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Wertschätzender Umgang mit Gemeingütern im Kindergarten



Jena. Darüber schreibt Freya Pausewang im Kindergarten-Pädagogik Online-Handbuch. Pausewang geht davon aus, dass Gemeingüter immer allen gehören. Das ist gar nicht so. Sie haben oft klar definierte Nutzergruppen. Zum Beispiel Kindergartenkinder. Aber darüber mal hinweggelesen, ist ein durchaus anregender Text und schön zu sehen, dass diese Gedanken gerade in der Frühpädagogik Resonanz finden, denn dort “werden Weichen gestellt” (Pausewang).

“Kinder im Kindergarten benutzen gemeinsam das Spielmaterial der Einrichtung. Dieses Material ist ebenfalls kein Gemeingut im eigentlichen Sinne, weil es nur den angemeldeten Kindergartenkindern zur Verfügung steht. Die Kinder machen damit aber die Erfahrung, Dinge zu gebrauchen, die ihnen nicht gehören, die sie pfleglich nach vorgegebenen Regeln behandeln und verlässlich zurückgeben müssen. Für Kinder ist solch gemeinschaftlicher Umgang eine Vorstufe, um allgemeine Gemeingüter und deren notwendige Pflege zu verstehen und zu handhaben.

Wie können diese Weichen gestellt werden?

  • durch die Entwicklung von Moral und ethischen Werten, nach Spitzer kann “ein Kind …. Grammatik … erst erfassen, wenn es weitgehend fehlerfrei sprechen kann, etwa in der zweiten Hälfte der Grundschulzeit. … Ein Verallgemeinern von Werten, die Bildung von Wertmaßstäben, ein Diskutieren über Ethik ist erst in Jugendjahren möglich und sinnvoll. Dafür braucht der Jugendliche allerdings “Material”, d.h. eine Vielfalt von erlebten Beispielen, auf denen er seine Werte aufbaut und strukturiert. So wie er für das Erfassen von Grammatik sprechen können muss, benötigt er einen entsprechenden Erfahrungsschatz von Bewertungen, um ein ethisches Konzept zu entwickeln.” In anderen Worten: Es braucht Vorbilder, konkrete Aufträge und Feedback.
  • durch Erfahrungen im Zusammenhang mit Mein, Dein und gemeinsamem Besitz – das heißt auch, mitnutzen und mitpflegen
  • durch Erfahrungen mit Gemeingütern in der frühen Kindheit, so könne etwa beim gemeinsamen Spaziergang und der Beobachtung einer Gruppe Straßenarbeiter nicht nur gefragt werden: “‘Was ist kaputt gegangen?”, sondern auch: “Wem gehört die Straße?’”

Diese und mehrere Beispiele und Ideen finden sich hier.

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