Fotoausstellung im Thüringer Landtag zum Gedenken an den Mauerbau
Erfurt. Im Thüringer Landtag wurde heute anlässlich des bevorstehenden 50. Jahrestages des Mauerbaus am morgigen Samstag, dem 13. August, eine Fotoausstellung unter dem Titel „Tatort-Fotos eines Verbrechens in Deutschland. Die Mauer 1961 – 1989“ eröffnet.
Mit Blick auf den Gedenktag äußerte sich Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU) im Anschluss: „Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde nicht nur ein Land geteilt, vielmehr riss die Grenze ganze Orte, Familien und Freunde auseinander. Menschen wurden beim Versuch, die innerdeutsche Grenze zu überwinden gezielt erschossen. Heute gedenken wir der Opfer, die ihr Leben auf der Flucht von Ost nach West verloren haben, nur weil sie ein freies und besseres Leben führen wollten. Ihr Lebens- und Leidensweg bleibt unvergessen. Wir müssen die Erinnerung wach halten, um zu zeigen, wie kostbar unsere Freiheit ist, die niemals zuvor in der deutschen Geschichte eine Selbstverständlichkeit war. Gerade jungen Menschen müssen wir nahebringen, wohin es führt, wenn Menschen im Namen einer Ideologie bevormundet, unterdrückt und im eigenen Land eingesperrt werden. Bis heute ist die Berliner Mauer das steingewordene Symbol für die menschenverachtende Politik der DDR.“
Die Thüringer Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Hildigund Neubert, würdigte die Fotoausstellung und erklärte: „Die Mauer des SED-Regimes war eine Grenze zwischen Freiheit und Unfreiheit. Sie sicherte nichts weiter als 28 Jahre Unrecht. Heute stehen wir in der Verantwortung die Angehörigen der Mauertoten, die politischen Gefangenen und die Ausreißer anzuhören, um die Auswirkungen des Mauerbaus auf das Leben der Menschen begreifen zu können. Unser Blick muss auf die Opfer gerichtet sein, auf die Verletzung von Menschenrecht und Menschenwürde. Unser Wissen über die historischen Fakten muss sich mit der Empathie für die Opfer verbinden und eine Brücke in die Gegenwart schlagen, um schließlich die Frage beantworten zu können: Was ist uns die Freiheit heute wert?“
Die Fotoausstellung „Tatort-Fotos eines Verbrechens in Deutschland. Die Mauer 1961 – 1989“ des Bildjournalisten Uwe Gerig, ruft die Geschehnisse an der ehemaligen innerdeutschen Grenze in Erinnerung, setzt ein Zeichen gegen die gesellschaftliche Verharmlosung der Diktatur und regt zum Nachdenken über die Kostbarkeit von Freiheit an. Die Bilder des Reporters, der 1983 selbst aus der DDR flüchtete, sind noch bis zum 16. September in den Räumen des Thüringer Landtags zu sehen.
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