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Kommentar: Kritik am Bebauungsplan zum Inselplatz



Jena. Am Mittwoch Abend dem 15.02. stellte die Stadtverwaltung den Entwurf zum Bebauungsplan ‘Inselplatz’ der Öffentlichkeit vor. Und lädt nun alle Jenaer ein, den B-Plan zu kommentieren.

Problematische Punkte enthält der B-Plan einige: eine weitere Veräußerung kommunaler Flächen; kaum Vorgaben, was konkret gebaut werden soll und was nicht passieren darf; ein sehr geringer Wohnanteil; die Wahrscheinlichkeit eines weitgehend unbelebten innerstädtischen Raumes; das Ausschließen von Satteldächern und fehlende Festsetzung von zukunftsorientierte energetischen Standards. Und damit ist die Liste noch nicht vollständig.

Geplant: Keine klaren Festlegungen und Verkauf statt Gemeindeeigentum
Die Inselplatzplanung ist wieder eine, die vor allem durch Freiheiten für Investoren geprägt ist. Kaum etwas wird zwingend für die künftigen Bauherren sein. Die Stadt stellt diese Offenheit als etwas Positives dar. Weil man jetzt noch nicht wisse, was käme, weil es „eine Sache der Ausschreibung, des Marktes und des Verkaufs“ (O-Ton Kerstin Rietz, Fachdienstleiterin Stadtplanung) wäre. Und weil sich ohne die Spielräume keine Investoren finden ließen.

Die Kommune hat die Hoheit, entscheiden zu können, was und wie gebaut wird. Sie kann genau festlegen, wo, wie viele und welche Art von Wohnungen gebaut werden müssen; welche Gewerbeinfrastruktur und in welcher Größe sie als sinnvoll erachtet; und sogar den Bau von Kulturräumen. Die Investorenabhängigkeit ist ein falscher Gedanke von Verwaltung, Stadtrat und Planungsbüros. Denn freilich kann und darf die Stadt selbst bauen. Jena ist kreditfähig und das Know How lebt in der Region. Wien zum Vergleich baut über 80 % der Neubauten selbst, in Jena sind es nicht einmal 3 %.

Kurz gesagt: Die Stadt gibt auch mit dem Inselplatz weitere Baufläche in private, betriebswirtschaftlich arbeitende Hand und verliert langfristig jede Möglichkeit der Einflussnahme.

Geplant: Kaum Wohnraum auf dem Inselplatz durch Universität
Seit Beginn der Planungen soll der Inselplatz innenstadtüblich gemischt mit Wohnen und Gewerbe genutzt werden. Seit einem Jahr jedoch gibt es klar das Interesse der Universität am Inselplatz. Gespräche gab es ohne die Öffentlichkeit zwischen Uni, Stadtverwaltung und Land. Nun soll universitäre Nutzung in den B-Plan aufgenommen werden. Stadtentwicklungsdezernentin Katrin Schwarz sagte am Informationsabend ganz klar, dass damit für Wohnen nur noch sehr wenig Platz bliebe.

Der Entwurf sieht an keiner Stelle im Plangebiet vor, Wohnungen zwingend festzusetzen. Stets sind Wohnungen nur eine Option. Auch Udo Hätscher (Dezernent für Liegenschaften der Universität) sagte deutlich, dass in den Universitätsgebäuden keine Wohnungen sein werden. Bei der Vergabe von 3-4 der geplanten Bauflächen an die Uni wird damit ein Großteil des Platzes unbewohnt sein.

Dem hohen Wohnraumbedarf wird mit der aktuellen Planung nicht entgegen gekommen. Die Stadt vergibt sich damit eine Chance innerstädtischen Wohnraum zu schaffen und bebaut lieber die Hänge und Kleingärten Jenas.

In Kauf genommen: Kaum urbanes Leben auf dem neuen Inselplatz
Wenn der Großteil der neuen Gebäude durch die Universität genutzt werden, kaum Wohnraum auf dem Inselplatz entsteht, Kulturräume nicht festgelegt werden und wenn ansonsten sich relativ viel Gewerbe wie angedacht ansiedelt (auch in den Uni-Gebäuden), dann wird am Abend das neue Quartier dunkel, tot und unbelebt sein.

Wenn man bedenkt, dass die Stadt selbst mit diesem Plan Urbanität schaffen will und das Viertel an die weitere Innenstadt anzuschließen versucht, versteht man diese Planung nicht mehr. Es darf nicht sein, eine Zentrumsfläche nicht für gesellschaftliches und kulturelles Leben zu nutzen. Damit wird auch der neu geplante kleine Platz in der Mitte des Quartiers zu einem toten öffentlichen Raum.

Den Raumbedarf der Universität kann man nicht bestreiten. Zu Hinterfragen gilt es jedoch, für wen die Innenstadt da sein soll. Für die meisten Menschen jeden Alters und jeden Berufs wird der geplate ‘Inselplatz’ jedenfalls nicht attraktiv sein.

Geplant: Flachdächer und keine Satteldächer
Schaut man die bestehende Bebauung rund um den Inselplatz an, sieht man bis auf den Neubau der Verwaltung am Lutherplatz nur Häuser mit Satteldächern (vom Schwarzen Bären, über die Universität, den Steinweg, den Anger, das Angergymnasium bis zum Technischen Rathaus). Das Planungsbüro Wick und die Stadtverwaltung wollen überwiegend Flachdächer festschreiben.

Um gute Gründe dafür anzugeben, musste sich der Vertreter von Wick in seiner Antwort auf eine Frage an dem Abend ganz schön anstrengen. Man befände sich nicht in der Altstadt, Flachdächer seien modern, Flachdächer mit einer Dachbegrünung würden ein schöneres Bild vom Berg aus ergeben, Satteldächer brächten die Notwendigkeit von Gauben und damit ein indifferentes Dachbild mit sich. Das ist wenig verständlich, bedenkt man die Vorteile von Satteldächern: spannendere Fassade durch sichtbare Dachflächen und Durchbrechen der rechtwinkligen Bebauung durch Schrägen; größere Abwechslung in der Gestaltung; schöne und beliebte Dachgeschossräume; besseres Einfügen in die Umgebung am Inselplatz.

Sogar bei der Lückenbebauung am Steinweg können in mitten einer Reihe von Häusern mit Satteldächern neue Gebäude mit Flachdächern gebaut werden. Für den gesamten Rest des Inselplatzes sind nur Flachdächer vorgesehen.

Geplant: keine zukunftsorientierte Energetische Planung
Dass Erdöl mittelfristig knapp und teuer wird, ist ebenso nicht mehr zu leugnen wie das wachsende Problem durch CO2-Emissionen. Dennoch plant die Stadt – und das ist ungeheuerlich – keinerlei energetische Standards für die Bebauung vorzuschreiben. Weder Energieeffizienz, noch Überlegungen zur verbindlichen Integration von Photovoltaik-Anlagen oder Überlegungen für nachhaltige Bausubstanzen sind vorgesehen. Hierzu gab es schlicht keinen Stadtratsbeschluss und keine Überlegungen beim Planungsbüro oder in der Stadtverwaltung.

Das ist ein Unding. Die kommenden Krisen der Energieversorgung und des Klimawandels muss die Stadt Jena in allen Planungen berücksichtigen. Alles andere ist realitätsfremd und führt zukünftig zu vermeidbaren Problemen.

Bürgerinnen und Bürger Jenas: Verschafft euch Gehör!!!
Bis zum 24.02. findet die sogenannte vorgezogene Bürgerbeteiligung statt. Da sind alle aufgerufen, ihre Meinung zum Plan der Verwaltung einzugeben. Äußert eure Bedenken und Vorschläge! Und fordert, dass sie gehört werden!

Dies kann man direkt im Gebäude der Stadtentwicklung Am Anger 26 tun. Oder im Internet. Am Informationsabend gab die Verwaltung einen Pfad an, mit dem man die Auslegung des Planes nicht einfach findet. Das erinnert an den im zugeschlossenen Keller ohne funktionierendes Licht ausgehangene Information zur geplanten Zerstörung der Erde in „Per Anhalter durch die Galaxis“.

Bürgerbeteiligung sieht anders aus.

Hier der Link.

Den Rahmenplan von 2009 gibt es hier.

Menschen Jenas: Dies ist eure Stadt, fordert das endlich ein!!!

Kirsten Limbecker: Ortsteilrätin Jena-Zentrum

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22 Reaktionen zu “Kommentar: Kritik am Bebauungsplan zum Inselplatz”
  • Heidrun Jänchen Am 16. Februar 2012 um 07:35 Uhr

    Auch ich hatte den Eindruck, dass die Stadt eigentlich gar nicht weiß, was sie mit diesem Areal anfangen will – außer die Fläche unbedingt bebauen. Eine klare Antwort, wieviel Wohn- und Einzelhandelsfläche vorgesehen ist, wurde wortreich umgangen. Einzelhandel vielleicht 10000 m² – das wäre die gleiche Größenordnung wie auf dem Eichplatz (und damit zusammen ein Plus von 10 % für die Einzelhandelsfläche Jenas, für die Innenstadt vielleicht +30 %). In Einzelfällen dürfte allerdings auch im 1. Obergeschoss Einzelhandel angesiedelt werden (wieviel m² sind “Einzelfall”?).
    Theoretisch gibt es 36000 m² für Wohnungen – was eigentlich nicht aufgehen kann, da das Erdgeschoss grundsätzlich für Einzelhandel genutzt werden soll. Darüber sind vier Stockwerke möglich – das wären etwa 40000 m². Die Hälfte des Bauvolumens (grob geschätzt) dürfte aber auf Uni und Intershop entfallen, eventuell sogar mehr. Damit reduziert sich die Fläche, auf der überhaupt Wohnungen gebaut werden können, auf etwa 20000 m² – mit einer starken Betonung auf KÖNNEN. Abzüglich der Einzelfälle.
    Dass Wohn- und Handelsflächen eine bestimmte Relation haben sollten, scheint niemand zu bedenken. Ein Wohngebiet würde zumindest einen gut kalkulierbaren Bedarf an Lebensmitteln und Haushaltsbedarf entwickeln, ein Supermarkt auf dem Campus wäre dagegen relativ sinnlos. Auf jeden Fall verzichtet die Stadt ganz offensichtlich darauf, überhaupt einen Wohnungsanteil festzuschreiben. In einer Kommune, die ständig unter Wohnungsmangel leidet, eigentlich völlig unverständlich.
    Während die Nutzung völlig frei ist, schreibt man die Dachform fest – damit sich das neue Areal auf keinen Fall in den Rest der Stadt einfügt, sondern als Fremdkörper sofort erkennbar wird.

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  • Nachdenker Am 16. Februar 2012 um 07:42 Uhr

    Der Kommentator legt den Finger in die Wunde – ändern wird sich wenig.Sehenden Auges werden gleich zwei Jahrhundertprojekte (Eichplatz/Inselplatz) vor die Wand gefahren.
    Spektalulär ist auch die Art und Weise wie Stadtverwaltung mit zweierlei Maß misst. Während einerseits Investoren anscheinend machen können was sie wollen (bestimmte Bauträger, Neubau Westbahnhofstrasse/Rathenaustrasse, Inselplatz)werden an anderer Stelle Datschenbesitzer oder Eigenheimbauer geknebelt und nach allen Regeln der Kunst baurechtlich/bauaufsichtsrechtlich schikaniert.
    Ein konkretes Beispiel: (B-Plan Hausbergviertel; Bauordnungsrechtliche Festsetzungen S. 8 “Loggien, Balkone und Geländer sind kantig nicht rund auszubilden. Sie sind in nichtglänzenden Metallgrautönen zu halten.).

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  • Dr. Harald Mertes Am 16. Februar 2012 um 08:56 Uhr

    Es pfeifen eigentlich die Spatzen von den Dächern, was Jena braucht:
    1. Wohnungen
    2. Wohnungen
    3. Wohnungen
    4. etwas Kleingewerbe und Lebensmittel für die Nahversorgung dieser Wohnungen
    5. Wohnungen
    6. Wohnungen
    7. …

    Simon Sachse hatte mal geschrieben, dass Thüringen sowieso und Jena im Besonderen mehr relative Verkaufsfläche haben als Bayern, obwohl Bayern mehr Kaufkraft hat. Mehr als ungesunder Verdrängungswettbewerb ist da nicht drin.

    Dass Flachdächer langfristig kaum dicht zu bekommen sind, sollte eigentlich bekannt sein. So manches Flachdach wurde nach soundsoviel Wassereinbrüchen in ein Satteldach umgebaut. Schließlich bekommt ja auch jede Straße Frostaufbrüche und irgendwann Schlaglöcher. Das ist hauptsächlich Wasser, dass gefriert und taut und wieder gefriert…

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  • blabla Am 16. Februar 2012 um 09:25 Uhr

    1.WOHNUNGEN!!!!… und zwar bezahlbare…
    2 Wer hat sich die schwachsinnige Festlegung von vier Stockwerken einfallen lassen.
    3. Möchte ich meinen Vorkommentatoren beipflichten…

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  • Holger Herrmann Am 16. Februar 2012 um 09:48 Uhr

    Die entscheidende Frage nach der Finanzierung eines Unicampus wurde gestern weder gestellt noch seitens der Vortragenden angerissen.

    Der Inselplatz wird bei Nutzung dieses Quartiers als Unicampus in den Abendstunden kaum belebt sein.
    Der Vertreter der Uni Herr Hätscher erwähnte lediglich, dass so etwas wie eine Mensa geben solle, die dann auch der Öffentlichkeit zugänglich sein würde.

    Eigentlich müsste in jedem Gebäudeteil, der an den Inselplatz angrenzt zwingend eine Nutzung vorgeschrieben sein, die zur Belebung des Platzes beiträgt.
    Da es dort offenbar weder studentisches noch sonstiges Wohnen in größerem Umfang geben wird, ist dieser Gedanke aber sicheraus planerischer Sicht auch wieder falsch.

    Wahrscheinlich soll es im Interesse der Investoren am Ende maximale Baukörper geben.
    In Jena ist alles möglich, wenn es die Stadtverwaltung denn so will. Ich bin mir noch nicht so richtig klar darüber, war das gestern eine freiwillige oder Pflichtveranstaltung der Stadt?

    Den östlichen Eingang zum Steinweg werden laut vorliegenden Plan 2 Minitower bilden, zwischen die Intershop, dann nur noch seine Fußgängerbrücke hängen braucht

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  • Simon Sachse Am 16. Februar 2012 um 10:22 Uhr

    Da verweise ich mal auf den umfänglichen Beitrag der Vorkommentatorin:
    http://www.jenapolis.de/2011/12/leserbeitrag-zur-okologie-der-einkaufszentren-handelselefanten-auf-der-kargen-kaufkraftweide/
    Interessanterweise stehen im B-Plan jetzt exakt die gleichen Nutzungen für den Einzelhandel drin, obwohl sich die Bedingungen radikal geändert haben. Dass Saturn in der Goethe-Galerie einzieht und damit den Elektronikbedarf der Innenstadt abdeckt, ist ebensowenig berücksichtigt wie der Umstand, dass Lebensmittelgeschäfte in Wohngebieten sinnvoller sind als zwischen Labors und Büros. Die brauchen allenfalls ein paar Imbissstände oder die angekündigte Mensa. Ich hatte erwartet, dass die Stadt da wenigstens noch einmal nachschaut und ihre Prognose überdenkt. Inzwischen habe ich das Gefühl, man hat eine Untersuchung zum Inselplatz machen lassen (plus 10000 m² sind verträglich) und eine zum Eichplatz (plus 10000 m² sind verträglich). Dass beide Plätze in einer Stadt liegen, scheint noch keiner gemerkt zu haben.
    Allerdings sieht die Rechnung im B-Plan etwas anders aus. Die Fläche für den Einzelhandel ist mit über 20000 m² angegeben, wobei nur 11000 m² als Verkaufsfläche angenommen werden. Sind Lagerräume echt so groß?
    Zur Wohnbebauung stehen im B-Plan tatsächlich nur Allgemeinplätze. Klar ist lediglich, dass im Erdgeschoss keine Wohnungen zulässig sind. Darüber ist alles offen.
    Bei der Bauhöhe müsste man den Schattenwurf beachten – schließlich will niemand in einer finsteren Schlucht leben. Aber wenn es ohne Schaden möglich ist, könnte man zumindest teilweise ein oder zwei Stockwerke Wohnungen draufsetzen, oder Spitzdächer wie beim Kupferhütchen.
    Kann natürlich sein, man bietet das Dach den vom Jenzig verjagten Kleingärtnern zum Bewirtschaften an.

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  • Erik Am 16. Februar 2012 um 10:50 Uhr

    Kaum zu glauben, dass am Inselplatz die Chance auf ein Uni-Quartier im besten Sinne vertan werden sollte?! (Stundentisches) Wohnen + Studium/Lehre/Forschung + Kultur/Kommunikation + kompatibles Gewerbe (hier auch mit kostengünstigerem Raum für die längst als unverzichtbare “Hefe im Teig” erkannte Kulturwirtschaft) in ausgewogener Relation – nichts anderes darf hier doch die Formel sein!
    Ebenso unglaublich muten die verschobenen Prämissen für die Gebäude-”Hardware” an: Keine Fixierung energetischer Höchststandards aber formale Deckelung architektonischer Kreativität. Man sieht selbst am Vorzeige-Bauplatz Weimarer Horn, dass man mit der Festschreibung von Proportionen- Dachformen und Traufhöhen nicht automatisch architktonsche Qualität/Intensität verordnen kann: Neben großartigen stehen dort auch außerordentlich belanglose Häuser – und alle genügen den Kriterien…

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  • EinfachnurVater Am 16. Februar 2012 um 11:20 Uhr

    Ich bin zwar kein Architekt – habe sowieso das Gefühl, dass in den letzten beiden Jahren in Jena eine gefühlte Inflation an berufenen Architekten gibt -, haben dennoch einige (fachlich evtl. nicht überzeugende) Bemerkungen:

    Voranzustellen ist dabei natürlich die Frage, ob es Verlautbarungen aus der Stadt gib, dass Eichplatz und Inselplatz auch nur ansatzweise mal als ein zusammengehöriges städtebauliches Großprojekt angesehen werden sollen.

    Vor allem in der engagierten Bürgerschaft werden beide Großprojekte zumindest – wenn ich es richtige verstehe – häufig als ein Projekt der langfristigen Stadtentwicklung in Jena gesehen.

    Zum Thema Eichplatz will ich hier aber vorläufig nichts schreiben, es geht mir also um die Zukunftsvision ausschließlich des Inselplatzes.
    Beginnen will ich mit einer ausdrücklichen Zustimmung zu der hier geäußerten Kritik: Aus welchen Grund für fast das gesamte Gelände Flachdächer vorgeschrieben werden, kann ich nicht verstehen. Allerdings denke ich – im Gegensatz zu einer weiter oben geäußerten Meinung –, dass der Inselplatz als eigenständiges Areal so groß ist und die bauliche Umgebung in ihrem Ist-Zustand so gestaltet ist, dass es durchaus ästhetisch reizvoll sein kann, wenn hier ein ein „architektonischer Fremdkörper“ entstünde. In meinen Augen ist Jena aus architektonischer Sicht so spannend, gerade weil sich die diversen architektonischen Stile und ästhetischen Moden vermischen und dabei durchaus immer mal wieder einen sehr kontrastreichen Gesamteindruck hinterlassen. Jena ist eben keine rein pittoreske museale Altstadt (wie es beispielsweise Weimar oder die Altstadt von Erfurt sind). Daher könnte der Inselplatz als architektonischer Einzelkörper durchaus einen reizvollen Stilbruch – im Sinne der Architektur der 21. Jahrhundert gegenüber dem Uni-Hauptgebäude, wäre ja auch intellektuelle spannend im Sinne einer ästhetischen Veranschaulichung des gesellschaftlichen Bild- und Verständiswandels von Bildung.

    Zum Thema Wohnraum: Den Inselplatz zu einem rein (oder hauptsächlich) universitären und wissenschaftlichen genutzten Areal umzubauen halte ich für verständlich und angemessen. Damit würde sich im Stadtbild unmissverständlich auch der Anspruch als Wissenschaftsstadt wiederfinden.
    So wie ich es bisher immer verstanden habe, würde der neue Campus ja auch dazu führen, dass viele gegenwärtig von der Uni genutzte Immobilien in der Stadt frei würden,. Diese, meist als Wohngebäude konzipierten Immobilien, sollen dann ja in erster Linie wieder als Wohnraum genutzt werden. Also würde zumindest indirekt mit einer solchen Bebauung am Inselplatz auch Wohnraum geschaffen.
    Dass sich neben der Universität auch wissenschaftliche oder wissenschaftsnahe Unternehmen ansiedeln sollen, halte ich für uneingeschränkt richtig.

    Inwiefern auf dem Areal darüber hinaus auch noch Raum für eine Nutzung als innerstädtischer Konsumraum bietet ist für mich fraglich. Da halte ich den Eichplatz für geeigneter, evtl. bieten sich die Baulücken am Steinweg an um hier Platz für kleinteiligen Einzelhandel zu schaffen.

    Langfristig halte ich die Nutzung des Inselplatzes als Wissenschaftsstandort aus diversen Gründen für die beste Lösung. Aus der Sich der Stadtentwicklung würde ich mich auf jeden dagegen Aussprechen mit dem Inselplatz zu versuchen den innerstädtischen Konsumraum bis nach Jena-Ost auszuweiten. Ein universitärer und privatwirtschaftlicher Wissenschaftsstandort zwischen Innenstadt und Jena-Ost als Wohngebiet ließe sich architektonisch anspruchsvoll umsetzten und stellt meiner Meinung nach einen für das Verständnis der Stadt Jena als Wissenschaftsstandort sehr eindrucksvollen Plan dar.

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  • Holger Herrmann Am 16. Februar 2012 um 12:14 Uhr

    @EinfachnurVater Wenn es politisch von allen,

    einschließlich der Bevölkerung,

    so gewollt ist und finanzierbar ist, dann sollte sich die Stadtverwaltung eindeutig dazu bekennen.

    „Langfristig halte ich die Nutzung des Inselplatzes als Wissenschaftsstandort aus diversen Gründen für die beste Lösung. Aus der Sich der Stadtentwicklung würde ich mich auf jeden dagegen Aussprechen mit dem Inselplatz zu versuchen den innerstädtischen Konsumraum bis nach Jena-Ost auszuweiten. Ein universitärer und privatwirtschaftlicher Wissenschaftsstandort zwischen Innenstadt und Jena-Ost als Wohngebiet ließe sich architektonisch anspruchsvoll umsetzten und stellt meiner Meinung nach einen für das Verständnis der Stadt Jena als Wissenschaftsstandort sehr eindrucksvollen Plan dar”

    Nur leider fragt wieder niemand die Menschen,
    auch hinsichtlich grundsätzlicher Möglichkeiten
    ansprechender architektonischer Lösungen.

    Es bewegt sich wieder alles auf Schuhkarton Niveau. Wahrscheinlich gibt es dann auch eine Jury zur Bepflanzung der Blumenkübel im öffentlichen Raum.

    Der jetzige „Rahmenplan“ ist ein Eiertanz zwischen der ersten Variante
    und dem Wunsch eines Unicampus sowie der Wunscherfüllung des Eingangstors für Intershop
    sowie der Bebauung des Eichplatzes.

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  • Erik Am 16. Februar 2012 um 12:41 Uhr

    @ EinfachnurVater
    Sie haben einen grünen Daumen von mir geerntet, weil ich überwiegend Zustimmungsfähiges lesen konnte. Allerdings gibt’s auch ein Aber …
    “Ein universitärer und privatwirtschaftlicher Wissenschaftsstandort zwischen Innenstadt und Jena-Ost als Wohngebiet ließe sich architektonisch anspruchsvoll umsetzten und stellt meiner Meinung nach einen für das Verständnis der Stadt Jena als Wissenschaftsstandort sehr eindrucksvollen Plan dar.”

    Ob der Plan wirklich eindrucksvoll ist, entscheidet sich m.E. im Detail (und dabei nicht unbedingt zur Hauptsache im architektonischen). Auch ein architektonisch spektakulärer Wissenschaftsstandort in der Stadt kann zur Hälfte des 24 Stunden-Tages den autistischen Charakter eines Gewerbegebiets entwickeln (man imaginiere etwa den Beutenberg-Campus als innerstädtischen Komplex), wenn er nicht zumindest Wohnen und Kommunikation in signifikanten Anteilen einschließt. Und genau an dieser Stelle ist das Attribut “privatwirtschaftlich” nicht ohne Konsequenzen. Da es um ein Quartier auf städtischem – mithin öffentlichem – Grund geht, sehe ich die städtischen Entscheider in der Pflicht, für Investoren zumindest die Parameter festzuschreiben, die hinsichtlich der Stadtentwicklung wünschenswert sind.

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  • Rüdiger Am 16. Februar 2012 um 13:43 Uhr

    Für mich ist auf jeden Fall das wichtigste, dass da endlich mal eine Fußgängerbrücke über den Steinweg gebaut wird. Das sähe dann aus wie ein Eingangstor.

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  • Holger Herrmann Am 16. Februar 2012 um 14:39 Uhr

    @Rüdiger das kann ich mir als “Arc de Triomphe” so richtig vorstellen.

    Bei der jährlichen Kranzniederlegung sollt sich nur bitte niemand auf die Straßenbahnschienen stellen.

    Eingangstor: Wohin? Für wen?

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  • Rüdiger Am 16. Februar 2012 um 15:00 Uhr

    Na hin zur Innenstadt. Man weiß doch hier in Jena sowieso nicht, wo die anfängt und wo sie aufhört.

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  • coolmccool Am 16. Februar 2012 um 16:26 Uhr

    vergleiche von jena mit hh oder b bzw als stuttgard im kleinen maßstab konnte ich ja immer nachvollziehen, aber mit der weltmetropole wien??? das wäre ja selbst für berlin ein wenig anmaßend, aber jena???

    sogern ich auch den kritikern recht geben möchte, in bezug auf mangelndem wohnraum, aber realistisch betrachtet wird doch etwas andres passieren. selbst wenn die stadt einen hohen wohnungsanteil vorschreibt(selbst mit strafabgaben), wird der sich, bei den hohen zu erwartenden grundstückspreisen, eher beim gehobenen ähm poststudentischen klientel ansiedeln. es werden wohl eine reihe von anwälten, notaren, zahnärzten oder versicherungen etc solche wohnungen zweckentfremden. dieses phänomen zeigt sich ja in der verdrängung der kiezkultur im damenviertel(sprachheilkindergarten>anwaltskanzlei kneipen>versicherungslokale 100qmkonsum>20studentenlofts eiskaffe>wohnung).

    aber ein kleiner spaziergang vom engelplatz>schloßgasse>saalbahnhofstr>nollendorfer platz offenbart genug leerstehende grundstücke oder häuser um realistischer den wohnungsmangel zu bekämpfen. teilweise sieht man hier die vorkriegsbebauung(schloßgasse) oder gründerzeitplannung(Nollendorfer platz).

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  • Simon Sachse Am 16. Februar 2012 um 16:37 Uhr

    @ Rüdiger:
    Das ist tatsächlich ganz einfach: an den “Gräben”. Die Straßen, die Graben heißen, laufen entlang der alten Stadtgräben. Allerdings hat das mit der Nutzung auch nicht viel zu tun. Bis zum Theater findet noch relativ viel Stadtleben statt, und das Kneipenviertel entlang der Wagnergasse ist auch Kernstadt.
    @ Erik: Den Beutenberg-Campus muss ich in Schutz nehmen. Durch die großzügige Gestaltung mit viel Grünflächen wird das Areal abends und am Wochenende tatsächlich genutzt. Familien, Jogger, Hundeausführer … Für das angrenzende Wohngebiet ist das ein attraktiver Freiraum, nur ein Spielplatz fehlt. Die Bepflanzung unterscheidet sich auch deutlich vom sonstigen Stumpfsinn aus Standard-Bodendecker und Platane oder Pappel. Die Institute scheinen da ganze Arbeit geleistet zu haben. Vielleicht sollte man die mal fragen, wie man Lebensraum ohne Shoppingzwang schaffen kann.

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  • coolmccool Am 16. Februar 2012 um 17:30 Uhr

    @simon ich kann die pauschale verurteilung von shoppingfläche in j nicht verstehen. es soll ja leute geben die ihre jacken nich studentisch von jack wolfskin bei ehem dopingusern kaufen wollen, die statt bei nordsee beim gosch ihr fischbrötchen essen wollen, statt nen mac lieber nen whopper essen oder den überteuerten milchkaffee statt bei beagles&beans bei starbucks trinken. mein hochwertiges steak mußte ich letztes we in GERA kaufen, da die fleischer in jena a) samstag gar nicht auf haben oder steaks in vernünftiger qualität gar nicht führen. der händler sagte mir dass er eigentlich nach j wollte dort nur keine ladenfläche fand. und die aktion mit saturn in der gögä ist nun auch kein sympton für ein zuviel an ladenfläche. nun gut die (schi)le( pa)ssag(e) wäre schon eher heranzuziehen aber diese als hochwertig zu bezeichnen…mhmm ich weiß nicht.

    ich bin ja immer noch der meinung, die uni soll ihren campus im ehem zeisswerk auf die ausziehenden kliniken erweitern(gibts da eigentlich überhaupt schon überlegungen?), auf den eichplatz nen marco-polo-tower, excenterturm oder spreedreieck gern mit shoppingmalls im fuß und hier am inselplatz die klassische und bewährte blockrandbebauung traufhöhenbegrenzung.

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  • Dominique Am 16. Februar 2012 um 19:32 Uhr

    Ein schönes Stichwort ist die Bachstraße. Dort werden nach dem Umzug den Uniklinikums nach Lobeda (in einigen Jahren hofft man…) diverse Gebäude frei. Gebäude, die allerdings wesentlich besser als Universitätsgebäude nutzbar wären, denn als Wohngebäude. Das heißt, um dort ein Wohngebiet zu etablieren werden die nahezu durchgängig sanierten Gebäude abgerissen? Wäre es nicht wesentlich sinnvoller, dort die Campus-Erweiterung vorzusehen (wofür sich die bestehenden Gebäude sicher besser nutzen ließen – immerhin sind sogar Hörsäle und Seminarräume schon vorhanden), die Nähe zum derzeitigen Campus am Ernst-Abbe-Platz zu genießen und stattdessen auf dem Inselplatz zu den Cafés und Einkaufsgelegenheiten Wohnnutzung vorzusehen?

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  • Student Am 16. Februar 2012 um 20:57 Uhr

    Es gibt schon Überlegungen für die Nutzung der Bachstraße. Dies ist jedoch ein lang-langzeitplan. Das wird wohl eher in 15-20 Jahren etwas. Das Klinikum lässt nach dem ausziehen von Stationen aus der Bachstraße nach Lobeda, diese Lücken durch andere Abteilungen füllen, die in Jena verstreut sind. Das bedeutet, das mindestens noch 15 eher 20 Jahre das Klinikum die Bachstraße ausfüllt.
    Das andere ist, das einige Gebäude Renovierungsbedürftig sind, wie die alte Zahnklinik in der Bachstraße. Viele Gebäude sind höchstens für Büros, ggf. ein Paar Labore geeignet. Seminarräume sind dort rar und schwierig durch Umbau zu gestalten (Bautechnische Probleme). Höresäle gibt es in der Bachstraße aber auch schon, die genutzt werden.

    Den Inselsplatz will da schon eher das Rechenzentrum benutzen, das in einem sehr überholten Gebäude ist und ein effizienteres Gebäude für die moderne Technik benötige.

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  • Heidrun Jänchen Am 17. Februar 2012 um 07:48 Uhr

    @coolmccool:
    Ich bekomme in Jena auch nicht immer das, was ich gern hätte, aber man kann Stadtplanung nicht an einem Steak festmachen.
    Dadurch, dass man zusätzliche Ladenfläche schafft, wird das Angebot nicht notwendig breiter. Es kann sogar schlechter werden. Es siedeln sich nur die Läden an, die glauben, hinreichende Umsatz zu machen. Mit der Neuen Mitte hat Jena ein Einkaufszentrum von ungefähr 6000 m² geschaffen (die Fläche am Inselplatz wird also fast doppelt so groß). Ist damit das Angebot viel größer geworden? Esprit, Engbers und Thalia findet man gleich gegenüber in der Goethe-Galerie noch einmal. Deichmann, Takko und McPaper finden sich auch im Burgau-Park. Apollo ist einfach umgezogen. Der viel beschworene Herrenausstatter hat sich hingegen nicht gebildet.
    Jena hat pro Einwohner 2 m² Einkaufsfläche, was mehr ist als im Bundesdurchschnitt. Die Region hat mit 87 % deutlich weniger Kaufkraft als im Bundesdurchschnitt. Für mich ist die logische Schlussfolgerung daraus nicht, dass wir noch mehr Ladenfläche brauchen. Die Leute kaufen nicht mehr, bloß weil sie mehr Platz dafür haben.
    Wenn man Studenten und minderbetuchte Einwohner zum Wohnen ins Umland (Gera, Hermsdorf, Apolda, Weimar …) abschiebt, dann werden sie dort wohl auch einkaufen. Zumindest Gera hat noch mehr Ladenfläche als Jena, und die Stadt ist trotzdem nicht attraktiver – sonst stünden die Wohnungen da nicht leer. Wenn man möchte, dass Geld, das in Jena verdient wird, auch in Jena ausgegeben wird, dann muss man den Leuten auch eine Chance geben, hier zu leben.
    Es geht nicht darum, Läden zu verteufeln. Es geht um Prioritäten. Und selbst der größte Konsumfetischist wird einsehen, dass ein Supermarkt in einem Wohngebiet mehr Umsatz verspricht als auf einem Uni-Campus. Mit einem Fleischer, der anständige Steaks verkauft (unter den gefühlt 50 Jenaer Fleischern ist kein einziger?), wird man keine großen Kundenströme auf den Inselplatz locken. Das funktionierte mit Horten – als es Horten noch gab.

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  • coolmccool Am 17. Februar 2012 um 10:46 Uhr

    50 selbstständige fleischer??? oder eher fillialen von abzockern die sich schon zu ddr-zeiten villen in die gegend geklotzt haben, wo nen biermann der neid im gesicht stand??? natürlich möchte ich die stadtplannung nicht an nen kobe-steak festmachen. es ist aber exemplarisch für den zustand in jena. auf der einen seite alteingesessene händlerdynastien die sich mit händen und füßen gegen neuerungen wehren händler die sich neuansiedeln möchten(ich hatte schon mehrmals gespräche mit “managern” von starbucks burgerking und gosch im ice, die händerringend flächen in j suchen). Hier ein gemisch aus grünen und altlinken konsumverweigerern die sich von den lokalen abzockern vor den verweigerungskarren spannen lassen die schweigende mehrheit jenaer die zum shoppen lieber nach l.e.oder nach erfur* fahren(dazu zähle ich auch die apolschen/kahlschen/saalfelder die “zum ehnkoufen uff jene machen” wollen)

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  • Holger Herrmann Am 17. Februar 2012 um 12:04 Uhr

    @coolmccool: alteingesessene händlerdynastien ??????

    Da wissen sie mehr als alle anderen. Mir begegnen meist nur große Handelsketten aus den Altbundesländern im Stadtbild.

    Bei „burgerking“ werden Sie wohl auch kein „kobe-steak“ erhalten. Es wird auch nicht sehr viele Menschen in Jena geben, die sich so etwas leisten können.

    Besuchen Sie doch mal die Raststätte Pfaffental. Da können sie Ihr Steak persönlich auf der Weide kennen lernen.

    Stimme zu / Lehne ab: Daumen hoch 6 Daumen runter 1

  • Heidrun Jänchen Am 17. Februar 2012 um 12:37 Uhr

    @coolmccool:
    Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Filialen Jenaer Geschäfte und denen der überregionalen Filalisten? Die überregionalen haben mit Sicherheit noch viel mehr Geld gemacht als die einheimischen. Geschäfte wie Flora oder Tonndorf tragen jedenfalls zur Vielfalt in der Stadt bei.
    Gosch musste ich zugegebenermaßen erst suchen – 20 Fillialen in Deutschland. Burgerking, Starbucks – tausende. Noch weniger kriege ich auf die Reihe, was Burgerking mit Kobe-Steaks verbindet. Burgerking ist gegenüber McDonalds kein gewaltiger Qualitätssprung. Und die Besitzer von Starbucks leben bestimmt nicht im Neubaublock in Lobeda. Und Kobe-Rinder? Meine Güte, vermutlich haben 99.9 % der Jenaer Bevölkerung noch nie den Wunsch danach verspürt, aber sehr viele suchen eine Wohnung. Weswegen es den Super-Delikatessen-Laden auch in Zukunft so wenig geben wird wie den Herrenausstatter.
    Im Übrigen kommen mehr Leute nach Jena zum Einkaufen, als Jenenser zum Einkaufen in andere Städte fahren, denn die Einzelhandelszentralität liegt deutlich über 100 %. Die genaue Zahl habe ich gerade nicht dabei.
    Es soll übrigens auch in Jena Leute geben, die keine Konsumverweigerer sind, sondern denen schlicht und einfach das Geld für Luxusgüter fehlt. Weil sie z. B. ziemlich viel Geld für die Miete und die Kita ausgeben.

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