Theater wird Wirklichkeit: Darsteller des Theaterhauses sollen abgeschoben werden |

Theater wird Wirklichkeit: Darsteller des Theaterhauses sollen abgeschoben werden

My heart will go on 18

Jena. In der vergangenen Woche hatte am Theaterhaus Jena das große Flüchtlingsprojekt „My heart will go on“ von Claudia Grehn und Moritz Schönecker in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen und Aktivisten Premiere.

Der Umgang der deutschen Behörden mit den Flüchtlingen, ihre isolierte, recht- und würdelose Position in unserer Zivilgesellschaft, ihre fortwährende, und leider nur zu berechtigte Angst vor Abschiebung waren die Themen des Abends, bei dem neben vier Theaterhausschauspielern acht Flüchtlinge und zwei Aktivisten von The Voice mitgespielt haben.

Jetzt sind zwei der Mitwirkenden, das Ehepaar Sarah und Miloud L. Cherif, akut von Abschiebung bedroht. Ihr Foto, das eben noch für ein wirklich gelungenes Theaterprojekt gestanden hat, war vielleicht der Auslöser dafür, dass die Behörden ausgerechnet bei den beiden jetzt Härte zeigen. Sarah und Miloud sollen in ihre jeweiligen Herkunftsländer Ukraine und Algerien abgeschoben werden – in zwei verschiedene Länder, in denen sie als Paar mit einerseits arabisch-muslimischen und andererseits ukrainisch-jüdischen Wurzeln jeweils wenig gelitten sind.

Das Theaterhaus verlöre mit ihnen zwei tragende Akteure der Inszenierung „My heart will go on“ und zwei hoch geschätzte Kollegen und Freunde, ohne die die weiteren Aufführungen sowie die geplante Wiederaufnahme der Produktion nicht möglich wären.

Die nächste Vorstellung von „My heart will go on“ wird am Mittwoch, 11. April, 20.00 Uhr im Theaterhaus Jena gezeigt. Im Anschluss an die Vorstellung gibt es ein Publikumsgespräch.

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