Uniklinik Jena erzielt positives Jahresergebnis für 2011 |

Uniklinik Jena erzielt positives Jahresergebnis für 2011

Klinikum Jena

Jena. Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) setzt seinen Wachstumskurs fort: Speziell die Versorgung schwer erkrankter Patienten konnte im vergangenen Jahr erfolgreich ausgebaut werden, etwa durch den verstärkten Einsatz neuer minimal-invasiver Methoden. Insgesamt wurden 2011 über 51.500 Menschen am UKJ stationär behandelt. Das Thüringer Universitätsklinikum konnte 2011 mit einem positiven Jahresergebnis von rund 1,4 Millionen Euro abschließen. Die Medizinische Fakultät konnte zudem im Jahr 2011 die Summe der Drittmittel für Forschungsprojekte um mehr als 30 Prozent auf rund 23 Millionen Euro steigern.

Prof. Dr. Klaus Höffken, Medizinischer Vorstand und Sprecher des UKJ-Vorstandes erklärte heute (14. Mai) beim gemeinsamen Jahresempfang des Universitätsklinikums und des Fördervereins: „Diese Entwicklung beweist erneut, wie groß das Vertrauen der Patienten und unserer Partner in die medizinische und pflegerische Leistung an unserem Klinikum ist. Sie zeigt aber auch, wie wichtig der zweite Bauabschnitt am Standort Lobeda ist, wo zukünftig ein Großteil der Krankenversorgung, Forschung und Lehre an einem Ort konzentriert wird.“
Denn nun gelte es, diese Entwicklung langfristig auszubauen und aktiv die Weiterentwicklung einer Medizin auf höchstem Standard mit zu gestalten, so Höffken. Dazu zähle allerdings nicht nur der weitere patientenorientierte Ausbau des medizinischen Versorgungsangebotes: „Wir müssen auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber bleiben, um so hoch qualifizierten Nachwuchs für die verschiedenen Berufsbilder am UKJ gewinnen zu können“, sagte Prof. Höffken. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für die Beschäftigten des UKJ werde daher weiter mit Nachdruck vorangetrieben, etwa durch Angebote zur Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten oder durch ein inzwischen preisgekröntes Betriebliches Gesundheitsmanagement.

„Wir konnten 2011 die Grundlagen für eine dauerhafte Ausbalancierung der Kosten- und Leistungsentwicklung an unserem Klinikum realisieren. Das war eine wichtige Trendwende. Diese Entwicklung werden wir nun weiter ausbauen“, erklärte Dr. Brunhilde Seidel-Kwem, Kaufmännischer Vorstand des UKJ. Sie erwartet aktuell auch für 2012 ein gutes Ergebnis. In den ersten vier Monaten des Jahres gab es einen spürbaren Anstieg bei den Patientenzahlen. „Wenn dieser positive Trend der ersten Monate weiter anhält, wird es uns gelingen, einen Großteil der gestiegenen Kosten, etwa durch den Tarifabschluss 2011 oder auch bei den Sachkosten, weiterhin erfolgreich zu kompensieren und unser operatives Ergebnis zu verbessern. Dazu bedarf es allerdings in den kommenden Monaten einer weiteren gemeinsamen Kraftanstrengung“, lautete die Prognose von Seidel-Kwem. Sie bezeichnete daher 2012 als ein „Jahr des Übergangs“ für das UKJ. Vor diesem Hintergrund werde das UKJ auch zukünftig gezielt die Versorgungsangebote für schwer erkrankte Patienten ausbauen und in diesen Bereichen auch das Personal verstärken.
Zum Jahresende 2011 waren am UKJ rund 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Über 180 junge Menschen absolvieren derzeit ihre Ausbildung an der Uniklinik Jena, damit zählt das Klinikum zu den größten Ausbildungsstätten in Thüringen.

Neigungsorientiertes Medizinstudium
Die Medizinische Fakultät konnte im Jahr 2011 Drittmittel in Höhe rund 23 Millionen Euro für Forschungsprojekte einsetzen und damit das Aufkommen dieser externen Förderung erneut deutlich steigern. Knapp 350 Mitarbeiter sind derzeit in diesen Projekten am Klinikum beschäftigt. „Neben einer Fortschreibung dieser überaus positiven Entwicklung in der Forschung liegt der Schwerpunkt unserer künftigen Arbeit in der Reformierung des Medizinstudiums“, betonte Prof. Dr. Klaus Benndorf, Dekan der Medizinischen Fakultät und Wissenschaftlicher Vorstand des UKJ. „Die Studierenden in Jena sollen entsprechend ihren Neigungen eine vertiefte und praxisnahe Ausbildung in ambulanter, stationärer- oder forschender Medizin erhalten, um so den Anforderungen, die ihr Berufsleben an sie stellen wird, besser gewachsen zu sein.“ Die Hochschullehrer der Fakultät erarbeiten gegenwärtig ein Konzept für einen solchen reformierten Medizinstudiengang.

Zweiter Bauabschnitt: Teilnahmewettbewerb gestartet
Nachdem Anfang April der Zuwendungsbescheid des Freistaates Thüringen für den zweiten Bauabschnitt übergeben wurde, hat das Universitätsklinikum Jena nun bereits den europaweiten Teilnahmewettbewerb für diese Baumaßnahme mit einem Volumen von fast 300 Millionen Euro gestartet. In einem ersten Schritt können nun zunächst potentielle Teilnehmer ihr Interesse bekunden, dann werden nach erster Sichtung durch das UKJ die konkreten Teilnahmeangebote angefordert. Noch vor dem Winter soll die Entscheidung des Wettbewerbs fallen.

„Gütesiegel für moderne Medizin“
Ehrengast beim Jahresempfang mit rund 200 Gästen war Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. Nach ihren Worten ist das UKJ – weit über die Freistaatsgrenzen hinaus – zum Gütesiegel für moderne Medizin geworden. „Dieses Universitätsklinikum ist das Klinikum Nummer eins im Freistaat Thüringen, ein Klinikum der Maximalversorgung, der Hochleistungsmedizin.“
„Es ist unser erklärter politischer Wille, dem UKJ ein eigenständiges Profil zu geben“, so die Ministerpräsidentin. „Es soll seinen Schwerpunkt auf dem medizinischen Leistungsspektrum als städtischer und regionaler stationärer Krankenversorger und als leistungsfähige Forschungs- und Lehreinrichtung haben. Und genau hier liegt das Alleinstellungsmerkmal dieses Klinikums. Von Anfang an haben sich die Krankenhausplaner auf ein quantitativ, qualitativ und betriebswirtschaftlich sowie logistisch optimiertes Konzept konzentriert. Oberster Maßstab war es, international anerkannte hohe Universitätsstandards in Forschung, Lehre und Krankenversorgung anzulegen. Das UKJ hat sich als Erfolgsmodell erwiesen.“

6 Kommentare zu "Uniklinik Jena erzielt positives Jahresergebnis für 2011"

  1. Wieland Rose | 15. Mai 2012 um 12:19 |

    Schade, dass ich nichts darüber schreiben kann, wie es wirklich innerhalb des Klinikums zugeht.


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  2. Wieland Rose | 15. Mai 2012 um 12:20 |

    besser gesagt nicht schreiben darf.


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  3. Ein positives Jahresergebnis bei einer 100%igen Landeseinrichtung, die zur Ausbildung und zur Krankenversorgung existiert, ist mitnichten ein positives Ereignis. Das erinnert mich sehr an die Bahn, die auch stets Gewinne verkündet, die sie aus den Länderhaushalten für den Nahverkehr und für den Erhalt und Neubau von Gleisanlagen bezieht. Anschließend werden die Preise erhöht.
    Das UKJ sollte das Geld, das zu großen Teil öffentlich ist, lieber vollständig ausgeben, statt es beiseite zu legen. Entweder für die Lehre oder für die Kranken. Ob die daurhafte Grundfinanzierung per Drittmittel wirklich Segen oder steuernder Einfluß ist, hat schon viele Anregungen bekommen. Die meisten sind wenig ermutigend.


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  4. Dr. Harald Mertes | 17. Mai 2012 um 11:18 |

    Die Uniklinik hat 51.500 Patienten behandelt und dafür von den Krankenkassen Geld bekommen. Das Geld sollte reichen, und es hat gereicht. Die vorgegebene Kalkulation ist aufgegangen. Wer das „mitnichten als positives Ergebnis“ bezeichnet, ist bar jeden Wissens über betriebswirtschaftliche Zusammenhänge. Typisch die Forderung, das Geld sinnlos auszugeben, zu verprassen. Diesen Unsinn, das sogenannte Dezemberfieber, kennt man aus der kameralistischen Haushaltsführung. Damit erreicht man weder eine Verbesserung der Lehre noch eine Verbesserung der Krankenversorgung. Das wäre höchstens möglich, wenn man dieses Geld als Rücklage in das nächste Jahr überträgt, um dort Investitionen zu tätigen, deren Sinnhaftigkeit erwiesen ist, bisher jedoch kein Geld da war.

    Es ist jedoch vom Land beschlossen, dass die Uniklinik für die weiteren Bauabschnitte erhebliche Eigenmittel aufbringen muss. Daran hat sich die nachgeordnete Uniklinik zu halten. Dafür werden diese Erträge benötigt werden. Die Diskussion, ob das gut oder schlecht ist, hätte man führen müssen, als dies im Landtag beraten wurde. Nun sind die Messen gesungen.

    Der Vergleich von Äpfeln mit Birnen, sprich Krankenhaus mit Bahn mit ihren vollkommen unterschiedlichen Strukturen, ist unsinnig.

    Die eigentliche und ernsthafte Kritik kommt von Wieland Rose trotz umgelegten Maulkorbs: Es wird an allen Ecken und Enden „gespart“. Das können Ausgründungen in Töchterfirmen und Auftragsvergaben an „Dienstleister“ sein, die Hungerlöhne zahlen. Es kann aber auch an der Qualität gespart werden. Das fällt dem Fachmann und Insider sofort auf, während die Patienten und Laien immer noch von Spitzenmedizin und höchster Qualität ausgehen, obwohl denen langsam auch auffällt, dass sich die Schwestern die Hacken ablaufen und trotzdem nie Zeit haben. Aber da wäre eine über das System, am DRG-Vergütungssystem mit seinen Anreizen und Fehlanreizen, zu führen. Aber alle waren begeistert, als seinerzeit Seehofer anfing, das Vergütungssystem in der stationären Krankenversorgung umzuwerfen.


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  5. Christopher Johne | 18. Mai 2012 um 19:07 |

    Bei einer staatlichen bzw. universitäten Gesundheitseinrichtung die Einhaltung betriebswirtschaftlicher Grundsätze als Voraussetzung für ein positives Jahresergebnis anzusetzen, ist meiner Meinung nach höchst bedenklich. Weder Gesundheit noch Bildung sollten eine Ware sein, vorhandenes Geld sollte unbedingt in eines von beiden investiert werden.

    Es ist auch nirgendwo die Rede von Verprassen des Geldes, doch wenn klar ist, daß am Ende des Jahres Geld übrig ist, kann man entsprechend der Höhe bereits Investitionen in die Lehre oder die Gesundheitsversorgung beschließen. Diese können sich durchaus über längere Zeit ziehen, das Geld muß nicht sofort verschwinden. Hier wird es jedoch als Gewinn dargestellt, wie er in der freien Wirtschaft erzielt wird.


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  6. Dr. Harald Mertes | 18. Mai 2012 um 21:17 |

    Wirtschaftswissenschaft für Chemiestudenten, Teil 1: Ein Gut ist ein materielles oder immaterielles Mittel zur Befriedigung von menschlichen Bedürfnissen; insofern vermag es Nutzen zu stiften. Freie Güter sind Güter, die überall und mit der gewünschten Qualität in hinreichendem Umfang vorhanden sind, um die Bedürfnisse aller Individuen einer Volkswirtschaft zu einem gegebenen Zeitpunkt zu befriedigen. In einer Marktwirtschaft hat ein freies Gut einen Preis von Null, z.B. Luft. Wirtschaftliche Güter sind Güter, die nicht immer und überall in der gewünschten Menge und Qualität zur Verfügung stehen (zitiert aus Gablers Wirtschaftslexikon).

    Unbestritten ist wohl, dass Kranke ein immaterielles Bedürfnis haben, wieder gesund zu werden. Eine Krankenhausbehandlung stiftet Nutzen. Medikamente, Infusionslösungen, Endoskope und Beatmungsgeräte liegen jedoch nicht zur jederzeitigen Verwendbarkeit in der Uniklinik als freie Güter auf der Straße herum. Sie sind knapp. Für Ihre Beschaffung muss ein Preis bezahlt werden. Auch Krankenschwestern können nicht nur für Gottes Lohn arbeiten. Die Einnahmen sind limitiert. Die Krankenkassen zahlen nun mal nur das, was im Durchschnitt der Referenzkrankenhäuser an Kosten angefallen ist. Es muss gewirtschaftet werden wie in der freien Wirtschaft. Derzeit ist nicht der politische Wille da, für die Gesundheitsversorgung Krankenkassenbeiträge von 20 bis 30 % zu zahlen.

    Wer das bedenklich findet, sei daran erinnert, dass ein anderes System, wo nach Meinung einiger alles besser war, vor einem knappen Vierteljahrhundert krachend an den Baum gefahren ist. Derzeit erlebt Griechenland ähnliches.

    Die Erfahrung lehrt, wer fordert, Geld für was auch immer auszugeben, der wird es los, ohne einen entsprechenden Gegenwert zu erhalten. Dafür gibt es massenhaft Beispiele. Diese Forderung haben sowohl Mike Niederstraßer als auch Christopher Johne aufgestellt. Damit wird das Geld zum Fenster rausgeworfen. Sie können ein Brötchen für 10 Cent, 15 Cent, 35 Cent oder gar für 50 Cent bekommen. Legen Sie fest, dass der Überschuss (von Gewinn wage ich ja gar nicht mehr zu reden) zur Bekämpfung des Hungers auf der Welt – ein löbliches Ansinnen – eingesetzt werden muss, werden häufig die 50-Cent-Brötchen bestellt. Es ist am einfachsten und bequemsten, zumal die Billiganbieter aus gewissen unternehmerischen Erwägungen häufig kein Angebot abgeben. Es geht nur anders herum: es gibt nix, bis jemand nachweist, dass Patienten in der Uniklinik verhungern.

    Im Übrigen hat das Land ja schon verbindlich festgelegt, was mit dem Geld passieren soll, das übrig ist. Es soll als Eigenmittel in den 2. Und 3. Bauabschnitt des Neubaus fließen, letzten Endes in Gesundheit investiert werden.


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