Offener Brief an das ZDF von Thomas Uhlemann
Werte Sendeverantwortliche des ZDF,
in dem von Ihnen ausgestrahlten Beitrag, der derzeit noch unter
http://www.zdf.de/ZDFmediathek
zu finden ist, widmen Sie sich dem Versuch, rechtsradikale Strömungen bzw. deren aktuelle terroristische Auswüchse zu erklären.
Leider muss man der Redaktion dieses Beitrags hier den Bildungsanpsruch, den das ZDF als öffentlich rechtliche Sendeanstalt ganz klar gesetzlich hat, gänzlich absprechen. Ich werde hier nicht den online viel zitierten RTL-Vergleich bemühen, allerdings möchte ich doch darauf hinweisen, dass das Niveau des Beitrags in seiner meinungsbildenden, reißerischen und aufs Schlimmste verallgemeinernden Art doch eher unterirdisch ist.
Das Fazit des Beitrages lautet klar: Mitbürger mit Migrationshintergrund sollten den gesamten östlichen Teil Deutschlands meiden. Eine Fläche von rund 108 000km² wird einfach in zehn Minuten Sendezeit zur Sperrzone für einen nicht unbedeutenden Teil unserer Gesellschaft erklärt.
Warum? Weil Sendezeit gefüllt werden musste? Weil man gegen die Einschaltquoten der privaten Sender antreten muss? Weil ein Schriftsteller sein Buch verkaufen möchte?
Oder vielleicht doch eher, weil es recht bequem ist, rechtsradikale Verirrungen 20 Jahre nach dem Anschluss der fünf neuen Bundesländer an den Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, mit einer aus Verzweiflung und Unfähigkeit resultierenden Aggression ostdeutscher Bürger zu erklären?
Wenn dem so wäre, wäre das nicht nur journalistisch grob fahrlässig und zu kurz gedacht, sondern nicht anders als mit der noch immer in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter vorhandenen Mauer und einer dadurch skizzierten Zwei-Klassen-Gesellschaft zu erklären.
Ich als Bürger Jenas und selbst Opfer rechter Gewalt Mitte der 1990er-Jahre, wehre mich vehement gegen die Sippenhaft in die das ZDF sämtliche Bürger der fünf neuen Bundesländer steckt und bin unheimlich stolz auf das faktisch Nichtmehrvorhandensein nationalsozialistischen, braunen Gedankenguts in unserer Stadt.
Lediglich fünf Minuten Recherche (vll. während der Zugfahrt von München nach Jena) hätte Ihrem Team nicht nur gezeigt, dass alleine Jenas Oberbürgermeister erst kürzlich für sein Engagement gegen rechtes Gedankengut geehrt wurde. Die Recherche hätte auch eventuelle Wahlergebnisse rechter Parteien in unserer Stadt gezeigt, in denen die NPD oder andere braune Parteien keine Rolle spielen, wohl aber eine ganze Reihe an friedlichen, bunt gemischten Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen gegen braunes Gedankengut durch etliche Institutionen quer durch die Gesellschaft hinweg.
Ein Blick neben das Mikrofon und die Kamera des Teams hätte Ihrem Team außerdem wahrscheinlich während des gesamten Aufenthaltes in Jena nicht einen offensichtlich rechtsradikalen Mitbürger gezeigt, wohl aber einen Querschnitt durch sämtliche Ethnologien und Ideologien dieser Welt und die Menschen dazu, die tagtäglich als Einwohner dieser Stadt ihren Beitrag für ein normales Miteinander leisten.
Ich möchte bei Jena bleiben, da ich mir nicht das Recht heraus nehme, für die restlichen Einwohner, gleich welcher “Coleur”, der östlichen Bundesländer zu sprechen, geschweige denn zu urteilen. Jenas Einwohnerzahl beträgt ca. 105 000 – mehr als 1/4 davon sind Studenten aus aller Herren Länder. Dies hat mehr als einen Grund, wohl aber NICHT rechtsradikale Übergriffe! Hätten Sie Jugendpfarrer König, dessen Meinung und Aktionen ich höchst selten teile, zugehört und verstanden und nicht aus dem Zusammenhang heraus zitiert, hätten Sie auch die tatsächlichen Gründe für noch immer vorhandenes extremistisches Gedankengut, gleich welcher Farbe und Richtung erkannt: Es ist das Wegschauen der (Bundes-)Politik, das Kürzen von Budgets zur Gewaltprävention und Integration, das Kürzen von Budgets von Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, die immer noch ungleiche Lohnstruktur in Ost und West, und natürlich das Fehlen von Perspektiven nicht nur durch plumpe Abstempelung wie in Ihrem Falle.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte nicht als “undankbarer, heulender oder ständig nörgelnder Ossi” erscheinen, ich möchte Sie lediglich darauf hinweisen, dass der Osten dieser Republik und seine Einwohner mehr sind als ein brauner Moloch rechter Gewalt, der um jeden Preis gemieden werden müsste.
Ich selbst arbeite für einen internationalen Konzern in leitender Funktion von Jena aus, eine Möglichkeit, die meine Eltern nicht hatten – die aber möglich wurde, durch das couragierte Auftreten nicht nur meiner Eltern, sondern genau dieser ostdeutschen Bevölkerung, die Sie nun über – bei Rechtsradikalen kaum vorhandenen Kamm – scheren und an den rechten Rand (leider nicht rein geografisch) drängen wollen.
Menschen sind Menschen, egal welcher Hautfarbe, Religion, sonstiger Weltanschauungen, Namen, Nationalitäten oder anderer Interessen. Ein gewisser Prozentsatz der Menschheit, egal welcher Hautfarbe, Religion, sonstiger Weltanschauungen, Namen, Nationalitäten oder anderer Interessen, stört jedoch immer wieder das friedliche Miteinander aufgrund fehlender Bildung, häuslicher Umstände, Perspektivlosigkeit – die Liste ist lang. Dies ist nirgendwo auf dieser Welt ein rein lokales Problem – somit auch nicht nur in Ostdeutschland – ein Problem ist es dann, wenn eine Gesellschaft sich das Denken in Schubladen vorgeben lässt, wegschaut und Profit über das Allgemeinwohl stellt. Und das Versagen und die Ursachen recherchieren Sie, liebe Gebührenempfänger, demnächst in Berlin, Bonn und, wenn Sie die Kraft dazu haben, in Mainz.
Thomas Uhlemann
Jena
Hier der Beitrag des ZDF:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek
Lesen Sie auch hier den Beitrag “Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung des ZDF mindestens bei allen Bürgern Jenas” auf Jenapolis.de
Zeichnen Sie die Petition hier.
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16 Reaktionen zu “Offener Brief an das ZDF von Thomas Uhlemann”-
billchen
Am 23. November 2011 um 11:11 Uhr
Danke für diesen öffentlichen Brief. Er spricht mir und sicher auch vielen meiner Bekannten mit und ohne Migrationshintergrund voll aus dem Herzen.
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Gruner, Michael
Am 23. November 2011 um 13:00 Uhr
Sehr geehrter Herr Uhlemann, sehr geehrte Leser,
seit Jahren polarisiert unsere Gesellschaft im zunehmenden Maße und die Medien unterstützen den Trend, obwohl sie sich aus meiner Sicht nur noch ungenügend thematisch fundiert vobereiten. Eine Schande!
Unsere Gesellschaft sollte endlich begreifen, dass mit dem Polariesierungsbestreben unsere Demokratie Schaden nimmt. Dies halte ich für verantwortungslos, in jeglicher Hinsicht!
Wir sollten endlich wieder unsere Hausaufgaben bewältigen und zu einer demokratisch freiheilichen und solidarischen Wertegemeinschaft zurückfinden, in der jeder willommen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Gruner/Jena
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1 -
Michael Schambrowski
Am 23. November 2011 um 14:25 Uhr
Sehr geehrter Herr Uhlemann,
ähnlich wie Sie und sicherlich zahlreiche andere BewohnerInnen der Stadt Jena finde ich die ‚Reportage‘ des ZDF undifferenziert und einfach am Thema vorbei. Auch wenn ich viele Kritikpunkte in ihrem Beitrag teile, gibt es einige Stellen, an denen ich Ihnen widersprechen muss und möchte.
1.) „[…] und bin unheimlich stolz auf das faktisch Nichtmehrvorhandensein nationalsozialistischen, braunen Gedankenguts in unserer Stadt.“
Ihren Stolz darauf möchte ich Ihnen nicht absprechen. Die Realität hinsichtlich dem „faktischen Nichtmehrvorhandensein“ rechten Gedankengutes in Jena sieht dennoch anders aus. Diesbezüglich muss man sich nur die Chroniken anschauen, welche Mobit (Mobile Beratung in Thüringen. Für Demokratie – Gegen Rechtsextremismus) bzgl. rechtsextremer Straftaten in Thüringen für jedes Jahr zusammenstellt: http://www.mobit.org/Chronik.htm Darüber hinaus empfehle ich Ihnen, zwei Broschüren zur Kenntnis zu nehmen, welche über den Server der JG-Stadtmitte herunterzuladen sind und sich explizit mit rechtextremen Strukturen und Aktivitäten in Jena befassen: http://jg-stadtmitte.de/wp-content/uploads/2011/11/nicht-vom-Himmel-gefallenxLQ.pdf und http://jg-stadtmitte.de/wp-content/uploads/2011/11/Rechtsextreme-Strukturen-in-JenaxLQ.pdf2.) „[…] wohl aber eine ganze Reihe an friedlichen, bunt gemischten Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen gegen braunes Gedankengut durch etliche Institutionen quer durch die Gesellschaft hinweg.“
Dass es diese Veranstaltungen gibt, stelle ich nicht in Abrede. Dennoch würde ich davon Abstand nehmen, diese als Zeichen eines offenen, engagierten Jenas zu verstehen. Auf die vielen öffentlichen Aktivitäten der lokalen, regionalen als auch internationalen Neonaziszene gab und gibt es immer wieder einen breiten Widerstand. Die größte Mobilisierung gelang sicherlich 2005 zu den Protesten gegen das Fest der Völker, zu dem mehrere 1000 Menschen zusammengekommen sind. Dieser Protest speiste sich in großen Teilen aus BürgerInnen der Stadt Jena, aber ebenso auch aus AntifaschistInnen welche aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren. Bereits hier ist ein Missverhältnis zwischen den ungefähr 100.000 BewohnerInnen der Stadt Jena und einigen 1000 Protestierenden zu erkennen, welches sich in den folgenden Jahren immer deutlicher abzeichnete. Ein Großteil des antifaschistischen Widerstandes wurde und wird nicht von den BürgerInnen Jenas getragen, sondern von jungen engagierten Menschen, welche zum Teil aus anderen Städten und Regionen anreisten, um sich den Nazis in den Weg zu stellen. Oder anders gefragt: Wo waren die BürgerInnen dieser Stadt, wenn die Nazis sich und ihre Ideologie offen zur Schau gestellt haben? Mein Eindruck ist, dass sie häufig zu Hause geblieben sind und sich des Themas schlichtweg nicht angenommen haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum die vielen Demonstrationen, im Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl, relativ klein geblieben sind (siehe aktuell z.B. http://www.jenapolis.de/2011/11/hunderte-jenaer-zeigen-weltoffenheit/)3.) „Menschen sind Menschen, egal welcher Hautfarbe, Religion, sonstiger Weltanschauungen, Namen, Nationalitäten oder anderer Interessen. Ein gewisser Prozentsatz der Menschheit, egal welcher Hautfarbe, Religion, sonstiger Weltanschauungen, Namen, Nationalitäten oder anderer Interessen, stört jedoch immer wieder das friedliche Miteinander aufgrund fehlender Bildung, häuslicher Umstände, Perspektivlosigkeit – die Liste ist lang.“
Ich finde, mit diesem Argument machen Sie es sich zu einfach. Die Bedrohungen und Gefahren, welche von Neonazis ausgehen, sind nicht gleichzusetzen mit anderen gesellschaftlichen, persönlichen und zwischenmenschlichen Konfliktlagen. Dass diese existieren, stelle ich nicht in Frage. Woran ich mich störe ist, dass sie auf eine Ebene gehoben werden. Wenn Neonazis davon überzeugt sind, dass es so etwas wie „unwertes“ Leben gibt und sie daran glauben, dass Individuen aufgrund gewisser politischer, religiöser oder kultureller Ansichten und Einstellungen kein Recht auf Leben besitzen und sie sich daraufhin anmaßen, diese Menschen umzubringen, dann besitzt dies eine Qualität und Stoßrichtung, welche sich nicht damit erklären lässt, dass Neonazis sich am „friedlichen Miteinander“ stören. Dies ist kein passives „mich stört etwas“, sondern der aktive Versuch, eine Gesellschaft und ihre BewohnerInnen zu torpedieren, welche ihren Idealen zuwiderlaufen.
Vor diesem Hintergrund finde ich es auch problematisch, wenn Sie beiläufig, in Tradition der bundespolitischen Extremismusdebatte, verschiedene politische Richtungen zusammenwerfen („[…] hätten Sie auch die tatsächlichen Gründe für noch immer vorhandenes extremistisches Gedankengut, gleich welcher Farbe und Richtung erkannt“). Spätestens jetzt müsste doch allen klar sein, dass der Protest gegen Neonazis bzw. das Engagement in antifaschistischen und antirassistischen Gruppen und Initiativen (vom Verfassungsschutz gern als Linksextremismus diffamiert) nicht mit den Morden, Anschlägen und Übergriffen von Neonazis und Rechtsextremisten (http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/182-todesopfer-rechtsextremer-und-rassistischer-gewalt-seit-1990-0182 ) gleichzusetzen ist.Wie eingangs bereits erwähnt, finde ich die Berichterstattung des ZDF undifferenziert. Dennoch finde ich es bedenklich, wenn wir als BürgerInnen Jenas uns einer selbstkritischen Betrachtung und Kommentierung verwehren. Es wirkt wie als ob die Empörung über einen ZDF Bericht größer ausfällt als die Erschütterung über die von den Nazis verübten Morde. In Jena gab und gibt es Neonazis und rechte Strukturen. Es liegt an uns, das zu verändern. Dafür bedarf es aber einer kritischen Bestandsaufnahme und eines breiten solidarischen, gesellschaftlichen Widerstandes und keiner Selbstbeweihräucherung. Legen wir den Finger in die Wunde; das sind wir den Angehörigen der Opfer aber auch unserer Stadt schuldig.
Mit freundlichen Grüßen und Interesse an einer fortlaufenden DiskussionMichael Schambrowski
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Olaf Rödiger
Am 23. November 2011 um 19:55 Uhr
Lieber Thomas Uhlemann,
Danke.
Mit freundlichen Grüßen
Olaf Rödiger
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Benjamin Schumann
Am 23. November 2011 um 20:13 Uhr
Den Brief kann man nicht besser machen.
Danke
Benni SchumannStimme zu / Lehne ab:
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sardanapal
Am 23. November 2011 um 23:03 Uhr
Ja, ja.. Die drei gewissenlose Schurken: Uhly, der “Nazi-Aussteiger” und König… Der letzte steht unter Verdacht wegen Friedensbruch. Der erste will nach Osten (nach Türkei..?) nicht ziehn. Warum..? Die Türken sind nicht so blöd, um diesen Irrensinnigen zu zuhören und filmen, wie es die Deutschen tuen.
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Jenapolis » Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung des ZDF mindestens bei allen Bürgern Jenas
Am 23. November 2011 um 23:43 Uhr
[...] Sie auch dazu den Offenen Brief von Thomas [...]
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k.h.
Am 24. November 2011 um 22:09 Uhr
vom 24.11.2011 auf zdf.de gefunden
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Rolle
Am 24. November 2011 um 22:35 Uhr
@ k.h.
Ich halte die REaktion von ZDF für angemessen und ausgewogen. Ein Treffen ist die beste Lösung.
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Wolfram Wirbelauer
Am 25. November 2011 um 15:11 Uhr
Auch ich möchte gerne für das schöne Jena eine Lanze brechen!
Ich selbst habe in Jena studiert und die Menschen in Jena in dieser Zeit kennen und lieben gelernt. Es ist eine wünderschöne, weltoffene und akademisch geprägte Stadt. Auch damals wusste man bereits, dass es in den Vororten einige Skinheads gibt. Bei gelegentlichen rechten Demos fielen dann aber weniger die 20 bis 30 einsamen Glatzköpfe auf, sondern die die halbe Stadt blockierenden lauten und randalierenden linken Gegendemonstranten, die sich in Jena auch sonst im Wesentlichen mit Schmierereien an Hauswände und Vandalismus und Gewalt gegenüber Verbindungshäusern und -studenten hervortun. In jena studieren viele Ausländer und Migranten und wer eine durchzechte Nacht im Gasthof zur Noll hinter sich gebracht hat, freut sich über einen nächtlichen Imbiss bei einem der vielen fleißigen Dönerbudenbesitzer in der Stadt. Das kulturelle Leben ist bunt und aufregend und jedes haus und jeder Stein atmen Studentengeschichte und akademische Toleranz. Jena ist eine Stadt, die ich nie wieder verlassen hätte, wenn mich Beruf und Familie hierzu nicht gezwungen hätten. Es ist ein Ort um das Leben mit ganzem herzen zu genießen, mit freundlichen, hilfsbereiten und zugänglichen Menschen.
Ein Hoch auf Jena!
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Matthias
Am 25. November 2011 um 20:46 Uhr
Was sollte eigentlich der Trommel-Wirbel gestern auf dem Holzmarkt? Wollte man böse Geister vertreiben? Den meisten Passanten braucht man sicher nichts eintrommeln, und die paar Fascho’s juckts nicht. Wozu also die penetrante Lärmbelästigung, nicht weniger ätzend wie wenn die Sparkasse gegenüber eine Tombola veranstaltet und das Areal beschallt? Laut und extrovertiert ist hip, oder wie? Dämlicher Aktionismus, wie fast alle politischen Reaktionen dieser Tage – Hauptsache ‘Zeichen setzen’ und ‘Gesicht zeigen’. “Science City” mit “JenTower”, Stadt der Rucksäcke; wir sind ja so unglaublich tolerant und liebevoll, vor allem in Supermärkten und chronisch überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln.
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Simon Sachse
Am 27. November 2011 um 16:51 Uhr
@Wolfram Wirbelauer
Randalierende Gegendemonstranten? Das wüsste ich jetzt gern genauer. Als jemand, der auf den meisten Jenaer Anti-Nazi-Demos war, habe ich noch nie gesehen, dass die Demonstranten in irgendeiner Weise gewalttätig geworden wären, weder gegen Menschen noch gegen Sachen. Laut – ja. Und das sollte auch so sein, solange die Nazis mit Megaphonen die halbe Stadt beschallen dürfen.
Ich habe auf den Demos von Oma mit Enkel bis zum Schwarzen Block alles gesehen, und alle waren friedlich – was die Versammlungsleitung auch immer gefordert hat. Trotzdem wurden die Gegendemos regelmäßig von der Polizei eingekesselt. Wobei es durchaus Unterschiede gab. Während sich die Jenaer Polizei in aller Regel zurückhielt, gehen die Truppen von sonstwo deutlich rabiater vor.
Hätten wir die 30 Nazis einfach machen lassen sollen, weil die beim samstäglichen Einkauf weniger stören als tausend Gegendemonstranten? Vermutlich ja. Solange die Nazis bloß Ausländer umbringen, hat die Volksseele kein Problem. Und außerdem haben die viel ordentlichere Haarschnitte als die Antifas …
So oder so ähnlich hat das schon einmal angefangen.Stimme zu / Lehne ab:
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Matthias
Am 27. November 2011 um 18:30 Uhr
Ist es nun Paranoia (“… hat die Volksseele kein Problem”, “… hat das schon einmal angefangen”) oder einfach nur Lust auf Krawall? Gibts sonst nichts zum sinnvollen Rebellieren? Warum nicht einfach im Castor-Gleis einbetonieren lassen? “Antifa”, das Wort schon…
Stimme zu / Lehne ab:
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Lokalpatrionoia! « paratonnerre
Am 29. November 2011 um 16:58 Uhr
[...] Jena empört sich, an dieser Stelle geben wir stellvertretend den Link zum Offenen Brief Thomas Uhlemanns. Große [...]
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Rudolphi
Am 29. November 2011 um 21:21 Uhr
Es ist gut, dass Jena sich wehrt. Eine solche Deformierung kann man sich doch wohl nicht gefallen lassen.Thomas Uhlemann spricht mir aus der Seele. Bevor das ZDF mit unseren GEZ -Geldern so schändlich umgeht, sollte die sich um bessere Journalisten besorgen.
Ich bin empört.
UschiStimme zu / Lehne ab:
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Tobias Friedrich
Am 14. Mai 2012 um 19:31 Uhr
Hallo,
eigentlich möchte ich sogar einen Schritt weiter gehen, der Bericht zielt ein-eindeutig gegen eine “Bevölkerungsgruppe” ab und erfüllt damit sogar – in gewissen Massen – die Beschreibung der Verhetzung.
Ich zitiere:
“Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, 1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder 2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichnete Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet.” – Ende ZitatGerade von einem Sender, der durch die Einnahmen “aller” Deutschen (GEZ) bezahlt wird, erwartet man dies am Wenigsten. Ansich erwartet der Deutsche Bürger eine seriöse Berichterstattung. Leider leben wir aber heute in einer Zeit, wo Einschaltquoten selbst über der Würde des Menschen (“Die Würde des Menschen ist unantastbar”) stehen.
Ich hoffe, dass seitens des Stadtoberhauptes auch ein rechtlicher Schritt in Erwägung gezogen wird.
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