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FC Carl Zeiss Jena meldet sich mit Sieg in Oberhausen zurück



Jena/Oberhausen. Der FC Carl Zeiss Jena hat das Siegen doch nicht verlernt und meldet sich nach einer couragierten Leistung mit einem 2:1 (2:0) beim SC Rot-Weiß Oberhausen zurück.

Jena agierte in einem 4-4-2-System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern vor der Abwehr und zwei Stürmern. Der nach seiner Angina wieder genesene Alexander Maul rückte neben Kai-Fabian Schulz wieder in die Innenverteidigung, vor der Landeka und Voigt die „Sechser-Positionen“ ausfüllten. Simak und Miatke besetzten die offensiven Außenbahnen, und Hähnge und Jovanovic bildeten Jenas Sturmduo.

Dem FCC war vor 3446 Zuschauern im kultigen Niederrhein-Stadion von der ersten Sekunde anzumerken, dass er sich viel vorgenommen hatte. Die Mannschaft war präsent, lauffreudig und mit Zug zum Tor. Besonders auffällig in einer insgesamt starken Jenaer Mannschaft war Jan Simak, der trotz der etwas ungewohnten Außenposition zentraler Anspielpunkt und Antreiber des Jenaer Spiels war. Fast folgerichtig war er es, der den FCC in der 11. Spielminute in Führung brachte. Dem vorausgegangen war eine tolle Vorarbeit von Torwart Berbig, der schnell die Situation erfasste und mit langem und präzisem Abschlag Jan Simak fand, der sich geschickt durchsetzte, im Strafraum seinen Gegenspieler alt aussehen ließ und aus spitzem Winkel mit überlegtem Flachschuss ins lange Eck erfolgreich abschloss. Dass Jena in der Lage ist, in Führung gehen zu können, hat der FCC in dieser noch jungen Spielzeit ein ums andere Mal bereits gezeigt. Doch dieses Mal beflügelte die Führung das ohnehin schon gute Spiel des FCC. Jena blieb am Drücker und ließ auf der anderen Seite fast nichts zu. Oberhausen agierte mit langen Bällen, fand aber in der sicher stehenden Jenaer Defensive immer wieder seinen Meister. Während die Oberhausener mit Ausnahme einer Situation, als Alex Voigts Rückgabe zu Berbig zu kurz und damit zur Vorlage für einen rot-weißen Angreifer geriet, und Berbig retten musste, keine offensiven Akzente setzen konnte, drängte Jena mit schnellem Spiel über die agilen Flügel auf das 2:0. So war es wieder Simak, der seine starke Leistung in der ersten Halbzeit mit einem weiteren Tor hätte krönen können. Nach schöner Einzelleistung und tollem Dribbling, in dem er mehrere Oberhausener wie Statisten stehen lässt, drückt Simak flach auf das kurze Eck ab – aber Oberhausens Melka pariert mit guter Parade den Ball. In der 35. Spielminute ist es dann endlich soweit. Nils Miatke wird im Strafraum von Hähnge angespielt, der wiederum mit viel Übersicht und aus spitzem Winkel von rechts den Ball an Melka vorbei ins lange Eck schiebt. 2:0 Jena!

Mit dieser absolut verdienten Führung ging es auch in die Halbzeitpause, aus der die Jenaer Mannschaft auch unverändert wieder zur zweiten Hälfte auf den Rasen kam. Oberhausen war nun deutlich aggressiver, machte mehr Druck, gewann mehr Zweikämpfe und „zweite Bälle“, jedoch ohne sich zunächst wirklich zwingende Torchancen zu erarbeiten. Dennoch tat sich Jena zu Beginn der zweiten Halbzeit schwer, sich aus dem Druck zu befreien und selbst für offensive Akzente zu sorgen. Oberhausen brachte mit Terranova einen quirligen Mann, der auf der rechten Seite zusätzlichen Schwung in den Angriff der Kleeblätter brachte. Er war es auch, der einen von Ralf Schmidt schon fast im Toraus gewähnten Ball wieder „scharf“ machte und zur Flanke an einen Mitspieler weiterspitzelte. Die Flanke fand in Ellmann einen dankbaren Abnehmer, der nach kurzer Drehung und tollem Schuss in den Winkel Jenas Schlussmann Berbig keine Chance ließ und zum Anschlusstreffer vollstreckte (73.). Jena schüttelte sich kurz, ließ aber in der Folgezeit keine Möglichkeiten des Gastgebers mehr zu. Das lag unter anderem auch an Robert Zickert, der in einer guten Jenaer Mannschaft mit besonderer Zweikampfstärke auffiel und sich bravourös für seinen Fauxpas im Chemnitzspiel rehabilitierte. Jena hatte dann noch die Möglichkeit, mit dem einen oder anderen Konter vorzeitig den Sack zuzumachen, ließ aber die etwa 150 mitgereisten Zeiss-Fans bis zuletzt zittern. Am Ende gewann der FCC knapp aber hochverdient in Oberhausen und meldete sich endlich mit einem Sieg zurück, der hoffentlich für die schwere Aufgabe am Samstag gegen den SV Sandhausen den nötigen Auftrieb verleiht.

Stimmen der Trainer:

Heiko Weber: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben von Anfang an das Spiel bestimmt und folgerichtig zwei Tore geschossen. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so gut gespielt, da Oberhausen uns ordentlich unter Druck gesetzt hat. Doch wir haben zwei, drei brenzlige Situationen gut überstanden und haben gezeigt was wir können.“

Theo Schneider: „Ich habe meine Mannschaft im Vorfeld davor gewarnt zu glauben, dass wir das Spiel von allein gewinnen. Ich bin sehr von der Art und Weise enttäuscht wie meine Spieler gespielt haben. In der zweiten Halbzeit lief es besser und wir konnten noch den Anschlusstreffer machen. Trotzdem haben wir heute verdient verloren, da wir die erste Halbzeit völlig verschlafen haben.“

Tore:
0:1 Simak (10.), 0:2 Miatke (35.),
1:2 Ellmann (72.)

Rot-Weiß Oberhausen: Melka – Pappas (86. Abel), Willers, Schiller, Razic – Reichert (78. Klinger), Gyasi – Schliesing (46. Terranova), Brown-Forbes – Ellmann, Kullmann

FC Carl Zeiss Jena: Berbig – Zickert, Maul, Schulz, R. Schmidt – Voigt, Landeka – Miatke, Simak (86. Ullmann) – Hähnge (78. Lindemann), Jovanovic (64. C. Siefkes)

Zuschauer: 3.446

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