosphere fand schon einmal eine solche Veranstaltung statt. Es wäre schön, solche Veranstaltungsformen in Jena öfter zu erleben.
Autorin: Dr. Annette Schlemm (Zukunftswerkstatt Jena / Klimanetz Region Jena)
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5 Reaktionen zu “Worldcafé: Ein Konzept für Jena?”-
Reinhard Guthke
Am 20. Juli 2011 um 15:43 Uhr
Vielen Dank liebe Frau Schlemm! Wie schon persönlich besprochen: Diese Art der Bürgerbeteiligung an öffentlichen Themen ist gerade für die so kontroverse Diskussion alternativer, nachhaltiger Verkehrskonzepte für Jena bestens geeignet und sollte daher auch in Jena’s Kampagne für umweltfreundliche Mobilität unter der Überschrift “Schritt für Schritt” (www.schritt-fuer-schritt.net) einen angemesssenen Platz finden. Falls das jetzt für das Forum am 22.9.2011 im Volksbad zu spät ist oder dort nur noch im Rahmen des “Marktes” Platz ist, sollte in einem nachfolgenden Schritt Ihre Initiative m.E. aufgenommen werden. Ich werde mich als Vertreter des “Lokale Agenda 21 Jena e.V.” bei der nächsten Beratung im “Agenda-Beirat” (am 7.9.2011, 18 Uhr, Am Anger 26, Jena – ehemaliges Anger-Gymnasium, Beratungsraum 1. Etage) dafür einsetzen. Sie können gern hinzukommen. Die Beratung ist öffentlich. Beste Grüße! Reinhard Guthke
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Ein Bürger Jenas
Am 22. Juli 2011 um 12:47 Uhr
Ich bin gerade über das Foto geschockt! Welcher “normale” Bürger soll sich in so einem Drecksloch an irgendwelchen Aktionen beteiligen. Das ist nicht Ihr Ernst, oder? Ich denke, dass sich hier die “Alternative” als Stil etabliert und das ist der falsche Weg um eine breite Masse anzusprechen. Ich hätte auf keinen Fall lust mich zwischen verwanzten Sofas und Hunden zu solchen Tischrunden hinreißen zu lassen und denke dass dies auch die Mehrzahl der Jenaer und Jenenser nicht tun werden.
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Erik
Am 22. Juli 2011 um 19:35 Uhr
@Ein Bürger Jenas
Über die Intentionen der Autorin kann man sich auf ihrer umfangreichen, leicht zu findenden Homepage informieren. Das erspart sicher viele Fragen, die Außenstehende angesichts des Projektes haben.
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Annette Schlemm
Am 13. August 2011 um 21:45 Uhr
Lieber Bürger Jenas,
wenn Sie Hunde und gemütliche Sofas (von Verwanzung hab ich nix bemerkt) nicht mögen – es gibt diese Worldcafés auch in eleganten Restaurants oder sogar in Unternehmenschefetagen. Wo speziell Sie eventuell bereit wären, sich zu interessanten Gesprächen hinreißen zu lassen, können Sie gern selbst entscheiden, wenn Sie so eine Veranstaltung organisieren. Da gibt es keine Vorschriften.
Beste Grüße von Annette SchlemmStimme zu / Lehne ab:
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konservativ-kritisch
Am 14. August 2011 um 00:15 Uhr
@Ein Bürger Jenas
Ich starre jetzt schon gut eine viertel Stunde auf das Foto!
Also den HUND kann ich ganz gut erkennen! Aber die WANZEN? Liegt es an meinen Augen? Oder: haben Sie einen so guten Sehsinn?
Aber vielleicht haben Sie auch einen guten Monitor?
Wenn ja: Erbitte technische Angaben. Denn so einen Monitor möchte ich auch!
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