NSU-Opfer erhalten Entschädigungen
Berlin. Das Bundesjustizministerium hat erste Zahlungen für die Opfer der rechtsextremistischen Terrorzelle NSU erhalten. Wie die
Nachrichtenagentur dpa mitteilt, bestätigte heute dieses Mareke Aden, Sprecherin des Ministerium. Etliche Anträge lägen vor, sagte Aden. Anfang November wurde ein Fond für die Entschädigung der Opfer und deren Angehörige eingerichtet. Ombudsfrau für die Opfer der Terrorzelle ist Barbara John.
Opfer und deren Angehörige erhalten zwischen 5 000 und 10 000 Euro, die pauschal und unbürokratisch bewilligt würden. Neben zehn Morden in den Jahren von 2000 bis 2007, die den Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos angelastet werden, wurden auch zahlreiche Menschen bei einem Nagelbombenanschlag in Köln verletzt.
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10 Reaktionen zu “NSU-Opfer erhalten Entschädigungen”-
Rainer Sauer
Am 31. Januar 2012 um 13:55 Uhr
Man muss sich wirklich fragen, wann sich in Jena endlich eine, von der breiten Bürgerschaft unterstüztte, Bewegung bildet, die bei den Familien der Opfer ihre Bestürzung ausdrückt und um Verzeihung bittet.
Mit Geld kann kein Schmerz gemildert werden, nur wirtschaftlicher Schaden gelindert. Aber es waren unsere “Kinder der Stadt”, die all das Unheil und Leid in Deutschland angerichtet haben.
Sich gegen rechte Gewalt zu solidarisieren, mit Konzerten oder Kundgebungen am Holzmarkt, durch Erklärungen zur Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus, durch Teilnahme an Demonstrationen in Dresden oder sonstwo, ist das Eine. Das andere ist es, ein Zeichen zu setzen: Jena drückt seine Bestürzung um die Opfer aus und bittet deren Familien um Verzeihung!
Eine solche Geste aus der Mitte unserer Stadt ist seit Monaten überfällig.
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Max Mustermann
Am 31. Januar 2012 um 15:08 Uhr
Weitaus sinnvoller als “Zeichen zu setzen” wäre es sich jeden Tag gegen jegliche Form des Rassismus und Antisemitismus stark zu machen.
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EinfachnurVater
Am 31. Januar 2012 um 19:14 Uhr
@Rainer Sauer,
Eine schöne Idee.
Aber ich befürchte, das Seelenheil der Frau W. oder der Ruf der Stadt sind den meisten Engagierten hier doch wesentlich wichtiger…
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Rainer Sauer
Am 1. Februar 2012 um 12:01 Uhr
@ Max Mustermann:
Sich jeden Tag gegen jegliche Form des Rassismus und Antisemitismus stark zu machen ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit.
Aber eine Geste der Entschuldigung, z. B. durch unseren Oberbürgermeister stellvertretend für alle Jenaer und Jenaerinnen (in Form eines handgeschriebenen Briefes?), an die Familien der Opfer halte ich für dringend geboten.
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Rainer Sauer
Am 1. Februar 2012 um 12:04 Uhr
@ die Stimme zu / Lehne ab-Voters zu meinem Vorschlag:
Bis heute, 01.02.2012 um 12 Uhr, haben nur 4 Menschen zugestimmt aber mehr als doppelt so viele (= 9) die Entschuldigung bei den Opfern abgelehnt.
Ich muss sagen: DAS ENTSETZT MICH!
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Stefan
Am 1. Februar 2012 um 14:29 Uhr
Das Wort “Entschuldigung” ist für mich der falsche Ausdruck. Eine art Solidaritätserklärung der Bürger würde ich besser finden…
Entschuldigen müssen sich Polizei, Verfassungsschutz und die Politiker die auf dem rechten Auge blind sind, IMHO !
Grüße
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konservativ-kritisch
Am 1. Februar 2012 um 22:45 Uhr
@Rainer Sauer!
Einen guten alten Rat, den ich immer wieder vorbringen muss: man sollte nicht zuviel auf die Daumen geben! Denn ein derart eindeutiges Abstimmergebnis kann stets auch durch Mehrfach-abstimmungen EINER Person zustande kommen, und der Verdacht hierfür vergrößert sich, je eindeutiger Ergebnisse gegen bisherige Stimmtrends auf “jenapolis” tendieren.
Mir aber wäre, insbesondere was die Rolle der Behörden betrifft, Aufklärung lieber. Denn symbolische Gesten sind zwar wichtig. Sie verlangen aber wenig ab, wenn sich Verantwortliche dahinter verstecken können. Zumal es zunächst darum gehen muss, jene ausfindig zu machen, die sich WIRKLICH zu entschuldigen (oder gar zu verantworten) haben. Und hierzu zählen insbesondere die Verantwortlichen bei den Ermittlungsbehörden.
Und hier gibt es Grund nicht nur zur Entschuldigung, sondern gar zu erneuter Beschämung und Empörung. Scheint man doch an einer wirklichen Aufklärung gar nicht interessiert zu sein. Zumindest deutet – so zumindest der Spiegel – eine Passage des Textes zur Einsetzung des Untersuchungsausschusses auf Bundesebene darauf hin.
Zitat Spiegel:
“Auch was den Willen zur Aufklärung angeht, haben die kleinen Oppositionsparteien mit Blick auf die großen Volksparteien so ihre Zweifel. Noch immer ungeklärt ist die Frage, inwieweit Akten und Zeugen aus den Ländern vom Untersuchungsausschuss herangezogen werden können…. Grüne und Linke vermuten, dass SPD und Union daran schon deshalb nicht sonderlich interessiert sein können, weil mögliche Enthüllungen vor allem auf ihre dortigen Entscheidungsträger zurückfallen würden. Das zudem auch noch in zeitlicher Nähe zur Bundestagswahl 2013. Und so findet sich im Text der reichlich umständliche Satz: “Der Deutsche Bundestag respektiert die Rechte der Landtage der Länder der Bundesrepublik Deutschland auf Aufklärung im Verantwortungsbereich der Länder”
(Spiegel vom 26.01.2012)http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,811573,00.html
Auf Landesebene jedenfalls scheint der Bund lieber nicht so genau hinschauen zu wollen. Und ob die Länder selbst an einer Aufklärung der eigenen Verantwortung interessiert sind, daran habe ich erhebliche Zweifel!
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Rainer Sauer
Am 3. Februar 2012 um 12:11 Uhr
Viel geändert hat sich bis heute, 03.02.2012 um 12 Uhr nicht:
Das Voting steht bei 10 zu 30.Heißt für mich: 3/4tel der Leute, die sich mit meinem Vorschlag befasst haben, wünschen keine Entschuldigung bei den Nazi-Opfern und ihren Familien.
Ich finde das sehr traurig – auch deshalb, weil ich zumindest zwei Menschen aus Köln persönlich kenne (Hallo Thomas, hallo Petra!), die meine Anregung aufmerksam verfolgen. Und der Patenonkel ihrer Kinder ist Wolfgang Niedecken.
Ist zwar indiskret und unpassend, das hier “herauszuposaunen” … ich wollte es dennoch einmal kurz erwähnt haben.
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Komiker
Am 3. Februar 2012 um 14:55 Uhr
@Rainer Sauer Unter Kollegen: Wenn es einem selbst trifft mit dem Voting, dann sollte man auch mal darüber schmunzeln können.
Vorschlag: Fang selbst an, schreib eine Petition, sammle Unterschriften oder gründe eine Bürgerinitiative und das alles möglichst nicht in Köln!Stimme zu / Lehne ab:
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Rainer Sauer
Am 23. Februar 2012 um 14:16 Uhr
Dies ist nicht der Anlass um zu “schmulzeln” und es geht auch nicht darum, etwas zu entschuldigen. “Entschulden” kann man nicht, was vorgefallen ist, ebensowenig wie die Tatsache, dass die Mörder aus jena stammen/stammten.
Ich bin nach wie vor tief bestürzt darüber, dass sich zwei Drittel der Menschen, die bei Jenapolis hierüber abgestimmt haben, gegen die von mir angedachte Geste “Jena drückt seine Bestürzung um die Opfer aus und bittet deren Familien um Verzeihung!” aussprechen.
Noch einmal: Hier ging es ursprünglich darum, mit Geld “gut zu machen”, was passiert ist. Dagegen hat sich heute in Berlin sogar der Vater eines der Opfer ausgesprochen. Ismail Yozgat rührte viele Menschen zu Tränen als er sagte: “Mein Sohn starb in meinen Armen am 6.4.2006. Meine Familie möchte seelischen Beistand, keine materielle Entschädigung.”
Weshalb sollte ich eine Petition bei Jenapolis starten, wenn zwei Drittel der Leute, die hier mitmachen, so herzlos sind?
Stimme zu / Lehne ab:
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