Jenapolis startet Ideenplattform “Zukunftsarena Jena – Stadt im Wandel”
Jena. Bürgerbeteiligung steht im Focus der Wahldebatten der Kandidaten im Rahmen der OB- und Landratswahlen in Thüringen. Aber sind die Reden für mehr Bürgerbeteiligung wirklich ernst
gemeint? Jenapolis hofft ja und lädt mit dem Projekt “Zukunftsarena Jena – Stadt im Wandel” alle Politiker, egal ob Bürgermeister, Stadträte, Ortsteilräte, Landes- und Bundespolitiker in Jena und Thüringen ein, sich gemeinsam über unsere Stadt zu unterhalten. Das Meckern und Schönreden muss endlich ein Ende haben. Jetzt geht es darum, konstruktiv und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Und das fängt mit ehrlicher und authentischer Kommunikation an. Dabei helfen soll die neue Ideen- und Vorschlagsplattform “Zukunftsarena Jena – Stadt im Wandel“, die auf der Basis der Open-Source-Lösung “Adhocracy” eingerichtet wurde.
Themen finden, Meinung bilden, abstimmen
Zum ersten Mal können Bürger aus dem gesamten Bundesland Thüringen Ideen sammeln und mit anderen Bürgern und Politikern darüber diskutieren und abschließend diese Ideen bewerten. Somit soll ein zusätzliches Tool und eine weitere Hilfestellung entstehen, wo alle Akteure gleichberechtigt aktiv werden können. Thüringen ist damit das erste Bundesland, in dem solch eine Plattform in dieser Größenordnung, als lokale und regionale Kommunikationsplattform startet. Partner dabei ist der Verein Liquid Democracy aus Berlin, der neue Jenaer Verein CoKo e.V. und Jenapolis. Weitere Partner, auch Medienpartner, sind gerne willkommen. Die Zukunftsarena Jena ist keine staatliche oder parteipolitische Initiative, sondern geht von engagierten Bürgern aus, die nach Möglichkeiten suchen, auch das Internet mehr in den Prozess der direkten Kommunikation und Beteiligung zu intergrieren.
Eingeladen ist jeder, der sich in und für Jena und Thüringen (gerne auch direkt in anderen Städten) mit seinen Ideen einbringen möchte. Wir brauchen eine breite und transparente Diskussion über die Zukunft Jenas und Thüringens. Die Zeit ist reif für mehr Demokratie, auch im Internet.
Das Besondere an dieser Plattform: Hier geht es nicht mehr anonym. Die Redaktion von Jenapolis prüft die Mitglieder, auch muss jedes Mitglied mit seinem richtigen Namen kommunizieren. Natürlich ist es nicht der Anspruch dieser Plattform, die direkte Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland einzuführen, sondern die Bürger wieder näher an den politischen Betrieb heranzuführen und das “know-how” der Bevölkerung sinnvoll zu nutzen. Zur näheren Erklärung schauen Sie einfach das nachfolgende Video:
“Adhocraty”: Der Begriff stammt aus dem englischen und bezeichnet eine Organisationsform, die sich als Gegensatz zur Bürokratie definiert. Bezogen auf das Projekt der Enquete-Kommission geht es bei diesem Organisationsmodell darum, dass es nur einen kleinen operativen Kern (die Kommission) besitzt und die teilnehmenden Bürger zum Hilfsstab dieser “Organisation” werden. Die Koordination soll durch gegenseitige Abstimmung stattfinden.
Lassen Sie sich nicht von “Technik” abschrecken. Die Redaktion von Jenapolis bietet gerne Hilfe beim Mitmachen an. Auch werden wir uns mit der Stadt und der Politik in Verbindung setzen, damit das Projekt eine breite Basis erfährt. Dazu wird es auch Veranstaltungen in der “realen Welt” geben. Bei Fragen einfach anrufen unter 0151 14 97 69 29 oder per mail: redaktion@jenapolis.de
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8 Reaktionen zu “Jenapolis startet Ideenplattform “Zukunftsarena Jena – Stadt im Wandel””-
Carsten Eckart
Am 24. März 2011 um 14:04 Uhr
Nachdem ich die Software Adhocracy gegen 2009 noch für sehr verbesserungswürdig hielt, hat sich dieses Tool mittlerweile ziemlich gebessert und stellt genau so wie Liquid Feedback die tollen Möglichkeiten der online gestützten direkten Demokratie dar.
Ich kann nur jedem Bürger Jenas empfehlen, sich dieses Liquid Democracy-Tool an zu schauen.
Hot debate. What do you think?
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Holger Herrmann
Am 26. Januar 2012 um 12:31 Uhr
Ich halte diese Plattform für “Wünsch Dir was” und unrealistisch. Die Seite von Jenapolis funktioniert jetzt schon teilweise nicht richtig und wird immer unübersichtlicher. Die AOK Werbung verdeckt die Suchfunktion. Das Schreiben in diesem Dialogfeld ist eine Katastrophe.
SPD. CDU und Linke beteiligen sich nicht oder kaum an Diskussionen und Rathausnachrichten hält sich bei Anfragen vornehm zurück.Hot debate. What do you think?
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Liquid Democracy - „flüssige Demokratie“, wie soll das gehen? | PIRATEN Thüringen
Am 26. Januar 2012 um 14:05 Uhr
[...] mit Adhocracy ein Werkzeug zur Umsetzung der Idee der ”flüssigen Demokratie“ bereitgestellt [3]. Jeder, der sich anmeldet, kann nun Idee, politische Vorhaben und Vorschläge zur Sprache bringen, [...]
Stimme zu / Lehne ab:
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Icepack
Am 26. Januar 2012 um 16:10 Uhr
Wünsche, Ideen und Vorschläge der Bürger sind nur ein Teil der Bürgerbeteiligung. Ein weiterer wichtiger Punkt ist , dass Bürger die Kontrolle der Arbeit “Ihrer” Politiker übernehmen. Das muss mit in die Lösung rein. Wenn Politiker irgendwas tun oder entscheiden, was in starkem Konflikt mit Bürgerwille, Wahlversprechen und Mandat steht, dann kommt das in Zukunft sofort rein in die Matrix und wird dort hantiert. Damit die Politiker gerade daran gehindert werden, irgendetwas zu tun und zu entscheiden wofür ihnen der Wähler gar kein Mandat erteilt hat. Das Vertrauen der Wähler ist hin, egal welche Partei. Deshalb: Kurze Leine für Politiker, weil es leider nicht mehr anders geht. Dadurch wird der Politikeralltag sicherlich nicht schöner , aber ein Politiker hat sich seinen Job selbst ausgesucht, kennt die Pflichten und muss gehindert werden über die Köpfe der Leute eigene, persönliche Interessen durchzusetzen.
Wenn ich Nitsche’s Blog lese, dann freut mich das er scheinbar Interesse für die Bürgerbeteiligung hat. Allerdings sieht Nitsche die Sache bis jetzt nur aus seiner Sicht. Es ist richtig das nur qualifizierte Beiträge Gehör finden sollen. Es ist auch richtig das Bürgerbeteiligung “Struktur” braucht. Es kann aber nur funktionieren wenn beide Seiten aufeinander zugehen. Die Lösung muss deshalb so geartet sein, das die Bürger ihre Themen gründlich sammeln, abwägen, sortieren und konkretisieren (“Substanz”), und die Seite der Politik von nun an “ständig” beweisen muss, das sämtliche Entscheidungen grundsätzlich nicht in Konflikt mit Wahlversprechen, Parteiprogramm, Mandat und Bürgerwillen steht.
Also die Verdrehung – Politiker sollen nicht darauf warten das berechtigte Kritik kommt, sondern müssen beweisen das alle Entscheidungen nicht in Konflikt mit Wählern und Bürgern stehen. Wie soll das inder Praxis ausehen ? Ich meine keine “Meldepflicht” oder “Fußfessel” für Politiker, aber eine Veränderung der Routinen. Es geht einfach nicht das man nur ein Mandat braucht um dann alles Mögliche damit anstellen zu können ohne das es ständige Rücksprache mit den Bürgern gibt. Das hört sich zunächst sicherlich fremd an, ist aber meiner Meinung nach aber die einzig korrekte Metode um zu sichern das Zusammenhang zwischen Mandat und den Taten der Politik besteht. In Zukunft “Kurze Leine” für alle Politiker, weil das Vertrauen zu oft missbraucht wurde. Positiver Nebeneffekt kann sein, dass ein solcher Weg Extremismus vorbeugt, weil der Bürgerwille für Politik und gewählte Politiker wieder bindend wird.Stimme zu / Lehne ab:
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Holger Herrmann
Am 28. Januar 2012 um 10:53 Uhr
Über die Formen von Interesse sollte man nachdenken:
“Wenn ich Nitsche’s Blog lese, dann freut mich das er scheinbar Interesse für die Bürgerbeteiligung hat. Allerdings sieht Nitsche die Sache bis jetzt nur aus seiner Sicht.”
Davon wird mir schlecht.
“Es ist richtig das nur qualifizierte Beiträge Gehör finden sollen.”
Das ist der Aufhänger für 40Jahre erfolgreiche Politik in der DDR.Stimme zu / Lehne ab:
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Icepack
Am 28. Januar 2012 um 19:19 Uhr
Sehr konstruktiv. Sie koennen gerne die “40 Jahre DDR Keule” schwingen . Gut das Sie hier dafür Zustimmung erhalten. Ich enthalte mich dann lieber. Die DDR und Ihr Beitrag haben aber keine Relevanz für mich und mein Thema da oben . Wenn sie streiten wollen , dann findet sich bestimmt was ?
Mein Thema oben befasst sich hauptsächlich nur mit der Frage, welche Logik man braucht um Politik zuverlässiger zu machen. Was ich da skizziert habe habe ich mir nicht ausgedacht, sondern das ist die Logik mit der auch heute in der Praxis höchste Sicherheit oder höchste Qualität erreicht werden. Dort wo es nötig ist. Warum soll man es nicht mehr erfolgreich auf die Politik anwenden können? Wir haben berechtigt kein Vertrauen in die Politik mehr , also geht es nur mit Änderungen. Ich halte das nicht für erstrebenswert, ist aber besser als Chaos. Chaos wollen Bürger aber nicht. Politiker sollen gezwungen sein vor sich jeder Abstimmung mit dem konkreten Thema sachlich tief auseinanderzusetzen. Nur unter der Bedingung darf ein Politiker in unserem Namen Entscheidungen fällen.
So wie der Bürger sich auch erstmal tief mit den Fakten auseinandersetzen bevor er am Prozess teilnehmen will, so verlange ich das von den Politikern. Ein genereller Aufruf gegen alle halbe Sachen, Vorteilnahme und Oberflächlichkeit.Stimme zu / Lehne ab:
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Holger Herrmann
Am 29. Januar 2012 um 00:15 Uhr
@Icepack Wenn sie meinen “und Ihr Beitrag haben aber keine Relevanz für mich und mein Thema”,
dann sind Sie wohl auch nicht so recht geeignet für
“jetzt geht es darum, konstruktiv und gemeinsam Zukunft zu gestalten. Und das fängt mit ehrlicher und authentischer Kommunikation an. Dabei helfen soll die neue Ideen- und Vorschlagsplattform”Relevanz ist eine Bezeichnung für die Bedeutsamkeit oder Wichtigkeit, die jemand etwas in einem bestimmten Zusammenhang beimisst.
Wenn Sie keine andere Meinung als ihre eigene dulden, sie müssen ja nicht gleicher Meinung sein, dann sind sie einfach nur selbstherrlich und ignorrant.
Falls hier alle so denken, dann bin ich an dieser Stelle fehl am Platz.
Vielleicht ist das hier aber auch ein elitärer philosophischer Debattierklub?Stimme zu / Lehne ab:
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Icepack
Am 29. Januar 2012 um 15:11 Uhr
Peace! Ich habe mich am “Wie organisiert man es” auf Nitsche’s Blog und seinen Ansichten festgehalten, und nun haben wir hier einen Prototyp den wir gerne diskutieren können.
Bitte ein Stück zurück zum eigentlichen Thema dieses Artikels: Es wurde eine Platform für Bürgerbeteiligung vorgestellt. Wenn man ein generelles Interesse an solchen Platformen für Mitbestimmung und Demokratie hat, dann kann es vorkommen das man zufällig auch auf Jenapolis klickt. Jena/Jenapolis sind Sie nur exemplarisch. Ich habe nicht vor mich anzumelden, und ich sehe mich dazu auch nicht berechtigt. Da der Starterfolg der Platform für sich spricht kann man diskutieren was daran vergessen wurde und fragen was rein muß damit “Liquid Democracy” nicht bald implodiert.
In der dargestellten “Pyramide” sehen Bürger wie Sie sich sicherlich als derjenige der mit “Vorfahrt-Joker” ausgestattet direkten Einfluß auf die Politik nehmen darf? Wo in der Pyramide finden Sie sich wieder?
Schauen Sie sich bitte das Info-Video nochmal an. Ein Punkt ist : “Zu wenig Expertise”. Das ist ein großes Problem. Allerdings auf beiden Seiten. Wenn sich auf Seite der Bürger Kompetenz und gute Lösungsangebote organisieren, dann muß das auf der Seite der gewählten Politiker genauso organisiert sein. Darauf will ich hinaus. Wenn unter den Politikern einige genauso vorpreschen wie Sie, dann haben wir dort mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Die “Struktur” und “Substanz” die Nitsche fordert ist völlig notwendig. Es muß nur auf beiden Seiten stattfinden. “Die Entscheidungen treffen die Politiker aber allein” sagt uns das Video dann noch. Hmm. Wenn Sie die Politiker gerne alleine machen lassen wollen , dann machen Sie gerade ein klassisches Eigentor .
Sie sehen ja wie das Interesse an der Platform ist.
BTW : Mit der Einführung von Klarname-Pflicht sind bisher alle guten Diskussionsplatformen im Internet untergegangen. Moderation ist notwendig, daß sehe ich auch so.
Viel Erfolg weiterhin mit der Plattform.Stimme zu / Lehne ab:
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