Votum pro Jenawohnen-Plan für ein Eichplatz-Areal |

Votum pro Jenawohnen-Plan für ein Eichplatz-Areal

Juryvorsitzender Prof. Carl Fingerhuth erläutert die Baupläne von Jenawohnen an der Johannisstraße. (Foto: Glasser)Juryvorsitzender Prof. Carl Fingerhuth erläutert die Baupläne von Jenawohnen an der Johannisstraße. (Foto: Glasser)

Jury-Vorsitzender stellte Ergebnisse des Wettbewerbs für die Bebauung des Eichplatzes vor – zwei Investoren müssen ihre Pläne überarbeiten

Jena ist einen beträchtlichen Schritt vorangekommen beim Vorhaben, den Eichplatz wieder zu bebauen. Die Jury, in der Bauexperten, Stadträte und Bürger gemeinsam gearbeitet haben, hat empfohlen, das

Juryvorsitzender Prof. Carl Fingerhuth erläutert die Baupläne von Jenawohnen an der Johannisstraße. (Foto: Glasser)

Juryvorsitzender Prof. Carl Fingerhuth erläutert die Baupläne von Jenawohnen an der Johannisstraße. (Foto: Glasser)

Projekt von Jenawohnen als Grundlage für die weitere Planung der Gestaltung des Baufeldes an der Johannisstraße zu verwenden. Darüber informierten am Mittwoch, 22. Februar, Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter und der Jury-Vorsitzende Prof. Carl Fingerhuth gemeinsam mit der Stadtentwicklungsdezernentin Katrin Schwarz und Thomas Dirkes, Werkleiter des Eigenbetriebes Kommunale Immobilien.

„Ich freue mich, dass Jenawohnen so erfolgreich in dem Wettbewerb war“, sagte Albrecht Schröter. Besonders hob er den hohen Wohnanteil heraus, der im Jenawohnen-Projekt bei 66 Prozent liegt.
Noch offen bleibt zunächst eine Entscheidung fürs so genannte MK 2, das Areal an der Kollegiengasse. Nach dem Votum der Jury bleiben zwei Investoren im Wettbewerb, denen auferlegt wurde, ihre Projekte weiter zu überarbeiten. Das betrifft die Pläne des Hamburger Investors ECE und der OFB, eine Tochter der hessisch-thüringischen Helaba. „Die beiden Projekte müssen mehr Maßstäblichkeit und differenziertere Fassaden bekommen“, sagte Thomas Dirkes.

Der Schweizer Städtebauexperte Carl Fingerhuth würdigte die Arbeit in der Jury als einen intensiven Austausch und hob hervor: „Was neu entsteht, muss ein Teil dieser Stadt werden, kein autonomes Gebiet.“ Deshalb habe die Jury nach Verbindungen gesucht, nach Kommunikation. Thomas Dirkes ergänzte: „Wir haben jetzt nur noch Entwürfe für Gebäude vorliegen, die nicht introvertiert sind, sondern sich nach außen öffnen.“ Bei den beiden Entwürfen für das Areal an der Kollegiengasse gab Thomas Dirkes den Anteil der Wohnbebauung mit 37 Prozent (OFB) und mit 50 Prozent (ECE) an.

Im Mai des vergangen Jahres war der Wettbewerb zur Bebauung des Eichplatzes mit einer europaweiten Ausschreibung gestartet. Die Jury trat im Dezember das erste Mal zusammen und wählte aus neun Wettbewerbsbeiträgen vier für die weiteren Entscheidungen aus. Ein Investor zog sich dann zurück. Das zweite Mal trat die Jury am Dienstag, 21. Februar, zusammen.

Jetzt liegt die Empfehlung vor, dass Jenawohnen das Areal an der Johannisstraße bebauen kann. Eine Entscheidung über das Quartier an der Kollegiengasse kann erst fallen, wenn überarbeitete Entwürfe vorliegen. Letztendlich wird der Stadtrat ein abschließendes Votum geben.

Seit Mittwoch, 22. Februar, bis zum Freitag, 24. Februar, sind die Entwürfe in der Rathausdiele ausgestellt. Vom 8. bis zum 25. März werden sie im Markt 16 zu sehen sein.

17 Kommentare zu "Votum pro Jenawohnen-Plan für ein Eichplatz-Areal"

  1. Das Ergebnis der Jury ist zumindest ermutigend. Aussortiert wurden Entwürfe mit autistischen, nach außen abgeschlossenen Einkaufszentren. Der Favorit ist der Entwurf mit dem höchsten Wohnanteil – und der stärksten Struktuierung. Jenawohnen lässt sogar etwas mehr Kirchplatz übrig, als eigentlich vorgesehen war. Offenbar hat das kommunale Unternehmen da stärker als die Auswärtigen auf die Stimmung in der Stadt gehört.
    Trotzdem blieben Fragen offen. Herr Dirkes bremste den Optimismus mit der Aussage: „Es steht noch nicht fest, dass Jenawohnen baut“. Unklar ist, wie die anderen beiden Investoren, die jeweils den gesamten Platz bebauen wollen, auf eine Entscheidung für Jenawohnen reagieren würden. Bei ECE vermutet man offenbar, dass das Unternehmen nicht an einem Teilstück interessiert wäre. Unklar ist, wie die Stadt reagiert, wenn beide nicht zu einem Kompromiss bereit sind. Man könnte ja auch warten, bis Jenawohnen Geld für MK2 hat – oder die von vielen Bürgern gewünschte Grünfläche anlegen.
    Lutz Liebscher von der SPD kündigte eine „verbindliche Bürgerbefragung“ nach Art des Bürgerhaushaltes an. Auf die Frage eines Zuhörers: „Und was passiert, wenn die Bürger nicht einverstanden sind?“, gab es allerdings keine Antwort. Wenn man sich die Bürgerhaushalte und ihre Auswirkung ansieht, kann man allerdings eine Vermutung haben: Dann wird das Bürgervotum ignoriert.


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  2. und was wird aus MK 1 (das war doch der Turmsockel?)? da hat sich keiner rangetraut oder wie?


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  3. Also, wenn das so gebaut wird wie in der animierten Darstellung – hätte ich damit kein Problem. Mir gefällt es sogar recht gut. Bleibt dann die gesamte bebaute Fläche im Eigentum der Stadtwerketochter JenaWohnen?


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  4. Simon Sachse | 23. Februar 2012 um 10:50 |

    Zu MK1 gab es keine Aussage. Das war auch nicht Gegenstand der Ausschreibung. Der Investorenwettbewerb hat sich im Rahmen des Bebauungsplans bewegt. In der Diskussion wurde z. B. gefragt, ob die Jury die Spitze des MK3 überhaupt für sinnvoll hält. Darauf antwortete Prof. Fingerhuth, das sei nicht das Thema gewesen. Es sei nur um die Ausfüllung des Bebauungsplanes gegangen. Das heißt, die Jury hat im Rahmen der Vorgaben des Stadtrates agiert, ohne die grundsätzlich in Frage zu stellen. Das kann man ihnen nicht unbedingt vorwerfen, im Gegenteil. Die beschränkte Freiheit hat die Jury immerhin für eine kluge Entscheidung genutzt. Was daraus wird, muss man abwarten.
    An den ausgeschiedenen Entwürfen wurde auch kritisiert, dass sie die Vorgaben des Bebauungsplanes missachtet hätten, besonders bezüglich der Fassaden. Da gab es große Klötze ohne Struktur und ohne Öffnung zum Umfeld.
    Verwundert hat mich, dass es inzwischen offensichtlich auch eine Jury für den Rest-Eichplatz gibt, obwohl Stadtarchitekt Lärm beim Bürgerstammtisch gesagt hat, darüber würden die Bürger und nur die Bürger entscheiden. Es gibt anscheinend um die 70 Vorschläge. Die könnte man ja auch irgendwo aushängen und jeden Bürger aufrufen, seinen Favoriten zu wählen. Über die zehn beliebtesten könnte man weiter diskutieren. Aber das scheint schon wieder zu viel der Bürgerbeteiligung.


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  5. Das war eine gute Veranstaltung gestern. Endlich wird klar wie „unser Eichplatz“ (…nein, nein, nicht: „Mein Eichplatz“) in Zukunft aussehen wird.

    Alles plausible und machbare Gebäude, die die Innenstadt komplettieren und ihr eine neues Profil geben. Nichts gegen das man als Bürger etwas „haben müsste“.

    Ich finde die Vorschläge gut und verstehe nun die ganze Aufregung im Vorfeld nicht mehr so ganz.

    Weiter so!


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  6. Holger Herrmann | 23. Februar 2012 um 12:27 |

    Wäre es nicht möglich die Entwürfe von Jena Wohnen, OFB und ECE im Internet vorzustellen?

    Ich bin zwar nach wie vor gegen die Spitze von MK2 auf dem Kirchplatz, muss aber einräumen, dass es Jena Wohnen wahrscheinlich gelungen ist diese erfolgreich aufzubrechen.
    Gleiches gilt offenbar für die gesamte Struktur des Baufeldes, welche demzufolge auch geeignete Belichtungsverhältnisse für einen hohen Wohnraumanteil ermöglicht.
    Sicher werden dort nur höherpreisige Wohnungen möglich sein. Dem ist dann eben so.
    Für die Fassaden wünsche ich mir dann nur noch ansprechendere Materialien als Putz auf WDVS.
    Offenbar gibt es nur eine Etage Tiefgarage, welche wahrscheinlich vorrangig für die Mieter erforderlich sein wird. Das empfinde ich als nicht ausreichend.

    Der vorliegende Entwurf von OFB passt gut zur neuen Mitte und ist genauso schrecklich wie diese!
    Der vorliegende Entwurf von ECE wäre das kleinere Übel.
    Letztlich sind beide Entwürfe für mich persönlich nicht aktzepbtabel

    Prof. Carl Fingerhuth und die Jury waren gezwungen, sich an den unglücklichen B-Plan zu halten. Ich denke sie haben erst mal schlimmeres verhütet.
    Dafür gehört Ihnen meine persönlicher Dank und Anerkennung.

    Man hätte Herrn Professor Fingerhut und die Bürger in die grundsätzlichen Planungen zum Eichplatz einbeziehen sollen.
    Dann wäre das Ergebnis. „Unser Eichplatz“

    Genauso gilt auch Dank der“ Bürgerinitiative Mein Eichplatz“. und Herrn Andreas Mehlich.
    Letztlich hat sie die Bürger sensibilisiert und den Durchmarsch der Betonköpfe gebremst.
    Die Arbeit der Bürgeriniitative sollte an diesem Punkt nicht enden.


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  7. Kann man die Bilder alle zusammen online ansehen?


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  8. M. Kahlenberg | 23. Februar 2012 um 15:58 |

    Man hat mal wieder das erreicht was man wollte:
    Alle reden über die Wohnbebauung von JenaWohnen, zu recht ein gelungener Entwurf. Doch was ist mit dem Rest?

    Beide Entwürfe zeigen deutliche Abweichungen vom B-Plan!

    OFB – präsentiert ihren Entwurf für ein Einkaufzentrum in Eisenach neu in Jena und das im Gewand des Palastes der Repubilk (das neue Thüringer Mustermodell?). Ebenso bleiben sie die Frage schuldig wie die Funktion der Geschäfte funktionieren soll.
    Dies gilt auch für die ECE deren Entwurf eindeutig das zeigt was vorher aussortiert werden sollte, nur stetzt man hier auf eine nachträgliche Veränderung. Eindeutig sind in den Visualisierungen die Malleingänge erkennbar.

    Am Ende bleibt noch die Frage der Finanzierung. Da einzig die ECE in der Lage ist dieses Projekt zu finanzieren (ohne Steuergelder zu nutzen) und man ja nachschauen kann das diese Hauptschälich Gewerbebauten realisieren – stehen Jena wohl rosige Zeiten bevor: Viel Gewerbe heißt, viel Platz für die Kunden, jeder bekommt einen eigenen Supermarkt. Und wenn so viele neue Wohnungen auf den Markt kommen wird auch der m²-Preis sinken, dass kommt uns allen zu gute. Wie Uneigennützig doch Investoren sind!


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  9. Einfachnur Vater | 23. Februar 2012 um 16:30 |

    Jena vergibt eine wohl nicht mehr wiederkehrende stadtentwicklungspolitische, ästhetische und städtebauliche Chance!

    Statt diesen zentralen Platz zu einem urbanen Zentrum auszubauen, statt architektonischem Wagemut, statt progressiver und zukunftsweisender Stadtentwicklung, setzten die Stadt auf eine provinzielle, langweile und hässliche Bebauung diesen „Juwels der Stadt.“

    Nun entsteht also in Mitten einer Möglichen neuen Innenstadt ein architektonisch schlicht als unfassbar nichtssagend zu bezeichnendes Wohnquartier. Am Nonnenplan ist der Jury selbst eine äußerst zurückhaltende Architektur noch ein Stockwerk zu hoch! Werder der Turm noch der Bau54 werden in das entstehende Profil eingearbeitet. Alles schön gleich hoch – äh tief.
    Die gesamte Innenstadt wird mit dieser Bebauung einfach nur eins: Noch provinzieller. Die Innenstadt durch das neue Wohnquartier schlicht noch weiter zerrissen.

    Alle schönen, interessanten und urbanen Pläne wurden hier in Jena dermaßen erbarmungslos Platt gemacht, dass ich persönlich von der hiesigen Stadtentwicklung sowieso nichts mehr erwarte.
    Kein schöner Kultur-Campus, keine kommerzielle Nutzung, bitte keine ambitionierten Architekten. Wir wollen eine Wiese oder Wohnungen, die dann bitte einfach und schlicht aussehen, bloß keine Experimente!

    Dieser Form der Bebauung würde ich die Brache vorziehen – mit der Hoffnung, dass in einigen Jahren wieder Generationen entstehen werden, die aktiven Gestaltungswillen und Mut zur Veränderung haben.

    Die ganze Causa Eichplatz in Jena ist einfach nur noch eins: ein Trauerspiel.

    Diese schöne Stadt hat eine unglaubliche Chance vertan – sie wird wohl leider nie wieder kommen.

    An die BI: Herzlichen Glückwunsch – sie alle haben eindrucksvoll Bewiesen, dass in Jena auf Jahrzehnte kein ambitioniertes städtebauliches Projekt mehr verwirklichten werden wird.


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  10. Simon Sachse | 24. Februar 2012 um 07:56 |

    Nach Aussagen von Prof. Fingerhuth ist die Fassadengestaltung noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Da ist eine Überarbeitung gefordert. Wie die dann aussehen wird, kann man nur abwarten. Aber die Jury hat eindeutig eine strukturierte, zumindest anscheinend kleinteilige Gestaltung gefordert.
    Bedenklich finde ich den ECE-Entwurf allerdings aus einem anderen Grund: Weil er mich beim ersten Hinsehen begeistert hat. Da gab es zwischen den Baukörpern einen grünen Innenhof mit Rasenflächen und Bäumen! Das ist es, dachte ich, bis ich genau hingesehen hatte. Der Park befindet sich im 2. OG, etwa 5 Meter über den Köpfen der Passanten. Auf der Infotafel stand dann auch noch deutlich „privates Sicherheitsbedürfnis“.
    Das heißt, öffentlicher Freiraum wird ersetzt durch eine private, für die normale Bevölkerung unerreichbare Oase für die gutbetuchten Mieter der Wohnungen in gehobener Ausstattung. Ein exklusiver Park für Leute, die es sich leisten können, und für den Rest Ladenflächen und vielleicht ein Blick auf die Baumwipfel der sicher Wohnenden. Das hat mich dann irgendwie an „Metropolis“ erinnert.
    Dazu passt, dass keiner der Entwürfe, wie Kirsten Limbecker erfragte, Raum für Kunst und Kultur vorsieht. Jedenfalls nicht innerhalb der Baukörper. Vermutlich wird man auf dem Rest-Eichplatz irgendein Kunstwerk aufstellen, mit dem 90 % der Bevölkerung nichts anfangen können. Dieser Rest-Eichplatz wird der einzige öffentliche Raum im Areal bleiben, alles andere wird der Bevölkerung auf Dauer entzogen, wenn sie nicht gerade einkaufen oder einkehren möchte.
    Dazu der Einwand eines Diskussionsteilnehmers: Wieso stellt niemand in Frage, dass Jena unbedingt mit allen Städten des Umlandes um Kundenströme konkurrieren muss? Haben wir das wirklich nötig? Eine äußerst bedenkenswerte Frage, wie ich finde.

    @einfachnurVater: War unter den Entwürfen ein einziger, der „architektonischen Wagemut“ erkennen ließ? Welche schönen, urbanen (dt: städtischen) und interessanten Pläne gab es denn? Die aussortierten Entwürfe waren vor allem eines: unstrukturierte Betonklötze mit einem Maximum an Ladenfläche. Da hat die Jury Schlimmeres verhindert.


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  11. Einfachnur Vater | 24. Februar 2012 um 08:22 |

    @Simon Sachse,

    Ich habe hier mehr mein allgemeines Missfallen ausdrücken wollen. Unter den Entwürfen war keiner, der mir hätte zugesagt.

    Worauf ich hier einfach mal hinweisen wollte, ist dass, meiner Meinung nach, die BI ebenso wie die Stadt dieses potentiell wunderschöne innerstädtische Areal mit ihren Vorstellungen nie auch nur ansatzweise wirklich mal Mut bewiesen haben, ein ambitioniertes neues Stadtzentrum zu errichten. Wieso ist niemals über eine Gestaltung als Kultur-Campus geredet worden. Jena hätte einige eigene Probleme lösen können. Eine neue Spielstätte der Philharmonie, Platz für ein Museum und die Kunstsammlung. Dazu dann viel Raum für Cafés und Restaurants.

    Dass am Eichplatz unbedingt Wohnraum in der jetzt vorgeschlagenen Größendimension entstehen muss, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Einen Park auf diesem Platz entstehen zu lassen, halte ich persönlich für schlicht albern.

    Also: Mir hat in der Diskussion der letzten Monate einfach eine Stimme gefehlt, die den mehr oder weniger rein kommerziellen Ansätzen der Stadt und den stadtromatischen Vorstellungen der BI, ein urbanes, architektonisch kreatives und gestalterisch sowie von der Nutzung her mutiges Konzept vertreten hätte. Ich befürchte, beim Inselplatz wird es ähnlich. Daher glaube ich, dass beide Großprojekte leider keinen neuen Maßstäbe in der Stadtentwicklung in Jena setzten werden.


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  12. Simon Sachse | 24. Februar 2012 um 09:52 |

    @einfachnurVater:
    Die Rechnung ist doch ganz einfach: Ein Kulturcampus kostet in Größenordnungen Geld (die 25 Mio. € für die MuFu-Arena dürften ein Anhaltspunkt sein, für ein konzerttaugliches Gebäude aber eher zu knapp), der Verkauf der Fläche bringt für die Stadt Geld. Es gab durchaus Stimmen, die Raum für Kultur gefordert haben, aber gerade da sucht die Stadt nach Kürzungsmöglichkeiten.
    Ein Investor aber wird den Teufel tun und in Kultur investieren, wo man das Geld absehbar nie wieder erwirtschaften wird. Wenn es nur die Wahl gibt zwischen einem weiteren Shopping-Center in der Innenstadt (neben Goethe-Galerie, Neuer Mitte und demnächst größeren Ladenflächen am Inselplatz) und Wohnungen, dann ziehe ich eindeutig die Wohnungen vor, denn daran mangelt es der Stadt. Dass sich irgendwelche Läden aus dem gehobenen Segment ansiedeln, wo man dann Herren-Maßanzüge erwerben kann, glaubt ja sowieso niemand. Und ob wir wirklich so viel mehr Cafés und Restaurants brauchen? Nach meiner Erfahrung hat man außer zur Zeit der Weihnachtsfeiern kaum ein Problem, irgendwo einen Tisch zu finden. Jede neue Gastronomie knabbert also am Kuchen der anderen. Da können ein paar zusätzliche Einwohner nur gut sein.


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  13. Mir gefällt auch keiner der bisher gezeigten Entwürfe… z.B. gibt es kaum eine Variation in der Höhe der Gebäude, die Vorschläge sind alles andere als innovativ… und eigentlich ist es wie ich finde zu schlicht und schnöde, normal irgendwie, sowas kann in jeder anderen Stadt auch stehn… Man setzt also kein Ausrufezeichen in Richtung so sieht ein Stadtzentrum in zukunft aus, man ist nicht Vorreiter, was man doch in so vielen anderen Bereichen immer sein möchte… das ist meines Erachtens ziemlich schwach…


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  14. Kirsten Limbecker | 25. Februar 2012 um 15:07 |

    Leider kann man die Entwürfe (noch) nicht online einsehen.

    @blabla: MK1 wird nun ein B-Plan gegeben, ob der Eigentümer (Saller GmbH) die nun möglichen Erweiterungen (Aufbauten und seitliche Anbauten) vornimmt, bleibt ihm überlassen.

    @Bienchen: Die ganze Aufregung im Vorfeld war enorm wichtig. Ohne die breiten öffentlichen Diskussionen wären die Entwürfe und der Bebauungsplan wohl wesentlich schlimmer ausgefallen (Shopping-Center, Klötze…). Zudem hat die Aufregung den Stand der Bürgerbeteiligung in der Stadt wesentlich befördert, auch wenn wir da noch viel weiter gehen müssen.

    @Holger Herrmann: Die Arbeit der Bürgerinitiative und der Bürgerinnen und Bürger überhaupt wird hier noch nicht enden. Eine größere Veranstaltung für breitere Diskussionen (über die Befragung und mehr) wird für demnächst geplant. Infos hier: http://meineichplatz.jenapolis.de/ Bringen Sie sich gern mit ein.

    @Einfachnur Vater: Ihre Anschuldigungen an die BI kann ich als eine Vetreterin nicht verstehen. Für den B-Plan sind wir nicht verantwortlich. Wir wollten, dass die Planung von vorn beginnt und eine umfangreiche Bürgerbeteiligung zunächst die grundlegende Richtung zu finden hilft. Zudem war die BI architektonisch stets sehr plural vom Altstadtvertreter zum Befürworter avandgardistischer Bauten. Inhaltlich haben wir Mangel an öffentlichen Raum, Kulturraum, Sonne, Grün, Wohnungen und ästhetischem Feingefühl kritisiert. Zudem hätten Sie sich selbst auch schon viel früher so wortgewaltig einklinken können.


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  15. KIJ hat die Wettbewerbsbeiträge jetzt in etwas vereinfachter Form veröffentlicht: http://www.eichplatz.jena.de/Wettbewerbsbeitraege.39.0.html


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  16. hm, irgendwie sind alle 3 Wettbewerbsbeiträge grottig :( wie ueberhaupt das ganze Konzept!

    Gefallen hat mir der eine Opensource (?) Beitrag hier auf jenapolis.


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  17. … ach du meine Güte. Das ist ja noch viel schlimmer als erwartet.


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