Landesrechnungshof prüft Förderpläne für Arenen in Jena und Erfurt |

Landesrechnungshof prüft Förderpläne für Arenen in Jena und Erfurt

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Jena. In die Frage, ob die Förderbedingungen für die Stadionumbauten in Jena und Erfurt vorliegen, hat sich der Landesrechnungshof eingeschaltet. Dabei wird besonders geprüft, ob die künftigen Multifunktionsarenen durch die zu schaffende Infrastruktur dem Tourismus dienen. Sollte ein Betrieb als  Sportstätte weitgehend gefördert werden, droht eine Absage des Bescheides oder die Rückzahlung der Fördermittel. Ein Anspruch auf die Subventionierung besteht nur, wenn aus den als Fußball- und in Jena auch als Leichtathletik-Stadion genutzten Stätten keine Sportarten sondern andere Funktionen zum Beispiel als Veranstaltungs- und Tagungsort an erster Stelle stehen. Die sanierunsgbedürftigen Stadien sollen aber weiterhin für Fußballer als Spielstätte dienen. In den Förderbedingungen wird eine hauptsächliche Nutzung für nicht-sportliche Veranstaltungen vorgeschrieben. Durch die ungewöhnlich frühe Prüfung der Unterlagen vor der Erstellung der Fördermittelbescheide will der Landesrechnungshof die Belastung der Landeskasse verhindern. In Jena würde der geplante Umbau dem sportlich in die vierte Liga abgestiegenen FC Carl Zeiss Jena eine Zweit-Liga-taugliche Arena bescheren.

Neben den Konzepten will der Rechnungshof auch prüfen, ob die künftigen Arenen von den Städten auch betrieben werden können. In der Prüfung stehen auch die Nutzungsgebühren an. So soll gewährleistet werden, dass die Fußballvereine dort auch spielen können. Im Wirtschaftsministerium reagierte man einem Medienbericht nach verwundert. Der Schritt des Landesrechnungshofs wäre zu früh. Gewöhnlich werden erst die Bescheide geprüft und nicht die Vorstufe. Das zuständige Wirtschaftsministerium habe die eingegangenen Anträge aber zur Verfügung gestellt.

Nach Aussage von Staatssekretär Jochen Staschewski lägen die entsprechenden Anträge der Städte vor. In der vergangenen Woche schrieb der Rechnungshof an die Thüringer Aufbaubank und bat um umfangreiche Informationen für die Vorbereitung der Prüfung der geplanten Fördermaßnahmen. Unklar ist weiterhin, wann die Förderbescheide erteilt werden. Im Wirtschaftsministerium werden die Anträge gründlich geprüft. Der Landesrechnungshof überprüft im Vorfeld, um die Städte zu beraten. Ende kommenden Jahres läuft die Förderung aus. Ein Umbau ist während des laufenden Betriebes geplant, jedoch gibt es in Erfurt wie in Jena bereits erhebliche Verzögerungen.

Vor mehr als einem Jahr wurde von Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) auf die Fördermöglichkeit aufmerksam gemacht. Insgesamt stünden rund 50 Millionen Euro für beide Stadien zur Verfügung. Damals plante Machnig für den Umbau des Ernst-Abbe-Sportfeldes eine Summe von rund 22 Millionen Euro, davon würden bis zu 90 Prozent gefördert. Die Kosten in Jena sind jedoch in die Höhe geschnellt. Nach einer bisherigen, mündlichen Auskunft würde der Umbau 35 Millionen Euro kosten. Nicht eingerechnet in diese Summe ist ein neues Stadion für die Leichtathleten zwischen „Muskelkirche“ und Sportgymnasium in Höhe von etwa 3 Millionen Euro. Diese Summe müsste komplett von der Stadt Jena aufgebracht werden, da keine Sportstätten gefördert würden. Wirtschaftsminister Machnig mahnte indes: Es werde keine 100-Prozent-Lösung geben. Dieses würden vor allem Arena-Verhinderer fordern. Eine 80-plus x-Lösung sei jedoch möglich, so Machnig bei einem Gespräch in Jena.

Aktuelle Informationen zum Stadion werden heute Abend im Sozialausschuss vorgestellt. Beginn der öffentlichen Sitzung im Plenarsaal des Rathauses ist 19.00 Uhr.


Hier finden Sie alle Artikel zum Stadionumbau in Jena und Erfurt auf Jenapolis. (tn)

12 Kommentare zu "Landesrechnungshof prüft Förderpläne für Arenen in Jena und Erfurt"

  1. Bastian Ebert | 5. Juni 2012 um 18:54 |

    Sind die Fördermittelanträge eigentlich öffentlich einsehbar oder werden die unter Verschluss gehalten? Mich würden die Planungszahlen für die Arena schon interessieren, bislang gibt es ja da eher vage Aussagen.


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  2. Rüdiger | 5. Juni 2012 um 15:38 |

    es ist ganz gut, dass sie „verlottert“, weil man sonst ein bisschen buschwerk und ein paar rabatten gar nicht als grünanlage wahrnehmen würde. das spielt doch in ihre karten.

    und natürlich fahren die leute auch nach erfurt, weimar oder gera ins theater, da sie dort andere stücke und andere aufführungen erwarten können. das theaterhaus jena lebt von dieser größe, die einen intimen rahmen bietet, um streitbare stoffe vor ausverkauftem haus präsentieren zu können.


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  3. Holger Herrmann | 5. Juni 2012 um 15:15 |

    Rüdiger Warum sonst verlottert und vergammelt mitten im Herzen unser Stadt die kleinen Grünanlage an der Treppenanlage vom Eichplatz zur Johannisstraße?


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  4. Holger Herrmann | 5. Juni 2012 um 15:04 |

    @Rüdiger Viel Jenaer und Jenenser fahren zu Theater- aufführungen nach Gera, Weimar, Leipzig oder Erfurt.
    Wahrscheinlich sind sie aufgrund des auf 133 Sitzplätze begrenzten Zuschauerraums dazu gezwungen.


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  5. Jenenserin | 5. Juni 2012 um 14:41 |

    Das, ihr habt doch nicht alle Latten am Zaun, meinte ich damit nicht, das ist schon so o.k.


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  6. Jenenserin | 5. Juni 2012 um 14:40 |

    Genau, gerade die mitunter sehr gegenteiligen Kommentare bringen doch hier die ganze Würze. Von mir aus kann jeder Kommentar auch stehen bleiben. Man sollte allerdings von persönlichen Beleidigungen absehen, dass erst gar nicht mit Anwälten gedroht werden muß.


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  7. Lieber Rüdiger: ich weiß, dass ich emotional vorbelastet bin und keine neutrale Entscheidung zur MUFU treffen könnte . Traue aber unseren „Spitzenpolitikern“ hier auch keine kompetente Entscheidung zu. Aus diesem Grund freue ich mich, das eine neutrale Institution, der Landesrechnungshof bereits im Vorfeld eine Prüfung vorsieht. Sollte hierbei herauskommen, dass einer Förderung nichts entgegensteht und das Betreiberkonzept ein festes Fundament hat, kann ich meine Meinung gerne revidieren. Damit hatte ich noch nie ein Problem. Zur Eichplatzbebauung bin ich sogar auf ihrer Seite, das gebaut werden sollte, aber doch nicht 50 % Gewerbefläche, sondern maximal 20 %. Ich denke schon , dass der Wohnungsbau mindestens 80 % betragen sollte. Es werden vor allem Wohnungen benötigt. Mich stört also nur das von Herrn Dirkes und unserem Stararchitekten Dr. Lerm favorisierte Modell von einer überwiegend gewerblichen Bebauung, vor allem das zwingende Einhalten der Baulinien !!!
    Ich finde übringens an Jenapolis gerade die Vielfalt der Meinungen interessant, auch ihre. Die Welt ist bunt und nicht schwarz-weiß. Ohne uns beiden wäre es doch hier richtig langweilig.


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  8. Rüdiger | 5. Juni 2012 um 13:32 |

    ihr habt doch nicht mehr alle latten am zaun. so sehr ihr hier über bevormundung und diktatur motzt, so sehr bewegt ihr euch doch selbst in einem engen gehege aus selbstgerechtigkeit und haltet euch mit an den haaren herbeigezogenen ideen auch noch für den nabel der welt. das fängt beim tierpark auf dem eichplatz an und hört bei diesen vorschlägen für den anbau ans theater auf. der hätte doch keinerlei vorteile. das theater in jena ist nicht zuletzt dank des begrenzten zuschauerraums so erfolgreich.

    was die handelsflächen angeht, ist es ähnlich. ihr könnt doch nicht einfach leere geschäfte aufzählen und dann sagen, dass läden sich doch bitteschön dort ansiedeln könnten. natürlich ist es traurig, dass teile der innenstadt an aufmerksamkeit verloren haben. natürlich müsste man von seiten der stadt da entgegensteuern, was durch eine bebauung des inselplatzes durchaus im falle der östlichen city passieren könnte. aber wer bitteschön geht in die neugasse zum einkaufen? es ist ganz normal, dass auch mal geschäfte leerstehen. es gibt ein neues café auf dem weg zum westbahnhof am magdelstieg. das sieht schon nett aus, aber deswegen läuft man doch nicht bis dorthin, um kaffee zu trinken. auch ihr nicht. also wird das in einem halben jahr wieder dicht machen.

    und wenn ein herr holger herrmann hier nach einem kongresszentrum schreit, dann verstehe ich nicht, was gegen eine multifunktionsarena einzuwenden ist, die sowohl für kongresse als auch für sportveranstaltungen offen stünde. das widerspricht sich doch.

    man kann darüber diskutieren, ob die grundstücke des eichplatzes verkauft werden sollten – der meinung bin ich nicht. man kann über architektur diskutieren – da gibt es sicher vorliegende pläne, die verbesserungswürdig sind (andererseits bin ich froh, dass die stadt ein verwaltungsgebäude hat bauen lassen, dass zweckmäßig ist und nicht teuer. hier hätten sich doch die ersten gemeldet, wenn es andersherum gewesen wäre.)

    das sind alles punkte, bei denen man durchaus auch ernsthaft die bürger einbeziehen könnte. wenn dann aber solche bürger da mitentscheiden, die bspw. allen ernstes behaupten, man pflege wohl die grünanlagen auf dem eichplatz nicht mehr, um sie aus dem grünanlagenbewusstsein der bevölkerung zu verdrängen, dann bin ich mir nicht mehr sicher, ob man mit der entscheidung etwas anfangen kann.


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  9. ich finde es löblich, dass der rechnungshof schon jetzt tätig wird, bevor das kind in den brunnen gefallen ist oder zu viel geld schon verschwendet wurde. noch kann man den unfug stoppen.

    war mir aber schon seit langem klar, dass die tätig werden.


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  10. Holger Herrmann: gute Idee, vor allem kann der gestreßte Tagungsteilnehmer nach den Veranstaltungen Richtung Wagnergasse laufen bzw. gleich ins Hotel. 1. weniger Autoverkehr, 2. neue Gäste für unsere Gastwirte. Wären doch gute Argumente dafür!


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  11. Hurra, es gibt noch vernünftige Mitarbeiter in den Regierungen, jedenfalls im Landesrechnungshof. Ich würde ja gern mal Mäuschen spielen, um zu wissen, was Jena überhaupt für Zahlen weitergegeben hat. Kann es vielleicht sein, dass Mitarbeiter vom Landesrechnungshof zufällig auf die Seiten von Jenapolis gestoßen sind ? Wir sollten dann mal einen Tip an die ECE-Projektanten weitergeben. Wir haben ja hier fleißige Kommentatoren mit echt guten Fakten-Wissen, insbesondere was den aktuellen Handelsflächenbedarf betrifft, Habe gerade 2 leere Läden in der Neugasse entdeckt, gehört ja auch noch zum Stadtzentrum: u.a. ehemalige Fleischerei Weber, habe da mal nach der Kaltmiete gefragt: 100 m² zu 18 € je m². Danke liebe Leute.


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  12. Holger Herrmann | 5. Juni 2012 um 12:35 |

    Man ist in Jena nicht in der Lage ist ein Kongresszentrum zu bauen.
    Warum baut man nicht endlich wieder einen modernen, hochwertigen multifunktionalen Zuschauerraum ans Theater?
    Da könnte doch alles, was in der Multifunktionsarena stattfinden soll, genauso stattfinden mit der Ausnahme von Fußball.
    Die Touristen und Kongressteilnehmer könnten sich vorrangig in der Woche austoben und Philharmonie, Theater am Wochenende.

    Das Stadion kann man ja trotzdem instand setzen.


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