Baukunst am Schleichersee? |

Baukunst am Schleichersee?

Schleichersee

Jena. Atlantis hat sich aus dem Schleichersee erhoben. Ein wunderschönes Stück Baukunst steht in der Mitte des Schleichersees und lädt die Badenden zu einer Pause ein. Gut, vielleicht hätte sich mancher noch eine Palme aus Beton dazu gewünscht, aber die Kassen der Stadt sind leer. Nun hoffen wir alle, dass dieser Baustil am Eichplatz keine Fortführung findet.

 

Steffen Laute

16 Kommentare zu "Baukunst am Schleichersee?"

  1. Jenaer und Jenenser freuen sich | 14. Mai 2012 um 13:39 | Antworten

    Hallo Steffen, Du bist auch über diesen Klotz gestolpert.

    Jena Paradies mit den Eigenaschaften Betoklotzarchitekturdrang, Konzentration auf Konzerninvestorenansiedlung, Baumloswahn… es reicht.

    Eine Idee: Wo ist der Orchideen – Brunnen. Das wäre doch das richtige stabile Fundament und ein echtes Kunstwerk hätten wir,als die Rose von Jena in der nassen Wüste.
    Das würde dem Schleichersee wieder Naturarchitektur bringen. Wo schon das Panzer stabile Fußgänger-übergangsfehikle als angepasste Architektur das Image Betonklotzstadt herangetragen hat.Übrigens wurde damit das ehemals Lichtenhainer Bad im Bauhausstiel mit seiner Architektur vom Flair zu nichten gemacht.
    Unweit gibt es eine weiter Betonklotzarchitektur auf der Rasenmühleninsel. Eine Toilette für 1/2 Millonen € und statt am Rande aufgestellt, mitten hin. Man muss jetzt nur noch die Bäume restlos ringsherum fällen , dann kommt die Toilette voll mit seinem hohen Wert zur Geltung.


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  2. Jenaer und Jenenser freuen sich | 14. Mai 2012 um 14:14 | Antworten

    Die Kassen scheinen nicht leer zu sein. Denn die ehemals Vorgängerinseln, vor vielen Jahren einmal 3 Inseln waren im recht flachen Schleichersee einmal aus Holz auf Pfählen und standen Jahrzehnte. Die Nachfolgeinsel war dann auch aus Holz und schwamm durch Bojen unter den Planken.Damit wurde die Schwimmfähigkeit erzeugt.
    Beton ist wesentlich teurer aber Lobby-freundlicher.


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  3. Die schwimmenden Inslen waren noch zu DDR-Zeiten im See verankert worden. Seither hat sich ja so einiges geändert, u. a. auch die Vorschriften betreffend solcher Bauten. Diese dürfen aus Sicherheitsgründen nicht unterschwimmbar sein. Über Geschmack lässt sich ja streiten, aber Fakt ist auch, das Ding wird sicher `ne Weile halten, auf jeden Fall länger als eine Holzkonstruktion. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, das zu dem Zeitpunkt als das Foto entstand der See noch nicht wieder seinen maximalen Wasserstand hatte, also wird ein Teil davon noch „verschwinden“. Ich denke, die Kiddies und auch die anderen Schwimmer wirds freuen, dass es wieder eine Insel gibt.


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  4. Hilfe,hilfe unsere Oberen haben wirklich Geschmacksverirrung. Wer kann dies nur aufhalten. Das beste wäre in diesem Fall: holt mal ein paar Kindergartengruppen zum bunt anmalen !


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  5. Jena hat nun mal eine Betonkoalition. Nur dass die Mauern, die sie setzen nicht zwischen Jena-Ost und West verlaufen, sondern zwischen oben und unten, zwischen den Leute, die sich die Mieten leisten können und erwünscht sind und solchen, die ruhig woanders wohnen sollen, weil sie einen Herrenausstatter nicht so dringend brauchen. Wenn hier wer eine grüne (?) Palme setzt, dann ist sie aus Beton, Bäume aus Holz sind eher unerwünscht und werden gefällt.

    Der zentrale Bunker jedoch ist das Rathaus, wo sich die Koalition eingeigelt hat, damit weder die Menschen, deren politisches Beteiligungsbedürfnis noch soziale Anforderungen sie erreichen. Aber es gibt einen Unterschied des Jenaer Betons zu dem von außerhalb: Hier werden nicht wie anderswo Zement, Sand und Wasser vermischt, sondern die Tausender zu kleinen Geschenkblöcken verpresst und von den in aller Ausschussnichtöffentlichkeit beschenkten Firmen in die Tiefe versenkt. Oder in den Jenaer Traumsand gebaut, je nach Ansicht.

    Ara

    *Betonkoalition: Normalerweise würde ich die politischen Bestandteile zuordnen können: Zement der SPD – einmal geformt verharrt sie unbeweglich für Jahrzehnte, Sand der CDU wegen des Eigenschaft als Flugsand bald hier bald dort alles zuersticken und Wasser den Grünen wegen ihres Rückgrats und der Fähigkeit, sich in die kleinsten Lücken zu verkriechen.


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  6. Tante Ara,
    tut das Not – die ganze Tüte Gemeinplätze wohlfeiler Nörgelei und eine Packung pauschaler Unterstellungen mit einer Büchse Aufsatzdeutsch aufzukochen? Schmeckt fad.


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  7. Erik, dann nennen sie mir doch mal positive Beispiele von unseren Stadtoberhäuptern, was diese sich auf ihre Fahnen schreiben können!


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  8. @Anne
    … Anne, die positiven Beispiele wollen Sie doch gar nicht wirklich sehen und hören, oder? Dann müßten Sie ja Ihre negative Sichtweise ändern …


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  9. Das würde ich auch schreiben, wenn mir keine Beispiele einfallen Sabine :)
    Negative Sichtweise ist das eine, da muss man natürlich aufpassen, nicht in Miesmacherei zu verfallen, das stimmt schon.
    Aber wenn man die Sache verfolgt, sieht man, dass es sich hier nicht nur um Nörgelei handelt. Ich fürchte, das Thema Betonklötze wird noch lange ein Reizthema bleiben und Unmutsbekundungen dazu soll es gern laut und reichlich geben.
    Die Stimmen nämlich, die uns täglich Betonklötze und anderen Unfug als Segen verkaufen wollen, halten sich schließlich auch nicht zurück.


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  10. @Erik

    Tante Ara, tut das Not – die ganze Tüte Gemeinplätze wohlfeiler Nörgelei und eine Packung pauschaler Unterstellungen mit einer Büchse Aufsatzdeutsch aufzukochen? Schmeckt fad.

    Ja, ich glaube einfach, dass es die situation und das Fühlen in Jena recht gut beschreibt. Natürlich kann mensch da anderer Meinung sein. Sagen wir mal, das Trauerspiel Kommunalpolitik in Jena verbittert einfach nur. Das was du Aufsatzdeutsch nennst, ist meine Art in sozialverträgliche Ausdrucksformen zu wahren. Die muss mensch nicht mögen, mir wäre eine inhaltliche Debatte der Prozesse hier wichtiger.

    Die Süffisanz des PS war vielleicht nicht nötig, sie lag mir aber auf dem Herz und auf der Zunge. Im Übrigen finde ich das ganze gar nicht pauschal sondern ziemlich konkret, die Vorwürfe und Kritik ist m.E. gut in den Beispielen zu erkennen.


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  11. Natürlich bin ich an positiven Beispielen interessiert, da ich als Bürger von Jena nicht alles wissen kann. Ich persönlich gehöre zu den Optimisten sonst würde ich mir die Mühe meiner Kritik sparen. Ich möchte mit meinen kritischen Kommentaren eher die Leute munter und zum Nachdenken bringen, damit sich in Jena auch etwas verbessern kann. Ich bitte auch genauer zu lesen, ich nenne oft konkrete Beispiele mit Name und Adresse, so dass man dies auch nachvollziehen kann. Es ist da nichts aus der Luft gegriffen. Als positives Beispiel für Jena hatte ich z.B. die vielen kreativen Schulen erwähnt, dies haben wir aber unseren Schulleitern zu verdanken und dass in diesem Falle, die Kommune und das Land sich aus den Schulprojekten raushält, noch. Tja, was haben aber unsere Parteifunktionäre Positives für Jena getan? Vielleicht die Radwege an der Saale ? Mir fällt bei bester Anstrengung nicht mehr ein. Man schiebt lieber Arbeit weit weg, z.B. als neuestes Beispiel Privatisierung des kommunalen Waldes. Es gibt vielleicht einen positiven Ansatz an den ausgegründeten Eigenbetrieben und Stiftungen: Wir können uns dann das Geld für Stadtverwaltung und Bürgeramt sparen und wir vermieten die Räume der Stadt z.B. an Vereine, welche krampfhaft Räumlichkeiten suchen. Weitere Einsparmöglichkeit: Personalausweise bestellt gleich der Fotograf, die Kfz-Zulassung übernimmt mit das Finanzamt, welches bei Abgabe der Versicherungsbestätigung-Nr. auch gleich die KfZ-Steuer mit abkassieren kann, die Stadtwerke übernehmen das Einwohnermeldeamt und können gleichzeitig den STromvertrag mit abschließen. Wenn alles privatisiert ist, brauchen wir auch keinen Stadtrat mehr, da es ja eh nichts mehr zu entscheiden gibt, übernehmen ja alles Eigenbetriebe (z.B. KIJ,KSJ – diese haben schon das Tiefbauamt mit geschluckt)
    und Stiftungen (ist für Privatisierung des Waldes geplant).


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  12. ich finde die toilette toll. klassische architektur.wenn ich mir die bausuenden in jena anschaue..angefangen von der birnstiel-bautraeger- traumhaussiedlung, ueber die fuchsloecher, bis zu den diversen auswuechsen im stadtinneren mit dachziegeln wo kein dach, allein der neigung wegen…grauenvoll und aesthetisch nicht nur fragwuerdig, sondern unsinnig, freue ich mich ueber ein derart gelungenes objekt, auch wenn es natuerlich fuer ein klohaeuschen ziemlich uebertrieben scheint.
    und die insel im dreckstuempel ist auch nicht schlecht. was waeren ihre vorstellungen.bretter aus cem baumarkt und dann verklinkert, dann noch fenster mit fensterkreuz und ein spitzdach.


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  13. @ buerger:

    So eine öffentliche Toilette hätte hervorragend mit der Umgebung (Glashaus) harmoniert:

    http://www.jsarchitectes.com/lysan

    Baukosten: 391.000 Euro (Jena: 476.000)

    Beton ist zwar ein fantastischer Baustoff, Holz hat hingegen eine bessere Ökobilanz, weil es ein nachwachsender Rohstoff ist. Beton bringt der deutschen Bauindustrie aber mehr Gewinn, weil sie die Infrastruktur dafür für schon lange abgeschrieben hat. Andere Länder sind da viel weiter.

    Für einen Badeponton gabs doch vor zwei Jahren sogar mal einen Wettbewerbssieger aus Jena:.

    „Die Basis des Materials bildet ein recycelter wasserfester Wabenkarton mit einer wasserfesten Deckschicht aus Karton. Auf diese Wabenkartonplatten wird bei der Herstellung der Pontonkonstruktion eine fugenlose Schicht aus naturfasverstärktem Kunstoff aufgebracht, um die benötigte Wasserdichtigkeit zu erzeugen.
    Der Entwurf greift auf Materialien zurück, die in Thüringen als auch in der Picardie häufig vorkommen bzw. dort entwickelt wurden. Für das Sandwich-Material kommen alle verwebbaren Naturfasern, wie z.B. Jute, Hanf, Ramie oder Flachs in Betracht. Diese besitzen meist sogar bessere mechanische Eigenschaften als die konventionelle Glasfaser. Die Deckschicht bilden ein seewasseresistenter Gelcoat auf Kieselsäurebasis und angedicktes Naturharz.
    Martin Edelmann aus Jena hat den Prototypen unter Vorgabe der innovativen Fertigungstechnik in seinen Werkstätten realisiert. Die Firma Schmuhl aus Liebschütz beteiligte sich als Sponsor und Partner am Prototypenbau.“

    http://www.detail.de/architektur/themen/design-das-nachwaechst-der-wettbewerb-adream-018162.html

    Wäre es nicht naheliegend gewesen, eine solche Entwicklung auch hier auf dem Schleichersee zu installieren?


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  14. @ Rauschelbach Am 15. Mai 2012 um 09:55 Uhr
    „u. a. auch die Vorschriften betreffend solcher Bauten. Diese dürfen aus Sicherheitsgründen nicht unterschwimmbar sein.“

    Seltsam diese Vorschrift.
    Man kann sich beim „rum albern“, was Kinder hoffentlich noch tuen dürfen,
    an der Betonkante stark verletzen.


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  15. …mal was anderes zu den Jenaer Bädern, hier speziell zum Galaxsea. Scheinbar ist die Ausschreibung zum Neubau des Daches nun beendet, es hat sich aber kein Anbieter gefunden. Nun könnte sich die Reparatur des Galaxsea Daches um weitere Monate hinauszögern. Ich möchte nicht wissen, was dann hier für zusätzliche Kosten anfallen. Müssen die Jenaer Bäder jetzt noch Erfolgsprämien zahlen, damit sich überhaupt ein Anbieter für die Sanierung überreden lässt? Misswirtschaft oder einfach nur dumm gelaufen?


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  16. Tja, so eine Sanierung kann man nicht vorausplanen, die Ausschreibungsunterlagen waren entweder nicht ausführlich genug, oder mann hat einen Festpreis erwartet, welcher hier nicht möglich ist. Es geht nur mit einem Studenpreis, da man die Arbeitsstunden bei so einer Maßnahme nicht kalkulieren kann.


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