FC Carl Zeiss Jena gibt Sieg an der Weser aus der Hand
Jena/Bremen. Der FC Carl Zeiss Jena hat bei Bremens zweiter Mannschaft einen sicher geglaubten Sieg noch in den Schlussminuten aus der Hand gegeben. Die Weber-Schützlinge schafften es nicht, den komfortablen Zweitore-Vorsprung aus der ersten Hälfte über die Zeit zu retten. Am Ende stand ein glückliches 2:2 (2:0), bei dem für Bremen vor 780 Zuschauern eigentlich noch mehr drin gewesen wäre. Gut 100 Jenaer waren ihrer Mannschaft zum Platz 11 am Bremer Weserstadion gefolgt.
Jena begann auf zwei Positionen verändert. Während Ralf Schmidt aufgrund seiner fünften gelben Karte fehlte, saß Velimir Jovanovic das erste von vier Spielen seiner Rot-Sperre ab. Dafür rückte Nils Miatke auf die linke Abwehrposition und Shlomi Edri in den Sturm.
Bremen begann druckvoll und erarbeitete sich auch gleich zu Beginn eine Vielzahl guter Torchancen. Die wohl beste Möglichkeit vergab Lennart Thy in der 21. Minute, als er plötzlich frei vor Tino Berbig auftauchte. Der lenkte den satten Schuss mit einer Riesentat zur Ecke, die den Bremern aber nichts einbrachte.
Stattdessen kam Jena aus dem Nichts zur Führung. Jan Simaks Freistoß aus 23 m ging unter der Mauer durch, Bremens Torwart ließ prallen und lenkte den klatschnassen Ball ins eigene Netz – die Bremer hatten den Rasen kurz vor dem Spiel nochmals gewässert, was sich in dieser Situation rächte (24.). Und Jena baute die Führung sogar noch aus, obwohl Bremens Zweite weiter das Spiel bestimmte. Nach einer guten halben Stunde war es erneut Simak, der zum Eckball antrat. Sebastian Hähnge stand in der Mitte goldrichtig und netzte zur 2:0-Halbzeitführung aus Jenaer Sicht ein (30.).
Die Jenaer Führung zur Halbzeit war ohne Frage glücklich. Die Spielanteile fielen deutlich zugunsten der Bremer aus. Jena nutzte seine wenigen Gelegenheiten aber clever. Beide Mannschaften gingen unverändert in die zweite Halbzeit, auch wenn Jena bereits nach 40 Minuten gewechselt hatte. Shlomi Edri hatte nicht ins Spiel gefunden und war für Nils Pichinot ausgewechselt worden.
Bremen startete engagiert wie in der ersten Hälfte. Jena hingegen wartete ab, ließ sich mehr und mehr in der eigenen Hälfte festsetzen. Befreiungsschläge wollten einfach nicht gelingen. Jena agierte überhastet bei Kontern, schaffte es nicht, in Ruhe das Spiel aufzubauen. Einzige nennenswerte Gelegenheit der zweiten Hälfte war ein Lupfer von Sebastian Hähnge, der von zwei Bremern bedrängt, den Ball aber übers Tor setzte (50.).
Bremen machte nun aber zunehmend Druck und erarbeitete sich Chance um Chance. So ging zum Beispiel Sandro Wagners Schuss knapp über das Tor von Tino Berbig (53.), der an diesem Tage einiges mit seinen Vorderleuten zu schimpfen hatte. Jena gelang in dieser Phase des Spiels gar nichts mehr. Die Weber-Schützlinge kamen zu keinerlei Entlastung, während Bremen nun alles nach vorn warf und versuchte, irgendwie den Anschlusstreffer zu erzielten. Allein an Präzision fehlte es den Gastgebern noch: Schöns Schuss ging in der 57. Minute nur knapp am Pfosten vorbei.
In der 75. Minute sah Alex Voigt auch noch die Gelb-Rote Karte, sodass Jena in Unterzahl die letzten 15 Minuten überstehen musste. Der Versuch, Zeit zu schinden, misslang: Lennard Thy marschierte an allen Jenaern vorbei und schlenzte den Ball aus halbrechter Position trocken zum 1:2 ins Tor, bevor Sandro Wagner aus dem Strafraum-Gestocher heraus den Ball zum 2:2-Endstand kurz vor Schluss über die Linie spitzelte. In der Schlussminute konnte sich Jena sogar noch glücklich schätzen, dass Wagners Schuss nur an den Pfosten ging und man nicht gänzlich ohne Punkte nach Hause fahren musste.
Stimmen der Trainer:
Heiko Weber: „Es war ein sehr abwechslungsreiches Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt und gut gegen spielstarke Bremer dagegen gehalten und sind verdient mit 2:0 in Führung gegangen. Wir haben uns viel für die zweite Hälfte vorgenommen, verlieren aber einen erfahrenen Spieler und geben das Spiel am Ende aus der Hand Das 2:2-Unentschieden fühlt sich an wie eine Niederlage und ist zu wenig in unserer jetzigen Situation.“
Frank Bender: „Wir sind durch zwei Standardsituationen unglücklich in Rückstand geraten, haben uns aber vorgenommen vernünftig weiterzuspielen. Wir wollten das Spiel trotzdem gewinnen, deswegen haben wir auch sehr offensiv gewechselt. Die Überzahlsituation hat uns am Ende sehr geholfen und meine junge Mannschaft hat sich für den hohen Aufwand selbst belohnt. Wir waren zwar die feldüberlegenere Mannschaft, haben unsere Torchancen aber leider nicht konsequent zu Ende gespielt, um zu gewinnen.“
Tore:
0:1 Simak (24.), 0:2 Hähnge (30.), 1:2 Thy (83.), 2:2 Wagner (87.)
Werder Bremen II: Düker – Schön (82. Hörber), Schoppenhauer, A.Hahn, Hartherz – Grashoff (57. Füllkrug), Trybull, Trinks (68. Kroos), Nagel – Thy, Wagner
FC Carl Zeiss Jena: Berbig – Zickert, Maul, Schulz, Miatke – Voigt, Landeka – Siefkes,
Simak (80. Eckardt) – Hähnge, Edri (40. Pichinot)
Zuschauer: 780
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