Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung des ZDF mindestens bei allen Bürgern Jenas |

Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung des ZDF mindestens bei allen Bürgern Jenas

ZDF

Zitat aus dem ZDF Beitrag: Jena für Leute mit Migrationshintergrund – kein Paradies

Es ist sehr schwierig sich diesem Thema zu nähern. Aus diesem Grund hat sich die Jenapolis Redaktion bisher zurückgehalten. Aber was sich hier das ZDF geleistet hat, entbehrt jeder Grundlage und zeigt nur wieder, und das nach über 20 Jahren, dass der „Osten“ noch immer nicht in der bundesrepublikanischen Medienlandschaft angekommen ist. Schon vor wenigen Tagen brachte der Beitrag: Rechter Terror als Spätfolge eines kaputten Systems in der Welt Online viele Gemüter in Jena zum Erhitzen. In diesem Beitrag wird der Stadtteil Jena-Winzerla als “ – ein gruseliger Ort zum Leben“ bezeichnet. Nun setzt das ZDF noch einen drauf und macht ganz Jena und darüber hinaus den gesamten Osten zu einer rechtsextremistischen Szene, wo einfach jeder Mensch Angst haben muss.

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Den Beitrag im ZDF kann man sich nun erst einmal nachfolgend ansehen: (Direktlink zum Beitrag)

Sehr geehrte ZDF Redaktion, wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung bei den Bürgern Jenas, nicht nur bei denen mit Migrationshintergund. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter auf die Inhalte dieses Beitrages eingehen. Aber eines ist klar. Hier läuft die Berichterstattung zu diesem Thema ganz gewaltig schief.

Liebes ZDF! Wir werden Ihnen zeigen, wie toll diese Stadt und die Region ist. Vielleicht fällt es Ihnen ja auch schon auf, wenn Sie sich auf Jenapolis umschauen. Beschäftigen Sie sich z.B. einmal mit Menschen aus Jena in unserer Serie „Sieben auf einen Streich. Sie werden sehen was es hier für tolle Menschen gibt.

24.11.2011. Neue Serie „Angekommen in Jena“ gestartet

Wir beginnen heute mit der Videoreihe „Angekommen in Jena – Einfach Kennenlernen“ in unserer Rubrik „Menschen“ Viel Spaß beim Anschauen und Zuhören. In den nächsten Tagen werden Sie immer neue Leute aus Jena auf diese Art und Weise kennen. Seinen Sie gespannt. Und achten Sie darauf. Die Antwort gibt es nicht nur in deutsch. Zur Seite mit weiteren Videos!

Liebe Bürger Jenas, liebe Stadträte, nutzt die Kommentarfunktion auf Jenapolis, um Eure Meinung zu diesem Thema kundzutun. Denn nur laut und gemeinsam können wir uns gegen diese Art der Medienberichterstattung und das Verunglimpfen von uns als Bürgern wehren. Am heutigen Abend wird der Stadtrat ebenso eine Erklärung verabschieden, die dann auch morgen hier auf Jenapolis veröffentlicht wird und auch von allen Bürgern unterzeichnet werden kann.

Ach übrigens: Ich lebe wahnsinnig gerne in Jena und ich habe keine Angst. Sehr geehrter Steven Uhly, ich lade Sie nach Jena ein. Kommen Sie zu uns, leben Sie mit uns und vor allem REDEN SIE mit uns und nicht über uns!

Mit freundlichen Grüßen
Arne Petrich für Jenapolis

Alle Beiträge zum Thema Rechtsextremismus auf Jenapolis.

Lesen Sie auch dazu den Offenen Brief von Thomas Uhlmann.

Öffentliche Stellungsnahmen zum Thema
Offener Brief: Für eine humane Gesellschaft kämpfen – gegen Nazis handeln
SPD Jena mit Erklärung zum Neonazi-Netzwerk „Nationalsozialistischer Untergrund“
Aktions- und Projektwerkstatt Jena zum rechten Terror und den Reaktionen
Jenas Alt OB Dr. Peter Röhlinger im Bundestag zur Debatte “Mordserie der Neonazi-Bande”
Jena Paradies – Antwort von Carsten Eckart (PIRATEN Jena) auf den ZDF-Aspekte-Beitrag

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129 Kommentare zu "Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung des ZDF mindestens bei allen Bürgern Jenas"

  1. Dem Beitrag von Arne Petrich ist eigentlch nicht viel hinzuzufügen….Leider ist das Einstein Zitat:
    „Es ist leichter , einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil.“ aktueller denn je!!!
    Thomas Eckardt


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  2. Bei längerem Nachdenken und reflektieren der Überschrift muss ich sagen: Ja, in Jena existiert Alltagsrassismus gegen Leute mit Migrationshintergrund. Der ist meist nicht so offensichtlich, dennoch sind mir einige Beispiele bekannt. Es ist wichtig, auf diese Probleme ständig hinzuweisen und daran zu arbeiten. Leider ist die einzige Absicht dieses Beitrags, dass Buch des oben benannten Autors mit allen Mitteln und auf dem Rücken der Jenaer Bürger zu „promoten“. Hier werden keine Lösungsansätze gegeben, sondern nur neue Vorurteile heraufbeschworen.


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  3. Der Fernsehbeitrag im ZDF ist eine bodenlose Frechheit!
    Wenn die Redakteure mal recherchiert hätten, dann wäre ihnen vielleicht aufgefallen, dass sich zum Beispiel unser Institut für Interkulturelle Kommunikation e.V. Jena (IIK e.V. Jena) genau neben dem Paradiesbahnhof befindet. Herr Uhly hätte ruhig reinkommen können, um mit unseren Migranten im Haus über das doch so angsteinflößende Jena zu sprechen! Bei uns lernen täglich ca. 100 Ausländer auf den verschiedenen Sprachniveaustufen die deutsche Sprache. Sie kommen aus ca. 40 verschiedenen Ländern und haben sehr unterschiedliche Gründe, in unserer bunten Stadt zu leben. Und wenn man mit ihnen spricht, dann kann man auch erfahren, warum sie sich in Jena wohlfühlen!!! Wie darf ein Außenstehender über das Empfinden unserer ausländischen Mitbürger urteilen, ohne jemals mit ihnen gesprochen zu haben?
    Wir erwarten von der ZDF-Redaktion eine Richtigstellung und von Herrn Uhly eine Entschuldigung! Wir Bürger – mit und ohne Migrationshintergrund – würden gern selbst über unsere Gefühle sprechen!!!


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  4. Der ZDF-Beitrag ist mal wieder ein Glanzstück der „objektiven“ Berichterstattung. Gespickt mit vielen Klischees musste ich sogar schmunzeln.

    Schöne Geschichte: Kommt ein Bayer in den Osten, läuft ein bisschen rum, trifft einen Exnazi und geht mit diesem sogar Essen und natürlich nicht gut bürgerlich, nein(!) im „Dönerladen“. Trifft sich zusätzlich mit Jugendpfarrer König, der die fragwürdigen Ansichten des Herrn Uhly noch unterstreichen soll. Der Normalobürger oder die vielen hier lebenden Migranten, die sich vielleicht auch mal dazu äußern würden, sind ja nicht interessant genug, um diesem Seifenoperschleim zu genügen.

    Eine schlechtere Promo für ein Buch hab ich noch nie erlebt…

    Ich Empfehle: Fernseher einfach mal abschalten und das eigene Urteilsvermögen einschalten. Und: Auf keinen Fall dieses Buch kaufen!


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  5. Einseitige Berichterstattung kotzt einfach nur an…

    Den gefährlichen Osten mit Bildern von Jena zu hinterlegen ist äußerst fragwürdig und generiert in den möglicherweise(!) unwissenden westdeutschen Hirnen ohne Probleme einen Generalverdacht gegenüber der Stadt und dem Osten.

    Aber natürlich kam, aus aktuellem Anlass, dieser Schriftsteller ganz recht. Aus der weltoffenen Stadt München! Geht in Bayern auch ruhig mal in die Provinz, „liebes“ ZDF.

    Wenn ich Berichterstattung immer aus „aktuellem Anlass“ betreibe, sie auch noch kurzsichtig ausrichte, kommen am Ende nie erhellende Nachrichten heraus, sondern eine trübe, stinkende, verschleiernde Suppe.


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  6. Thomas Günther | 23. November 2011 um 10:24 |

    Da kommt also Herr Uhly extra mit dem ICE und einem Koffer voll Vorurteile aus München nach Jena um sein Buch mit allen Mitteln zu bewerben und mal wieder auf dem „Osten“ rumzuhacken. Die von den Medien herbeigeredete Nazi-Szene in Jena besteht im Kern aus zwei Dutzend bemitleidenswerten Personen die kollabiert wie eine Seifenblase auf einem Igel wenn Kapke und Wohlleben aus dem Verkehr gezogen werden. Wenn seriöser Journalismus durch Sensationsgeilheit ersetzt wird kommen Promotionaktionen wie diese heraus, finanziert durch unsere GEZ Gebühren.


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  7. Wäre ich ein Stadtoberer, hätte ich glaube ich, schon eine Klage wegen Rufschädigung eingereicht…


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  8. Unglaublich, was für ein unterirdische Mist im öffentlich-rechtlichen gesendet wird. Fehlt nur noch, dass der Beitrag von einer PR-Agentur beauftragt wurde um das Buch zu promoten…


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  9. „Ich würde gern den Osten bereisen. Aber ich habe einfach zuviel Angst, mich hier frei zu bewegen.“ (Zitat aus dem Beitrag) Sorry – Buchpromo, gemischt mit Ostbashing, ganz, ganz unterirdisch. Und ein geübter Reflex: Im Osten sind die Braunen, im Westen ist alles multikulti und frei? Da ich viel vom Westen gesehen habe in den letzten Jahren – sorry, in Dortmund und gerade im Pott gibts Ecken, da würde ich nicht mal bewaffnet in der Nacht durchlaufen.

    Liebes ZDF: Vielleicht würde es helfen, wenn ihr Euch statt Volksmusikgedudels aus ostdeutschen Hallen und dann solchen Flachbildern mal einen Kopf machen würdet, ob ihr Euch auch 20 Jahre „danach“ weiterhin nicht mit „dem Osten“ befassen wollt.

    Ich habe jedenfalls nun langsam echt genug davon, mich mit Euren „Bildungs-Exporten“ wie zum Beispiel Hoffmann, Apfel und Co. befassen zu müssen und ihr schaut weiterhin nur ab und zu mal locker übern Gartenzaun herein. Der Bericht ist wirklich eine absolute Katastrophe. Eine Frechheit gegenüber Jena ist er selbstredend. Arrogant, dumm und oberflächlich: Ist das jetzt der öffentlich-rechtliche Grundton?

    Ich kann den Protest aus Jena nachvollziehen – Grüße aus Leipzig


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  10. Jena engagiert sich seit Jahren gegen den Rechtsextremismus und wird auch auf Kundgebungen, beipielsweise in Dresden aktiv. Das „Fest der Völker“ findet auf Initiative der Stadt mit dem Rückhalt der Jenaer Bürger nicht mehr hier statt.

    Mag es auch einzelne geben, die etwaiges rechtsextremes Gedankengut verbreiten, so kann man es nicht für eine ganze Stadt pauschalieren. Solche Leute gibt es überall – auch in westdeutschen Städten.

    Es ist wirklich beschämend für die Berichterstattung des ZDF, solch pauschale Stigmatisierungen über eine Gemeinde bzw. einen bestimmten Teil der Bundesrepublik zu verbreiten, statt eine vernünftige Recherche zu diesem Thema anzustrengen und auch positive Beispiele für den Kampf gegen Rechts innerhalb der gesamten Bundesrepublik darzustellen.


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  11. Weil wir gerade bei irreführenden Beitragen über unsere Stadt sind, erinnert sich noch jemand an den Film über die Straßenkinder in Jena, die in den leerstehenden Abrißhäusern übernachten? Wenn ich mich recht erinnere, wurde der immerhin nicht über die GEZ finanziert:

    http://www.schmidt-film.com/Die_Koenigskinder.html

    (kein Beitrag über Jena ohne Lothar König)


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  12. Also ich muss mich dann hier doch auch einmal zu Wort melden. Ich werde dies auf einem persönlichen Niveau machen:

    Also, ich bin vor 6 Jahren aus dem Westen hier nach Jena gezogen. Zuerst (natürlich) wegen der Uni, dann habe ich hier eine Familie gründen dürfen und bin in der schönen Stadt Jena geblieben. Ich halte Jena für eine schöne Stadt um meine zwei Kinder hier aufwachsen zu lassen.

    Doch: Es kann aus meiner Sich keinerlei Zweifel daran bestehen, dass ausländerfeindliche Meinungen hier in Jena wesentlich weiter verbreitet sind als in allen Regionen des Westens, in denen ich gewohnt habe. Es geht dabei nicht um das Problem eines offenen Rechtsextremismus, noch nicht mal um einen latenten Rechtsextremismus. Hier sind vielmehr bestimmt Klischees und Vorurteile bis weit in die sog. Mitte der Gesellschaft verbreitet. Ich habe hier in Jena auch sich selbst als Links bezeichnende Menschen getroffen, die dabei offen xenophobe Meinungen vertreten haben. Ich kann mich da sehr gut an eine Situation vor einigen Jahren erinnern. Mich besuchten damals – anlässlich der Geburt meines ersten Kindes – zwei gute alte Freunde aus Hamburg. Beides offensichtlich Menschen mit Wurzeln in der Türkei. Neben offenen Pöbeleien – welche die beiden leider immer wieder in allen deutschen Städten ertragen müssen – kam es hier in Jena zu einigen sehr obskuren Situationen. Wir trafen später noch einige meiner Kommilitonen. Nachdem ich beide vorgestellt hatte, fragte einer dieser doch glatt, ob sie in der Türkei mit politischer Verfolgung zu rechnen hätten – als erste Frage an die beiden!. Nachdem sich dann geklärt hatte, dass beide echte Hamburger sind, verliefen die nächsten Stunden mit der immer gleichen Diskussion: Würdet ihr euch auch im Konfliktfall zwischen türkischer und deutscher Loyalität für die Deutsche entscheiden? Wieso habt ihr türkische Pässe, wenn ihr doch in Deutschland leben wollt? So nach und nach mussten beide das gesamte Arsenal an bekannten Vorurteilen gegenüber moslemischen Türken über sich ergehen lassen. Ich beschloss dann nach einigen Stunden dieses „nette Beisamen sein“ doch besser zu beenden und noch in eine Disco zu gehen. Als wir dann ach längerem Fußweg an dieser ankamen mussten wir vom Türsteher erfahren, dass wir keinen Einlass bekommen würden, weil sich schon zu viele Ausländer in der Disco befinden würden. Dies kann sicherlich auch in jeder Stadt so vorkommen – doch ich habe in Jena noch niemals mehr als zwei drei Menschen in einer Disco gesehen, bei denen offensichtlich nicht seit vielen Generationen deutsches Blut in ihren Adern fließt.
    Beide haben mich nach diesem Besuch nie mehr hier in Jena besucht. Ich kann es sogar verstehen.

    Also weniger persönlich – aber dafür aussagekräftiger: Schaut euch alle mal die Debatten um die Unterbringung von Asylbewerbern hier in Jena an. Da kommen ganz offen und unverhohlen immer wieder mit obskuren Überfremdungsargumente! Und das hier in Jena!!! Ich habe in einem der Kommentare oben gelesen, Jena sei multikulturell…. Das kann doch beim beste Willen nur ein Witz sein! Es gibt hier eine dermaßen homogene deutsche Bevölkerung, dass es mir gelegentlich schon angst macht.

    Ich bin daher der Meinung, statt nun hier billige und oberflächliche Medienkritik zu üben, erst mal darüber nachzudenken, wie es eigentlich zu diesem Bild des Ostens im Westen angekommen ist. Ob es evtl. eben nicht einfach aus der Luft gegriffen ist und vor allem was jeder einzeln daran ändern kann.


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  13. Immerhin funktionieren die Beißreflexe noch. Ich kann die Empörung durchaus auch verstehen, denn zum täglichen Straßenbild paßt das, was da beim ZDF geäußert wurde, nun wirklich nicht.

    Aber: wäre die Empörung genauso hoch, ginge es statt um Jena in dem Beitrag um eine x-beliebige andere ostdeutsche Stadt dieser Größe? Ich denke: nein. Und damit sind wir wieder bei Jenas sehr absurder Selbstwahrnehmung.

    [Links wurden redaktionell entfernt]

    Wer sich darüber aufregt, daß in der Welt Online Winzerla als „gruseliger Ort zum Leben“ bezeichnet wird, möge doch bitte mal seinen Blick etwas aus dem kleinen grünen Jenaer Auenland-Saaletal herausrichten. Überall dort, wo Menschen frei wählen können, wo und wie sie leben wollen, stehen die Plattenbausiedlungen weitgehend leer. Wenn schon, dann macht doch eine elitäre Argumentation daraus: Jena ist so toll und so begehrt, daß selbst die Plattenbau-Siedlungen voll sind. So wird ein Schuh daraus, anders nicht. Denn gruslig sind diese grauen Ghettos für Menschen, die auch anderes kennen, in der Tat. Man muß nur einmal andere Selbstverständlichkeiten kennengelernt haben.


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  14. Natürlich gibt es in Jena rechtsmotivierte Gewalt/ Gedanken, das soll und darf nicht verschwiegen werden. Eine Auseinandersetzung damit und der schon erwähnten Selbstwahrnehmung der Stadt ist sehr wichtig. Aber das hätte einer mehrwöchigen Recherche bedarf, die sich das ZDF nicht leisten kann, um am Ende eine mindestens zweistündige Dokumentation zu bringen. Denn dann wäre der wir-sind-jetzt-mal-alle-gegen-Rechtsterrorismus-Hype vorbei.
    Es ist allerdings abstrus eine pauschale Entschuldigung bei den Bürgern Jenas zu fordern und sich persönlich beleidigt zu fühlen. Es ist nicht mehr als ein schlechter Artikel, der offensichtlich noch ungeklärte Fragen in dieser Stadt aufwirft.


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  15. Ralf Ehricht | 23. November 2011 um 13:52 |

    Das es im Fernsehen (etc.) schon lange nicht mehr um ungedeutete Fakten geht, ist doch kein Geheimnis.
    Das es zudem in diesem Fall Jena völlig falsch trifft, da diese Stadt im Alltag das Gegenteil lebt, ist schade…… und wird natürlich nicht aufgeführt (auch in Rothenburg leben nicht ausschliesslich nur Kannibalen, nicht wirklich jedes ostdeutsche Kindergartenkind ist radikal und nicht jedes Auto Berlins brennt…. obwohl man dies vermuten könnte).
    Es zeigt nur, dass man von allen anderen Artikeln und Beiträgen, deren Hintergründe man nicht so genau beurteilen kann und gemeinhin als „wahr“ annimmt, eine vergleichbare Qualität annehmen darf.
    Extreme aus dem Zusammenhang reissen und so zu präsentieren ist eben dieser Tage typisch für ein Land der Dichter und Denker, in dem die Religion des Materiellen gelebt wird.
    Mit einer Entschuldigung des ZDF ist nichts getan. Der Geist ist lang aus der Flasche.
    Vielleicht sollte man die Investitionen nicht in Gold, Betongold, Papieren und Derivaten vornehmen, sondern auf täglicher Basis in den Köpfen und Körpern … auf zur langen Nacht der Wissenschaften und einem Waldlauf.
    Vielleicht bleibt ja sogar der Fernseher mal aus…….


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  16. Kritikunfähigkeit schimmert hellbunt durch, Verletzbarkeit, ein komisches Verständnis von Stolz und Lokalpatriotismus, „Jena = Mittelpunkt der Welt“- Attitüden werden an den Tag gelegt.
    Ein Argument schließt kein Gegenargument aus, das zeigt ja der so herrlich beschriebene, auch meinerseits verlebte Alltag in Jena. Wenn es doch nun um die braune Dampfkacke in Jena geht, wieso muss das Augenmerk erneut verlegt werden und sich darüber echauffiert werden, dass nicht die Gegenseite beleuchtet worden ist?

    Obwohl man in dieselbe Richtung blickt, ziehen da sämtliche Kräfte, aufgrund von Profilierungsmaßnahmen von -anscheinend- meinungsbeeinflussenden- Persönlichkeiten& Unterstützern, nicht! am selben Strang. Wie kann das sein? Das werde ich nicht verstehen.

    Alle, die in Jena leben, sind dem Engagement gegen rechte Gewalt dankbar, das steht außer Frage. Aber auch jede/r Einzelne, kann und darf nicht verleugnen, dass es in Jena anscheinend „faktisch“ nicht wahrgenommene aber tatsächlich existierende Netzwerke gibt, die eine große Gefahr für die Gesellschaft darstellen.. Man darf nicht so beschränkt und egoistisch sein (dadurch formt sich der Wille zur Anerkennung), wenn es um das große Ganze, nämlich Aufklärung, Bewusstseinsschaffung / ein friedliches Miteinander – und zwar egal wo – geht. Das Prinzip „Angriff ist die beste Verteidigung“ zieht nicht, wenn man sich damit nur selbst ans Bein pisst, das macht man einfach nicht.

    Der Beitrag ist nicht gegen Jena oder den „Osten“, er ist gegen Nazis, schon komisch, dass ich genau das als Prämisse meiner Ausführungen nehme, obwohl ich Ausländerin bin, wie kann ich nicht den vorgegebenen Meinungsvorschlag hier abzuzischen und allen vom „Osten“ abzuraten adaptiert haben? Wie ist es möglich den Beitrag gerade augrund der jüngsten Erkenntnisse mit anderen Vorzeichen zu versehen?

    Wenn nun Jena selbst in den Mittelpunkt der Aussagen des Beitrags gerückt wird, verzerrt es die von allen gemeinsam und einheitlich verfolgten Ziele, die dem (neo-) nationalsozialistischem Gedankengut entgegengesetzt sind. Lieber erleidet kurz die Antinazi-Szene Jenas mangelnde Beachtung, als dass in Zukunft allgemein verharmlost wird, was nicht zu verharmlosen ist, die Rechtsradikalen getrost unbeachteter Weise noch weiteren Blödsinn fabrizieren und das Volk über Geschehnisse „innerhalb der beloved Stadtmauern“ unwissend ist darüber, was sich hinter verschlossenen Türen abspielt, hin und wieder sogar auch zum Alltag wird.

    Aktualität, Kontextabhängigkeit -wieso wird das gänzlich ignoriert? Zu verbissen alles – ein – gerade aus aktuellem Anlass!!- unverhältnismäßiger, zu großer Aufschrei in die falsche Richtung.

    Natürlich versagt der Beitrag auf journalistischer Ebene, ich kann die Empfindungen der stolzen? Jenaer und Jenenser nachvollziehen und verstehe ihre Wut gegenüber der Ungerechtigkeit, die sie empfinden, bei solch einer – natürlich – „überspitzen“ Darstellung eines Jenabildes, was „nur eine Seite“ beleuchtet. Der Beitrag hat eher Kommentarcharakter, bringt eine persönliche Meinung zum Ausdruck. Wenn schon so sehr Wert auf Korrektheit gelegt wird, bediene man sich doch bitte seines Verstandes und sehe diesen Beitrag auch als Ausdrucks eines ganz persönlich wahrgenommenen Gefühls und belaste die aktuelle Debatte auf Deutschlandebene nicht mit fehlplazierter Kleinkariertheit im eigenen Mikrokosmos. Meinungsfreiheit aber keine Tatsachenverblendung, bitte.

    Dennoch empfinde ich Ungerechtigkeit in einem viel größeren Gesasamtzusammenhang, ich sehe es als Unrecht diese Debatte zu transformieren – Weg vom eigentlichen Statement/ einer „Quasi-Bestandsaufnahme“, die die Nation derzeit bewegt, hin zum persönlichen Problemchen der „Rechtsbekämpfer“ und ihrem Paradies auf Erden, das „faktisch“ kein nationalsozialistisches/ braunes Gedankengut mehr in ihr habe, was schlicht falsch ist.
    Es geht jetzt grad schlicht nicht um „den Ruf“ jenas oder „des Ostens“, sondern um die dezidierte Auseinandersetzung mit Fakten , die den allgemeinen Prozess des Nachdenkens und Bewusstwerdens ankurbeln, – unabhängig davon wodurch und wie dieser ausgelöst wird.

    Ich fühle mich aufrichtig gekränkt, dass so leichtfertig gefeuert wird, man sich zu sehr an Details festhält, weil man den roten Faden einfach nicht halten will, wohingegen der doch gerade jetzt und im Grunde schon immer so sehr wichtig ist.


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  17. Felix Sokoll | 23. November 2011 um 14:35 |

    Dass es in Jena ausländerfeindliches (das ist übrigens nicht nur rechts) Gedankengut gibt, ist wohl unbestreitbar.
    Aber ich kann genauso gut nach Hamburg, Köln oder auch München schauen – da finde ich das auch.
    Die Stadt Jena und ihre Bürger hält/halten viel auf sich. Und das in puncto Rechts mit vollem Recht. Das FDV wurde in Jena stets mit allen Mitteln bekämpft und auch als es nicht mehr in Jena ausgetragen wurde, hat das die Jenaer Bürger nicht daran gehindert, zum Veranstaltungsort zu fahren und sich an den Protesten zu beteiligen. Und da war nicht jeder auf sich gestellt. Die Stadt und andere Institutionen haben Busse organisiert und haben sich auch an den Protesten beteiligt.
    Das ist ein Engagement gegen Rechts, auf das man stolz sein kann. Und das hat nichts mit Arroganz oder Selbstverliebtheit zu tun.

    Herr Uhly und das ZDF machen eine Werbung für das Buch und für Herrn Uhly.
    Sein Kommentar am Schluss „Ganz so schlimm war war es auch nicht“. Und das sagt er amüsiert – jemand der in Jena die ganze Zeit bedroht wird ist wohl kaum so ausgeglichen. Ich bezweifle, dass Herr Uhly oder das Team vom ZDF auch nur einmal ein Anzeichen von Rechtsextremismus gesehen haben.

    Und nebenbei bemerkt: Es ist nicht jede Stadt gleich ein braunes Loch nur weil dort rechtes Gedankengut herrscht. Wenn Herr Uhly mal aufs Bayerische Land fahren würde. wäre wohl auch sein ach so geliebter Westen auf einmal nicht mehr anders als der Osten.

    Fazit: Ein Blick in den Kalender sagt mir, dass Deutschland endlich mal auch in den Köpfen eine Einheit sein soll und dass die Zeit für Quotenfang und nicht objektive Berichterstattung bei öffentlich-rechtlichen nicht heute ist.


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  18. Ich bin mir nicht sicher, ob Du Dir in ein oder zwei Stunden eine Meinung über etwas bilden kannst. Ich könnte diesen Beitrag als Kommentar verstehen, solange der Autor imstande ist, einen abzugeben. Und ganz ehrlich, keiner von uns verleugnet Probleme, aber ein Stadtporträt von einem Fremden, der nie zuvor Jena betreten (sofern er zuvor irgendetwas über Jena wusste) hat, ist auch nicht ganz korrekt. Und ich verstehe nicht, dass Du uns keine Meinungsfreiheit zugestehst, wenn Du sie schon anbringst. Dass diese Auseinandersetzung weiter (und sicherlich auch objektiver) geführt werden muss, ist nicht von der Hand zu weisen. Und wie Du bemerkst, wird die Diskussion angekurbelt, wenngleich für Dich vielleicht in einem nicht angemessenen Kontext. Du kritisierst den Gesamtzusammenhang, der uns angeblich verschlossen bleibt, Fakt ist, dass so ein Beitrag über Jena oder den „Osten“ mehr Auswirkungen haben kannst, als Du Dir vorstellst. Selbst wenn wir nur unser „Kleinod“ verteidigen, richten wir uns gegen eine solche mediale „Hatz“, die leider oft genug im Rahmen solch einer Debatte veranstaltet wird. Jena steht nur pars pro toto für unseren Makrokosmos….


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  19. Benjamin Schumann | 23. November 2011 um 15:04 |

    ICE Haltestelle Jena Paradies für Ausländer kein „Paradies“?
    Für das Zweite Deutsche Fernsehen leben in Jena nur Ausländerfeindliche „Ossis“. 21 Jahre nach der Wende werden alle Bürger der Neuen Bundesländer wegen dreier Vollidioten in den Dreck gezogen.
    Jena – Nazistadt?
    Wie kommt es, daß zur letzten Bundestagswahl zur NPD Wahlveranstaltung 20 Rechte kommen, aber 2000 Gegendemonstranten?

    Ich kann gar nicht soviel Galle haben, wie ich kotzen möchte. Der Schriftsteller aus dem Kurzbeitrag kommt „nur selten in den Osten“, hat trotzdem Vorurteile gegenüber dem „Osten“.
    Der Beitrag ist eine einzige Frechheit. Und ein Fausthieb in die Gesichter aller Bewohner der neuen Bundesländer, die der Westen immer noch würdelos „Ossis“ nennt. Wessis, schämt Euch!

    Ich fühle mich in meiner Wahlheimat Jena wohler, als in meiner Vorurteilsbelasteten alten Heimat München und bin stolz, teil des kreativen Milieus zu sein, das eine Stadt mit ca. 25% Studentenanteil zu bieten hat.

    Wir sollten Herrn Uhly für den kommenden Freitag mit seiner Familie zu uns nach Jena einladen. Hier könnten er und seine Familie sehen, wie eine komplette Stadt im Ausnahmezustand ist – nicht wegen ein paar Rechten, sondern wegen der langen Nacht der Wissenschaften, in der Jena vom Romantikerhaus bis hoch zum Beutenbergcampus komplett aus dem Häuschen ist! In der hochkarätige Wissenschaftler aus aller Welt (inklusive Deutschland) der breiten Masse zeigen, weswegen Jena in der Forschung zur internationalen Spitzenklasse zählt.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Benni Schumann
    Jena


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  20. Was für eine Frechheit, und dafür bezahle ich noch GEZ. Das ist ja Berichterstattung wie bei den Privaten.

    Wahnsinn


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  21. Na Hauptsache sein Buch verkauf sich gut.
    Bin mal gespannt, wie sich die Rezensionen so entwickeln. Zu beobachten hier:
    http://www.amazon.de/Adams-Fuge-Roman-Steven-Uhly/dp/3905951088/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1322061922&sr=8-1
    Ist ja egal, was die Betroffenen sagen/denken/fühlen!


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  22. Antonio Navarra | 23. November 2011 um 18:31 |

    Offentlich rechtliches Fernsehen .und die pauschale, anmaßende, verallgemeinernde Berichterstattung über den sogenanten OSTEN!
    Kernaussagen des Berichtes:
    ,Ich hab einfach zu viel Angst um mich hier frei zu bewegen´´
    ,,Für Leute mit Migrationshintergrund kein Paradies´´

    Diese Sendung hätte ich im öffentlich rechtlichen Fernsehen so nicht für möglich gehalten.
    Auch ich Herr Uhly sehe nicht Deutsch aus, bin ein paar Jahre älter als Sie, bin im Übrigen stolz auf meine Ostdeutsche Heimat, auf Jena, besonders auf den Saale Holzlandkreis und ich konnte mich seit dem Mauerfall bis zum heutigen Tag immer frei bewegen, ohne Angst! Ich erwarte eine Entschuldigung von Uhly und dem ZDF bei allen Bürgern dieses Landes.
    Antonio Navarra


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  23. sicher existiert in jena auch alltagsrassismus mit migrtaionshintergrund. aber jena ist längst nicht so grau-braun wie der beitrag es darstellt. ich glaubte eine andere stadt – wohl aber kaum jena in diesen schilderungen zu sehen.
    fakt ist, dass jena wirklich multikulturell ist und viele ausländische menschen hier leben. angst vor nazis hätte ich überall in deutschland! ich gehe ihnen grundsätzlich aus dem weg.

    und mit seinem ach so tollen roman schüttet er der agressiven stimmung unter den nazis noch öl ins feuer. ein geheim-agent der einen neonazi töten soll. wo gibt’s denn so was! da hat der herr uhly wohl was verwechselt?


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  24. Das ist euer größtes Problem? Der Ruf eurer Stadt? Ist DAS eure Reaktion auf zehn deutschlandweite Morde? Ich finde es traurig, dass euer Heimatstolz schwerer wiegt als die Scham dafür, dass unter euch – unter uns allen – Menschen wie Mundlos und Böhnhart leben und handeln konnten. Jena ist nur eine Stadt von vielen und der Osten – also nicht nur Thüringen – von diesem Problem besonders betroffen. Wir schauen weg, verharmlosen, suchen nach Erklärungen, wo ausnahmsweise keine Toleranz geübt werden dürfte. Die Empörung sollte nicht dem ZDF und diesem eher belanglosen Beitrag gelten, sondern der ostdeutschen Gesellschaft, weil sie einer solchen Minderheit solch großen Freiraum lassen konnte und wohl weiter lassen wird.

    Es ist völlig unerheblich, wie oft in Jena tatsächlich zugeschlagen wird und ob es in Saalfeld oder Zwickau oder Eberswalde oder Schwerin häufiger geschieht. Entscheidend ist, ob sich Menschen mit Migrationshintergrund hier sicher fühlen. Wenn sie es nicht tun – und nur sie können es beurteilen – läuft viel falsch, nicht nur in der Politik, nicht nur bei den Sicherheitsbehörden sondern bei uns und zwischen uns.

    Mir ist das Image des Ostens egal – und das Lebensgefühl geborener und zugezogener Ossis sehr wichtig. Und nur das zählt.


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  25. ein wort: ENGSTIRNIG!

    herr uhly scheint sich in seiner angeblichen opferrolle ja scheinbar sehr gut zu gefallen. ist es nicht viel mehr ER, der intolerant und voller vorurteile durch das leben läuft!?

    ich selbst komme aus den (achtung!) neuen bundesländern. ich habe dort 25 jahre lang gelebt und ich habe NOCH NIE, weder in südthüringen ( meiner heimat), noch in erfurt oder jena erfahrungen mit der rechten Szene gemacht! unsere heutige gesellschaft wächst multikulturell auf! und ja, auch im „osten“! und menschen mit migrationshintergrund sind schon lange keine randgruppen mehr! sie haben sich stark gemacht, sie sind integriert, sofern sie das wollen. sie werden schon lange akzeptiert!
    außerdem: Rechtsextremismus verteilt sich deutschlandweit! Ich lebe mittlerweile aus beruflichen gründen in den alten bundesländern. „herr uhly, vielleicht mag es sie vollkommen verwirren, aber auch hier leben neonazis! ich hoffe ich habe ihre heile welt des „westens“ jetzt nicht zerstört!“ das ist doch lächerlich! ein erwachsenser, offenbar gebildeter mann mit migrationshintergrund trägt solch engstirniges gedankengut!
    und was das ZDF betrifft: das medien provozieren wollen ist allseits bekannt. aber gleich ein ganzes volk SO (!) darzustellen ist eine schande! „sehr geehrtes ZDF: wenn sie den rechtsextremismus thematisieren wollen, der ja aktuell in aller munde ist, sollten sie sich gewissenhafter vorbereiten und gewählter ausdrücken! denn sonst laden sie sich den zorn einer ganzen gesellschaft auf! denken sie mal darüber nach!“


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  26. @MichaelM: Aber das Lebensgefühl der Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund wird durch solche Beiträge doch auch GEMACHT. Das ist der Punkt um den es hier geht. Nicht um den „Ruf der Stadt“ (um den sorgt sich vielleicht der Stadtrat)

    Ansonsten @alle: Ich habe selten so viel Engagement gegen Rechtsextremismus wie hier in Jena erlebt und das seit Jahren… Keine Wunder. Es gibt eben gute Gründe, die niemand hier verharmlosen möchte (verharmlost haben, wenn ich die aktuellen Nachrichten und den Umgang mit der Antifaszene Thüringens in den letzten 20 Jahren richtig verfolge) andere.

    Ich schlage vor, dass wir uns überlegen, aspekte nochmal einzuladen, um weiter an dem Thema dranzubleiben und einen besser recherchierten Beitrag zu drehen.


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  27. ach ja – nicht zu vergessen dass es gerade in jena eine besonders breite antifaschistische bewegung gibt! und das hat jetzt mit image-pflege nichts zu tun. aber man sollte doch realistisch bleiben und sich bemühen die wahrheit nicht zu verzerren.

    und wer das treiben der neonazis zugelassen hat darüber sollten sich alle deutschen mal ehrliche gedanken machen. ich habe schon von mehreren leuten aus bayern die sich für liberal oder christlich demokratisch halten, gehört alles was über hitlerdeutschland geschrieben und gesagt wird, sei gelogen und hitler sei auch nur betrogen worden.
    und dass neonazis sich trotz der antifaschistische bewegung hier so weit entwickeln konnten, liegt doch wohl vor allem an der verharmlosung durch die bundesdeutsche politik.


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  28. Als Jenaerin kann ich die Empörung über den Aspekte-Beitrag sehr gut verstehen. Dieser ist journalistisch so aufgebaut, dass Herrn Uhlys private Angst-Einstellung gegenüber Nazis auf die gesamte Stadt übertragen wird. Das ist äußerst subjektiv. Hätte das Interview in München stattgefunden – ganz andere Ausgangslage. Nur weil diese beiden Mörder aus Jena stammen, sagt das noch nichts über die Stadt aus. Das ist eine überzogene und irreführende Kontextualisierung und führt zur Empörung. Natürlich gibt es Neonazis in Jena – witzigerweise sieht das baufällige Haus in Alt-Lobeda: die Nazi-Zentrale – äußerst runtergekommen aus und widerspricht doch ein wenig der Idee eines blühenden systemischen Verbrechens. Jedoch ist wahr, dass ich, seitdem ich hier lebe, nie wirklich Auseinandersetzungen mit Neonazis erleben musste und Jena eine äußerst aktive und erfolgreiche Antifa-Bewegung unterhält. Es ist wohl eher so, dass die wenigen ansässigen Nazis eher Angst vor offenen Aktionen haben. Nichtsdestotrotz weiß niemand wirklich, was untergründig ausgekocht wird!
    Der Bericht ärgert weiterhin, als er außer Meinungen nichts bereit hält und obendrein Werbung für ein Buch macht, wobei es doch um ein ernstzunehmendes Thema geht. Ich fühle mich verschaukelt, gerade weil das Bild Jenas im Bericht überhaupt nichts mit der Realität zu tun hat, mediengemacht ist. Eine Entschuldigung möchte ich nicht einfordern, eher eine Richtigstellung und schließe mich den Aufforderungen an, einen erneuten Dialog der Jenaer Bürger mit dem ZDF-Team, mit Herrn Uhly und anderen anzustreben, um das Bild zu entzerren.


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  29. Es ist doch wirklich bemerkenswert, für was die vermeintlichen Szeneaussteiger doch immer wieder gut sind. Kann mich bspw. dunkel daran erinnern, irgendwo gelesen zu haben, das Luthardt nicht ausgetreten sondern rausgeworfen wurde. Das setzt natürlich seine ganzen Aussagen in ein anderes Licht. Aber darum geht es hier gerade nicht, wollte es auch nur nebenbei erwähnt wissen.


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  30. Der Beitrag ist einfach nur schlecht und hat meiner Meinung nach mit Journalismus nichts zu tun. Für so einen Müll bezahlt man Gebühren an die GEZ. Wenn ich mich verdummen lassen will, gucke ich RTL. Da weiß ich vorher, was mich erwartet.


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  31. @ AAAAA!!! – User. Den gönne ich mir heute noch. So spricht und schreibt jemand, der Engagement mit Zeitungslektüre verwechselt. Die gefeilte Sprache vergeht angesichts realer Themen rasch und manchmal wünscht man sich statt gedrechselter Wortbeiträge, dass der/die den Hintern hochbekommt, wenn es zählt. Salopp formuliert – Wissenschaft hilft gegen radikale Strömungen wenig. Konkretes Handeln schon. Für den Rest haben dann unsere Nachfahren die Geschichtsbücher oder die überlieferte Zeitphilosophie.


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  32. Auch mich hat der Beitrag des ZDF empört – aber ebenso einige Reaktionen darauf: Hier wird ebenfalls nicht weniger pauschalisiert. Anscheinend sind alle Bayern (die stehen wohl für Westdeutschland??) der Meinung, Ostdeutschland bzw. Jena sei „für Ausländer kein Paradies“.
    Ich stamme auch aus Bayern und lebe erst seit einem Jahr in Jena, bin aber trotzdem (oder deswegen?) entsetzt von der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen, da sie meiner Meinung nach einfach nicht die Tatsachen widerspiegelt. Jena habe ich zu keinem Zeitpunkt als total ausländer- und fremdenfeindlich empfunden. Viele „Wessis“, die nicht nur für einen Tagesausflug in die Johannisstraße hier waren, sehen das sicher genauso.
    Deswegen: Bitte mit der Pauschalisierung aufhören, auch viele Westdeutsche können die Empörung hier nachvollziehen und haben keine Vorurteile gegenüber Ostdeutschland!


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  33. What the hell? — Eine einseitigere und engstirnigere Berichterstattung hätte ich von einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht erwartet. Es lässt mich wirklich nur mit den Kopf schütteln! Ich lebe seit meiner Geburt in der Region Jena und kenne Jena als sehr multikulturelle und offene Stadt. Daher ist es schlimm, dass aus aktuellen Anlass alles über einen Kamm geschert wird!
    Ein gefundenes Fressen für die Presse, jedoch hätte ich dieses Niveau eher von der Bild erwartet.


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  34. Apologies to all – but I’m going to write this in English.

    My German is quite passable but I wish to express myself correctly and more importantly to be understood very clearly.

    First some facts:

    1. I am a rather brown skinned foreigner.
    2. I have lived in Jena quite happily for quite a while now.
    3. I have been visiting Germany including the east and Thuringia since just after reunification.
    4. I have personally never felt fear of felt threatened in East Germany – let alone in Jena.

    As a foreigner, an objective „outsider“, I can therefore also be a bit more honest and little less reconciliatory:
    I have not seen such a weak journalistic hack job in very, very long time.

    In short it comes across as a sensationalist set piece to justify a simple premise „Ostdeutsche Angst zone“. A dumbed down soundbite pandering to pre-conceptions.

    This is clearly born out of lack of information and experience – ignorance. Ignorance and the pronouncing of pre-conceived judgements are the very same hallmarks of bigots, racists and Nazis.

    I’m sorry but this was so sophomoric I can get bet you the „Für leute mit migrationshintergrund kein paradies“ phrase was obviously penned when seeing the station name – LONG before even arriving here.

    Jena is a great city. It is not just a University town. Some of the leading German New Economy companies where born here. Jena has produced vibrant creative multinational software companies competing on the world stage. It has a multinational cultural festival that runs for months celebrating a „one world“ vision of artistry with artists as diverse as Hugh Masekela, a black South African to Eugene Hutz an East European gypsy with some Germans thrown in for good measure.

    Yes it has a far right scene – so does most German cities (including Munich) not just Jena. It has specifically seen 2 boys get radicalised and go underground – more than a decade ago – and then commit a series of crimes.

    Mohamed Atta and his Hamburg cell flew planes into the World Trade Centre during that time – by ZDF logic then clearly Hamburg is a very dangerous place for English speakers…

    In Jena people have been friendly, polite and most of all inviting. I have had a better quality of life here due to all the people I have met and who befriended me.

    ZDF – the last time I saw this level of weak journalism was in the drivel served up by Murdoch“s News of the World – try and do a little better.

    Herr Uhly I have a message for you too. Do your homework a bit more thoroughly and it will make you a better writer.


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  35. Meine Eltern wohnen schon immer in Lobeda. Sie haben 1989 zwei meiner mongolische Kommilitonen zum „Very German Christmas“ bei uns aufgenommen (die beiden sind übrigens heute verheiratet) und hatten später zu den Beiden mehr Kontakt in der Mongolei als ich. Sie hatten einen Iren (Joe McNamee) als Untermieter (der arbeitet heute für den Europäischen Dachverband für digitale Bürgerrechte) und haben russisch-stämmige Freunde in Jena.
    Für meine Eltern ist so ein pauschalisierender Beitrag vom ZDF ein Schlag mit der Faust ins Gesicht. Ganz schlechtes Kino. Als Beitrag zur Völkerverständigung schlage ich ausserdem vor, den MDR abzuschalten.
    St. Kube


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  36. Bernd Hædrich | 24. November 2011 um 00:29 |

    thanks colin too! very great statement! hope somewhere will post this on other sites. ;)


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  37. Im Prinzip stimme ich Ma zu. Ich komme auch aus Bayern und bin jetzt seit 1 1/2 Jahren in Jena. Direkt in der City bekommst du eigentlich kaum mal einen Nazi zu sehen und ich finde, dass dort ein viel respektvollerer Umgang mit Bürgern mit Migrationshintergrund zu sehen ist als in vielen westdeutschen Städten. Anders sieht die Lage jedoch in Winzerla/Lobeda aus, wo man Nachts doch manchmal Angst bekommen kann. Dies bestätigt in dem ZDF-Bericht auch der Jenaer Pfarrer bzw. der Naziaussteiger. Dass die Formulierungen des Schriftstellers unglücklich sind, darüber sollte meiner Meinung nach nicht diskutiert werden, da sie nicht den Kern des Problems betreffen.Insgesamt kann ich die Aufregung allerdings nicht verstehen. Vor allem in diversen Zeitungsartikeln, über die sich auch viele empören, wird lediglich die Wahrheit ausgesprochen: Dass nämlich die Naziszene vor allem im Osten beheimatet ist, was meiner Meinung nach durchaus aus der Vergangenheit der neuen Bundesländer hervorgeht. Ich glaube nicht, dass es beabsichtigt war Jena bzw. den ganzen Osten als intolerant gegenüber ausländischen Mitbürgern abzustempeln. Vielmehr soll auf die Problematik in vielen sozial schwachen Gegenden aufmerksam gemacht werden, wo die Nazis unterschlupf finden. Die Aufgabe der Politik muss es daher sein, diese Viertel nazifrei zu bekommen, um generell die Nazis im Osten aber auch im ganzen Bundesgebiet verschwinden zu lassen.


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  38. Immerhin, unser junger Autor Uhly meinte, „es sei nicht so schlimm“ gewesen in Jena. Das ist doch ein Anfang. Gern bauen wir Ossifeindlichkeit ab. Das gilt auch für Leute vom ZDF. Es bedarf nur eines kleinen Maßes Unvoreingenommenheit. Neugier tät’s auch schon.

    Darf ich noch eine kleine Bitte an die sächsischen Strafverfolgungsbehörden richten? Gebt Lothar König seinen Lauti zurück. Der braucht den gerade jetzt dringend!!!!

    Wann gibt es eigentlich die Petition dafür auf Jenapolis?


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  39. @bebo

    Ich hoffe du meinst mit „Vergangenheit der neuen Bundesländer“ nicht das DDR-Regime.

    In dem Falle würdest du dich leider auf welt.de-niveau bewegen. Aber ich nehme nicht an, dass du das tust.

    Der Grund für die offenere Ausprägung der rechten Szene im Osten ist die – Verzeihung! – versaute Wiedervereinigung mit ihren Folgen. Ich lehne die Wiedervereinigung nicht ab, im Gegenteil. Aber sehe ihre Umsetzung sehr kritisch.


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  40. m. friedrich | 24. November 2011 um 02:03 |

    Der selbe Herr Uhly, der mit schlotternden Knien und seinem Buch unterm Arm aus dem ICE steigt, wurde keine drei Monate zuvor in den ARD Tagesthemen noch als weltoffener, nicht in Schubladen denkender Literat vorgestellt. Offenbar haben diese 12 Wochen sein Denken und Handeln maßgeblich beeinflußt. Dass das ZDF einen reißerischen Beitrag produziert – geschenkt. Aber einen mittelmäßigen Schmierfinken als Referenzgröße für Menschen mit Migrationshintergrund zu präsentieren, ist eine Frechheit. Herr Uhly muss sich den Vorwurf gefallen lassen, vor den öffentlich-rechtlichen Karren gespannt worden zu sein und das ganze Theater auch noch mitgetragen zu haben – vermutlich um die Auflage seines Buches zu erhöhen. Sieht man sich die Aufregung um den Beitrag an, war seine Mission aller Wahrscheinlichkeit nach erfolgreich. Dass dabei eine ganze Region Schaden genommen hat, ist das Opfer, das er bereit war zu bringen…


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  41. @otto
    … oder die Freunde vom ZDF kümmern sich drum – sozusagen als Entwicklungshilfe.


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  42. Christina Buchner | 24. November 2011 um 02:31 |

    Es ist unglaublich, was sich dieser Sender hier heraus nimmt. Wer gibt denen überhaupt das Recht, uns Jenaer Bürger zu verunglimpfen und zu beleidigen? Bürger und Bürgerinnen – nicht nur aus Jena – wehrt euch gegen so etwas!


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  43. Bis vor wenigen Tagen hatte ich ehrlich gesagt noch ein ganz gutes Bild vom ZDF.


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  44. Simon Sachse | 24. November 2011 um 08:47 |

    Mal abgesehen davon, dass ausgerechnet jene Leute, die kaum jemals im Osten waren, genau wissen, wie gefährlich es hier ist …
    Das Problem ist vor allem, dass die Probleme der 90er Jahre der heutigen Stadt vorgeworfen werden, als hätte es die letzten 10, 15 Jahre einfach nicht gegeben.
    Ich glaube durchaus, dass die relativ starke Verankerung der Braunen mit der spezifisch ostdeutschen Geschichte zusammenhängt, aber nicht damit, dass wir früher Pionierhalstücher trugen. Anfang der 90er wurde im Osten ein Großteil der Industrie und damit der Arbeitsplätze plattgemacht. Durchaus mit Vorsatz, um potentielle Konkurrenten auszuschalten. Damit wurde der Osten zu einem Verelendungsgebiet, das man nicht mit München, sondern allenfalls mit dem Ruhrpott vergleichen kann – nur schlimmer.
    Gleichzeitig wurde die seither so vermisste „Zivilgesellschaft“ geschleift. Alles, was irgendwie mit DDR zu tun hatte, musste weg. Dass die FDJ die Kampfreserve der Partei war, hat die noch nicht einmal selbst geglaubt. Dass sie flächendeckend die Jugendarbeit organisiert hat, wollte keiner wissen. Im Vakuum nach der Abwicklung von Jugendclubs und Arbeitsgemeinschaften hatten die Nazis, die die Chance erkannten, viel Raum.
    Herr Roewer, der als Chef des Thüringer Verfassungsschutzes den Aufbau der braunen Szene großzügig finanziert hat, kam aus dem Westen – wie übrigens sehr viele der neuen Beamten, die mit Buschprämie hergelockt wurden. Besten Dank für diese Art von Entwicklungshilfe!
    Es ist wahr: Anfang der 90er waren zu viele von uns einfach nur mit Überleben beschäftigt, mit dem Schock, plötzlich ohne Arbeit und in einem völlig fremden Staat dazustehen, von dem man noch nicht einmal das Sozialversicherungssystem wirklich begriff. Wir hatten andere Sorgen als die Nazis. Wir mussten den grössten Umbruch seit dem 2. Weltkrieg verdauen. Ja, da ist uns einiges durchgerutscht. Dafür kann man jetzt noch mal 20 Jahre auf uns einprügeln, ohne je über die Gründe zu reden.
    Wenn sie sich dann besser fühlen …


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  45. Ein überaus gelungener Beitrag, bei dem voller Ressentiments Ressentiment – Freiheit eingefordert wird. Auf diesem fundiertem Niveau wünsche ich mir auch Aspektebeiträge zu z.B. den Fahrkünsten von Frauen, der Intelligenz von Ostfriesen, der Finsternis bei Nacht – oder was halt noch so in der Schublade schlummert. Sendezeit will gefüllt sein und wie wieder mal bewiesen wurde: mit dem Zweiten sieht man besser.


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  46. @Simon Sachse

    Genau das gleiche geschieht ge meines Erachtens gerade in Griechenland… ich bin mal gespannt…


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  47. Weil mir die folgenden Gedanken wichtig sind und ich diese Meinung in dieser Diskussion für wichtig halte, setzte ich diesen Kommentar auch unter diesen vieldiskutierten Beitrag (auch wenn er identisch bereits als Kommentar eines anderen Beitrags hier zu finden ist).

    Zwischen Reflexionsverweigerung, der Wiederholung alter Fehler und falschverstehender Lyoalität

    Ich verfolge nun seit Gestern mit großer Aufmerksamkeit die Diskussionen um den ZDF-Beitrag hier in Jena. Meine Hoffnung, dass es sich bei den u.a. hier bei Jenapolis.de manifestierenden Beiträgen zu dieser Diskussion um ein anfängliches Phänomen handelt, sind leider enttäuscht worden. Daher melde ich mich jetzt in dieser Diskussion zu Wort.

    Ich will meinem inhaltlichen Gedanken einige Fakten oder mutmaßliche Fakten voranstellen. Die gegenwärtige erneute Diskussion um das Thema Rechtsextremismus in Deutschland basiert auf den erschreckenden Erkenntnissen einer Serie von Hinrichtungen, welche von einer offensichtlich und selbstbekennend rechtsextremer Terroristen begangen wurde. Mittlerweile sind in diesem Zusammenhang fünf Personen dieser rechtsradikalen Gruppe der Öffentlichkeit bekannt. Deren gemeinsames Merkmal ist die politische Sozialisation in den 90er Jahren in Ostdeutschland. Der Kern der Gruppe stammt aus Jena und war in die hiesigen rechtsextremen Strukturen der 90er Jahre fest eingebunden. Auch die beiden mutmaßlichen Helfer sind in Ostdeutschland aufgewachsen – wobei einer der beiden nach wie vor hier lebt, der andere in den Westen umgezogen ist. Demnach muss zur Zeit davon ausgegangen werden, dass es sich bei dieser Terrorzelle um ein Netzwerk handelt, welches aus den spezifisch ostdeutschen Strukturen des deutschen Rechtsextremismus hervorgegangen ist.
    Die in diesem Zusammenhang wieder aufgeworfene Frage in den Medien ist, ob es sich bei dem ostdeutschen Rechtsextremismus um ein quantitativ und/oder qualitativ anderes Phänomen handelt als in Westdeutschland. Hier sprechen alle Daten, welche zu diesem Thema bekannt sind, eine eindeutige Sprache: Sowohl die Wahlergebnisse eindeutig rechtsextremer Parteien als auch die begangenen rechtsextremen Straftaten sind in den östlichen Bundesländern signifikant höher als in den westlichen Ländern. Aber auch die – sicherlich nicht so einfach zu ermittelnden – Phänomen der politischen Altgaskultur unterscheiden sich allen ernstzunehmenden sozialwissenschaftlichen Studien zufolge erheblich zwischen Ost und West, so sind die Vorurteile gegenüber Ausländern, eine systematische Systemopposition und die Zufriedenheit sowohl mit der Demokratie als auch dem Leben in einer pluralistischen Gesellschaft im Osten wesentlich größer als im Westen. Demnach kann aufgrund dieser Faktenlage zunächst keinerlei Zweifel daran bestehen, dass sich im Osten das Problem des Rechtsextremismus aber auch der Ausländerfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft anders Stellt als im Westen. Auf diese Unterschiede hinzuweisen und Erklärungsversuche dieser Differenz zwischen beiden Teilen Deutschlands ist daher auf jeden Fall nicht das gute Recht der Medien, sondern sollte die Diskussion um dieses Thema begleiten. Es geht schlicht nicht um die Stigmatisierung bestimmter Menschengruppen, sondern um den Versuch zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus Lösungsstrategien zu entwickeln

    Vor diesem Hintergrund bin ich einigermaßen entsetzt über die Reaktionen auf den TV-Beitrag hier in Jena. Statt sich mit der subjektiv gefühlten Angst bestimmter Menschen in die östlichen Bundesländer zu reisen zu beschäftigen, wird den Medien unterstellt eine Rufmordkampagne anzuzetteln und damit das eigentliche Problem nicht als Herausforderung selbstreflexiven Denkens verstanden, sondern als Problem einer falschen Wahrnehmung des Anderen interpretiert.
    Diese Denkmuster und Verhaltensweisen sind in Deutschland nun aber keineswegs unbekannt. Wir kennen sie zu genüge aus der ersten Hälfte der 90er Jahre. Nachdem sich auf dem Gebiet (der damals noch) ehemaligen DDR eine Reihe von Pogromen gegen Ausländer ereignete, war die einzige Reaktion der betroffenen Regionen immer wieder gleich: Es gibt hier keine Probleme mit dem Rechtsextremismus, das eigentliche Problem sind die bösen Westmedien, welche mit ihren Berichten einen schlechten Ruf unserer Region erreichen wollen. Diese Verhaltensmuster haben sich in vielen Regionen Ostdeutschlands bis heute gehalten. Die offensiv auftreten rechtsradikalen Jugendlichen sind da eben die netten Jungs von Nebenan, die ja eigentlich keinem was wollen ud von unsere Gesellschaft schlecht behandelt wurden und nun ein Ventil suchen mussten diesen Frust auch mal loszuwerden.
    In vielen der Kommentaren hier bei Jenapolis.de und auch der Stellungnahme des Stadtrates wird immer wieder auf das große Engagement der Bürger hier in Jena gegen Rechtsextremismus hingewiesen. Ich halte diesen Hinweis für berechtigt. Doch sollte – in der Stadtrats-Stellungnahme sogar erwähntes – Phänomen hier nicht vergessen werden: Auf welcher Grundlage basiert diese „Vorbildfunktion“ des Jenaer Kampfes gegen Rechts? Die Wurzel dieses heutigen Zustandes liegt und Zweifel in den 90er Jahren. Es war die Einsicht einer zunehmenden Zahl von Bürgern dieser Stadt, dass es auch hier in Jena ein wirkliches Problem mit rechtsextremen Strukturen gibt. Es ist hier wirklich wichtig und richtig, dass in der Stellungnahme des Stadtrates auf den Punkt hingewiesen wird, dass es bereits vor dieser Einsicht in Jena Menschen gab, welche immer wieder auf die Relevanz des hiesigen Rechtsextremismus hingewiesen haben. Diese Menschen sind lange als Nestbeschmutzer verunglimpft worden. Heute sind sind wir alle dankbar, dass es diese Menschen hier gab und das die Stadt und ihre Bürger eine politische Kultur ausbilden konnten, welche den Kampf gegen Rechts auch über spezifische politische Unterschiede hinweg zu ihren Stärken zählen kann. Doch wie soll vor diesem Hintergrund die gegenwärtige Diskussion verstanden werden? Werden die Mahner einfach wieder zu Nestbeschmutzern der übelsten Art diffamiert werden, oder, ob wir endlich bereit sind sowohl die subjektiven Ängste einzelner Menschen als auch die objektiven Zahlten und Fakten ernstzunehmen und uns einzugestehen, dass eben doch im Osten noch andere Probleme mit rechtsextremen Einstellungen gibt als in vielen Region Westdeutschlands.

    Ich halte also das Thema Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus einfach für die falschen Thema, um wieder mal im bösen Westen zu arroganten Gegenspieler zu erklären. Es scheint einfach immer noch faktische Unterschiede zu geben, wir sollten uns dieser Diagnose stellen und darüber nachdenken, wie diesem Faktum zu begegnen ist, statt wiedermal den Überringer schlechter Nachrichten zu Urheber dieser schlechten Nachrichten zu machen.

    In den nun dringend nötigen Reflexionen zum gegenwärtigen Zustand unserer Gesellschaft wird dabei – meiner Meinung nach – vor allem auch das Verhalten der sog. Mitte der Gesellschaft zählen müssen. Statt den Medien nun wiedermal zu unterstellen, sie würden mit ihren Lügen und ihrer Propaganda bewusst falsche Bilder transportieren, sollte doch hier bei Jenapolis. De eher eine breite Diskussion um das Thema Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus und die Rolle der Mitte der Gesellschaft geführt werden. Statt die Verfehlungen innerhalb unsere Gesellschaft wieder einfach bei den Anderen zu identifizieren, sollten wir uns alle dem schmerzhaften Prozess selbstkritischen Denkens hingeben.

    Die Reaktionen zu dem Aspekte-Beitrag jedenfalls tragen bei mit nicht dazu bei, meinen Stolz auf Jena zu vergrößern, ich schäme mich. Ich schäme mich vor allem auch darüber, dass vielen der eigene Ruf mal wieder wichtiger ist als die subjektiv erfahrenden Ängste anderer Menschen. Glaubt es einfach: In diesem Bericht wird – auch wenn es hier um eine Promosendung für ein Buch ging – dass die angesprochenen Ängste durchaus weitverbreitet sind. Wir sollten uns mit diesen Ängsten auseinandersetzen und nicht die Menschen, welche solche Ängste haben zu unseren Feinden erklären.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass der Themenkomplex in der nächsten Zeit hier bei Jenapolis.de einen breiten Raum einnehmen wird und die Reaktionen und Beteiligung auch nur annähernd so groß sind wie im Fall der Verteidigung des guten Rufes dieser Stadt. Die beste Imagepflege des Rufes von Jena wäre in diesem Moment nicht der Beißreflex gegen die Medien, sondern eine ehrliche und tiefgehende selbstkritische Reflexion über die politische Kultur in Jena.


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  48. Leider hat der ZDF-Beitrag mehr recht als unrecht. Jena hat ein Problem, und es zu ignorieren und stattdessen die Medien zu beschimpfen macht es nicht besser. Die meisten Menschen, die hier ‚anders‘ sind, können das sicher nachvollziehen. Das betrifft nicht nur Winzerla und Lobeda, wo das öffentliche Herumstolzieren mit „nochnichtganz“-verfassungsfeindlichen Symbolen täglich zu bestaunen ist. Und es betrifft auch nicht nur Migranten und Menschen mit anderer Hautfarbe. Als Schwuler wurde ich hier nicht nur einmal bedroht und beschimpft.
    Doch, es stimmt, viel zu oft ist Jena ein gruseliger Ort zu leben. Und nein, es stimmt nicht, es ist hier tatsächlich schlimmer als in manchen anderen Städten. Es mag noch schlimmere geben, aber das bedeutet doch nicht, dass wir das Problem ignorieren dürfen. Davon geht es nicht weg, sondern wird nur noch schlimmer.
    Als Bürger Jenas kann ich diese Petition nicht unterstützen, und ich erwarte keine Entschuldigung des ZDF, sondern eine weiter kritische Berichterstattung zu Jena und anderen Städten – gerade auch in Thüringen.


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  49. Simon Sachse | 24. November 2011 um 11:38 |

    @ Rolle:
    Aber gerade die Diskussion über die Ursachen kommt mir hier zu kurz. Die Medien (die nun mal mehrheitlich vom Westen dominiert werden) haben offenbar inzwischen die bequeme Lösung ins Auge gefasst: Schuld ist die DDR, weil sie die Leute zu obrigkeitshörigen Marionetten erzogen hat, angefangen mit dem Zwangstopfen in der Kita.
    Kein Mensch redet darüber, was Arbeitslosenzahlen von 25 und mehr Prozent anrichten. Keiner will wissen, dass Anfang der 90er der Verdacht, irgendwie links zu sein, viel schlimmer war als Ausländerfeind sein. Das zieht sich im Grunde durch, wenn Leute wie Lothar König (der übrigens in Ansätzen derartige Erklärungen bringt) kriminalisiert werden, weil sie gegen Nazis demonstrieren. 2011, also 20 Jahre nach der Wiedervereinigung. Das ist ein klares Signal an die Bevölkerung: Geht lieber nicht zur Demo, damit versaut ihr euch nicht nur das Wochenende – wenn ihr Pech habt, habt ihr hinterher auch noch Ärger mit der Polizei. Auf diese Art wird den Leuten Toleranz gegenüber den Rechten förmlich anerzogen.
    Solange das Blockieren einer Nazidemo und ein rassistischer Mord gleichermaßen als „extremistische Straftat“ eingeordnet werden, laufen in diesem Land noch ganz andere Dinge schief. Von Anti-Nazi-Initiativen verlangt man ein demonstratives Bekenntnis zum Rechtsstaat – wer mit Farbbeutelwerfern zusammenarbeitet, bekommt kein Geld mehr (nicht dass ich ein Fan von Farbbeuteln wäre, aber auf der Gewaltskala steht das für mich ganz, ganz unten).
    Aufgrund der Befindlichkeit eines Menschen, der noch nie in Jena war, zu behaupten, Jena sei für Ausländer gefährlich, scheint mir auch nicht zur Klärung der tatsächlichen Umstände beizutragen. Man hätte ja wenigstens mal die Kriminalstatistik zitieren können oder in Jena lebende Ausländer fragen.
    Die wütende Reaktion der Bürger hat sicher ihre Ursache auch darin, dass wir seit ungefähr 20 Jahren von Westdeutschen erklärt bekommen, wie wir gelebt und was wir alles falsch gemacht haben. Irgendwann hat man das zum Brechen satt. Die ständige Behandlung als Deutscher 2. Klasse kann bei Leuten, die sich nicht in Internet-Diskussionen austoben, durchaus dazu führen, dass sie sich Schwächere suchen, auf die sie einprügeln können. Das ist eine widerwärtige Ersatzbefriedigung, aber der Beitrag des ZDF dürfte derartigen Ideen eher noch Vorschub leisten. Analytisch war Frontal 21 ein ganzes Stück weiter.


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  50. Holger Herrmann | 24. November 2011 um 11:40 |

    Das Schlimme an diesem Beitrag ist eigentlich die manipulierte einseitige, oberflächliche, unkritische Darstellung eines sehr ernsten Sachverhaltes.
    Das Niveau des Beitrages ist sensationsheischend und primitiv.
    Es wird von Jena gesprochen und gleichzeitig werden offenbar Bilder mit der Dresdner Frauen Kirche im Hintergrund gezeigt. Das Reden von einer „Ostdeutschen Angstzone“ ist fürchterlich, trennende West/Osst denke.
    Selbst Pfarrer König wird im Beitrag instrumentalisiert. Seine Verfolgung durch die bundesdeutsche Justiz, genauso wie die Verfolgung vieler anderer mutiger, engagierter, aufrechter Menschen im Kampf gegen die rechtsextremistische Szene wird nicht erwähnt.
    Ich denke schon, dass es Menschen gibt, die Angst davor haben, offen gegen die braune Szene aufzutreten, wenn Sie sehen müssen, wie friedliche Demonstranten in ihren Protest kriminalisiert werden und gleichzeitig Nazis unbehelligt durch die Straßen ziehen. Insofern und mit dem Versagen bzw. der einseitigen Ausrichtung des Verfassungsschutzes muss man auch vom Versagen der Politik auf
    Bundes- und Landesebene sprechen.


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  51. Anne Jeannin | 24. November 2011 um 11:59 |

    Ich bin Französin und wohne seit 12 Jahren in Jena. Jena ist meine Wahlheimat, ich bin hier zu Hause. Ich finde diesen Bericht schrecklich falsch. So eine offene und familienfreundliche Stadt gibt es in Deutschland bestimmt nicht zweimal. Es gibt wohl eine rechte Szene. Aber der große Einsatz der Jenaer Bürger gegen Rechtsextremismus bleibt hier zu Unrecht völlig unerwähnt.
    Die einzigen Neo-Nazis,die ich hier jemals sah, waren beim Fest der Völker, bei dem aber die Anzahl der Gegendemonstranten – unter denen ich war – erheblich größer war. Die Jenaer Bürger sind offen, freundlich und gebildet. Dieser Bericht ist eine Frechheit!
    Es ist kaum in Worte zu fassen, wie wohl ich mich hier fühle. Danke Jena!


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  52. @ Simon Sachse

    Ich halte ihren Beitrag für einen inhaltlichen und teile viele der von Ihnen angeführten Argumente.

    Aber ich kann nicht erkennen, dass es bei der gegenwärtigen Debatte hier sonst um ähnliches gehen würde. Statt einer solchen Analyse wird doch einzig auf die Falschdarstellung Jenas eingegangen. Es wäre doch wünschenswert, Sie würden ihre Gedanken in der oben angedeuteten Sicht mal ausführen und diesbezüglich einen eigenen Beitrag hier schreiben. Dieser könnte dann zum Ausgangspunkt einer substanziellen Debatten um Ursachen, Ist-Beschreibungen und Strategien gegen Rechtsextremismus dienen. Und ich bin da durchaus der Meinung, dass Jena in vielen als eine Vorbildfolie anzusehen ist. In den letzten Jahren hat sich hier wirklich viel getan – es ist verdammt viel besser geworden, aber es scheint eben immer noch nicht auszureichen. Solange in Deutschland Menschen von Rechtsextremen bedroht und sogar getötet werden haben wir faktisch ein echtes Problem. Wenn sich dabei herausstellt, dass die Hotspots dieser Strukturen und Entwicklungen im Osten der Republik liegen, hat der Osten ein besonderes Problem.

    @ all:
    Gerade weiter Hausdurchsuchungen: Wo? In Jena und Dresden! Wir sollten erkennen, dass es sich immer deutlicher eben doch zu einem Problem entwickelt, in dem die östlichen Bundesländer vor besonderen Herausforderungen zu stehen scheinen. Hier bin ich auch über den Gedanken von Simon Sachse dankbar, der erklärte, dass nun 20 Jahre nach der Wiedervereinigung doch die Erklärungen und Ist-Beschreibungen der 90er nicht mehr helfen würden. Ich stimme dem grundsätzlich zu. Doch wenn eben 20 Jahre nach 1990 der Osten immer noch ein größeres Problem mit rechtsextremen Strukturen und ausländerfeindlichen Meinungen hat, brauchen wir andere Erklärungen und andere Formen des selbstkritischen Denkens.

    Ein inhaltlich nicht weiterführender Punkt ist mir noch wichtig: Wer sich angesichts des Todes von wenigsten zehn Menschen nun mehr über den Ruf der Stadt sorgen macht, als über das Leid der Angehörigen und den berechtigten Sorgen von Menschen, dem muss ich hier absprechen, sich dem Problem in seiner Ernsthaftigkeit überhaupt bewusst zu sein.


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  53. Als gebürtiger Jenenser, aufgewachsen in den 90er-Jahren, habe ich die schwierigen Zeiten erlebt. Ich bin gelaufen, wenn Kaiser oder Jüstel mit ihrer Truppe durch die Stadt gezogen sind. Ich habe Gespräche von Faschisten mitgehört, in denen verabredet wurde, einen Punk von der Bahn „abzuholen“.
    Und ich habe mich mehr als einmal in Situationen befunden, die für mich bedrohlich waren.
    Aber ich habe mich engagiert gegen Rechts, ich sah, wie viele andere es ebenso taten. Ich habe an einem 16. Juni drei Faschisten an der Ludwig-Weimar-Gasse gesehen, die von 50 Gegendemonstanten ausgelacht wurden. Ich habe Umzüge von 500 Menschen erlebt, die gemeinsam mit Asylbewerbern und Migranten Vorurteile abbauen wollten. Und ich habe erlebt, wie sich das Klima verändert hat. Wie Kapke sein Forum verlor, und wie die zeitweise zweifellos vorhandene Bedrohung durch Rechtsradikale in der Jenaer Innenstadt verschwand.
    Wie tausende Jenenser das erste (und die folgenden) Fest der Völker sabotiert haben.
    Jena hat mustergültige Arbeit im Kampf gegen Rechts abgeliefert. Und jeder, der realistisch genug ist, um zu erkennen, dass es immer einen kleinen Kreis unverbesserlicher geben wird, muss auch zugeben, dass Jena in Fragen rechter Gewalt ein völlig ungefährliches Pflaster ist.
    Ich bin stolz auf die Arbeit, die wir geleistet haben und auf die Erfolge, die wir erzielt haben!
    Der Beitrag des ZDF, der all das vergisst, der diese Änderungen nicht erwähnt, macht mich einfach nur wütend, denn er missachtet die Leistunger zahlloser im Kampf gegen Rechts!


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  54. und wo kommen die meisten NPD-Spender her? Der „Osten“ ist die Spielwiese, die Spielmacher und -unterstützer kommen woanders her. Allein München hat mehr NPD-Spender als ganz Thüringen. Herr Uhly, dort fühlen sie sich sicherer?
    http://3.bp.blogspot.com/-cGc2a_TmsWE/TgRyBCK7NtI/AAAAAAAALXs/06CbzSDsCBo/s1600/npdsenderliste.jpg


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  55. Ralf Böhmer | 24. November 2011 um 12:48 |

    Ich komme aus dem „Osten“ und verstehe diese Empörung hier nicht. Dass sich in Jena, Erfurt, Magdeburg und vor allen Dingen in vielen Kleinstädten eine Menge Neo-Nazis tummeln, ist doch schon seit langem bekannt. Leider stemmen sich nur sehr wenige Bürger gegen die braune Szene – umso größer ist die Empörung, wenn der Osten oder in diesem Fall Jena mal tatsächlich in Verbindung mit Rechtsextremismus gebracht wird. „Bei uns ist es doch schön“, „ich wurde noch nie bedroht“, „Frechheit, wir sind echte Bundesbürger“. Meine lieben Jenaer Empörungsfreunde ihr duldet seit Jahren sichtbaren Rechtsextremismus in eurer Stadt – in Würburg, Hamm oder anderen Städten vergleichbarer Größe gibts sowas nicht? Warum nur??


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  56. Was mich am meisten genervt hat, dieser Herr kommt hierher mit einer vorgefertigten Meinung, fühlt sich unsicher, da er ja nicht deutsch aussehen würde (!) und es werden gerade mal zwei Leute zu dem Thema befragt: das Engagement von Pfarrer König in allen Ehren, aber für ein Fernsehinterview hätte er sich ja wenigstens mal die Haare waschen können und ein Aussteiger, der bis 2007 nicht gemerkt haben will, wie die NPD tickt. ?!?!?
    Was ist denn mit den Bürgern, die seit Jahren hier leben, arbeiten, Geschäfte führen etc. und denen man ihren Migrationshintergrund wirklich ansieht oder mit dem „Normalbürger“, warum wurden die nicht befragt? Ätzend!!!
    Aber vermutlich können wir noch froh sein, dass wir nicht in Zwickau leben, dort kommen sie wahrscheinlich schon mit Bärtchen und Scheitel auf die Welt.


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  57. Simon Sachse | 24. November 2011 um 13:02 |

    Um mal drei ganz nüchterne Zahlen spechen zu lassen:
    Wahlergebnisse zur Bundestagswahl 2009 (Zweitstimmen)
    Jena 1.6 % NPD
    München 0.9 bis 1.0 % NPD+REP (die haben da 4 Wahlkreise)
    Nürnberg 1.9 und 2.7 % NPD+Rep (2 Wahlkreise)
    (Quelle: Bundes- und Landeswahlleiter)

    Einen wirklich dramatischen Unterschied kann ich da nicht ausmachen. Zahlenmäßig gibt es in München mehr braune Wähler als hier. In Jena sind es 450. Das finde ich nicht gut, aber daraus eine braune Angstzone zu basteln, ist doch recht kühn. Aber man könnte schon fragen, inwieweit soziale Sicherheit eine Rolle spielt. Für einen Mord reicht natürlich ein einziger Nazi aus, und jeder ist einer zu viel.
    Mich würde aber jetzt wirklich interessieren, ob sich Herr Uhly auf dem Christkindlsmarkt in Nürnberg auch fürchtet …


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  58. @Ralf Böhmer: Könnten Sie bitte Argumente für ihre Ausführungen nennen? Wo gibt es sichtbaren Rechtsextremismus in Jena?
    Und bitte zeigen Sie mir eine belastbare Quelle, nach der sich in Jena eine „Menge Neo-Nazis tummeln“!
    Wenn Sie das auf die Mitte der 90er-Jahre beziehen, dann bin ich geneigt, Ihnen zuzustimmen, aber die Wandlung der letzten 15 Jahre lässt sich nicht einfach wegreden.
    Und um Ihren Beispielen zu begegnen: In Würzburg war übrigens am 01.Mai 2010 ein Faschisten-Aufmarsch, desweiteren können Sie sich ja mal über die Kameradschaft Hamm und deren Aktionen informieren. Die hat nämlich zumindest am 23.10.2010 eine Demonstration in Hamm veranstaltet.
    Wann war eigentlich der letzte Fascho-Aufmarsch in Jena? Soweit ich weiß, dürfte der auf Sommer 2009 datiert sein.


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  59. Mari Ramishvili | 24. November 2011 um 13:05 |

    Das ist ja wirklich eine Unverschämtheit. Ich habe 4 Jahre lang in Jena gelebt und diese Zeit war meine schönste Zeit in Deutschland (übrigens war ich vorher ein Jahr lang in München – war ok). In diesen Jahren habe ich unglaublich nette Menschen (sowohl Deutsche als auch Ausländer) kennengelernt. Wie kann man so einen Beitrag im ZDF senden, ohne vorher genau recherchiert zu haben, und vor allem ohne die Menschen, die in Jena leben, zu befragen. Das ist zeugt von Unwissenheit und ist eine Blamage für die öffentlich rechtlichen Medien. Ich bin zur Zeit darüber so aufgeregt, dass ich die richtige Worte kaum finden kann. In mir kommt eine Wut hoch, wenn ich daran denke, dass jemand über Jena und seine Bürger so etwas sendet. Ich könnte jetzt ganz laut schreien, damit ich ganz Deutschland erreiche, nur um zu sagen, dass ich eine Ausländerin bin, und, dass ich Jena ins Herz geschlossen habe, genauso wie es Jena und die Jenenser getan haben.


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  60. Gruner, Michael | 24. November 2011 um 13:31 |

    Ein großer Teil der Bürger Jenas besteht auf eine oeffentliche Entschuldigung des ZDF s! im Jenaer Rathaus …


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  61. Hallo zusammen, ich bin durch Zufall auf diesen Beitrag gestoßen und bin kurz vor der Fassungslosigkeit. Vieles wurde in den Kommentaren vor mir schon genannt, worauf ich nicht mehr eingehen möchte.

    Das hier der gesamt „Osten“ pauschal als rechte Zone beschrieben wird, ist egoistisch und kurzsichtig. Gerade in meiner Stadt, Dresden, darf ich immer wieder im Februar miterleben, wie stark sich der Großteil der hier lebenden Bürger gegen die „Nazifizierung“ wehrt. Natürlich gibt es auch hier rechtextremes Gedankengut und Menschen, die diese Gedanken gern ausleben. Aber diese gibt es in jeder anderen deutschen (und europäischen!) Stadt auch. Wieso werden sonst zum leider jährlich stattfindenden „Trauermarsch“ der NPD Hundertschaften mit Bussen aus allen Teilen der Republik und aus dem benachbarten Ausland nach Dresden gefahren? Warum ist es den meisten Gegendemonstranten möglich, zu Fuß zum Veranstaltungsort zu kommen? Weil hier alle braun sind und Ausländer verprügeln? Bestimmt!

    Auch an der Universität sehe ich, wie rechtextrem hier alle sind. In vielen Seminargruppen finden sich Studenten ausländischer Herkunft: China, Indien, Afrika, Russland, usw. usw. Warum kommen sie nach Dresden? Weil sie hier keinen Fuß auf die Straße setzen können? Warum gehen sie dann abends mit in die Kneipe? Passt irgendwie alles nicht zusammen…

    Das sind meine Erfahrungen zum Thema. Ich denke, in Jena wird es da nicht viel anders sein. Genauso wie in Hamburg, München oder Dortmund. Das einzige was uns „rechter“ macht als andere Landesteile ist die Position auf der Landkarte. Der Rest ist ein bundesdeutsches Problem, welches nicht verschwiegen werden darf, aber wo wir uns nicht den schwarzen – Entschuldigung braunen – Peter zuschieben lassen.


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  62. Nachdem ich diesen netten Beitrag das erste Mal gesehen habe, wollte ich eigentlich im Verlagshaus der Axel-Springer AG anrufen um mich über diese Produktion zu beschweren…

    …Mir ist dann leider schmerzlich bewusst geworden, dass es sich hier ja um einen öffentlich-rechtlichen Sender handelt.
    Der von den Herren in Mainz immer so selbstverständlich und nebenbei erwähnte Bildungsauftrag wurde hier dermaßen kolossal verbockt, dass es eigentlich schon wieder komisch ist…eigentlich.
    Ich finde es sehr schade, dass mit aller Mühe versucht wurde ein negatives Bild der Stadt und vor allem der Menschen, die hier leben und sich wohlfühlen zu zeichnen. Schon der Beginn des Beitrages ist eine Frechheit und hat nichts mit vernünftigem Journalismus zu tun.
    Da wird pauschalisiert bis zum geht nicht mehr, in allen noch so erbärmlichen Klischees gebuddelt und dach wird alles in praktische Schubladen gesteckt, damit man ja nicht mehr auf die Idee kommen könnte nun selber nachzudenken.
    Natürlich sieht Jena von der Autobahn betrachtet nicht gerade zum Anbeißen aus aber auch da gibt es wesentlich schlimmere Panoramen. Wenn man sich denn dann traut 7 Kilometer weiter in die „Ostdeutsche Angstzone“ einzudringen sieht das Bild wieder ganz anders aus.
    Jede Stadt hat schöne Ecken aber natürlich auch ein paar unattraktive Gegenden, im Westen wie im Osten. Da bin ich schon beim nächsten Punkt.
    Es geht ja nicht nur um Jena, alle neuen Bundesländer werden zur Sperrzone für Ausländer deklariert.
    Ich muss ehrlich sagen: auch in meinem Kopf existiert noch eine Mauer. Niedrigere Renten, höhere Arbeitszeiten, geringerer Verdienst, blablabla. Das für mich erschreckende an dieser kleinen Barriere in meinem Kopf, die durch eben solche Berichte wie der jüngst im ZDF ausgestrahlte immer weiter wächst ist: Ich habe doch gar nichts damit zu tun. Ich bin erst 18. Ich kenne die DDR nur aus Erzählungen und Geschichtsbüchern.
    Mit meiner Geburt wurde ich zum deutschen Staatsbürger, ohne dabei von einer Hebamme einen Stempel mit „Ost“ oder „West“ aufgedrückt zu bekommen. Traurig, dass die Politik es in über 20 Jahren nicht geschafft hat, diesen Zustand zu ändern.


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  63. Auch ich möchte hier meinen Unmut über eine so einseitige Berichterstattung äußern. Ich bin in dieser Stadt geboren und ich fühle mich hier verdammt wohl und andererseits auch sehr betroffen über das, was diese Leute in der gesamten Bundesrepublik so angerichtet haben.Schlimmer noch, daß unsere ach so tollen Behörden einmal mehr ihre „Kompetenz“ unter Beweis gestellt haben. Respekt! Wenn man mal wieder einen Schuldigen braucht: gut dass es den Osten gibt! Im Westen gibt es das natürlich nicht, da gibt es keine sozialen Brennpunkte,nein warum auch. Ferner liegt das Problem bei der Politik. Bei einem so chaotischen Schulssystem, wie dem unserem, mit all seiner „Kleinstaaterei“, in welchem jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, sind wir auf einem guten Weg uns noch mehr Idioten zu schaffen, die evtl. auch sehr anfällig für Rechts- sowie auch Linksextemissmus sind.Kindern gewisse Grundwerte, wie Anstand und Respekt, beizubringen ist die Aufgabe von uns allen ( Ost wie West ), jedoch müssen dafür auch die Rahmenbedingungen stimmen; tut es aber nicht!Das will die Politik ja aber nicht sehen. Liebes ZDF Team, vielen Dank für so tolle Berichte, die viel zur negativen Verständigung in unserem Land beitragen werden !


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  64. Als ehemaliger Student in Jena und auch Münchner, der sieben Jahre in Jena gelebt hat (mein Bruder in Weimar), zeigt mir diese Reportage mal wieder wie engstirnig manche Leute sind, vorallem diejenigen (Steven Uhly) die noch nie aus ihrem wohlbehüteten Stadtteil in München rausgekommen sind, München als Nabel der Welt betrachten und sich ihr Urteil nur anhand solcher Reportagen bilden. Der Roman wird dann wohl auch eher ein Science-Fiction-Roman sein;-), fern der Realität. Ich musste nie, ob tagsüber oder nachts, irgendwie Angst in Jena haben.
    Um sich eine Meinung zu bilden gehört halt doch mehr dazu als irgendwelche schlechten Reportagen oder ein Tag Jena.


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  65. Finde ich sehr übertrieben, eine öffentliche Entschuldigung zu verlangen, auch wenn die Berichterstattung äußerst suggestiv war. Ich lebe total gerne hier, aber man sollte nicht so tun, als wäre alles in Ordnung. Noch immer sind viele an einen offenen Umgang mit „Fremden“ nicht wirklich gewöhnt, und aus Unsicherheit wird leicht eine gewisse Defensivhaltung. Die Atmosphäre abends vor Kaufland in Lobeda oder nachts in der Straßenbahn kann schon mal sehr angespannt sein, und es ist eben schon Einiges an Prügeleien und Verfolgungen von „Ausländern“ in Jena passiert, das ist Fakt! Hat nichts mit „Nazihochburg“ zu tun, aber eine ansonsten moderne und innovative Stadt wie Jena muss es aushalten, dass man auch mal Probleme anspricht. Auch einen superschrägen Filmbeitrag wie diesen kann man als Denkanstoß nutzen…


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  66. Ich (13 Jahre) gehe seit vielen Jahren auf Demos gegen Nazi-Aufmärsche und mit Erfolg. Ich empfinde es fast als eine persönliche Beleidigung!Auf jeden Fall finde ich, dass eine Entschuldingung das mindeste wäre was uns geboten werden kann!


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  67. Wer von Medien eine unvoreingenommene Berichterstattung einfordert, der sollte sich immer vor Augen halten, dass dort ein Mensch subjektiv gefärbete Meinungen versucht, an das Medienpublikum zu bringen. Es gibt per se keine objektiven Nachrichten und wird es nie geben. Menschen haben Vorurteile, eine politische Gesinnung oder antrainierte Verhaltensmuster. Nachrichten werden gewichtet nach bestimmten Themen und Stereotypen. Der Osten hat dabei die ihm zugedachte Rolle als Brutstätte für Neonazis zu erfüllen, während der Westen ein Tummelplatz für die Freiheit und Völkerverständigung ist. Traurig ist, dass diesen Medienquark zu sich nehmen und auch noch glauben. Bei entsprechender Gelegenheit werden diese Stereotypen immer wieder vorgekramt, abgestaubt und entsprechend aufgehübscht, um sie abermals unter die Leute zu streuen. Für wie blöd hält das ZDF eigentlich seine Zuschauer?
    Ich bin gespannt, welche ostdeutsche Stadt die nächste sein wird oder ob der Osten im allgemeinen seine Strafpredigt bekommt. Und noch ein dickes Dankeschön an jene, die die Stereotypen des rechten Ostens im Forum nachgeplappert haben.

    Das Geld kommt aus den alten Ländern und durchaus auch ihre Kader. Sie fassen dort Fuß, wo die etablierten Parteien sich aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gestohlen haben und der NPD o.a. das Feld überlassen haben. In dünn besiedelten Gebieten sind es diese rechtsradikalen Parteien, die diese Lücke erfolgreich füllen und Bürgernähe beweisen. Diese Verzahnung von Ereignissen zeigt ein ums andere mal, dass es ein gesamtgesellschaftliches und gesamtdeutsches Problem ist, kein Phänomen des Ostens. Solange man davor die Augen verschliesst und schildbürgerartig das Licht (Freiheit und Verständigung) säckeweise in den dunklen Osten tragen will, wird man das Problem des Rechtsterrorismus nicht lösen.

    Zum einen hat die Gesellschaft versagt, zum anderen die Strafverfolungsbehörden. Es wird sich noch erweisen, in welchem Ausmaß die Behörden verantwortlich sind. Aber Jena mit einem mal die Schuld zuschieben zu wollen, ist nicht nachvollziehbar und entbehrt jeglicher Grundlage. Man tritt die Arbeit vieler Bürger dort, welche Zivilcourage zeigen und gezeigt haben mit Füssen.


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  68. Lebe in Jena Winzerla, bin nicht annähernd rechts. War öfter im Westen, fand nicht dass die offener waren, wenngleich es einige Städte mit deutlich mehr ausländischen Einwohnern gibt. Aber gerade Jena hat mit seinen 20.000 Studenten einen hohen Anteil auch einen guten Anteil ausländischer Studierender. Ich hab nicht den Eindruck, dass die sich alle verkriechen müssen. Im Übrigen ist Xenophobie nicht mit Rechtsextremismus gleichzusetzen, bestimmte Vorurteile und das Leute nur bestimmte Fragen stellen sind es noch weniger, dies sei an einem Kommentar weiter oben gerichtet. Wer in Jenah tatsächlich nur eine homogene deutsche Bevölkerung sieht, sollte seine Brille wechseln.


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  69. Ralf Böhmer | 24. November 2011 um 17:15 |

    Willkommen in der BRD, liebe empörte Jenenser. Übrigens: Hier müssen sich Medien nicht für Ihre Berichterstattung entschuldigen oder maßregeln lassen.


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  70. Im Campusradio Jena berichtete eine Studentin
    über ihre Erfahrungen mit Fremdenhass in Kahla:

    http://www.campusradio-jena.de/2011/11/01/fremdenhass-studentin-in-kahla-bedroht/#comments

    Beitrag von Anfang November 2011.


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  71. Ralf Böhmer,
    natürlich müssen sich Medien nicht für ihre Berichterstattung entschuldigen, aber es ist ihnen auch nicht verboten. Bei mangelhafter Recherche und Information erfordert schon allein der Anstand, Fehler einzuräumen, diese auszuräumen und sich bei den Menschen, die dadurch diffamiert werden, zu entschuldigen.
    Viele Bundesbürger fühlen sich durch diesen Beitrag persönlich beleidigt und haben ein Recht auf eine Entschuldigung. Das gesunde Mittel zwischen der Freiheit der Medien und Persönlichkeitsrechten von Bürgern ist zu finden!

    Die Medien müssen sich nicht maßregeln lassen – mit dieser Einstellung wird dem kritischen Bürger jegliches Recht auf eine eigene Meinung abgesprochen. Die Medien dürfen also fabrizieren, was allein sie möchten, ohne dafür kritisiert zu werden?
    Ebenso wie die Freiheit der Medien ist die Meinungsfreiheit ein Grundrecht des Menschen. Wenn Sie schon auf das Grundgesetz anspielen, dann doch bitte alle Artikel beachten!

    Gezeichnet,
    eine empörte Jenaerin


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  72. Herr Böhmer,

    schlampige Recherche oder bewusstes Weglassen von Fakten ist definitiv ein Grund, eine Entschuldigung für unangemessene Berichterstattung zu fordern.
    Warum sagen Sie eigentlich nichts zu den unhaltbaren Aussagen, die Sie bar jeder Faktenlage um 12:48 Uhr getätigt haben?


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  73. Ralf Böhmer | 24. November 2011 um 18:31 |

    Liebe empörte Jenaerin,
    sie haben den Preis für die Interpretation des Grundgesetzes gewonnen. Es ist tatsächlich so, die Medien dürfen fabrizieren, was sie wollen. Zum Glück! Sonst würden bald nur noch verfälschte Berichte über angeblich nazi-freie Oststädte laufen. Stellen Sie sich das mal vor! Das wäre genauso besorgniserregend wie Ihre Vorstellung von Persönlichkeitsrechten und diesem „gesunden Mittel“.


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  74. Lieber Herr Böhmer,
    eventuell haben sie meinen obigen Beitrag nicht ganz so aufgefasst, wie er von mir gemeint war: In keinster Weise habe ich gegen die Freiheit der Medien argumentiert – ich wollte zeigen, dass sich bei Beiträgen wie dem des ZDF verschiedene Grundrechte (Persönlichkeitsrechte, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) überschneiden. Ihrer Meinung nach ist das Persönlichkeitsrecht des Einzelnen also weniger wichtig als die Pressefreiheit? Übrigens ist nach dem Gesetz auch Diffamierung nicht erlaubt – das ZDF tut aber genau das in seinem Beitrag. Aber die Pressefreiheit ist wichtiger als andere Gesetze, oder?

    Ich habe niemals gefordert, Beiträge über „nazi-freie Oststädte“ zu senden. Aber wenn über die Problematik von Neonazismus berichtet wird, sollten vor allem in den öffentlich-rechtlichen (Bildungsauftrag!) beide Seiten beleuchtet werden. So auch, dass sich viele Jenaer und Jenenser immer wieder gegen Rechts eingesetzt haben.

    Die Freiheit der Medien gibt diesen wohl das Recht, zu pauschalisieren und schlicht die Unwahrheit zu sagen (auch das ist ein Grund für eine Entschuldigung!)? Die Aktivität von Menschen, die jahrelang gegen rechts gekämpft haben, zu verschweigen, und so ein völlig falsches Realitätsbild zu zeichnen?
    Auf Fakten basierender und sauber recherchierter Journalismus von Institutionen, die die Bürger mitfinanzieren, ist meiner Meinung nach ein Anspruch, den zu stellen nicht mit Spott („Willkommen in der BRD […] Übrigens: Hier müssen sich Medien nicht für ihre Berichterstattung entschuldigen oder maßregeln lassen“) zu begegnen ist!

    Außerdem: Würden sie konkret auf meine Argumente eingehen und nicht nur ironisch einen Satz aus dem Zusammenhang reißen, wäre eine Diskussion wirklich sinnvoll… So eher nicht.


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  75. Bastian Ebert | 24. November 2011 um 18:59 |

    @Ralf Böhmer Nach dem Grundgesetz ist es auch erlaubt, Kritik an solchen Sendungen zu äußern und seine Meinung in dieser Hinsicht zu vertreten. Man kann sich aus dem Gesetzestext erfreulicherweise nicht nur die Passagen herauspicken, die gerade passen sondern es gibt immer das Gesamtpaket.


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  76. Steven Uhly, so ein Spinner. „Die Selbstvernichtungsenergie wird zu einer Vernichtungsenergie“…Soll man da auch einen Sinn drin sehen oder sich nur am Klang erfreuen ? Aus welchem Erdloch ist dieser selbstdarstellerische Clown denn gekrochen ? So ein garstiger Mensch, ohne Spaß. In dem Video klingt es so, als würde ein Ausländer in Jena keine Überlebenschance haben – eine unglaubliche Frechheit. Es kommt in Jena so selten zu gewaltsamen Übergriffen in Verbindung mit rechts…das ist eigentlich eine Rarität.


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  77. Ich habe ja verstanden, dass Ihr alle anderer Meinung seid. Was ich nicht verstehe, ist, dass dem ZDF Frechheit vorgeworfen wird. Das ZDF behauptet rein gar nichts. Der Sprecher aus dem Off kommentiert Meinungen. Eine extreme Meinung, stimmt. Die Aufgeregtheit, die hier an den Tag gelegt wird, gibt dem Autoren Recht. Wer sich seiner Sache sicher ist, kann ganz gelassen reagieren. Ihr seid Euch alle so schrecklich sicher, dass es anderswo ebenso rechts zugeht wie bei Euch. Woher kommt es, dass die Angst vor dem Osten größer ist? Verschwörung der deutschen Medien? Um ihre Macht auszubauen? Denn, wir wissen es doch alle, die Medien werden vom Westkapital kontrolliert? Sie verdienen bestimmt ungeheur viel Geld mit ihren grundlosen Verdächtigungen.

    Bitte akzeptiert, dass der Beitrag von der Angst eines Menschen spricht und sich nicht dazu äußert, ob diese Angst begründet ist oder nicht. Das ZDF ist nun mal nicht Eure Werbeagentur.


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  78. @ Ralf Böhmer,
    etwas weniger süffisant wäre schön, aber es herrscht ja Meinungsfreiheit in unserem Land – im Großen und Ganzen eine feine Sache. Ja, möglicherweise dürfen die Medien fabrizieren, was sie wollen. Schlimm nur, wenn dabei reißerische und verleumnderische Beiträge wie dieser herauskommen, die einen ganzen Landesteil als Angstzone abstempeln und gegen die die Verleumndeten nur wenig tun können, außer sich zu empören. Nun, offenbar müssen wir damit leben, aber man wird uns Jenaern und allen Menschen im Osten zugestehen müssen, unsere Sicht der Dinge bzw. unsere Erfahrungen ebenfalls darzustellen, um das erzeugte Bild zu relativieren.
    @ all,
    ich wohne seit meiner Geburt in (Neu-)Lobeda. Erfahrungen mit Neonazis habe ich in meinen 40 Jahren glücklicherweise noch nicht machen müssen, bestreite aber nicht, dass es auch in dieser schönen Stadt braune Tendenzen und Aktivitäten gab und sicher noch gibt – die Berichte von vor einigen Jahren über Übergriffe auf Ausländer in der Straßenbahn sind mir noch gut in Erinnerung. Zu behaupten, es gäbe in unserer Stadt diese Tendenzen nicht, wäre blauäugig und gefährlich. Wie aber auch die vielen Postings von ausländischen Mitbürgern zeigen, ist Jena sehr wohl eine Stadt, in der es sich angstfrei und sehr gut leben lässt. Dass es auch andere Erfahrungen gibt, ist traurig und beschämend. Nichtsdestotrotz wurde im Kampf gegen Rechts in den letzten Jahren viel ereicht, Beipiele hierzu wurden oben bereits mehrfach genannt. Und bei allen Problemen, die es noch gibt, bin ich trotzdem ein bisschen stolz auf das, was wir in Jena auf vielen Gebieten erreicht haben, auch wenn wir natürlich NICHT der Nabel der Welt sind ;)
    Bei aller berechtigten Empörung vergessen wir nicht, worum es wirklich geht: um terroristische Auswüchse von rechts (stellvertretend für Terrorismus jeder Couleur) und um eine Reihe schrecklicher Morde an Mitbürgern – und die Mörder kamen aus unserer Mitte. Auch, wenn sie der Stadt schon vor mehr als 10 Jahren den Rücken gekehrt haben und wohl auch aus jeder anderen deutschen Stadt (Ost wie West) hätten stammen können.


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  79. Habe heut erst den Bericht vom ZDF gesehen und kann dazu nur sagen, in einem Staat, mit einer solchen Vergangenheit, indem die NPD keine verbotenen Partei ist, muss man sich über gar nichts wundern. Allein schon die Tatsache, dass eine solche Partei erlaubt ist, unter dem Deckmantel freiheitlicher Demokratie, zeigt doch schon wie verquer die Politik dieses angeblichen Rechtsstaates ist. Da werden Menschen mit Migrationshintergrund ins Land geholt, aber Ihre Abschlüsse werden nicht anerkannt. Sie sollen unsere Rente stützen, aber nur die „Drecksarbeit“ machen. Wir wollen Ausländer, aber nur die Elite. Das ist die Politik dieses Staates und da wundert man sich noch über „braunes Gedankengut“? Ich frage mich auch, ob die Herrschaften des Verfassungsschutzes, die ihre Arbeit nicht erledigt haben, nicht eher alles „Wessis“ sind Herr Uhly. Sie sollten vor denen Angst haben, nicht vor den Menschen, die Sie in Ihrem Beitrag verunglimpfen. Für mich ist dieser Beitrag eine schlechte Promo für einen mittelmäßigen Schmierfinken, der wahrscheinlich eher Angst haben sollte, dass er sein Buch nicht los wird. Ich fahre auch nicht nach München, stell mich vor die U-Bahnstation und sage, dass ich Angst habe in München mit der U-Bahn zu fahren, nur weil hier vor längerer Zeit ein Mensch von drei Jugendlichen „ermordet“ wurde, der Zivilcourage gezeigt hat. Und ich behaupte deswegen auch nicht, dass alle Münchner Jugendlichen „Mörder“ sind. Ich kann die Jenenser in Ihrer Wut verstehen, wenngleich ich der Meinung bin, tut alle was gegen Rechts, alle Bürger dieses Landes, vor allem die Politiker. Aber es ist immer einfacher zu meckern, als sich selbst einzubringen. Mich würde mal interessieren, was Herr Uhly bisher getan hat, um dem braunen Gedankengut entgegen zu treten? Wo engagiert er sich? An welcher Demo nimmt er teil? Was tut er als „Schriftsteller“ gegen Rechts, außer fiktive Bücher zu schreiben und sie dann als Wahrheit zu verkaufen?


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  80. „DER OSTEN“

    Ist klar. Scheiß Pauschalurteil. Ich sag mal: „Der Uhly“ ist ein unreflektierter und nicht differenziert denkender Mensch.

    Und das ZDF hat einen Bildungsauftrag, dem es schlicht nicht gerecht wird.

    M.E. hat es am meisten Nutzen für alle Bürger, wenn wir die GEZ-Gebühren etwas senken und das Zweite Deutsche Fernsehen schließen. Die paar Arbeitsplätze in Mainz werden in der Landeshauptstadt schon kompensiert werden können.

    ZDF: Euer Niveau ist leider schon seit Jahren im freien Fall. Nicht nur wegen Klamauksendungen, sondern vorallem wegen dieser schlecht recherchierten und tendenziösen politischen Berichterstattung.

    By the way: Der letzte BEitrag aus 2008 war auch richtig schlecht („Ein bisschen mittelalterlische Gassen da, ein wenig Frankfurt am Main dort“)

    Wer meint, dass die Wagnergasse irgendwas von Mittelalter hat, der gehört in keine Redaktion, sondern zurück auf die Schulbank….

    Die Mainzelmännchen verblöden!


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  81. tolles zdf,
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1501588/Zorn-in-Jena—aspekte-antwortet#/beitrag/video/1501588/Zorn-in-Jena—aspekte-antwortet

    bekommen die eigentlich geld dafür das sie für so ein buch werbung machen.
    bin in jena geboren und wenn in köln eine demo gegen rechts (pro-nrw, pro-köln) stattfindet bin ich immer dabei, vielleicht sollte ich demnächst ein schild hochhalten wo draufsteht das ich aus jena komme.

    Grüße aus Köln


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  82. Sopio Mgaloblishvili | 25. November 2011 um 10:37 |

    ach, gerade musste ich wirklich lachen.Wie unverschämt man sein kann…Ich fühle mich wircklich beleidigt, weil diese Vorurteile nicht der Wahrheit entsprechen.Wie kann man so alles veralgemeinern…Jena ist eine tolle Stadt mit unglaublich freundlichen Menschen. Ich habe auch in München gelebt, aber bin froh darüber, dass ich mich für das Studium in Jena entschieden Habe.Diese Stadt ist wie mein zu Hause geworden und das verdanke ich den Menschen, die hier leben.Das würden bestimmt auch alle meine ausländische Freunden sagen…
    Ich denke dieser „Schriftsteller“ hatte Aufmerksamkeitsmangel,was aber ihm kein Recht gibt über Ostdeutschland solche Schlussfolgerung zu ziehen,besonders wenn er nicht hier gelebt hat.Ich frage mich wann diese „Ossi-Wesi“-Geschichte aufhört.
    Lieber Herr Uhly, ich möchte Ihnen zum Betrügen mitteilen, dass ich(eine Georgierin) in Jena seit fasst 5 Jahren lebe und immer noch Wohl auf bin. Also Sie können sich den Traum „Osten zu bereisen“ erfüllen.Ich würde mich auf Ihren Besuch in Jena freuen. Bestimmt wollen viele „Ausländer“ Ihnen einiges mitteilen.Als letztes, an Ihrer Stelle würde ich mir Gedanken machen Beruf zu wechseln…“Ein gruseliger Ort zum Leben?“-Sie sollen sich bei uns(die in Jena leben) entschuldigen.

    Viele liebe Grüße aus Jena
    Sopio


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  83. Leute beruhigt euch mal, ich habe den Beitrag gesehen und auch als einseitig und sehr schlecht recherchiert betrachtet. Aber was hier einige vom Stapel lassen, das geht nun überhaupt nicht. Eine Entschuldigung für diesen Beitrag zu fordern, finde ich persönlich nicht richtig. Es geht hier einigen nur um den guten Ruf und das Image der Stadt. Das Image ist mir ehrlich gesagt scheißegal. Es geht um Menschen, die von Menschen aus Jena getötet wurden und da hat Jena eine gottverdammte Pflicht oder Verantwortung dazu Stellung zu beziehen. Nennen wir es Scham oder Demut. Und wenn wir uns die Liste ansehen welche rechtsradikalen Straftaten in der Stadt in den letzten zwanzig Jahren passiert sind, aber im eigenen bürgerlichen Dunstkreis nicht wahrgenommen werden, dann ist es fahrlässige oder eher vorsätzliche Ignoranz von einem Großteil der (Jenaer)Bevölkerung.
    Worüber ich mich bei dem Aspekte-beitrag aufgeregt habe, ist die Tatsache, dass in dem Bericht suggeriert wird, dass es diese rechte Gewalt und Einstellungen nur im Osten gibt. Diese Aussage ist unredlich und falsch. Da muss man schon fragen, welcher Wut, Zorn oder Ablenkungsreflex auf den Osten hier eigentlich greift. Man braucht sich nur im Netz umzusehen und Studien über Rechtsextremismus (z.B. http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=061003) lesen, dass die rechten Einstellungen in Ost und West gleichverteilt sind. Die Frage ist hier vielmehr, wann sich rechte Einstellungen in rechte Gewalt formiert. Und erst an diesem Punkt muss man fragen, welche sozialen Umstände dafür insbesondere im Osten eine Rolle spielten und spielen, dass sich die Gewaltstrukturen so etablieren konnten. Hierfür sind ganz klar die besonderen Bedingungen nach der Wende verantwortlich u.a. dass administrative Strukturen in Ost und West völlig versagt haben und das Vorurteile und rechtes Gedankengut in den Behörden eine begünstigendee Rolle spielten.
    Insofern muss man den ZDF-Redakteuren vorwerfen einfach nur von den eigenen Schamgefühlen befangen zu sein und keinen wahrhaftigen analytischen Journalismus zu betreiben.


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  84. @Thomas: Wenn man sich diese Statistik über rechte Gewalt in den letzten 20 Jahren aber auch differenziert ansieht, dann stellt man fest, dass die Tendenz seit mindestens 10 Jahren stark rückläufig ist.
    Was Pflicht und Verantwortung angeht, so ist dazu alles gesagt. Die Jenaer Bürger haben sich gegen Rechtsextremismus engagiert und damit viel erreicht. Damit sind sie ihrer Pflicht und Verantwortung nachgekommen.
    Der Landesverfassungsschutz und die Staatsanwaltschaft Gera haben durch schuldhaftes Zögern überhaupt erst diese Gewalttaten ermöglicht. Dass die drei gefährlich sind, das war schon vor 15 Jahren klar und wurde auch klar so an die Behörden kommuniziert.
    Ich schäme mich für den Thüringer Verfassungsschutz, der bei diesem Fall auf ganzer Linie versagt hat, nebenher aber unzählige Akten über diverse Politiker der PDS/Linkspartei anfertigen konnte. Seit Mitte der 90er werden die Linken (nicht nur die Partei) konsequent kriminalisiert. Nur auf dem rechten Auge scheinen unsere Landesregierung und die ihr unterstellten Behörden in den letzten 20 Jahren durchgehend blind gewesen zu sein.
    Dafür schäme ich mich! Nicht dafür, dass diese Verbrecher durch einen Zufall in meiner Heimatstadt geboren wurden.
    Oder schämen Sie sich etwa, Deutscher zu sein, weil von deutschem Boden zwei Weltkriege ausgingen?


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  85. http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/1501588

    Wie der Chef von Aspekte am Ende seiner Ausflüchte darlegt, ist die Wut der Jenaer Bürger ein guter Aufhänger das aktuelle Buch des Herrn Angsthasen kommerziell auf Kosten der GEZ Zahler anzupreisen.


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  86. Das muss man sich mal vorstellen, da kommt einer einfach so daher um sein Buch auf Kosten der GEZ Zahler vorzustellen, redet schlecht über eine ganze Region und verschwindet dann einfach so. Die journalistische Recherche des ZDF für den gesamten Beitrag ist erbärmlich. Einfach nur schlechter Journalismus in Bildern verpackt. Jena ist für viele (einschließlich Ausländer) so lebenswert. Aber nein, da zeigt das ZDF ein paar schmudlige Ecken von Jena und bringt die Stadt und den ganzen Osten in Verruf.

    Mich würde außerdem gerne interessieren welcher Mitarbeiter beim ZDF seine Prozente am Verkauf des Buches erhält?

    Außerdem sollte München und Bayern zuerst ihre eigenen Probleme rechter Art klären. Also erst einmal vor der eigenen Haustür kehren.

    Ich melde mich schon mal an für einen Beitrag in Wunsiedel, da gab es auch mal eine rechten Demo und rede mal einfach alles so schlecht.

    Jena hat schon oft und wird auch weiterhin Farbe gegen rechte Gesinnung bekunden. Beispiele dafür gibt es viele.

    Ich freue mich jedenfalls auf den 02.12.2011 zum Konzert gegen Rechts in der Oberaue (u.a. mit Udo Lindenberg und Peter Maffay u.a.). Ein Konzert der Extraklasse in der „Angstzone“, Wessis sind nicht willkommen. Hahaha, Das ZDF und Herr Urny können uns auch gestohlen bleiben. Solche Klugschwätzer brauchen wir nicht.

    Auch die Reaktion des ZDF auf den Beschwerdebrief kann so nicht hingenommen werden und ist nicht ausreichend. Dort wird sich unter anderem einfach auf eine Statistik ohne Quellenangabe ala Guttenberg bezogen. Traurig aber wahr.

    Mit dem „Zweiten“ sieht mal halt schlecht.


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  87. Tja, vielleicht sollte mal wieder erklären: „Liebes ZDF auch in Jena – im Osten – zahlt man GEZ-Gebühren“. Ist ja mit dem Soli in einigen alten Bundesländern auch noch nicht angekommen, dass auch der Osten zahlt.

    Ich finde es schlimm, dass nur Werbung für dieses Buch eines namenlosen Autors auf Kosten der Stadt Jena in dem Bericht bzw. in der versuchten Erklärung des ZDFs gemacht wird.

    Und ein gestandener Mann aus München sich nicht länger als einen Tag nach Jena traut.
    Habe es auch als Frau geschafft in Frankfurt/Main mich nachts in Problemviertel aufzuhalten und allein durch die Straßen zu gehen. Mir ist nichts passiert.


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  88. also wenn ich sehe, dass in der multi-kulti-stadt münchen zur bundestagswahl 0,7% npd wählten und in jena 1,6%, kann ich hier keinen wirklichen unterschied feststellen. leider tut der autor in dem beitrag dasselbe, was nazis auch machen: verallgemeinern. außerdem hätten die nazis ihr ziel erreicht, wenn teile deutschland zur no-go-area erklärt würden. aber sind wir ehrlich: dass jena kein paradies(!) für ausländer – besonders farbige – sei, kann schon stimmen. nur das problem haben wir in ganz deutschland: siehe günter wallraffs doku „schwarz auf weiß“.


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  89. Tobias Netzbandt | 25. November 2011 um 20:48 |

    Ich finde es empörend, wie Bilder von – augenscheinlichen – Neo-Nazis in den Beitrag (z. B. Minute 1:17-1:23) eingeflochten werden. Diese Aufnahmen stammen ganz offensichtlich nicht aus Jena und – anzunehmen – nicht vom Drehtag. Warum Bilder ohne irgendeinen Hinweis, dass sie nicht am Drehtag und nicht in Jena aufgenommen wurden und kommentarlos [„Archivaufnahmen“] bleiben, halte ich persönlich für einen Skandal.


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  90. Ich bin in Jena geboren, wohne seit 40 Jahren hier und hatte noch nie mehr Angst als in Hamburg, Frankfurt, Berlin, Dresden, Leipzig, Rostock, Dortmund und anderen Städten Deutschlands.
    Mal abgesehen davon, haben sich diese Gruppierungen ca. 1990 im ganzen „Osten“ Deutschlands gegründet/gefunden/positioniert. Aber woher hatten diese Rechten das Geld, die Stimmungs- und Meinungsmacher, sowie das Wissen sich so zu profilieren? …höchstwahrscheinlich von Rechten aus dem „Westen“!
    Hier wollte ZDF endlich mal wieder Punkten und höher Einschaltquoten erreichen.
    Wenn dem aber so ist, wie uns allen suggeriert wird, sollte man vllt. mal nach dem warum fragen?
    Warum gibt es solch eine Gesinnung, solches Gedankengut?
    Letztlich wird uns aber durch die Medien nur suggeriert, dass es Braune waren.
    Wer aber sagt, dass es die tatsächlich diese waren und nicht außergewöhnliche Verbrecher!
    Warum erzählt die, jetzt bei der Polizei Schutzsuchende, nicht das was Sie weiß?
    War/Ist Sie selber ein V – Mann / Frau?
    und…
    Warum soll sich daran in Zukunft etwas ändern`?

    Jena ist und bleibt meine Heimantstadt und ist genau so sicher/unsicher wie; Berlin, Dresden, Plauen, Zwickau, Gera, Weimar, Erfurt, Eisenach, Gotha, Nordhausen, Giesen, Kassel, Hersfeld, Regensburg, Rostock, Bremen, Flensburg, Hamburg, Ingolstadt, Kolenz, Frankfurt,Wiesbaden, München und viele andere Städte Deutschlands.


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  91. In unserem Hostel übernachten jährlich ca., 2000 ausländische Gäste. Vielen von ihnen war es ein Bedürfnis uns mitzuteilen, dass der Ort Jena neben seiner wunderbaren Natur auch ein angenehmer Ort zu leben ist. Diese Aussage treffen ebenfalls der größte Teil von Studenten aus den Altbundesländern . Gerade die jetzt Zwanzigjährigen reisen voreingenommen zum studieren nach Jena und nehmen ihre gewonnen Eindrücke mit nach Hause und lösen somit bestehend Vorurteile langsam auf.
    Aber was macht das ZDF ? Ein Film wird nicht aus dem Kalten produziert , nein ! das Drehbuch stand vorab fest. Man nehme Bahnhof-(Zoo) – die passende Musik – Parkplatz – einen ehemals NPD -schauspieler der auch jetzt der Sache nicht dient – Moses – und zum Abgang abendliche Stimmung mit, jetzt steige ich in meinen warmen ICE und nur ab hier. Ein Hauptdarsteller der in Wort und Schrift geschult sein sollte und sich aber artikuliert wie in einer billigen Vorabendserie ?!?
    Warum ? Wo sind die über 20000 Studenten die man hätte Fragen können ? Meinetwegen auch Lothar Späth wenn der noch lebt . War nicht noch vor kurzem Jena in die Liga mit München gewählt worden ? Wollte man da einfach mal gezielt in eine Richtung schießen, um das bekannt vorhandene Pulverfass samt Leiche im eigenen Keller zu verstecken ?


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  92. Mittlerweile löscht amazon.de die negativen Kommentare zu Uhlys Buch. Hätte ich nicht erwartet!! Da weiß man gleich, was Bücherbewertungen bei amazon für eine Bedeutung haben.

    Übrigens: Produkt-Placement – ZDF verstößt gegen § 7 Rundfunkstaatsvertrag!!! Herzlichen Glückwunsch!!!


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  93. Günter Platzdasch | 27. November 2011 um 03:31 |

    @SOB:
    (1.) was sind denn eigentlich „’nochnichtganz‘-verfassungsfeindliche Symbole“? ACAB-shirts? lichterketten vol aldi? doc-martens-stiefel? rieker-antistress-schuhe? das österreichische staatswappen (was doch der adler da in den klauen hält…)? und wer definiert was „verfassungsfeindlich ist? der verfassungsschutz? antifas als alternative verfassungsschützer? oder oder oder? für mich ist legal, mithin gestattet und trotz aller geschmacklosigkeiten auszuhalten, was nicht illegal ist. und das steht in den einschlägigen paragraphen des strafgesetzbuchs.
    (2.) und wo in winzerla kann man solchermaßen „öffentliche Herumstolzierende“ denn nun „bestaunen“? da mir der stadtteil nicht grade fremd ist, erbitte ich zweckdienliche hinweise….


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  94. die burschenschaften und verbindungen in jena hat noch keiner erwähnt. darüber sollte man auch mal sprechen!


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  95. Nein, danke! | 27. November 2011 um 13:38 |

    Hallo Reaktionär, man sollte auch die Dünnbrettbohrer und die Kampfhunde nicht vergessen.


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  96. ohne dem Zweiten sieht man besser…


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  97. meine güte, seit über 20 jahren werden hier stillschweigend tlz und otz ertragen*, und auch noch als presseerzeugnisse wahrgenommen, und dazu noch das unterirdischste aller dritten programme der ard, dieser mittelmäßige deutsche rundfunk- alles geschenkt sind ja unsere heimatsender und -blätter, wo der ossi seine geschundene seele gebadet und gesalbt kriegt (anstatt gesellschaftlich relevante informationen.) aber fühlt sich der bewohner des nabels der welt mal ungerecht vom westfernsehen behandelt, erwacht der wutbürger in ihm und man wartet förmlich darauf, daß das nächste fernsehteam, welches einen zdf-aufkleber an der kamera hat. hier aufkreuzt, damit sich mal wieder ein schöner lynchmob bilden kann der die bösen wessis aus der stadt jagt, solange bis sie positiv über jena berichten.
    klar haben wir das fest der völker aus der stadt vertrieben- mit 3000 bis 5000 gegendemonstranten, von denen mindestens ein drittel von auswärts kamen. fällt da irgendjemandem auf, daß wir hier 100000 einwohner haben, und daß die zahlen so gesehen eher dürftig ausfallen.
    und daß wir nach wie vor eine sehr aktive naziszene in jena haben, welche noch viel gefährlichere sachen macht, als einzelne leute auf der straße totzuschlagen, nämlich koordination und vernetzung von npd, freien kameradschaften und burschenschaften voranzutreiben, sollte hier eigentlich die empörung hervorrufen, welche diese dämliche zdf-sendung ausgelöst hat.

    @ günter platzdasch: um die symbole zu sehen, mußt du sie kennen; daher hier der link zum lernen: http://www.dasversteckspiel.de/

    *von dieser kritik ausdrücklich ausgenommen: bodo baake und frank döbert.


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  98. Wolfram Wirbelauer | 28. November 2011 um 14:07 |

    Die Selbstverständlichkeit, mit der Sie hier NPD, freie Kameradschaften und Studentenverbindungen in einen Topf schmeißen ist eine Frechheit und zeugt von mangelndem Wissen um die Fakten. So schadet man Unschuldigen. Es gibt einen Unterschied zwischen berechtigtem Einsatz gegen Nationalsozialisten und rechten Terror, und Hexenjagd gegen tolerante und ungefährliche Träger konservativer Werte, die mit solch rechten Irren nichts gemein haben.


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  99. Michael Weber | 28. November 2011 um 15:28 |

    Hier ist ja schon vieles geschrieben und gesagt worden und,offengestanden, war ich nur einmal in Jena,im Jahr 2010.
    ich bin damals vielen ausgesprochen offenen,engagierten und freundlichen Menschen begegnet. Aus dem Ruhrgebiet kommend traf ich,der zum allererstenmal im „Osten“ war,auf eine Stadt wie ich sie auch in meiner heimatlichen Nachbarschaft finden könnte.
    Und damit bin ich auch schon beim Punkt.
    Gestern haben zwei Neonazis ca. 10 km von Witten a.d.Ruhr,wo ich lebe,zwei türkische Jugendliche in Dortmund brutalst zusammengeschlagen. Einer der Täter war vorbestraft wegen Totschlags und „auf Bewährung“…
    So,und nun?
    Das Ruhrgebiet ein Hort brutalsten Neonazitums ? Eine auf dem „rechten Auge“ blinde Justiz,die einem erklärten Faschisten „Bewährung“ gewährt ?
    Ein unbedarfter ZDFler könnte dieses Bild mit Leichtigkeit konstruieren und ins Bild setzen.

    ;) Ich versichere euch,wir sind nicht alle so in Bochum,in Dortmund oder auch hier in Witten…aber es gibt eben auch hier hirnverbrannte,braune Dösköppe,die vor nichts zurückschrecken. So wie in Jena,in Zwickau und überall in unserer schönen Republik.


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  100. Als ich ´94 aus einem kleinen Westdeutschen Dorf nach Jena gezogen war, gab´s hier wirklich mehr Neonazis als in meiner alten Heimat. (Es gab zwar auch allgemein deutlich mehr Menschen, aber es waren damals schon einige mehr.)
    1996 lebte ich (zwar deutsch, aber damals rein äußerlich deutlich links aussehend … zumindest hatte mich mal in Hannover eine Glatzkopf-Truppe deswegen angemacht) im Hochhaus am Saalbahnhof neben einer Handvoll Glatzenkinder. Alle mit Schlagring und Narben, aber sicher nur noch größerer Gruppe, angetrunken und anonym wirklich gefährlich.
    Ich erinnere mich noch an eine Nazi-Demo etwa im Jahr 2000 unter unserem damaligen Fenster lang, wo wir eilig Eier und Tomaten gesucht haben und bedacht werden mußte, ob geworfene Eier auf eine genehmigte Demo einem Jura-Studium schaden können.

    Dann war´s das aber auch …. irgendwie verschwand der Rechtsextremismus, aber nicht die öffentlichen Bekenntnisse dagegen.
    Wie ein Kommentarschreiber hier schon schrieb, die letzten 15 Jahre wurden einfach vergessen. Wahrscheinlich waren Herr Uhly und das ZDF-Team (!!!) die letzten 15 Jahre gar nicht hier und versuchen nun ihr Bild von irgendwo und irgendwann, wie real es auch sein mag, aufrecht zu halten. Vorurteile sind ja auch beliebt beim Publikum, weil es sich dann zurück lehnt und kein eigenes Bild mehr braucht.
    Umdenken ist eben schwer und gelingt nicht jedem.


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  101. Totale Stigmatisierung, keine Frage. Was sich das öffentlich rechtliche hier geleistet hat, ist unerhört und bedarf sofort einer Entschuldigung. Und dafür bezahlen die meisten noch Gebühren… Frechheit -.-. Wen wunderts denn aber noch in der beschissenen, ach so unabhängigen deutschen Medienlandschaft.
    Eins muss ich aber ganz klar sagen: In Winzerla & Lobeda gibt es definitiv ein Problem mit Rechtsextremen, was z.B. beim Flutlichtfestival in den letzten Jahren immer wieder super reflektiert wurde. Ich habe selber dort gelebt und kann sagen, dass die teilweise schon ins öffentliche Straßenbild gehören. Vielleicht hat es sich im letzten Jahr verbessert, aber als ich dort vor nicht allzu langer Zeit wohnte, konnte ich da einige gravierende Probleme wahrnehmen (ich erinnere z.B. nur an einige Aktionen des FN Jena). Besonders als offen antifaschistischer Mensch hat man es dort nicht leicht .. dieses Problem ist auf keinen Fall von der Hand zu weisen. Das haben in den letzten Jahren aber schon einige Leute angesprochen und es ist nichts Neues, trotzdem sollte sich dort was ändern. Und viele Ecken in Ostdeutschland haben ein Naziproblem, oh ja(!!), aber das ist genauso in Westdeutschland der Fall (ich sage z.B. nur Dortmund!!!, dagegen ist einiges hier Kindergarten). Hatte dort zum ersten Mal Todesangst wegen Faschos…
    Aber wie gesagt, der Bericht ist vollkommen haltlos. Bild-Zeitungsniveau, mehr ist das nicht!


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  102. Ich bin aus dem Westen, um es stereotyp zu sagen, gemeldet bin ich seit dem Beginn meines Studiums 2009 in Jena. Im Moment bin ich fuer ein Auslandsjahr in den USA. Ich bin nicht einfach nur in Jena, um in Bayern Studiengebuehren zu sparen, sondern wegen der hohen akademischen Qualitaet meines Studienfaches. Jena ist aufgrund des hohen Studentenanteils fuer seine relativ kleine Einwohnerschaft eine unglaublich facettenreiche, multikulturelle und kulturreiche Stadt. Die Alt-Jenenser sind aufgeschlossene, pragmatische und hilfsbereite Leute. Ich bin Tutor fuer internationale Studenten fuer das Internationale Buero der FSU, und KEINER meiner auslaendischen Studenten hat sich in Jena jemals unsicher oder bedroht gefuehlt. Ich erlebe hier groessere Toleranz ud besseres Miteinander als in vielen „Weststaedten“. Natuerlich ist nicht alles perfekt, bei Fussbalspielen gibt es immer wieder Probleme mit rabiaten Fans, ungebildete und frustrierte Jugendliche, die ihre Probleme in Leuten andere Herkunft sehen, gibt es wie in ganz Deutschland auch hier, die tatsaechliche rechte Szene in Jena allerdings ist verhaeltnimaessig klein, Nazis und deren Veranstaltungen werden im oeffentlichen Statdtleben nicht toleriert und haben keinen Stand. Was genau die rechte Szene in Jena tut, darueber weiss ich zugegebenermassen nicht sehr viel, ich weiss allerdings, dass sich ihre Aktivitaeten nicht ins oeffentlich wahrnehmbare Stadtbild mischen. Burschenschaften oder Teile ihrer Mitglieder neigen haeufig gen rechts, dennoch muss man sie von Rechtsextremen unterscheiden, da viele von ihnen lange Traditionen studentischer Zusammenschluesse darstellen und nicht einfach als Nazi-Gruppen eingestuft werden duerfen, so fern mir ihre politischen Vorstellungen auch liegen..
    Jena ist ein positives Beispiel fuer den Osten, kein nagatives. ich wuerde hier auch spaeter wohnen, und es der ueberteuerten Grosstadtarroganz mancher Westmetropolen definitiv vorziehen!


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  103. Wahnsinn, dieser Beitrag, dieser achso gebildete Autor lässt es ja gerade wie einen gefährlichen Trip in den Löwenkäfig aussehen, sein güldenes Füßlein aus dem sicheren ICE herauszubewegen.. Das eigentlich brutale an dem Beitrag: Er ist überzeugend. Würde ich als unwissender Wessi (ich bin Wessi) diese 6 min sehen, wäre ich Uhlys Meinung!! Ich würde meinen Kindern von einem Ost-Studium abraten. Medien können SO manipulativ sein. Wahnsinn, denn was ich in dem Beitrag sehe hat wenig mit der Jenenser Realität zu tun!


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  104. Wahnsinn wie „wild“ der Osten doch sein soll…

    Es ist quatsch das geographisch einzugrenzen, denn nach eigener (ganz) kurzer Recherche kommen bekannte rechte Bands zu 80% aus dem Westen. Auch wenn ich zu meiner Schande gerade selbst verglichen habe, sollte man doch das ganze Ost/West-Gehabe ablegen und jegliche Gewalt „bekämpfen“.


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  105. Ich würde hier gerne auf die Erklärung von Steven Uhly hinweisen. Ich denke, diese kann viell klären und evtl. die Gemüter – vor allem ihm gegenüber – auch wieder beruhigen.

    http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Wie-Jena-im-ZDF-zur-Stadt-der-Angst-wurde-7259321


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  106. Die blöde Westpresse disst schon wieder Jena!
    http://www.sueddeutsche.de/politik/rechtsextremer-terror-polizei-nimmt-weiteren-neonazi-fest-1.1221224
    Und die immer noch von Buschprämien in den ach-so-wilden Osten gelockten Westpolizisten helfen iIhnen auch noch!
    Wissen die denn nicht, dass Jena toll ist und es hier sowas nicht gibt? Früher mal, ja, vielleicht, aber jetzt? Selbst Udo traut sich hierher (äh, Lindenberg, nicht Voigt)!
    Denkt denn keiner an den Ruf von Jena?

    Jetzt, wo Wohlleben verhaftet ist, muss aber wirklich wieder alles Heititei sein, so geht es ja wohl nicht.

    Leute, vergesst mal Eure verletzten Eitelkeiten und macht die Augen auf. Bitte.


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  107. @soso,

    Danke für den Hinweis.

    Aber ich befürchte trotzdem, dass sich die Empörung in Jena weiterhin gegenüber den Falschen kundtun wird. Selbstkritisches Denken ist schmerzhaft und erfordert ein großes Maß an Frustrationstoleranz, die Bereitschaft zu beiden scheint allerdings bei viele meiner Mitbürger hier in Jena (zumindest unter denen, die im zur Zeit im Internet als „Aktive“ auftreten) gegenwärtig nicht sonderlich ausgeprägt zu sein.

    Ich hoffe wirklich inständig, dass sich so langsam auch die vielen Menschen, welche Jena so liebenswert macht, endlich zu Wort melden. Wir sollten diesen unsäglichen öffentlichen Diskurs nicht den „Empörten“ überlassen. Es gibt gegenwärtig wirklich genug gründe sich als „Empörter“ zu exponieren, nicht aber gegenüber der bösen (freien) Presse!

    Wo waren die über 3000 „Empörten“ eigentlich am Samstag? Einkaufen, auf dem Weihnachtsmarkt, vor dem verhassten TV? Hat es einer der „Empörten“ am Montag nach Erfurt geschafft?

    An dieser Stelle sei meine tiefe Dankbarkeit gegenüber den Menschen geäußert, die sich seit Jahren – auch gegen den Widerstand der um den Ruf der Stadt fürchtenden – aktiv gegen den Rechtsextremismus sowie den alltäglichen Rassismus in dieser Gesellschaft einsetzten. Danke Aktionsnetzwerk, Danke Herr Schröter, Danke dem Förderverein The VOICE e. V., Danke den zahlreichen antirassistischen Gruppen an der Uni, etc. Es sind diese Menschen, welche den (ach so wichtigen) Ruf dieser Stadt positiv verändern, es sind nicht die jetzt „Empörten“!


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  108. Simon Sachse | 29. November 2011 um 12:24 |

    @ soso
    Zwischen dem SZ-Artikel und dem aspekte-Beitrag liegen schon noch Welten. Kein Grund zu blöder Häme.
    Keiner hat behauptet, den Wohlleben gäbe es in Jena nicht. Bisher hieß es aber immer, der sei nach dem Gesetz ein unbescholtener Bürger. Plötzlich hat der Verfassungsschutz meterweise Akten, und ihm fällt ein, dass der Nazi eine Waffe besorgt hat. Schön, aber arg spät.
    Das Problem für mich als Bürger ist schließlich, dass ich nicht einfach hingehen kann und den stadtbekannten Nazi verhaften, weil mir seine Ansichten zuwider sind. Selbst „Nazis raus!“ zu rufen, führt nicht weiter, denn irgendwo müssen sie hin. Die Welt ist kein Stück besser, wenn Nazis von Jena nach Zwickau ziehen. Ich bin sehr für Nazis rein, und zwar in den Knast, aber dafür braucht es Strafverfolgungsbehörden, die ihre Aufgabe ernst nehmen.
    Die wirklich überzeugten, gewalttätigen Nazis wird man weder mit einer Demo noch mit Kerzenanzünden umstimmen können. Es kann eigentlich nur darum gehen, ihren Einfluss einzudämmen. Und da gab es am Sonnabend einen wichtigen Hinweis: Wo die Jugendarbeit aus Kostengründen eingespart wird, überlassen wir das Feld den Nazis. Ehrenamtliche tun sicher eine Menge, aber für sie wird der Beruf immer Priorität haben, weil sie von irgendwas leben müssen.
    Weswegen ich nach wie vor der Meinung bin, dass die Stadt mehr in die Jugendarbeit und weniger in Prestigeprojekte investieren sollte. Wofür ich im letzten Jahr beim Bürgerhaushalt gestimmt habe.
    Am Sonnabend war ich auf dem Holzmarkt, und den aspekte-Beitrag finde ich trotzdem unterirdisch, weil er mit dem Tenor „der Osten ist halt unzivilisiert“ die Lösung der eigentlichen Probleme eher verhindert. Was man der DDR in die Schuhe schieben kann, muss man nämlich nicht ändern.


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  109. @Simon Sachse,

    Also auch wenn ich befürchte die Diskussion wird hier nicht mehr weiterführen – letztlich beharrt hier ja jeder einfach auf seiner Position – ohne das dabei sowas wie ein Gespräch entstehen könnte, will ich noch einmal kurz auf Ihren Beitrag eingehen.

    Also auch wenn ich Ihnen in vielem was Sie hier schrieben zustimmen kann, würde ich Ihnen gerne folgende Frage stellen: Ist der Aspekte-Beitrag und die in diesem sich ausdrückenden Vorurteile gegenüber „dem Osten“ wirklich das gegenwärtig in diesem Zusammenhang wichtigste Problem?

    In diesem Zusammenhang stellt sich für mich eine weitere wichtige Frage: Sie weisen hier immer wieder zu recht auf den Zusammenhang zwischen engagierter Zivilgesellschaft (auf die wir in Jena ja durchaus auch berechtigt stolz sein können) und den staatlichen Institutionen hin (welche im Fall der NSU wohl mehr als einmal versagt haben). Doch wenn man den ganzen Themenkomplex mal grundlegender Betrachtet, stellt sich klar die Frage, aus welchen Diskursen kann eigentlich eine engagierte Zivilgesellschaft unter den Verhältnissen einer pluralen Gesellschaft hervorgehen. Ich habe hier in Jena das Gefühl, dass die Opposition zu „dem System“ zur wichtigsten Integrationsformel dieser Zivilgesellschaft geworden ist (egal ob lokale Politikelite, die Medien etc. pp.). Nun kann ich diesen Impetus durchaus verstehen, vor allem auch wenn die Bedingungen reflektiert werden, unter denen in der damals noch existierenden DDR die Zivilgesellschaft hat begonnen sich herauszubilden. Dennoch leben wir nun seit über 20 Jahren in einer Demokratie (welche ohne Fragen Problem hat, in der es ohne Zweifel viel Raum für Verbesserungen gib, welche unter allen Umständen immer dem kritischen Blick der Bevölkerung ausgesetzt werden muss – diese Aspekte will ich hier aber nicht zum Thema machen). Das Vertrauen in die Institutionen dieser Demokratie ist – allem Umfragen zufolge – in Deutschland in den letzten Jahren rückläufig und darüber hinaus in den östlichen Bundesländern weniger ausgeprägt als in den westlichen. Ist es, Ihrer Meinung nach, unter diesen Umständen wirklich zielführend, eine Zivilgesellschaft als reine Opposition gegen die staatlichen Institutionen aufbauen zu wollen?
    In welcher Weise könnte nicht eher darüber nachgedacht werden eine Zivilgesellschaft als politischen Akteur in einer Demokratie zu etablieren, der nicht in Opposition, sondern als zusätzlicher Akteur neben den staatlichen Institutionen auftritt. In welcher Weise, ist Ihrer Meinung nach, dann aber vor allem als ein erster Schritt ein selbstreflexives Verhältnis dieser Zivilgesellschaft zu sich selbst vorausgesetzt? Damit bin ich dann auch bei meinen Punkt:

    Wenn sich eine wirkliche Weiterentwicklung der Demokratie mittels einer engagierten Zivilgesellschaft verwirklichen lassen kann, muss sich diese Zivilgesellschaft selbst permanent in einem kritischen und reflexiven Diskurs befinden und sich daher stets in einem kritischen selbstbezüglichen Verhältnis entfalten. Wenn sich nun aber herausstellt, dass der alltägliche Rassismus, die vielen Vorurteile gegenüber Fremden zu einem Hindernis auf dem Weg in eine engagierte Zivilgesellschaft in pluralistischen Gesellschaften herausstellt, wäre dann nicht gerade jetzt der Zeitpunkt eben diese Missstände in der Zivilgesellschaft selbst zu wichtigsten Thema zu machen – gerade auch um den Weg einer demokratische Entwicklung dieser Zivilgesellschaft zu ermöglichen?


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  110. Simon Sachse | 29. November 2011 um 18:42 |

    @Rolle:
    Es tut mir leid, aber ich habe die Frage nicht verstanden. Ich habe nicht Politikwissenschaft studiert, sondern bin nur ein politisch engagierter Bürger. Ich versuche mich trotzdem an einer Antwort.
    Für mein Gefühl ist es rassistisch, Türken vorzuwerfen, sie produzierten nichts als kleine Kopftuchmädchen (eine Äußerung, für die man erschreckenderweise nicht aus der SPD ausgeschlossen wird). Und es ist ebenso rassistisch, dem Osten pauschal vorzuwerfen, ein brauner Sumpf zu sein. Selbst wenn 400 Jenenser NPD wählen – der Rest der vermutlich etwa 80000 Wahlberechtigten hat sie nicht gewählt.

    Und was die Zivilgesellschaft betrifft – die sollte man nicht so eingeengt sehen. Wer als ehrenamtlicher Trainer in einem Sportverein arbeitet, wer in der Elternvertretung sitzt, wer irgendwo eine kulturelle Initiative entfaltet – ist Zivilgesellschaft, aber in keiner Weise Opposition. Und im Rahmen des Themas: wo ein Demokrat arbeitet, arbeitet kein Nazi. Sooft die Gewerkschaft hier auf jenapolis etwas gegen Nazis veröffentlicht, wird sie reflexartig angegiftet, sie sollte sich gefälligst um ihre eigenen Aufgaben kümmern. Ich erkläre dann allemal, dass ich dieses zivilgesellschaftliche Engagement für eine Aufgabe der Gewerkschaft halte. Und wenn die Gewerkschaft für eine Demo ihren Lautsprecherwagen zur Verfügung stellt, dann habe ich den mit finanziert mit meinem Beitrag.
    Der Bürgerhaushalt könnte ein Instrument sein, um die Zivilgesellschaft an der Politik zu beteiligen – wenn der Stadtrat darin mehr als eine unverbindliche Meinungsäußerung sähe. Wenn die Mehrheit der Bürger meint, man sollte mehr in Jugend und Soziales investieren und lieber bei der Kultur kürzen, der Stadtrat aber das Gegenteil tut, dann kann man schon am Sinn der Aktion zweifeln.
    Man sollte auch als Politiker nicht erwarten, dass sich eine Bürgerinitiative bildet, nur um ihm zu sagen, wie toll sie seine Politik findet. Das passiert lediglich im Wahlkampf, wenn sich die CDU in ein Dutzend Bürgerbewegungen aufteilt, um flächendeckende Zustimmung zu simulieren. Der Bürger an sich ist träge. Wenn er zu so drastischen Methoden wie Petitionen, Unterschriftensammlungen und Bürgerbegehren (die noch dazu verdammt teuer sind) greift, dann nur deshalb, weil er mehr als gewöhnlich über die Politik erbost ist.
    Derartige Meinungsäußerungen könnte man als Politiker ernst nehmen. Dann hätte der Bürger das Gefühl, man kümmere sich um seine Belange und würde vom Volksvertreter vertreten. Die Erfahrung in Thüringen ist aber eine andere. Auf Bürgerbegehren folgt nie ein Umdenken, sondern immer eine juristische Auseinandersetzung. Das ist mangelnde Achtung vor dem Souverän.
    Die Politikverdrossenheit hat mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas mit den Erfahrungen der Bürger mit der Politik zu tun. Ich kann nicht nach der Zivilgesellschaft schreien, wenn sie mir gerade in den Kram passt, ansonsten aber tun und lassen, was ich möchte. Nach den Erfahrungen der letzten 20 Jahre ist es eher erstaunlich, dass es immer noch Leute gibt, die sich aufraffen und etwas tun. Wenn ich nur ein paar Monate zurückdenke, dann haben wir in Jena sehr deutlich erlebt, dass antifaschistisches Engagement kriminalisiert wird. Nicht von der Stadt, sondern von der Dresdner Staatsanwaltschaft. Damals waren wir die Chaoten, weil wir dagegen protestiert haben. Heute hätte man gern, dass wir was gegen die Nazis tun.
    Ich gehe noch einen Schritt weiter: Alles, was dazu führt, dass Menschen weniger Angst vor der Zukunft haben und von ihrer Arbeit leben können, gräbt den Nazis das Wasser ab. Ich engagiere mich für einen flächendeckenden Mindestlohn und für Gleichbezahlung von Leiharbeitern. Und Sie?


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  111. Jenenser_93453 | 29. November 2011 um 19:03 |

    @Rolle: das ist doch mal ein Text von ihrer Seite, der ihre Bedenken gegnüber der Kampagne mit weniger Schmäh erklärt. Bleiben sie im Forum, die Ureinwohner werden mit ihnen diskutieren und zuhören!
    Ich meine, dass es neben den sehr engagierten Gruppen genügend „Bürgerliche“ in Jena gibt, die aufgerüttelt werden können und wieder für Mitgestaltung Zivilgesellschaft erwärmen können.
    Wie ich Herrn A. Petrich (Jenapolis) kenne, wird er sie (Rolle) in der Runde der engagierten Bürger mit offenen Armen empfangen.
    Jenenser_93453


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  112. Jenenser_93453 | 29. November 2011 um 19:45 |

    @unanbeatbar: von ihm zitiert: „meine güte, seit über 20 jahren werden hier stillschweigend tlz und otz ertragen*, und auch noch als presseerzeugnisse wahrgenommen, und dazu noch das unterirdischste aller dritten programme der ard, dieser mittelmäßige deutsche rundfunk- alles geschenkt sind ja unsere heimatsender und -blätter, wo der ossi seine geschundene seele gebadet und gesalbt kriegt (anstatt gesellschaftlich relevante informationen.)“
    ————-
    Genau das gehört auch angegangen! Und viele Leute ko..en diese WAZ-Medien an. Sie wissen nur nicht, was tun dagegen. Aber vielleicht habe sie ja eine Idee.
    Jenapolis ist ein erster Schritt für unabhängige, lokale Infos. Der MDR gehört für mich in seiner jetzigen Form abgeschafft, das ist für mich als Ex-DDRler fast so schlimm wie Original-DDR. Als Jenenser lese ich sonst nur Sueddeutsche und schaue Bayrischen Rundfunk (lustig, gell?). Da kommt einfach mehr relevante Info rüber.
    Jenenser_93453


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  113. Danke Thomas Uhlemann, der Brief spricht mir aus der Seele. Ich finde eine solche Berichterstattung nicht nur grottenschlecht, nein auch eine Unverschämtheit. Ab sofort werde ich diesen Sender boykottieren. Hier werden Bewohner einiger Bundesländer unter Generalverdacht gestellt. Das Rechte Problem ist ein Gesamtdeutsches Problem (auch die alten Bundesländer). Aber wie immer zeigt gerade Jena, wie man sich friedlich zur Wehr setzt.

    Uschi


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  114. Günter Platzdasch | 29. November 2011 um 23:24 |

    wenn ich sowas lese wie „die blöde westpresse“, dann weiß ich, wes geistes kind ich vor mir habe. mit solchen jenaer heimatschützern mag ich nix zu tun haben, dann lieber blödes „westfernsehen“ (wenn überhaupt noch fernsehen)…
    @unanbeatbar: die codes sind mir durchaus bekannt, habe grade dieser tage bei ner antifa-gruppe den aktuellen thor-steinar-hochglanzkatalog durchblättern können… wie lustig, womit antif sich so beschäftigt. eben gegen solche „versteckspiele“ und wiedererkennungs- sowie entlavungsspielchen zielte mein einwand. ich halte diese ganze symbolpolitik („zeichen setzen“ dröhnt’s grade wieder massiv aus allen kanälen, von angela merkel bis katharina könig…) in der auseinandersetzung mit politischem und religiösen extremismus nicht viel ~


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  115. Esther Seifert | 30. November 2011 um 09:12 |

    soviel dazu, dass Rechtsradikalismus nur ein Problem im Osten Deutschlands ist. Manche öffentlich-rechtliche Einrichtungen scheinen das recherchieren nicht verlernt zu h aben, vielleicht sollte das ZDF dort mal nachfragen wie man das macht! –> http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/30/dlf_20111130_0751_b6283440.mp3


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  116. Einigen wir uns darauf:

    – Uhly ist ein armer Mensch voller Vorurteile
    – Das ZDF kann nicht recherchieren
    – Jena ist voll knorke!

    :-)


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  117. Die Postbeamtin, bei der ich mein Konto eröffnen will und welche daraufhin meinen Mitbewohner fragt, ob ich überhaupt die deutsche Staatsbürgerschaft habe; die JenaWohnen-Angestellte, welche mir keine Auskunft erteilen will, solang mein deutscher Lebensgefährte nicht dabei ist (trotz Zeigen des Personalausweises); der Polizeibeamte, welcher meinen Personalausweis angewidert schüttelt und meint „Ob der echt ist?!“…kommen die auch alle am Freitag nach Jena…würde mich freuen, all diese netten Menschen auf einem Haufen zu sehen und danach geh ich schön in Lobeda flanieren, weil…da ist nämlich nichts, wovor man sich fürchten muss!!!


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  118. Den Beitrag des ZDF finde ich auch schon fast rassistisch. So gegen die neuen Bundesländer zu hetzen ist unglaublich.ein beitrag, bei dem eine einzige person befragt wird, ist absolut nichtssagend, das hat mit journalismus absolut garnichts zu tun.nur weil er mal vom paradiesbahnhof zur johannesstraße läuft und wieder zurück, kennt er Jena nicht!
    Ich hatte hier noch nie Probleme mit rechts eingestellten Leuten. Über die Punks, die an jeder Straßenecke lungern wird nicht berichtet. Die haben auch keine Angst. Jedes Jahr studieren hier mehr Ausländer, ich nehme an, dass auch sie keine Angst haben, sonst würden es ja nicht von Jahr zu Jahr mehr werden.


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  119. It is highly ironic. Media in one week:

    1. Steven Uhly, German novel writer – about hard and dangerous men – reports his personal fear in Jena after a day trip.

    2. Philip Hensher, openly gay foreigner writes a story about Thuringia and recommends it as a holiday destination for BBC and writes a chapter in Lonely Planet after spending weeks in Thuringia.

    http://www.bbc.com/travel/feature/20111128-the-land-of-poets-and-thinkers

    One of them did his homework – the other is capitalizing on headlines to sell something.


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  120. Achtung Ironie: Und diese gut durchdachte Kernaussage, dass es in Ostdeutschland hinter jedem Busch böse Nazis gibt und sich jeder halbwegs nach Migrant Aussehende um sein Leben ängstigen muss, stammt natürlich von jemandem aus dem „fast eigenständigen“ (Frei-)Staat Bayern… Ich finde, ohne die Gefahr rechter Gewalt und Fremdenfeindlichkeit wegzudiskutieren – und damit meine ich ganz Deutschland – eher beängstigend, was das ZDF aus unseren GEZ-Gebühren macht. Von den Öffentlich Rechtlichen erwarte ich nicht solche plakativen, einseitig recherchierten Reportagen auf Privatfernsehn-Niveau! Traurig, dass es die hübsche Universitätsstadt Jena getroffen hat, die sicher auch ihre Probleme mit der rechten Szene hat – aber das hat z. B. Leipzig auch und die große Mehrheit der Bevölkerung stellt sich, genau wie in Leipzig, mit vielen gelungenen Aktionen und Demonstrationen gegen solches Gedankengut!


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  121. Johannes Leichsenring | 4. Dezember 2011 um 21:41 |

    Was eine gewisse Zeitung, deren Namen ich nicht nennen möchte, nicht geschafft hat, hat das auch von mir finanzierte ZDF mit links geschafft: Ich bin endlich im Bilde!!! Öffentlich mag stimmen, Rechtlich zweifle ich an!


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  122. In Jena herrscht die Wut. Nicht über die rassistische Mordserie, die von Terroristen aus der Stadt verübt wurde, nicht über die skandalösen Vorgänge beim Verfassungsschutz – sondern darüber, dass die Stadt angeblich in eine braune Ecke gestellt wurde. Eine Petition – die vom ZDF eine Entschuldigung für einen Beitrag bei “allen Bürgern” der Stadt, also auch bei den örtlichen Neonazis – fordert, wurde tausendfach unterzeichnet. Wir meinen: Dieses “wir”, das hier konstruiert wird, ist unerträglich.
    http://www.publikative.org/2011/12/08/die-wutburger-von-jena/


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  123. So nun steht ja bald der Prozess gegen den NSU an. Die OTZ und andere lokale Medien trommeln seit Wochen, dass nun bitte niemand auf die Idee kommen solle, die Frage nach dem spezifischen „Problem Ost“ zu stellen.
    Ich Frage mich nun hier: Werden wir in Jena wohl jetzt genug Abstand gewonnen haben, um diese merkwürdige an ax Frisch erinnerende Empörungswelle selbstkritisch aufarbeiten zu können. Oder bleibt alles beim Alten?


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  124. @ Rolle:
    Was ist denn da jetzt „aufzuarbeiten“? Und inwiefern Erinnerungen an Max Frisch (Andorra?)? Wo „trommeln“ OTZ & Co.? Diese immer (inhaltlich) dünner werdenden Provinzblätter, dieser ungenießbare Brei, angerührt aus OTZ/TLZ/TA, sind doch zu eigener Recherche längst außerstande und verwursten nur noch was aus den Tickern quillt, gewürzt mit ein paar modischen Meinungseinsprengseln.


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