BÜRGER FÜR JENA fordern Bürgerbeteiligung zur Inselplatzbebauung |

BÜRGER FÜR JENA fordern Bürgerbeteiligung zur Inselplatzbebauung

Intershop Bau

Jena. Der Jenaer Stadtrat hat am Mittwoch in nicht öffentlicher Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen, Flächen an der Frauengasse und am Steinweg von insgesamt 3800 Quadratmetern an einen Investor zu verkaufen.

Die Flächen sollen nach einem Planungsverfahren (§ 34 BauGB) bebaut werden, das keine Mitsprache und Beteiligung der Bürger vorsieht. Die Fotomontage gibt nicht die Architektur und die Fassadengestaltung der vorgesehenen Bebauung wieder, soll aber deren Ausmaße und die damit verbundene Veränderung der Stadtansicht verdeutlichen.

Die Fraktion BÜRGER FÜR JENA begrüßt prinzipiell eine Bebauung, fordert aber ein reguläres Planverfahren (§ 13 BauGB), das die Bürger einbezieht.

47 Kommentare zu "BÜRGER FÜR JENA fordern Bürgerbeteiligung zur Inselplatzbebauung"

  1. Holger Herrmann | 17. Juli 2013 um 22:02 |

    Gott sei Dank! Diese hässliche Fußgängerbrücke wird nicht gebaut. Da werden diesbezüglich meine Kraft und Nerven geschont.
    http://jena.otz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Neue-Intershop-Zentrale-in-Jena-Ein-bisschen-Weltstadt-am-Bahndamm-2110127184


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  2. Holger Herrmann | 1. Juni 2012 um 13:48 |

    Der Widerstand gegen die Verschandelung des Stadtbildes mit einer Fußgängerbrücke am Steinweg geht weiter. Er hat noch gar nicht richtig begonnen.

    „Ein Investor soll den neuen Firmensitz für den Softwarehersteller errichten, der als Mieter in das Gebäude einziehen will. Es hängt jedoch daran, ob das Gebäude den Vorstellungen von Intershop entsprechend genehmigt wird, hieß es.“

    Die Situation um die unselige Fußgängerbrücke scheint sich etwas zu entspannen:
    http://jena.otz.de/web/lokal/wirtschaft/detail/-/specific/Intershop-wohnt-billiger-und-laenger-im-Turm-in-Jena-1892877897


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  3. Holger Herrmann | 8. Januar 2012 um 20:19 |

    @ Peter Mock
    Wenn Sie konkrete Bäume erhalten wollen, sollten sie sich vertrauensvoll an die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung und von KSJ und KIJ wenden oder eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Stadtbäume gründen. Am „Eichplatz“ ist es dazu aber zu spät.

    Mich stört nur die Fußgängerbrücke an dieser Stelle, welche eine historische Stadtansicht verschandelt!

    Ansonsten ist es dort aus architektonischer Sicht wahrscheinlich egal wie gebaut wird. Es kann nur besser werden als der Neubau für die Stadt am Lutherplatz. Jedenfalls müssen wir nach dem Willen unserer Stadtentwicklung und §34BauGB damit leben.


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  4. @Holger Herrmann: Das geht mir genauso. Keiner schreit in Jena das es am Steiger bald keine Bäume mehr gibt und im gesamten Stadtgebiet unter billigen Vorwänden (ja Bäume können bei Orkanen umfallen) ein Kettensägemassaker ohnegleichen stattfindet und das was an Jena immer das besondere war, die Symbiose von Natur und Großstadt, ohne Not beseitigt wird.
    Stattdessen regt man sich auf das INTERSHOP eine Dreckecke der Stadt mit einer Firmenzentrale für 1000 Arbeitsplätze bebauen will und jemandem (Skandal!) dadurch sein Kirchturmblick versperrt werden könnte.


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  5. Holger Hherrmann | 8. Januar 2012 um 12:00 |

    @ Peter Mock: Ihre Gedanken sind für mich nicht mehr nachvollziehbar:

    „Sie brauchen eine neue Firmenzentrale und sie brauchen sie wohl schnell. Es gibt Städte im Osten, die würden ihr Rathaus dafür abreißen um diese Firmenzentrale zu bekommen. Jeder der Zweifel hat möge den potentiellen Bauplatz besichtigen- es gehört sehr viel Phantasie dazu, sich ein Gebäude vorzustellen, welches den städtebaulichen Zustand dort nicht verbessern würde. Also: Bagger rollen lassen.“

    + unterirdisch gute Empfehlung: „petronas-tower“

    Der Wald rechts und links der B7 ist wahrscheinlich Nutz Wald.
    Holz ist ein natürlicher und ökologisch hochwertiger Rohstoff. Es ist ganz normal, das er geerntet wird.

    Übrigens wird hier gerade, das eigentliche Thema wieder mal zerredet!


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  6. …in dieser Stadt kann man gar nicht so viel essen, wie mann…naja, ist ja bekannt…


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  7. Es geht nicht nur um Bebauungsgrenzen. Es geht darum das Grün in jeglicher Form in Jena die Rentabilität stört und deshalb erbittert wie ich es sonst kaum irgendwo kenne bekämpft wird. Noch Anfang der 90er Jahre konnte ich im Sommer mit dem Auto die B7 ab Papiermühle stadteinwärts fast bis zum Steiger im Schatten der Bäume fahren.
    Auch rechts und links der Leutra sind nach und nach hunderte und damit die meisten- mehr als hundertjährige Bäume gefallen- immer natürlich aus wichtigen und unvermeidbaren Gründen. Und so ist es überall in der Stadt, die Beispiele sind zahllos.
    Jena hat eine besondere Topografie und dadurch extreme klimatische Verhältnisse. Dies ist durch planlose Betonierung in den letzten zwei Jahrzehnten extrem verschärft worden, Teile der Innenstadt sind schon jetzt in etwas heißeren Sommern eigentlich unbewohnbar.
    Ich wünsche weiterhin guten Flug. :-)


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  8. Naja, die Bebauungsgrenze gibt es, und sie wird m.E. heute besser eingehalten als z.B. gegen Ende der DDR-Zeit, als „verdienten“ Funktionären „großzügig“ Ausnahmen bewilligt wurden oder über Verstöße hinweg gesehen wurde.

    Der kleine Unterschied ist: Die Bebauung ist heute anders, und der Betrachter sieht nun wirklich, wie weit oben diese Grenze eigentlich liegt. Früher standen dort kleine Häuser auf sehr großen Grundstücken, und die Bebauung ging fast unmerklich in die freie Landschaft über. Warum? Bauen und Wohnen in diesen Hanglagen war sündhaft teuer und aufwendig, Autobesitz nicht selbstverständlich (marschiere mal jeden Morgen von ganz oben zu einer im Tal liegenden Haltestelle und abends wieder hoch, vielleicht noch im Winter…), und im Sommer gab es Leitungswasser oft nur von spätabends bis frühmorgens – tagsüber reichte der Druck im Netz nicht. Häuser in der „obersten Reihe“ waren z.T. nicht einmal ständig bewohnt. Wer da wohnen wollte, wusste, was auf ihn zukam.

    Diese Einschränkungen gibt es nicht mehr; große kubische Baukörper können wahrscheinlich direkt an die Höchstbebauungsgrenze im Minimalabstand voneinander gestellt werden. Dort müsste sicher angesetzt werden: Beschränkung der Häuser auf 2 Geschosse und geringe Grundfläche, Verbot der „Nachverdichtung“ vorhandener Wohngebiete, großer Abstand der Häuser, nur traditionelle Dachformen und gedeckte Farben für Fassaden und Dächer etc.; also Fortsetzung des Baustils der 20er und 30er Jahre. Ob sich das so durchsetzen ließe: keine Ahnung, wir sind jetzt 80 Jahre nach dieser Zeit. Die Preise und Mieten für alte Häuser/Wohnungen in Hanglage würden dann sicher nochmals steigen, wenn praktisch nichts Ähnliches mehr hinzu kommen könnte (auch so ist das wenig genug, aber der Zuwachs ist nicht gleich Null). Für einige Mitleser hier wohl wieder ein Grund, über die Jenaer Position in der Mietstatistik zu jammern. Offenbar muss entweder Pest oder Cholera akzeptiert werden…


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  9. Bernd Hædrich | 5. Januar 2012 um 23:15 |

    Und ich war vor 20 Jahren froh, als ich das erste Mal Stuttgart sah, dass sowas in Jena niee passieren kann… Wir haben doch hier eine Bebauungsgrenze… theoretisch, wahrscheinlich ;(
    Aber mit diesem Oberbürgermeister und seiner Verwaltung, incl. Teilen des Stadtrates, werden auch bald die gruenen Hänge um Jena verschwinden, die es hier eigentlich so schön anzusehen machen ;( Traurig!
    Leider habe ich auch überhaupt keine Idee, wie man das bremsen kann. Da wird auch leider keiner der neuen Oberbürgermeisterkandidaten mehr Einfluss drauf nehmen können. Zu schwach wird deren Ausstrahlung/Einfluss sein.
    Schade, um diese Stadt und die Chancen, die sie eigentlich hat. Hätte man den Herrn Mayer nicht doch überzeugen können, für das Amt als Oberbürgermeister? Mit P. Röhlinger hat das doch auch geklappt und der Stadt dann jahrelang wirklich gut getan!
    Gute Nacht!


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  10. „Nach Golde drängt, Am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!“ hat ein Dichter und Denker geschrieben der einst gern in Jena zu Gast war. Das ist lange her. Jena ist ein Profitcenter- das beste in ganz Thüringen und vielleicht sogar noch ein Stück darüber hinaus. Und sonst? Gar nichts. :-) Jena hat den berühmten Blick Blick vom Landgrafen, wer den Ausblick von vor 20 Jahren als Foto hat kann ja mal den Grünanteil in der Stadt vergleichen. :-) Wer wissen will wie es nochmal 20 Jahre weiter aussieht kann nach Stuttgart fahren. (Vergleichbare Topografie)


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  11. Gruner, Michael | 4. Januar 2012 um 18:04 |

    Sehr geehrte Leser,

    mithin habe ich regelrecht das Gefühl, dass die Stadt Jena mit der, aus meiner Sicht völlig aberwitzigen engeren Bebauung der Innenstadt (zu nennen ist beispielsweise der im Bau befindliche „moderne Bauklotz“ in der Westbahnhofstr.) nicht beachtet, dass Jena eine Stadt der Kultur, Romantik sowie der Dichter und Denker ist. Also: Wo bleiben die grünen Oasen in der Innenstadt, die zum Entspannen und für die nötige Inspiration notwendig sind? „Eine Profitgier“ hat immer nur einen sinnlos zerstörenden Charakter … (Aber wir sind eben Menschen …)


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  12. Holger Herrmann | 27. Dezember 2011 um 23:05 |

    @Langer Hans Das Hauptwerk wurde nicht saniert! “ bis das Werk saniert wurde.“ Es wurde platt gemacht. Goethe Galerie, damit muss ich leben. Unicampus, damit kann ich gut leben! Stella Plastiken, das ist furchtbar!


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  13. Holger Herrmann | 27. Dezember 2011 um 20:23 |

    Sehr geehrter Herr Langer Hans,
    die Fußgängerbrücke, bei der FH verbindet das ehemalige Süd Werk und die vormalige BBS Zeiss (Abiturschule). An diesem Ort (ehemaliges Industriegebiet) und auch am Holzmarkt, im früheren Hauptwerk und auf den „Inselplatzcampus“ sind solche Brücken gerechtfertigt und sinnvoll.
    Am Steinweg wird die Blickachse zur Stadtkirche und zum Intershop Tower einfach zugemauert! Am Eichplatz werden uns mittelalterliche Straßenfluchten aufgezwungen und eingeredet Am Steinweg verschandelt ein derartiges Bauwerk jedoch die gesamte Stadtansicht in einer historisch gewachsenen Straßenflucht.


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  14. Nein, so nun auch wieder nicht. Etwas mehr Nähe zum Volke da draußen könnte gerade in Jena sehr angebracht sein. Ich erwarte aber, dass man erst einmal nachdenkt, bevor man Skandalgeschrei erhebt, sich erst einmal wirklich schlau macht, um was es geht. Das abgebildete Bild oben sagt doch alles- wer so etwas in Umlauf bringt, zeigt doch schon, dass es nur um billiges Geschrei geht und nicht um die Sache.
    Es wird nichts „im Geheimen durchgezogen“. Die vom Wähler beauftragten Vertreter haben das mehrheitlich entschieden. INTERSHOP arbeitet in einer Branche, in der ein Jahr sehr viel Zeit ist. Sie brauchen eine neue Firmenzentrale und sie brauchen sie wohl schnell. Es gibt Städte im Osten, die würden ihr Rathaus dafür abreißen um diese Firmenzentrale zu bekommen. Jeder der Zweifel hat möge den potentiellen Bauplatz besichtigen- es gehört sehr viel Phantasie dazu, sich ein Gebäude vorzustellen, welches den städtebaulichen Zustand dort nicht verbessern würde. Also: Bagger rollen lassen.
    Das ist am wirklichen Inselsplatz und noch mehr am Eichplatz etwas ganz anderes.


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  15. Bastian Ebert | 22. Dezember 2011 um 20:23 |

    Das heißt dann im Umkehrschluss auch, wer genug Stimmanteil hat, braucht nie wieder auf den Bürger zu hören?

    Das halte ich ehrlich gesagt für zu kurz gedacht. Sie mögen es vielleicht nicht glauben, aber es gibt tatsächlich Leute, die der Ansicht sind, dass einen stärkere Einbindung der Bürger in vielen Bereichen zu einer besseren und aktiveren Regionalentwicklung und zu einer stärkeren Demokratie führen kann – unabhängig davon, ob dann die eigene Stimme mehr Gewicht hat oder nicht. Ich würde die theoretische Diskussion darüber aber ungern hier führen, denn an der Stelle wurde ja eigentlich genau das Gegenteil getan: man hat eine der wenigen gesetzlich vorgeschrieben Beteiligungen von Bürgern aktiv ausgeschlossen und versucht das auch noch im Geheimen duchzuziehen.


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  16. @Bastian Ebert: Das sehe ich auch so- der Stadtrat hat dieses Mittel angewandt um einem „Bebauungplanungsprozess samt Bürgerbeteiligung“ in diesem konkreten Fall aus dem Weg zu gehen. Stadträte sind dem Wohl der Stadt und ihrer Bürger verpflichtet. Wenn sie das ernst nehmen müssen sie in diesem Fall genau das tun.
    Warum? Ganz einfach: Weil es gar nicht um Bürgerbeteiligung geht. Die die derzeit nach „Bürger“beteiligung rufen meinen nicht Bürger- sondern „Ich“-Beteiligung. Sie wollen Mitrede- und Entscheidungsmacht erlangen für die sie nicht gewählt wurden- frei nach dem Motto wessen Stimmenanteil nicht reicht muss nur laut genug „Bürger“ schreien.


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  17. Bastian Ebert | 22. Dezember 2011 um 11:15 |

    Die Frage nach der Querung ist an der Stelle tatsächlich etwas besonderes, denn hier wurde eine Bebauung nach §34 BBauG beschlossen. Der Stadtrat hat dieses Mittel (um nicht zu sagen diesen Trick) angewandt, um einem lästigen neuen Bebauungplanungsprozess samt Bürgerbeteiligung aus dem Weg zu gehen.

    Der §34 stellt aber sehr enge Anforderungen an die Bebauung. Unter anderem heißt es:

    „Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssen gewahrt bleiben; das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.“

    Es stellt sich daher schon die Frage inwieweit eine Fußgängerbrücke diesen Richtlinien entspricht. Und es bleibt auch die Frage, ob sich der §34 überhaupt anwenden lässt. Immerhin ist ein Großteil der näheren Umgebung der restliche Inselplatz, für den noch gar nicht feststeht, wie er bebaut wird. Wie sollte man da beurteilen können, ob sich das neue Intershop-Gebäude da einfügt?


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  18. @Holger Herrmann: Du bist ja richtig besessen von der „privaten“ Fußgängerbrücke, 7 Posts inzwischen dazu, wenn ich mich nicht verzählt habe. Ich sehe das wie Peter Mock, ist doch eine gute Idee. Hast Du bei der FH und am Holzmarkt auch so einen Aufstand gemacht? Da gibts nämlich auch solche Brücken. Und im alten Zeiss-Hauptwerk gab es auch welche, bis das Werk saniert wurde. Ich fand die immer clever und etwas besonderes.


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  19. Hmm. Keine Ahnung ob eine „private“ Fußgängerbrücke geplant ist. Da aber auf beiden Seiten der Straße wohl größere Bürogebäude der gleichen Firma mit vielen Mitarbeitern geplant sind die sich gegenseitig besuchen wollen… mmh vielleicht wäre solch ein Übergang sogar sinnvoll? Die haben schon dolle Ideen, die Intershop-Leute. Liegt vielleicht daran das sie hin und wieder aus der Stadt rauskommen und sehen was andere so machen. :-)
    Es ist natürlich ein Skandal das Jena noch keinen Luftraumbebauungsplan mit Bürgerbeteiligung hat. Aber ich könnte damit leben.


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  20. Holger Herrmann | 19. Dezember 2011 um 21:43 |

    Ich möchte bei Nachgefragt an alle OB Kandidaten die Frage stellen, ob ernsthaft geplant ist eine private Füßgangerbrücke über den Steinweg zu bauen und ob die Überbauung einer öffentlichen Straße, sprich Steinweg, mit einer eingehäusten Fußgängerbrücke durch § 34 BauGB legitmirbar ist.


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  21. Holger Herrmann | 19. Dezember 2011 um 11:44 |

    Wie lässt sich die Überbauung eine öffentlichen Straße, sprich Steinweg, mit einer eingehäusten Fußgängerbrücke durch § 34 BauGB legitmieren?


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  22. Holger Herrmann | 18. Dezember 2011 um 19:43 |

    Sehr geehrte Frau Schlegel, grundsätzlich stimme ich Ihnen zu.
    Ihre Frage ist jedoch etwas seltsam: „Wer kann mir sagen, wie man an das Wortprokoll dieser Sitzung kommt?“
    Herr Herrn Haschke und Herrn Dr. Birkner als Mitglieder Ihrer Stadtratsfraktion könnten Ihnen Auskunft geben, dies würde sicher Ihr persönliches Interesse befriedigen, jedoch nicht den Geheimnisverrat von Informationen aus einem nichtöffentlichen Teil einer Stadtratssitzung rechtfertigen.

    Wenn es in Ihrem Verein Differenzen zwischen Fraktion und Vorstand gibt sollten sie dies intern klären.


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  23. Susanne Schlegel | 18. Dezember 2011 um 17:58 |

    „Bauen ist eine öffentliche Angelegenheit“ das kann man im Wahlprogramm der Freien Wähler BÜRGER FÜR JENA nachlesen.Schön, dass unsere Fraktion dazu steht und öffentlich gemacht hat, dass hinter verschlossenen Türen unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen wurde, diese Fläche unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu bebauen. Wer, wie ich, Bürgerbeteiligung will, sollte das hier kund tun.Ich frage mich warum die Verwaltung Angst vor dem Bürger hat. Das Ergebnis einer Bürgerbeteiligung ist völlig offen. Häufig entscheiden die Bürger genau so wie die Politiker, siehe Stuttgart 21. Dann darf sich aber keiner hinterher beschweren, auch die sowieso schweigende Mehrheit nicht.Mich interessiert wie die Mitglieder des Stadtrates abgestimmt haben. Es geht das Gerücht um, das die „bürgerfreundlichen“ Grünen einstimmig gegen Bürgerbeteiligung waren. Auch die anwesenden vier OB Kandidaten wollen die Bürger aussen vor lassen. Auch einige der Linken haben gegen die Bürgerbeteiligung gestimmt. Wer kann mir sagen, wie man an das Wortprokoll dieser Sitzung kommt? Susanne Schlegel Vorstandsmitglied Jenaer Bürgerverein


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  24. Empört euch | 18. Dezember 2011 um 02:02 |

    Ob Westbahnhofstrasse, Max-Wien-Platz,Kahlaische Strasse (ehem. Brauerei),Am Steiger (neben Döbereiner Hörsaal),Jenaaplanplatz ….. ect.
    Nicht mehr für die Menschen, ob ökologisch, ästhetisch, baubiologisch sinnvoll der Nutzung (z.B. Leerstand des Sallerschen bandaschierten Prachtbaus)betrachtet. Es ist das letzte was man mit Jena macht. Sinnlose Einkaufsflächen werden errichtet. Jede Lücke wird Zwangs- bebaut, wo vorher ökologische Flächen waren. Es ist nur noch ein Bauwahn. Unter lauter Lügenmärchen. Alle Hänge werden bebaut. Das schöne an Jena wird mit riesen Geschwindigkeit vernichtet.Herrn Saller wurde das Steuergeld in den Rachen geworfen, denn der Einzug der Stadtverwaltung in die Intershopetagen war Zwangsweise, die Bürgschaft für eine Privatfirma. Immer schön alles von Investoren zubauen lassen.
    Der Mensch (Bewohner dieser Stadt) sind die Steuersklaven und keine Herren. Die Investoren machen es schon für ihre Vorteile!!! das Tafelsilber muss weg. Man zahlt dann später dafür. Der Bürger hat keinen Geist, dafür die allwissende Stadtverwaltung und die mächtigen politischen Koalitionen, gewonnen durch unseriöse Gesetze. Stimmenfang durch Herrn Dr.Schröter Pfarrer a.D.


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  25. Zurück zum Originalthema. Schön, dass es für Intershop nun klappt. Ich kenne aus dem Umfeld dieser Firma einige extrem kritische Meinungen zur Jenaer Bau- und Verkehrspolitik und gehe davon aus, dass nicht solche Klötze entstehen, wie die BfJ-Leute in das Bild montiert haben; da war das zu DDR-Zeiten Geplante (und letztlich nicht Gebaute) noch ansehnlicher. Man muss im Hinterkopf haben: Ein solches Unternehmen dürfte sich auch in München, Hamburg oder meinetwegen Kalifornien gut zuhause fühlen und wird vielleicht sogar von dort umworben.Es gibt gewisse Anzeichen, dass hier kein Primitivv-Billig-Bau entstehen wird, darin würden sich die Nutzer gar nicht wohl fühlen.


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  26. Simon Sachse | 16. Dezember 2011 um 23:44 |

    @Frank:
    Ja, was denn nun? Entweder der Inselplatz ist kein zentraler Bereich der Stadt (und geht damit den Bürger nichts an) oder er ist Innenstadt, wo man sich keine Wohnungen leisten kann … Eins von beiden geht nur.
    Jena hat 208000 m² Einzelhandelsfläche, also für jeden Einwohner ungefähr 2 m², wo er den ganzen Tag shoppen kann. In Thüringen gibt es pro 1000 Einwohner 140 m² Shopping-Center, im Bundesdurchschnitt nur 110 m² (Daten vom Thüringer Wirtschaftsministerium). Da Thüringen weder die größte Bevölkerungsdichte noch eine überdurchschnittliche Kaufkraft hat, sieht das für mich nicht nach Unterversorgung aus.
    Und die repräsentative Demokratie, die wird von Politikern ruiniert, die nach der Wahl nach der Devise verfahren: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Ein halbes Jahr vor der nächsten Wahl demonstrieren sie dann wieder Volksnähe und versprechen das Blaue vom Himmel – in der Hoffnung, die Bürger seien auf Dauer so blöd, dass sie den Schwindel nicht bemerken.
    Ich wäre gern bereit, eine Mehrheitsentscheidung der Bürger zum Eichplatz zu akzeptieren, aber nicht eine Entscheidung auf der Grundlage gebrochener Wahlversprechen.


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  27. Holger Herrmann | 16. Dezember 2011 um 22:20 |

    @Peter Mock Man hätte auch statt des Hochglanz Sinnlosflyer
    von KIJ im Vorfeld der B-Planerstellung einen Fragebogen verteilen können.
    http://www.eichplatz.jena.de/fileadmin/website/media/material/zeitungsbeileger_web.pdf


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  28. Holger Herrmann | 16. Dezember 2011 um 21:58 |

    @Peter Mock Die Stadt hätte einen Fragebogen grundsätzlicher Art an alle Bürger verteilen können.
    Verteiler hätten die Stromableser der Stadtwerke sein können, damit hätte man sicher annähernd alle Haushalte erfasst und die Stadt hätte sogar die Briefmarken gespart.
    Etwas sozialer gedacht, hätten diese Arbeit sicher auch gerne 1€ Jobber übernommen.

    Wo kein Wille ist, da ist auch kein Weg!


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  29. Holger Herrmann | 16. Dezember 2011 um 17:41 |

    @ Peter Mock Das wäre bei der Eichplatzbebauung die Pflicht der Stadt Jena und des Stadtrates gewesen:
    „Wer die Stadt voranbringen will muss feststellen was die Mehrheit ihrer Bürger will.“

    Die Bürgerinitiative hat doch dafür gar nicht die finanziellen Mittel!
    Sieh meinen Kommentar vom 13.Dezember 2012:
    http://www.jenapolis.de/2011/10/bi-mein-eichplatz-is-back-burgerbegehren-und-alternativentwurf-geplant/


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  30. @Wieland Rose: Ich versuche es mal andersherum mich verständlich zu machen. Ich habe nicht gegen Bürgerbeteiligung- ich bin dagegen das einige nach Bürgerbeteiligung rufen und sich selbst als „die Bürger“ ausgeben. Beim Eichplatz gibt es Bürger die wollen mindestens 5 Etagen Tiefgarage darunter. Andere wollen einen schönen Park mit Bäumen unter denen Kinder spielen. Wieder andere wollen Wohnungen am gleichen Platz. Wieder andere ein glanzvolles Einkaufscenter mit vielen schönen Sachen.
    Es mag sein das im Vorfeld zuwenig geredet wurde. Aber wie stellt ihr Euch das eigentlich vor? Mit „dem Bürger reden“ heißt mit 110.000 zu reden und nicht mit denen zu reden die rufen sie seien die 110.000. Demokratie besteht aus freien und geheimen Abstimmungen und nicht aus Messungen wer am lautesten schreit.
    Wer die Stadt voranbringen will muss feststellen was die Mehrheit ihrer Bürger will. Und dann soll er mithelfen das sie das bekommen und zwar so schön und erstklassig wie möglich, egal ob Tiefgarage, Park oder Einkaufszentrum und egal was er selbst vorher gern gehabt hätte.


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  31. Holger Herrmann | 16. Dezember 2011 um 17:19 |

    Rechts und links ein Schuhkarton, damit kann ich am Steinweg leben.

    Eine Fußgängerbrücke an dieser Stelle verschandelt aber die ganze Stadtansicht. Das geht überhaupt nicht!

    Einen Namen hätte ich auch schon: Seufzerbrücke


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  32. @Bastian Ebert:
    (Es sieht so aus als wolle man auch hier wieder Fakten schaffen ohne die Bürger zu beteiligen. Hat man denn aus dem Eichplatz-Debakel gar nichts gelernt?)
    Natürlich hat man gelernt in Jena,
    denn gab es wirklich großen Widerstand gegen die Baugrenzen der Eichplatzbebauung ?
    Die Petition Eichplatz hat aktuell 59 Zeichner, dagegen hat eine Petition zu einem ZDF Beitrag 4570 Unterschriften.
    Da braucht sich die Stadt doch keinen Kopf machen…


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  33. Wieland Rose | 16. Dezember 2011 um 16:42 |

    @Peter Mock:
    Ich verstehe ihren Vergleich nicht ganz.

    Auf der einen Seite sagen sie ganz richtig das am Anfang erstmal eine grundsätzliche Einigung stattfinden muss. Aber gleich darauf lehnen sie eine Diskussion darüber ab.

    Beim Eichplatz ist doch das Problem das mit den Bürger gar nicht wirklich darüber geredet wurde was mit den Platz passieren sollte.


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  34. @wieland rose: Diese Bürger sind aus meiner Sicht noch weniger repräsentativ für die Mehrheit als der Stadtrat. Beim Intershop-Projekt würde „Bürgerbeteiligung“ a’la Jena zu keiner Beteiligung führen denn Voraussetzung für Beteiligung ist das etwas stattfindet.
    Eine sinnvolle Bürgerbeteiligung setzt zu Anfang erst einmal eine grundsätzliche Einigung voraus was denn entstehen soll. Dann können sich die Bürger beteiligen.
    Also erst muss man sich einigen was man will oder braucht.
    Zum Beispiel eine Kuh anschaffen. Danach kann man über das Euter, die Milchleistung und braune oder schwarze Flecke diskutieren.
    Am Eichplatz gibt es zum Beispiel die grundsätzliche Einigung „Kuh“ noch gar nicht. Also diskutiert der eine fröhlich über das Euter, der nächste fordert es muss Federn haben und der dritte empört sich über fehlende Rüssel. Gekauft werden wird dann wahrscheinlich etwas sehr merkwürdiges das dann weder richtig Milch gibt, auch selten oder keine Eier legt und auch keinem Zoo als Elefant verkauft werden kann.
    Derweil wendet sich der angeblich zu beteiligende Bürger mit Grausen.


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  35. orangestattgruen | 16. Dezember 2011 um 15:13 |

    Dem Bürger Kompetenz und Entscheidungsfähigkeit abzusprechen und den Niedergang der repräsentativen Demokratie auszurufen, ist doch die übliche Pseudodiskussion, die vom eigentlichen Sachverhalt ablenkt. Wie „repräsentativ“ ist denn eigentlich noch eure „Demokratie“, wenn man mal die Wahlbeteiligung mit einbezieht, wieviel Prozent bleiben dann noch für die derzeit im Stadtrat regierenden Parteien?
    „Volksvertreter“, die keine Gelegenheit auslassen, am Volk vorbei zu regieren, wichtige Entscheidungen hinter verschlossenen Türen fällen, die Gelder der Steuerzahler in Geheimverträgen irgendwelchen Investoren hinterherwerfen und laut aufschreien, wenn der Bürger mal seine Meinung sagen will? Wer braucht heute noch diese Art von „Politiker“?
    Und „mein Gott – so funktioniert das nunmal“ ist wirklich ein absolut überzeugendes Argument, mit dem Sie sicher jeden Bürger in dieser Stadt sofort mit ins Boot geholt haben /*blanke Ironie*


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  36. Wieland Rose | 16. Dezember 2011 um 14:38 |

    @Peter Mock
    Ach was ist denn so kritisch an den Bürger die nach Beteiligung rufen? Würde mich jetzt mal interessieren.

    Und der Stadtrat hat Sachverstand einfach so bekommen? Wieso sprechen sie den meisten Bürgern dieser Stadt jeden Sachverstand ab. Wenn man in die Planungen einbezogen wird und darüber gleichberechtig informiert wird kann man auch mit Sachverstand argumentieren.

    Der Stadtrat handelt lieber anders herum. Erstmal alles im Geheimen beschließen und keine Informationen rausgeben. Als Begründung kommt das der die Menschen ja nicht genung Informationen und Sachverstand hättn um eingebunden zu werden. Also muss man sich gar nicht erst informieren. Komische Logik.


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  37. Ich bin da hin und her-gerissen. :-) Einerseits bräuchte es dringend ein Architektur-Korrektiv um Jena nicht weiterhin als europaweit abschreckendes Beispiel für ausgesucht hässliche Neubauten zu positionieren. Wenn man aber die Bürger betrachtet die nach Beteiligung rufen kann man wiederum den Stadtrat gut verstehen warum er das lieber nicht möchte.
    Das Intershop-Vorhaben ist sehr wichtig für die Stadt. Das Gebäude muss zwingend bestimmte Anforderungen an Größe, Ausstattung, Kosten etc. erfüllen. Es wird in einem sehr engen Zeitfenster gebaut oder gar nicht gebaut.
    Wirkliche „Beteiligung“ setzt ein gewisses Mindestmaß an Sachverstand voraus.


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  38. Holger Herrmann | 16. Dezember 2011 um 11:59 |

    Bauen nach § 34 BauGB öffnet dem architektonischen Niedergang unserer Stadt Tür und Tor. Je größer die Baufelder desto schlimmer. Es geht oft nur um bebauten Raum und jeder m³ zählt.

    Am Lutherplatz entsteht ja gerade so ein Objekt wunderbarer Architektur von privater Hand finanziert, welches anschließend von der Stadt angemietet wird. Jedenfalls hätte man den Klotz 2 Meter zurücksetzen können. Das wäre für die Ansicht und eventuell für die Straßen- und Wegeplanung sinnvoller gewesen.
    Sicher wird es nicht ganz so schlimm wie in der Westbahnhofstraße.


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  39. Holger Herrmann | 16. Dezember 2011 um 11:32 |

    Es bleibt zu wünsche, dass Herrn Haschke und Herrn Dr.Birkner für Ihren Geheimnisverrat keine negativen, rechtlichen Konsequenzen und persönlichen Nachteile entstehen.
    Ich danke Ihnen für Ihre Zivilcourage

    Sie haben sich in Jena TV geäußert:
    http://www.jenatv.de/

    Ein weiterer Link verdeutlicht die Örtlichkeit der künftigen Baumaßnahme:
    http://www.dtoday.de/regionen/lokal-politik_artikel,-%E2%80%9EDas-entsetzt-uns%E2%80%9C-Buerger-fuer-Jena-fordern-Buergerbeteiligung-_arid,118048.html


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  40. Wieland Rose | 16. Dezember 2011 um 10:37 |

    @Frank

    Tut mir leid, aber das sehe ich anders. Nur weil 2009 Vertreter in den Stadtrat gewählt wurden, hat der Bürger nicht automatisch sämtliches Mitspracherecht innerhalb der Stadt verloren. Abgesehen davon wurden viele der im Stadtrat sitzenden Parteien mit ganz anderen Versprechen dort hinein gewählt (siehe Wahlkampfaussagen zum Eichplatz).

    Woran liegt es vielleicht auch, dass sich niemand dafür interessiert? Weil die Leute sich sagen, dass es eh keinen Sinn hat, eine Meinung dazu zu bilden, weil die Stadt macht was sie möchte? Abgesehen davon sind die Informationen sehr spärlich und sollen nur im Nachhinein veröffentlich werden.

    Als mündiger Demokratischer Bürger habe ich das Recht, Entscheidungen zu hinterfragen und das am besten bevor sie getroffen werden. An wen wurde verkauft? Wollen wir den Investor überhaupt in der Stadt? Wieviel Geld fließt dort? Warum diese Summe? (könnte ja auch mehr sein, oder weniger wenn dafür sinnvollere Sachen gebaut werden)

    Wie kam es überhaupt zu dieser Entscheidung? Wenn der Stadtrat meint, es wäre alles legitim und die beste Entscheidung für die Stadt und alle Bürger, wieso bleibt dann alles im Dunkeln? Hat man vielleicht Angst, dass es doch nicht so ist? Dass die Bürger, völlig überraschend, vielleicht eine etwas andere Meinung zur Stadtentwicklung haben? Lieber gar nicht erst fragen, dann entgeht man unangenehmen Antworten.


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  41. @Bastian Ebert: Ich gebe Ihnen Recht – so etwas sollte öffentlich diskutiert werden im Stadtrat.

    Für mich stellt sich aber schon länger die Frage: handelt es sich beim Inselplatz wirklich um einen zentralen Bereich der Stadt? Ich bin mir da nicht so sicher, um ehrlich zu sein.


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  42. Bastian Ebert | 16. Dezember 2011 um 10:29 |

    @Frank bitte keine Nebelkerzen werfen. Es war nie gefordert, für alles und jedes Bauprojekt eine großes Bürgerbeteiligungsverfahren zu initiieren. Aber für zwei (2) zentrale Bereiche in Jena ist das durchaus sinnvoll und auch machbar. Aber selbst wenn man sich vor der Beteiligung der Bürger fürchtet und darin den Untergang der parlamentarischen Demokratie sieht: Ein wenig mehr Transparenz und Öffentlichkeit könnte es durchaus sein. Muss so was immer im nicht öffentlichen Teil des Stadtrates verhandelt werden?


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  43. Der Stadtrat ist die gewählte Vertretung des Volkes in dieser Stadt. Man kann nicht für alles ständig eine Bürgerbeteiligung fordern – nicht zuletzt würde diese weitere Forderung (nach der Eichplatzdebatte) zu einer Unterhöhlung der repräsentativen Demokratie in dieser Stadt führen. Und ich wage mal zu behaupten, dass es den Großteil der Bürger einfach nicht interessiert – einfach nicht interessiert. Wie beim Eichplatz wird sich auch in diesem Punkt wieder eine Minorität bilden, die jede Entscheidung des Stadtrats diesbezüglich in Frage stellt. Ich weiß nicht, ob eine effektive Stadtplanung so funktionieren kann, glaube es aber nicht.

    Was die Silhouette der Stadt betrifft. Wenn man das Foto wie oben abgebildet natürlich quasi von schrägt unten macht und diese Art Gebäude nimmt, wirkt es natürlich wie ein böser, unschöner Klotz, der alles verschandelt. Heißt aber nicht, dass es am Ende auch tatsächlich so aussieht. Aber es wird erstmal ein negatives Bild vermittelt.

    Bezüglich der Wohnungssituation: es ist absolut richtig, dass Jena Wohnungen braucht. Jena braucht Wohnungen in Jena-Ost, Jena-Süd, Zwätzen usw. usf. Nichtsdestotrotz reden wir hier – auch in Bezug auf den Inselplatz (wie auch den Eichplatz) über die Bebauung der Innenstadt. Es gibt hier Wohnungen ja, aber in den meisten Fällen anderer Städte sind Innenstädte nun einmal hauptsächlich durch anderes geprägt. Jetzt können die ganz linken wieder mit dem Argument „aaaah, verdammte Konsumtempel des Kapitalismus“ aufwarten – aber mein Gott – so funktioniert das nunmal. Und ja: Jena hat nicht allzuviele Einkaufsmöglichkeiten zu bieten. Und auch mit einem wirtschaftlichen Aufschwung geht nunmal einher, dass es Büroflächen braucht. Man kann doch nicht alle Firmen nach Göschwitz verbannen.

    Es fehlt – meiner Meinung nach – einigen Initiatoren von sogenannten Bürgerbeteiligungen an einer gehörigen Portion Realismus. Und ich unterstelle dem Stadtrat jetzt mal, dass er über diese „realistische“ Perspektive eher verfügt als die Initiatoren. Und in Bezug auf andere Sichtweisen: dafür gibt es Fraktionen, dafür gibt es beratende Bürger in verschiedenen Gremien. Man kann nicht zu jedem städtebaulichen Projekt die Bürger befragen – das geht an der Art der Demokratie in dieser Stadt und in diesem Land vorbei.


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  44. Simon Sachse | 16. Dezember 2011 um 09:48 |

    Gab’s nicht einen großartigen Wettbewerb zu dieser Bebauung? Gilt der noch irgendwas, oder war der auch nur für die Tonne? Und stehen auf der linken Seite nicht eigentlich Häuser? Hieß es nicht, die Uni baue da? Jetzt wird an einen nicht näher genannten Investor zu nicht näher genannten Bedingungen verkauft. Und die Bürger sollen gefälligst die Klappe halten.
    Es spricht wirklich nichts dagegen, die Brache zu bebauen, und das werden die meisten Leute so sehen. Immerhin scheinen keine 70 Bäume im Weg zu stehen. Umso unverständlicher ist, dass man die Bürger nicht beteiligen will. Vielleicht will man wiederum auf renditeschwache Wohnungen verzichten. Wer braucht schon Wohnungen?
    So langsam sollte sich der Stadtrat wirklich ein anderes Volk suchen …


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  45. Bastian Ebert | 16. Dezember 2011 um 08:54 |

    Faszinierend, dass es dazu keine Informationen von offizieller Seite gibt. Es sieht so aus als wolle man auch hier wieder Fakten schaffen ohne die Bürger zu beteiligen. Hat man denn aus dem Eichplatz-Debakel gar nichts gelernt?


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  46. pffff da kann intershop auch gleich aufm Eichplatz nen zweiten Turm bauen der 150 – 200 m hoch ist und für die nächsten 100 bis 150 jahre ein wahrzeichen für jena darstellt…


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