Vorgehen bei Hausdurchsuchung eines Jenaer Pfarrers war unangemessen
Magdeburg. Die Polizei hat heute Morgen die Wohnung und das Dienstzimmer des Jenaer Stadtjugendpfarrers Lothar König
durchsucht. “Wir halten das Vorgehen der Dresdner Kriminalpolizei für unangemessen”, kommentiert Dr. Hans Mikosch, Geraer Regionalbischof und stellvertretender Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Er hätte zumindest erwartet, dass die Polizei die Vorgesetzten des Pfarrers über die geplante Aktion informiert. Zudem weist Mikosch darauf hin, dass bei der Durchsuchung von Diensträumen immer die Gefahr der Verletzung des Seelsorge-Geheimnisses besteht. Generell gilt für Mikosch die Unschuldsvermutung, solange ihm nichts Gegenteiliges bekannt ist. “Der Pfarrer wird seitens unserer Kirche den nötigen Rechtsbeistand erhalten”, kündigt er an.
Wie die Dresdner Staatsanwaltschaft mitteilte, wird Lothar König aufwieglerischer Landfriedensbruch vorgeworfen. Hintergrund sind die Ausschreitungen bei einem Nazi-Aufmarsch in Dresden am 19. Februar diesen Jahres. Der Stadtjugendpfarrer befindet sich zurzeit im Urlaub außerhalb Deutschlands.
Für heute Nachmittag hat die Jenaer Junge Gemeinde (JG) Stadtmitte zu einer Protestaktion aus Solidarität mit Lothar König aufgerufen. Treffpunkt ist um17 Uhr vor den Räumen der JG in der Johannisstraße 14.
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