StuRa der FSU Jena hält Einstellung der Orlabahn für unverantwortlich |

StuRa der FSU Jena hält Einstellung der Orlabahn für unverantwortlich

Orlabahn

Jena. Der Studierendenrat der FSU Jena ist empört, dass wegen angeblich zu vieler Krankschreibungen der Zugführer_innen der Betrieb der Orlabahn seit dem 22.05.2012 eingestellt ist. „Die deutsche Bahn missachtet damit die Bedürfnisse all derer, die auf die Bahn angewiesen sind“, meint Felix Quittek, Vorstand des Studierendenrates. Die Bereitstellung von Bussen stellt nach Meinung des StuRa keinen ausreichenden Ersatz dar.

Die Orlabahn verkehrt zwischen Pößneck und Jena und wird täglich von vielen Student_innen genutzt, die aufgrund des Jenaer Wohraummangels oder der hier herrschenden hohen Preise in Pößneck wohnen. Anstatt wie bisher 37 Minuten benötigen Jenas Studierende nun über eine Stunde, um von Pößneck nach Jena zu kommen und sind so morgens nicht in der Lage, rechtzeitig in ihren Veranstaltungen zu erscheinen.

Die Begründung seitens der Bahn hält der StuRa für nicht akzeptabel. „Nachdem die Strecke an die Erfurter Bahn vergeben wurde, scheint die deutsche Bahn nicht das Rückgrat aufbringen zu können, die Orlabahn bis zum letzten Tag zu bedienen“, so StuRa-Vorstand Johannes Struzek. Er hofft, dass die neue Betreiberin mehr Verantwortungsbewusstsein für Kundenfreundlichkeit und Versorgungssicherheit zeigen wird.

7 Kommentare zu "StuRa der FSU Jena hält Einstellung der Orlabahn für unverantwortlich"

  1. Dr. Harald Mertes | 3. Juni 2012 um 15:56 | Antworten

    Mit welchem Recht zweifelt der StuRa die vielen Krankschreibungen unter den Zugführern der DB Regio in Ostthüringen an? Hat er irgendwelche belastbaren vertrauenswürdigen Informationen? Dann sollte er sie offenlegen.

    Plausibel ist das schon. Für viele Zugführer bedeutet dies das Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge, Ersatzarbeitsplätze sonstwo oder die betriebsbedingte Kündigung. Dazu kommt noch die Erkenntnis, dass dieser Beruf wahrscheinlich nie gesicherte Arbeitsplätze bieten wird. Keine große Motivation, kränkelnd oder mit durch diese Zukunftsaussichten verursachten psychischen Problemen zur Arbeit zu gehen. Auch kann man sich während der Krankschreibung schon mal nach einem neuen Job umsehen. Der alte Arbeitgeber kann dagegen nicht viel machen. Er bräuchte in jedem Einzelfall den Nachweis des Missbrauchs und könnte nur ein sowieso demnächst endendes Arbeitsverhältnis nochmals kündigen.

    Der Schaden für die DB Regio ist hingegen nicht unerheblich: Das Land kann nicht nur die für diesen Zeitraum vorgesehenen Gelder wegen Nichterfüllung des demnächst auslaufenden Vertrags verweigern, sondern möglicherweise auch vereinbarte Strafzahlungen fordern. Hinzu kommt, dass DB Regio bei zukünftigen Ausschreibungen hinsichtlich der Vertragstreue und Zuverlässigkeit Minuspunkte gesammelt hat.


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  2. sie glauben doch nicht wirklich, dass in einem korrupten land wie diesen irgendwelche negativfolgen für die bahn zu erwarten sind?!

    außerdem geht es doch darum, dass hier eine ganze linie eingestellt wurde. eine ausdünnung des angebotes auch auf anderen linien, dafür die weiterführung des verkehrs im orlatal wäre sinnvoller.

    und wenn die arbeitsverträge so unsicher sind, wir es eine reihe von arbeitslosen lokführer_innen geben, die hier einspringen könnten. die arbeitsagenturen nötigen doch sonst zur annahme aller unsinnigsten jobs, warum nicht hier?


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  3. Ab 10. 6. fährt die Bahn wieder. Nach meiner Info: Lokführer von DB und Service-Personal von Erfurter Bahn. Dies ist möglich, da die Erfurter Bahn ab 10. 6. die Erfurt-Gera-Strecke übernimmt und hierdurch das Loch der kranken LOK-Führer bei der DB gestopft werden kann.
    Die Personalnot trifft nicht nur die Bahn, auch Krankenhäuser klagen über Personalmangel, mit Überstunden kann hier etwas wett gemacht werden. So viel ich weiß ist die Arbeitszeit der Lok-Führer ausgereitzt, da kann man niemanden zumuten Überstunden zu fahren, würde der Arbeitsschutz sicher auch nicht mitmachen und ein übermüdeter LOK-Führer kann schnell mal einen Unfall verursachen. Eine übermüdete Krankenschwester verwechselt nur mal eine Tablette, auch schlimm aber dies kann eher wieder vertuscht werden.


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  4. Dr. Harald Mertes | 4. Juni 2012 um 06:57 | Antworten

    @ jemensch

    Wäre dieses Land so korrupt, hätte die Deutsche Bahn die Ausschreibung ja wieder gewonnen. So war es jedoch nicht.

    Fahrplan sich nicht es ist natürlich einfacher, eine kleine Stichbahn ohne große Anschlussverbindungen einzustellen, als eine Strecke, wo man so und so viele Anschlüsse nach Norden und nach Süden hat, die man mit einem Busverkehr nicht halten kann. Das Ausdünnen des Verkehrs ist für viele Fahrgäste intransparent sorgt für noch mehr Ärger. Eine gute Lösung gibt es einfach nicht.

    In einem Beruf, in dem es mittelfristig keine sicheren Arbeitsplätze gibt, ist unattraktiv. Dort wird es nicht Mengen von Arbeitslosen Lokführern geben, die auf dem Arbeitsamt herum sitzen. Es wird ein typischer Mangelberuf sein. Wer sich für einen Beruf entscheiden muss, wird es vernünftigerweise nicht für einen Beruf tun, der seine Existenz nicht sichern wird.

    @ Naseweis

    Nach einer Information wird die Erfurter Bahn ab 10. Juni das ganze Ostthüringer Dieselnetz übernehmen. Lokführer und Service-Personal wird sie stellen. Da noch nicht alle Fahrzeuge, die die Erfurter Bahn hierfür bestellt hat, ausgeliefert sind, wird sie Triebwagen von der Deutschen Bahn mieten, nicht jedoch die Fahrer. So mancher, den die Erfurter Bahn jetzt eingestellt hat, fuhr früher die gleichen Strecken bei der DB, kann also sofort eingesetzt werden.


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  5. so unattraktiv ist der beruf nicht. ich habe bekannte, die sich mehrmals auf einen lehrplatz bei der bahn für genau dieses beruf meldeten und wegen zu hoher auslastung nicht angenommen wurden…


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  6. master of disaster | 4. Juni 2012 um 13:29 | Antworten

    @jemensch:
    das lokführer wie äpfel an den bäumen hängen ist leider nicht mehr der fall.
    allein bei der dbag fehlen ca. 300-400 lokführer z.z.!! es werden dort bereits kopfprämien bezahlt, wenn man als mitarbeiter neues personal mitbringt!!


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  7. Nirgens hängen Facharbeiter und Ingenieure an den Bäumen, wer nicht hohes Kopfgeld zahlen möchte muß ausbilden, ausbilden, ausbilden und damit rechnen, dass auch die Hälfte nach der Ausbildung das Unternehmen wieder verläßt. Also sollte man auch mehr ausbilden , wie man benötigt.


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