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Intolerant: Linken-Demo gegen Papstbesuch



Erfurt. Die Ankündigung linksextremer Gruppierungen, am Rande des Papstbesuches Ende September 2011 in Erfurt zu demonstrieren, stößt beim Sprecher des Arbeitskreises Engagierter Katholiken der CDU in Thüringen (AEK) Christian Sitter auf Unverständnis.

„Bei den angekündigten Demonstrationen handelt es sich nicht um einen politischen Protest, sondern um eine christenfeindliche Provokation. Die Demonstration richtet sich nicht gegen einzelne Positionen des Papstes, sondern gegen das Christentum als solches“, schlussfolgert Sitter aus der Verwendung der bewusst christlich-religiös besetzten Begriffe „Heidenspaß und Höllenangst“ des Demonstrationsmottos. Der AEK-Chef betont zudem: „Die Demo am Rande des religiösen Ereignisses stellt sich gegen die freie Glaubensausübung und somit gegen Grundrechte. Der Blick auf eine Online-Umfrage der Thüringer Allgemeinen in den vergangenen Tagen zeigte, dass die Mehrheit der Umfrageteilnehmer die geplanten Demonstrationen als intolerant einstuft.“

Fraglich ist des Weiteren, ob das sehr eng konzipierte Sicherheitsaufgebot für den Papstbesuch gewährleistet werden kann, wenn die Sicherheitskräfte zusätzlich eine Demonstration teils extremistischer Gruppen im Blick behalten müssen. Es sei nicht vermittelbar, wenn einerseits gläubige friedliebende Menschen harte Sicherheitsmaßnahmen über sich ergehen lassen müssen, um am Gottesdienst teilnehmen zu können, und andererseits die Sicherheitslage durch möglicherweise gewaltbereite Demonstranten am Rande strapaziert wird. Dies, wie Linke-Fraktionschef Ramelow als „kritische Politik“ zu bezeichnen, ist nichts anderes als bewusste Tatsachenverdrehung.

Nicht zuletzt ist auch die Landeshauptstadt Erfurt gefragt, wie sie sich und damit auch den Freistaat Thüringen zu diesem einmaligen und historischen Ereignis der nationalen wie internationalen Öffentlichkeit präsentieren will. Es besteht die Gefahr, dass das Bild Erfurts als eine weltoffene Landeshauptstadt verunglimpft werde und der erhoffte Werbeeffekt sich ins Gegenteil verkehre.

Christian Sitter unterstreicht abschließend: „Christlicher Glaube ist im innersten Kern auf die Würde jedes Einzelnen gerichtet sowie auf das menschliche Miteinander. Der erste Satz des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ wäre ohne Christentum nicht denkbar. Deshalb ist die Behauptung, Kirche und Christentum seien ‚menschenfeindliche Ideologie‘, eine Beleidigung katholischer und darüber hinaus aller Christen. Menschenfeindlich ist vielmehr die ideologische Grundlage der Linkspartei, die bei der Frage nach Glaubensfreiheit laviert und so in die Fußstapfen ihrer DDR-Vorgängerpartei tritt, wenn sie sich von den extremistischen Demogängern nicht ausdrücklich distanziert.“

Autor: Arbeitskreis Engagierter Katholiken der CDU

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3 Reaktionen zu “Intolerant: Linken-Demo gegen Papstbesuch”
  • Ecki Am 8. September 2011 um 14:11 Uhr

    Dieser Artikel ist ein sehr gutes Beispiel für INTOLERANZ und ENGSTIRNIGKEIT. Ich bin alles andere als ein “Extremer” und gehöre keiner politischen Prganisation an. Ich werde demonstrieren. Jeder der gegen Aidsverbreitung, gegen Kindesmissbrauch, gegen Nationalsozialistisches Gedankengut, gegen Homoverfolgung und gegen Volksverdummung ist, sollte auch demonstrieren. Also jeder mit gesundem Menschenverstand. Der Razinger stellt sich vor seine “Rechtsextremen”. Seit Jahrzehnten durften Kinder erfahren, was es heißt, unter der Obhut der kathl. Kirche zu stehen. Diese Kinderschänder wurden solange geschütz, das sie unbeheligt weiter machen konnten und können. Der Papst ist Anführer dieser menschenverachtenden Sekte, ich schäme mich für Erfurt, der Markel des Papstbesuches wird lange haften.

    Hot debate. What do you think? Daumen hoch 5 Daumen runter 5

  • Fred V. Am 8. September 2011 um 14:37 Uhr

    Nur weil ich gegen die oben genannten Punkte bin, soll ich also da mitdemonstrieren? Ne Ecki, lass mal gut sein! Bevor ich mich unter dem Motto auf die Straße stelle, gehe ich lieber in die Kirche und bete, dass dürfte effektiver sein.

    Stimme zu / Lehne ab: Daumen hoch 0 Daumen runter 2

  • konservativ-kritisch Am 8. September 2011 um 15:28 Uhr

    Ich möchte mich an dieser Stelle nicht konkret zu den Argumenten der Demonstranten positionieren. Nur: solange sich die Demonstranten friedlicher Mittel bedienen, ist die Demonstration schlicht zu tolerieren. Denn es gibt nicht nur die freie Glaubensausübung, sondern auch die freie Meinungsäußerung, und solange sich die Demonstranten an das Gesetz halten, soll man sie eben demonstrieren lassen. Die freie Glaubensausübung und eine friedliche Demonstration dagegen, auf beides gibt es ein Grundrecht. Das ist moderne Demokratie.

    Übrigens kann der christliche Glauben eine menschenfeindliche Ideologie sein, er muss es aber nicht. Wie das Christentum nicht automatisch zur Menschenfeindlichkeit führt, so führt es auch nicht automatisch zur Würde des Menschen. Und dass der christliche Glaube auch zu extremen Verbrechen gegen die Würde des Menschen geführt hat und immer auch führen kann, hat die Geschichte bereits ausreichend demonstriert. Gerade aus diesem Grund führt auch nur eines zu einem Glauben, der die Würde des Menschen wirklich achtet: Selbstkritik. Dies haben die letzten Missbrauchsfälle wieder einmal vor Augen geführt.

    Statt einer Verurteilung wäre ein Gespräch somit das bessere Argument für die Befürworter des Papstbesuches, und zwar ein Gespräch, das die Argumente der Gegner nicht von vorn herein negiert, sondern sie zur selbstkritischen Prüfung zulässt.

    Dies wäre übrigens auch im Sinne einer christlichen Ethik, die die Würde des Menschen Ernst nimmt.

    Hot debate. What do you think? Daumen hoch 12 Daumen runter 0

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