Jenaer Jusos distanzieren sich zum Aufruf der Gruppe „Pax Christi“ und des Jenaer OB´s Schröter |

Jenaer Jusos distanzieren sich zum Aufruf der Gruppe „Pax Christi“ und des Jenaer OB´s Schröter

Jusos Jena

Jena. In der letzten Woche unterzeichnete unser Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter einen Aufruf der katholischen „Friedensgruppe“ „Pax Christi“, in welchem gefordert wird israelische Produkte, welche in besetzten Gebieten erzeugt wurden, zu kennzeichnen und zu boykottieren. Benedikt Wunderlich, Sprecher der Jusos Jena dazu: „Wir Jusos Jena distanzieren uns klar von diesem Aufruf und der Auffassung unseres Oberbürgermeister. Dieser Aufruf stellt eine äußerst tendenziöse Darstellung des Nahost-Konfliktes dar. Die Komplexität des Konfliktes wird völlig vernachlässigt und sieht die israelische Politik als Hauptschuldigen dieser Auseinandersetzung.“

Den Nahost-Konflikt löst man nicht mit Boykottkampagnen. Die Verfasser dieses Aufrufes und deren Unterstützer zeigen hier deutlich ihre Naivität und ihre einseitige Sichtweise.

Philipp Garanin, ebenfalls dazu: „Wir verstehen die Intention, sich mit dieser Thematik beschäftigen und natürlich auch zu kritisieren, jedoch ist diese Form, die auch unser Oberbürgermeister nutzt, völlig indiskutabel. Wir fordern Albrecht Schröter dazu auf, sich von diesem Aufruf zu distanzieren.“

Gerade in Thüringen gibt es viele Gruppen und Menschen die sich mit Israel beschäftigen und auch zum Konflikt viel Fachwissen mitbringen. Wir würden es begrüßen, wenn über diesem Wege versucht wird öffentlich zu wirken, Konflikte zu thematisieren und Lösungsvorschläge zu formulieren.

47 Kommentare zu "Jenaer Jusos distanzieren sich zum Aufruf der Gruppe „Pax Christi“ und des Jenaer OB´s Schröter"

  1. Eine Seite die sich kritisch mit den israelischen Warenboykott in der Schweiz auseinandersetzt.

    Diesen Schweizer Boykott von Migros und dem „Hilfswerk der evangelischen kirchen Schweiz“ hatte Schröter als sein Vorbild und als die Referenz seines Handelns angegeben.

    Offensichtlich sind die Gelder für diese Boykottkampagne zweckentfremdet an der Kirchenleitung vorbeigeschleust worden.

    Super Referenz Herr Schröter
    Schönes Vorbild für ihre Kampagne.

    https://www.facebook.com/DONTBOYCOTTPEACE


    Kommentar melden
  2. knackwurst | 15. Juni 2012 um 16:21 |

    Morgen zeigen das Umweltreferat des StuRa und „Jena im Wandel“ im Glashaus den Film „Earthlings“, in dem Konzentrations- und Vernichtungslager mit Mastanlagen gleichgesetzt werden und die Tötung von Tieren als „Holocaust“ bezeichnet wird.

    Was soll man da noch über Antisemitismus diskutieren?


    Kommentar melden
  3. Die Welt hat einen Artikel zur Causa Schröter geschrieben.

    „Man muss schon einen gewaltigen Knacks haben, um wie die katholische Organisation Pax Christi zu fordern, dass Waren aus den jüdischen Siedlungen im Westjordanland besonders gekennzeichnet werden sollen, damit man als guter Christ „Kaufverzicht“ üben könne. […]

    Warum geht den Gutdeutschen das Leid der Palästinenser so ganz besonders zu Herzen, inmitten einer Welt, die an Flüchtlingsdramen nicht arm ist? […]

    Das Wort „Kaufverzicht“ wurde offenbar sehr sensibel gewählt. Unterstützt wird diese seltsame Aktion vom Jenaer Bürgermeister Albrecht Schröter (SPD).“

    http://www.welt.de/debatte/kolumnen/Maxeiner-und-Miersch/article106596284/Manche-werden-ihren-Judenknacks-niemals-los.html


    Kommentar melden
  4. „Nur das diskutierte Beispiel, die Kritik der Steuerpolitik, taugt hier wenig. Zumindest, solange dies nicht durch Motivierung antisemtischer Stereotype oder in der oben genannten Weise geschieht.“

    Dann tut es mir sehr leid, denn gerade darum geht es. Diese Kritik israelischer Politik und Steuerung folgt nicht immer bewussten Entscheidungen. Die Welt muss entzaubert werden und die Mechanismen, die zu diesem Kritikfetisch führen offenbar werden. Motivationen und Ursachen sind nicht immer bewusst – deshalb sind sie umso relevanter. Auch folgt nicht alles an Antisemitismus mehr den bekannten Stereotypen wie wir sie kennen (Schuldabwehr/Täter-Opfer Umkehr). Der Kritikfetish an Israel ist meiner Meinung nach ein Verarbeitungsmechanismus ambivalenter Erfahrungen. Ein Verschiebungsmechanismus indem auf Israel die Problematik des Nationalstaates projiziert wird. Deshalb fallen gerade Linke und Christen auf diesen Antisemitismus herein. Deshalb sind auch die Aktionsformen dieser Art von Antisemitismus anders (Boykott-Kaufverzicht usw.).


    Kommentar melden
  5. konservativ-kritisch | 15. Juni 2012 um 08:49 |

    Übrigens überlege ich die gesamte Zeit, ob mir mit meiner Formulierung um den Einfluss Kafkas nicht selber ein Fauxpas passiert ist. Vielleicht sollte ich darauf kurz eingehen:

    Worauf ich hinweisen wollte, ist: Viele Deutsche, die auf die Deutsche Kultur prägenden Einfluss ausübten, waren entweder Deutsche jüdischen Glaubens oder Deutsche, die sich intensiv mit dem jüdischen Glauben der Vorfahren auseinandergesetzt hatten (hierzu zählt Kafka). Aus diesem Grunde folgt eine Gegenüberstellug des „Deutschen“ und des „Jüdischen“ einem stereotypen oder gar antisemitischen Konzept, zumal sich dahinter meist eine völkische- rassistische Definition verbirgt.

    Diese Tatsache darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch die systematische Vernichtung der Menschen jüdischen Glaubens (und der Deutschen jüdischen Glaubens) die Er- und Überlebenden sich nicht mehr in die Kultur und die Sprache der Täter eingliedern wollten und konnten, dass somit die Endlösung der Nazis und die Vernichtung des europäischen Judentums („im Ergebnis 6 Millionen systematisch und geplant umgebrachte Menschen“/ Schwarz-Friesel) zu einem Bruch führte und zu einer eigenen Identität der Opfer aufgrund der Erfahrung dieser Verbrechen.

    Carl Amery schrieb zu den Nürnberger Gesetzen: „Jude sein, das hieß für mich von diesem Anfang an, ein Toter auf Urlaub zu sein, ein zu Ermordender…“

    Schwarz-Friesel schreibt: „Was den Opfern des Nationalsozialismus widerfahren ist, überschreitet die Grenzen des erfahrbaren und vorstellbaren Leids und konfrontiert uns zugleich mit einer Komponente der menschlichen Inhumanität in einem kaum zu bewältigenden Ausmaß.“

    Anders ausgedrückt: die Deutsche Kultur ist zu einem wesentlichen Teil durch Menschen jüdischen Glaubens geprägt und trägt den Einfluss der jüdischen Religion (und der vielen jüdischen Intellektuellen) in sich (denn viele einflussreiche Intellektuelle und Künstler waren Menschen jüdischen Glaubens oder Menschen mit jüdischen Vorfahren, die sich mit diesem Glauben auseinandersetzten). Das Verbrechen des Holocaust aber führte zu einem Bruch, denn die einen Deutschen waren nun die Täter und die Deutschen jüdischen Glaubens wurden zu Opfern und wurden verfolgt und vernichtet. Hinter diese geschichtliche Erfahrung, die Opfer und Täter trennt, gibt es in der Deutschen Geschichte kein zurück.

    Dies muss hinzugefügt werden, wenn man auf den prägenden Einfluss der Deutschen jüdischen Glaubens hinweist und somit zugleich darauf hinweist, dass ein Entgegensetzen von „deutsch“ und „jüdisch“ sinnlos ist (denn das Deutsche trägt auch das Jüdische in sich). Der Holocaust aber hat die Deutschen geteilt in Täter und Opfer und hat die Deutschen jüdischen Glaubens versucht zu vernichten.

    Auch diese geschichtliche Erfahrung ist Bestandteil des Deutschen. Aber sie ist keine gemeinsame Erfahrung, da die einen die Verbrechen als Täter ausübten, während die anderen die Opfer waren und diese Verbrechen als Opfer erfuhren. Und diese Erfahrung führt auch zu einer getrennten Identität trotz der gemeinsamen Kultur des Deutschen, die jüdische und christliche Einflüsse (und eine Vielzahl anderer Einflüsse) vereint.


    Kommentar melden
  6. konservativ-kritisch | 15. Juni 2012 um 07:49 |

    @Damaris

    Wenn Sie argumentieren würden, dass man Israel ständig BEWUSST auf eine Weise kritisiert, die Opfer und -Täterrollen der Deutschen Geschichte verkehren oder relativieren soll, dann würde ich Ihnen ja durchaus Recht geben. Es gibt in der Berichterstattung durchaus diese Tendenz.

    Nur das diskutierte Beispiel, die Kritik der Steuerpolitik, taugt hier wenig. Zumindest, solange dies nicht durch Motivierung antisemtischer Stereotype oder in der oben genannten Weise geschieht.

    Wenn Sie aber schreiben: „Warum scheinen diese israelischen “Verfehlungen” subjektiv größer, warum scheint israelische Steuerung subjektiv so brutal…“, dann steckt dahinter natürlich auch ein Quentchen Wahrheit. Denn man sollte auch beachten, WER diese Äußerungen tätigt und wie dies in die sonstige Argumentation des Kritisierenden passt.

    Um ein Beispiel zu nennen: wenn jemand Russland als Musterdemokratie lobt und zugleich Israel kritisiert, dann würde dies schlecht zusammenpassen. Man müsste dann in einem zweiten Schritt schauen, ob jemand einfach unaufgeklärt ist, oder ob hinter dem Vorgehen antisemitische Motive liegen.

    Aber dennoch spricht dies nicht dagegen, dass man die Regierung Israels kritisieren kann wie jede andere Regierung. Jedoch in einer Weise, die keine antisemitischen Stereotype gebraucht oder die das Handeln dieser Regierung mit ganz Israel gleichsetzt oder gar die Begriffe „Israel“, „Zionismus“ und „Juden(tum)“ vermischt.


    Kommentar melden
  7. Hier nochmal eine Zusammenfassung über die Arten von Boykott der BDS Bewegung.

    Es gibt folg. Arten von Boykott

    Cultural Boycotts
    Economic Boycotts
    Church Boycotts
    Political Boycotts
    Travel/Diplomatic Boycotts
    Sports Boycotts
    Academic Boycotts

    Darunter sind die jeweiligen tragenden Hauptorganisationen aufgelistet. Diese Auflistung ist lange nicht mehr aktuell. Inzwischen gibt es zig weitere Organisationen und Initiativen und diese haben sich wieder in „Unterinitiativen“ gesplittet. Diese Seite zeigt jedoch anschaulich, was das BDS Netzwerk für ein weltumspannendes ideologisches Potential besitzt.

    http://www.standwithus.com/bds/


    Kommentar melden
  8. „“Doch, eine neue Form eines israelbezogenen Antisemitismus…”

    Dies stimmt so nicht. Man darf die Steuerpolitik Israels durchaus kritisieren. Problematisch wird es nur, wenn “negative Stereotype und emotionale Perspektiven eingesetzt werden, um generelle Negativzuschreibungen und jüdisch-israelische Gleichsetzungen sowie Generalisierungen zu erzielen” oder wenn diese Kritik auf eine Art geäußert wird, “dass die Begriffe Israel, Zionismus und Juden(tum) etc. bewusst gleichgesetzt oder vermischt werden”.“

    Warum sollte denn Israel kritisiert werden? Doch nur weil die Fehler die im Staat vorkommen bei Israel jedem persönlich größer erscheinen als sie sind.

    Warum scheinen diese israelischen „Verfehlungen“ subjektiv größer, warum scheint israelische Steuerung subjektiv so brutal – obwohl objektiv betrachtet es das Land der meißten Freiheitsebenen für jeden in Nahost ist und in der PA nebenan Menschen hingerichtet werden. Weil der Israelbezogene Antisemitismus die Wahrnehmung scheinbar trübt.

    Deshalb kritisieren kann man Israel – aber wozu? Israel macht das meißte richtig. Den Rest sollen die sozialen Bewegungen des Landes (ein Kennzeichen für eine freiheitliche Grundordnung) selbst unter sich ausmachen. Es gibt keinen Anlass für weltweite Kritik, es gibt keine Notwendigkeit dafür, dass es in der Westbank mehr Ngo’s gibt als in gesamt Afrika und es ist einfach nur skurril, wenn mehr als die Hälfte der UNO Resolutionen weltweit gegen Israel (ein Staat der Größe Hessens) geht. Also was soll diese Kritik – einen Bezug zur realen Situation hat diese Kritik längst verloren.

    Verschont doch einfach Israel mit dieser behämmerten Kritik und kümmert euch um die Menschenrechtssituation in Deutschland (bspw. Polizeigewalt … gibts nicht nur in Israel). In Israel werden arabische Kinder mehr gefördert als Harz4 Kinder in Dtl. Also warum Kritik – weil der Jude und jetzt Israel seit hunderten Jahren die Welt erklärt. Krieg – Kapitalismus – Flüchtlinge – Menschenrechte – Kommunismus – Okkultismus – Kolonialismus usw. Und was haben Juden bzw. Israel bis jetzt damit zu tun gehabt – nix. Und genauso wenig kann Israel für diese behämmerte Kritik – sie ist einfach selbstständig vorhanden – grundlos und ohne Sinn oder Realitätsbezug.

    Und verschont mich bitte mit Einzelbeispielen, welcher Palästinenser 3 h Umweg laufen muss oder mal nen Sonnenbrand beim Warten an der Grenzanlage bekam oder weil er illegal gebaut hatte sein Haus verlor usw. Diese Vorgänge sind individuell bedauerlich, erklären aber nicht diese Masse an Kritik.

    Deshalb, welcher Deutsche heute noch Israel kritisiert, hat einfach ne Meise.


    Kommentar melden
  9. konservativ-kritisch | 14. Juni 2012 um 21:49 |

    @f

    Ich entschuldige mich schon einmal im Voraus für eine allzulange Post. Aber wir wollen doch fachlich diskutieren, und da kann etwas Aufwand nicht schaden.

    Denn übrigens kann ich, neben der Frankfurter Schule, ein Buch von einer ehemaligen Jenaer Dozentin empfehlen: „Sprache und Emotion“ von Monika Schwarz-Friesel. Dort finden sich ab S. 347 Klassifikationskriterien: „wann ist eine sprachliche Äußerung antisemitisch“?

    Ich mute dem Leser nun eine lange Post zu. Für die allgemeine Diskussion ist eher der zweite Teil interessant, denn dort sind Kriterien genannt, wann eine Äußerung antisemitisch ist. Für unseren Mitdiskutanten „f“ ist der erste Teil gedacht, denn wer sich über fehlenden Anspruch beschwert und sich an mich wendet mit der Bitte, die „Frankfurter Schule“ zu lesen, dem kann man auch ein wenig Fachvokabular zumuten.

    Interessant ist, dass Frau Schwarz-Friesel – bezogen auf den „verbalen Antisemitismus“, zwischen zwei Arten unterscheidet:

    A.) Intentionalistischer Verbal-Antisemitismus
    B.) Nicht-intensionalistischer Verbalantisemitismus

    A.) Bei einem intentionalistischen Antisemitismus „liegt der Sprachproduktion auf der Konzeptualisierungsebene eine anti-jüdische mentale Repräsentation zugrunde und der Prozess der Verbalisierung wird durch diese Konzeptionsrepräsentation (sowie eine Negativmotivation) BEWUSST beeinflusst. Zudem liegt die… Handlungsabsicht… der Äußerung in der ABSICHTLICHEN Diskriminierung der Juden.

    B.)Beim nicht-intentionalistischen Antisemitismus unterscheidet Schwarz-Friesel zwei Varianten:

    B.1) Bei der ersten Variante „liegt der Sprachproduktion auf der Konzeptualisierungsebene eine anti-jüdische mentale Repräsentation“ (bzw. ein stereotypes Konzeptmuster) zugrunde und „der Prozess der Verbalisierung wird durch diese mentalen Stereotype bewusst beeinflusst. Schwarz Friesel nennt gerade jene schon von mir erwähnten Beispiele, die „auf der Unkenntnis über Juden und der damit verbundenen Gleichsetzung von Juden und Israelis beruhen“: Als Beispiel für eine solche antisemitische Äußerung nennt Schwarz- Friesel die Frage an einen deutschen Juden: „Was sagen sie denn zu den neuesten Aktionen IHRES (!) Ministerpräsidenten“. In „Ihres Ministerpräsidenten“ steckt somit eindeutig eine antisemitische Äußerung, denn der israelische Ministerpräsident ist ja nicht der Ministerpräsident eines Deutschen mit jüdischem Glauben. Solche Äußerungen beruhen somit zwar auf antisemitischen Konzeptualisierungen, sie werden meist aber (der Intention nach) gar nicht mit dem Ziel einer Abwertung produziert.
    B.2) Bei einer zweite Variante des nicht-intentionalistischen verbalen Antisemitismus handelt es sich zum Beispiel um sprachliche Phrasen im deutschen Sprachgebrauch, die zwar, so Schwarz-Friesel, „seit Generationen im Diskurs benutzt werden, aber nicht (notwendigerweise) intentional diskriminierend (und auch nicht – wie in der ersten Variante – auf bewussten Konzeptionalisiserungsprozessen basierend) benutzt werden. Ein Beispiel wäre die Phrase: „Das sind ja jüdische Preise“.

    Frau Schwarz-Friesel verweist in ihrer Schrift auch darauf, dass die Phrase von „Deutschen und Juden“ zur Abgrenzung beiträgt. Gerade diese Abgrenzung wollte ich – mit dem Beispiel Kafkas – widerlegen, da dieser deutschsprachige Autor a) der wohl einflussreichste Autor der klassischen Moderne auf die deutsche Literaturgeschichte ist und b) er sich bewusst mit der jüdischen Tradition auseinandergesetzt (und an ihr gerieben) hat.

    Schwarz-Friesel nennt nun Beispiele für verbalen Antisemitismus (S.349), die es erlauben, antisemitische Äußerungen zu klassifizieren. Und dies ist – denke ich – für alle in diesem Forum interessant:

    Kriterium 1.) „Intentionalistischer verbaler Antisemitismus liegt nun insbesondere vor, wenn (negative) Verallgemeinerungen (als Kollektivattribuierungen) in Form von Stereotypzuordnungen ausgedrückt werden, wobei vom Individuum auf die Gruppe geschlossen wird… oder von der Gruppe auf das Individuum geschlossen wird“.

    Ein Beispiel für eine negative Verallgemeinerung, bei der vom Individuum auf die Gruppe geschlossen wird, wäre: ein Individuum wird charakterisiert mit „Er ist geldgierig und machthungrig“ mit dem Nachsatz „So sind Juden eben“. Ein negatives Beispiel, dass stereotype Zuordnungen zu einer Gruppe zum Schließen auf ein Individuum verwendet, wäre: „Die Juden hängen am Gelde. So verwundert es nicht, dass Greenspan ins Bankgeschäft ging“.

    Zuordnungen stereotyper Verallgemeinerungen somit vom Individuum auf die Gruppe oder von der von der Gruppe aufs Individuum. Dies kann nach Schwarz-Friesel explizit oder implizit erfolgen. Beispiele sind Äußerungen wie „warum hält sich wohl bei der Diskussion eine solche Hypermoral in der Gesellschaft“ in Verbindung mit der Unterstellung, die Juden würden die Presse beherrschen. Ein anderes Beispiel Friesels ist ein Satz wie „Diese Haltung entspricht der alttestamentarischen Rachsucht“ in Bezug auf die Politik Israels.

    Kriterium 2.) Verbaler Antisemitismus liegt vor, wenn – so Schwarz-Friesel – „eine völkische- rassistische Definition die Basis bei der Zuordnung Jüdisch-Sein ist“. Hierzu zählen Aussagen wie „Seine Abkehr vom Judentum ändert nichts von seiner jüdischen Abstammung“ oder „Er war ein nicht religiöser Jude“. Zitat Schwarz-Friesel: „nicht das Individuum mit seiner Selbstbestimmung steht hier konzeptuell in dem Vordergrund, sondern seine Abstammung“. Denn Aussagen im Sinne von „er war ein nicht-religiöser Jude“ werden viel öfters genutzt als Aussagen wie „er war ein nicht-religiöser Protestant“. An dem zweiten Beispiel stoßen wir uns, an dem ersten nicht. Dies zeigt, wie sehr sich dieses antisemitische Stereotyp einer völkisch-rassistischen Definition im Sprachgebrauch verfestigt hat.

    Kriterium 3.) Verbaler Antisemitismus liegt vor, „wenn in den Äußerungen die Verantwortung der Deutschen für den Holocaust geleugnet oder relativiert wird, wenn historische Fakten, die den Holocaust betreffen, verzerrt oder falsch dargestellt werden, wenn eine Täter-Opfer- Umkehr angedeutet oder ausgedrückt wird…“

    Kriterium 4.) Verbaler Antisemitismus liegt vor, „wenn die Begriffe Israel, Zionismus und Juden(tum) etc. bewusst gleichgesetzt oder vermischt werden, um eine kritische oder feindselige Haltung allen Juden gegenüber auszudrücken“.

    Somit ist es übrigens nicht antisemitisch, wenn man die Politik der israelischen Regierung kritisiert. Man darf diese Kritik nur nicht so formulieren, dass damit „die Juden“ oder „die Israelis“ gemeint sind. Ebenso, wie man auch Kritik an Merkel übt (was ich gern und oft tue), kann man natürlich auch Kritik an der Außenpolitik der israelischen Regierung üben. Die Frage stellt sich somit eher nach dem WIE als nach dem OB der Kritik.

    Kriterium 5.) Verbaler Antisemitismus „liegt vor, wenn in der Referenz auf Israel bzw. in der Israel-Berichterstattung negative Stereotype und emotionale Perspektiven eingesetzt werden, um generelle Negativzuschreibungen und jüdisch-israelische Gleichsetzungen sowie Generalisierungen zu erzielen.“

    Ich denke, diese Kriterien sind ganz gut geeignet für die Bestimmung, wann eine Äußerung antisemitisch ist oder nicht. Nun ist die Äußerung Schröders ja an eine Handlung gebunden, was die Sache natürlich komplizierter macht. Hier müsste man nach dem Kontext fragen (zum Beispiel: welche Organisatoren unterstützen den Aufruf noch?).

    Ich denke aber, zur Diskussion zwischen „Damaris“ und „@1er aus Jena“ können die Kriterien von Schwarz-Friesel durchaus hilfreich sein.

    Beispiel der Diskussion:
    „Genauso ist es antisemitisch, wenn ich Israel (pauschal) verurteile. Wenn ich aber Israel wegen irgendwelcher Steuerbestimmungen kritisiere, bin ich doch kein Antisemit.”

    „Doch, eine neue Form eines israelbezogenen Antisemitismus…“

    Dies stimmt so nicht. Man darf die Steuerpolitik Israels durchaus kritisieren. Problematisch wird es nur, wenn „negative Stereotype und emotionale Perspektiven eingesetzt werden, um generelle Negativzuschreibungen und jüdisch-israelische Gleichsetzungen sowie Generalisierungen zu erzielen“ oder wenn diese Kritik auf eine Art geäußert wird, „dass die Begriffe Israel, Zionismus und Juden(tum) etc. bewusst gleichgesetzt oder vermischt werden“.


    Kommentar melden
  10. konservativ-kritisch | 14. Juni 2012 um 19:56 |

    @f.

    Ich gratuliere Ihnen dafür, dass Sie mir raten: „Gönnen Sie doch den Lesern mal den Luxus eines Arguments“, ohne auch nur EIN einziges Argument zu bemühen.

    Ich würde Ihnen vorschlagen, dass Sie sich die Mühe machen, mir meine Argumente zu widerlegen. Denn erst dann können wir hier einen vernünftigen Disput führen. Ansonsten muss ich annehmen, dass Sie SICH eher eine Schreibpause gönnen wollen.

    Denn man kann ja gern seine Meinung mitteilen (meine Post wäre – ich zitiere Sie – „Schwachsinn und sinnentleertes Gefasel“). Wenn Sie sich aber nicht die Mühe machen, Ihre Behauptung mit einer Argumentation zu befestigen, dann kann ich auf Ihre Post leider nichts geben!


    Kommentar melden
  11. Es ist noch anzumerken, dass dieser israelbezogene Antisemitismus speziell bei einem gewissen „Gutmenschentum“ (ich weiß das Wort ist negativ besetzt – ich bin kein PI-Leser oder ähnliches) auf den fruchtbarsten Boden fällt. Eine Schlag Mensch, der sich trotz der „Gutherzigkeit“ scheut eine Staatskritik ausserhalb von Israel zu betreiben. Schröter ist genau diese Art von Mensch.


    Kommentar melden
  12. @1er aus Jena
    „… oder ob ich ihn verurteile weil ich mit ihm ein persönliches Problem habe.“
    Was für persönliche Probleme sollten Deutsche mit jüdischen Siedlern haben? (Abgesehen der Deutschen Nazi-Kader, welche nach 45 vor Ort nach Ägypten sind, dort als Helden aufgenommen wurden und als ägyptische Minister das Flüchtlingsproblem erst installiert haben“)

    „Genauso ist es antisemitisch, wenn ich Israel (pauschal) verurteile. Wenn ich aber Israel wegen irgendwelcher Steuerbestimmungen kritisiere, bin ich doch kein Antisemit.“

    Doch, eine neue Form eines israelbezogenen Antisemitismus. Dieser speist sich inzwischen weniger aus Schuldabwehr oder Rassismus sondern aus anderen Quellen. Judenfeindschaft hat sich immer wieder verändert in den letzten 2000 Jahren. Voila, das ist die neue Form.

    In Anknüpfung an Arbeiten von Postone lässt sich konstatieren, dass gerade die Mitte und auch gebildete Kreise, Christliche Vereine usw. aus ihrem Rechtsfetisch heraus die Ungerechtigkeit eines Staates heute entdecken. Ein ambivalentes Unbehagen und Unrechtsempfinden ist nun abzuarbeiten. Die den Staat bestimmenden Paradoxien arbeiten sie aber nicht am eigenem Staat ab, sondern speziell am Staat Israel.

    Ähnlich ist es mit den palästinensischen Christen, welche das Unbehagen nicht an ihrer Führung und ihrem Personal (welches die Hauptursache des Debakels ist) abarbeiten, sondern israelische Steuerungsformen kritisieren, welche durchaus sinnig und eigentlich für einen Staat in dieser Lage völlig nachvollziehbar und akzeptabel sind. Nur so ist deren Blindheit (der PalA. Christen) gegenüber Terror, Kleptokratie und Diktatur – ja sogar gegenüber der eigenen Gefährdung im anderen System zu erklären.

    Und deshalb ist die Kritik an „Israel wegen irgendwelcher Steuerbestimmungen“ eine moderne Art des Antisemitismus und die Verarbeitung der Anchronismen eines Staates. Auch hier müssen Juden wieder als Welterklärungsaparatur herhalten.

    Um das einmal zu überspitzen (nur ein Versuch). Ein israelischer Polizist gibt eigentlich jedem gleiche Knöllchen, ja bei einigen arabischen oder europäischen Kennzeichen drückt er auch gerne mal ein Auge zu, weil er es verinnerlicht hat, dass die ihn nicht mögen und immer Trouble veranstalten. Sieht nun der Autofahrer aus Europa einen israelischen Stempel, bemerkt er plötzlich wie sinnlos doch die Repressalien der Polizei sind und wie ungerecht doch Menschen behandelt werden können.

    Nun schließt er seine Kritik an den „Steuerungsformen“ an und denkt sich es wäre sein gutes Recht diese in genau dieser Situation zu kritisieren.

    – Ich hoffe sie können das Beispiel abstrahieren. –

    „Ich hab jetzt nichts gefunden, wo pax christi Israel als Apartheidsstaat bezeichnet.“

    Dann glauben sie einfach, dass diese andauernd mit Rassismusvergleichen spielen und auch diese mal mehr mal weniger subtil andeuten. Das kommt ebenfalls vom BDS Movement, welches in westlichen Universitäten „Apartheidswochen“ veranstaltete. Hab gerade keine Lust die Reden von einigen Pax Christi Leuten nochmal im Inet zu suchen.

    Und auch hier stellen Sie auf etwas ab, dass Sie gar nicht einschätzten können: “Schröter fordert eine Kennzeichnungspflicht, die er von keinem anderen Land, selbst den brutalsten Diktaturen und Besatzungsregimen, nicht im Traum fordern würde.”

    – Doch das kann ich einschätzen, denn ich kenne diese Logik und das Gebaren diesen Schlages Mensch zur Genüge und weiß, dass die Besetzung Tibets Schröter nicht so sehr innerlich zerreißt wie das vermeindliche Unrecht an den Pal. Arabern. Und deshalb sieht er dort auch nicht die Notwendigkeit der Kennzeichnung. Wie gesagt, die Ambivalenzen eines Staates werden ihm lediglich an Israel ersichtlich.

    „Aber im Kern geht es ja um die Anwendung doppelter Standards.“ – Ja, denn diese sind ein Teil des neuen israelbezogenen Antisemitismus.

    „Nun stelle ich aber fest, dass die Grundsätze die an Israel gestellt werden, im Kern auch an andere Staaten angelegt werden. z.B. Gewaltverzicht, Einhaltung von Völkerrecht.“

    Nein werden sie nich in diesem Maaße, warum – habe ich versucht oben zu erläutern.


    Kommentar melden
  13. @kk
    Keine Ahnung, woher Sie ihr „Wissen“ über Antisemitismus haben. Der überwiegende Teil von dem, was Sie hier Schreiben, ist Schwachsinn und sinnentleertes Gefasel.

    Gönnen Sie doch den Lesern mal den Luxus eines Arguments, das die Bezeichnung auch verdient. Oder besser noch: machen Sie mal eine Schreibpause und lesen Sie ein bisschen was von der „Frankfurter Schule“ zu dem Thema, wenn Sie die hier schon anführen.


    Kommentar melden
  14. konservativ-kritisch | 14. Juni 2012 um 15:30 |

    @1er aus Jena

    Vielleicht hätte eine explizite Distanzierung geholfen. Ich weiß nicht, ob es naiv ist, aber wenn man sich in der Kritik explizit von den extremen und terroristischen Kräften der Gegenseite distanziert, dann wäre vielleicht schon viel gewonnen. Denn es gibt ja zum einen die Siedler, die unter den Maßnahmen leiden, zum anderen gibt es extreme Kräfte, die dies für ihre Ziele instrumentalisieren. Man sollte doch immer so für die erste Gruppe sprechen, dass man sich von der zweiten distanziert.

    Jedoch ist dies leichter gesagt als getan, das gebe ich zu. Vielleicht hilft es, zu der Kritik auch Informationen über jene zu liefern, in deren Interesse man gerade nicht sprechen möchte und somit mit der Kritik auch die Gefahr der Instrumentalisierung der eigenen Botschaft explizit zu thematisieren.

    Nun gibt es einen zweiten Punkt: die Akteure hinter der Aktion. Ich habe derzeit nicht die Zeit, mich über diese Akteure genauer zu informieren, weswegen ich nicht weiß, ob die Vorwürfe unter der anderen Diskussion auf „jenapolis“ stimmen (Zum Beispiel Vorwurf der Zusammenarbeit mit Gruppen, die das Existenzrecht Israels in Frage stellen). Stimmen diese Vorwürfe aber, hätte man sich lieber für eine eigene Aktion entscheiden sollen. Zumindest sollte man von vorne herein überprüfen, mit wem man eigentlich zusammenarbeitet.


    Kommentar melden
  15. 1er aus Jena | 14. Juni 2012 um 14:55 |

    Und wieder kann ich nur zustimmen…

    Allerdings müssen Sie zu geben, dass es unglaublich schwer ist Kritik so zu formulieren, dass man einer Instrumentalisierung entgeht.
    Und dass es einige gibt, die mit ihrer Kritik über die Stränge schlagen, ist auch klar (was man durchaus auch mal entschuldigen kann). Es darf nur nicht Methode werden.


    Kommentar melden
  16. konservativ-kritisch | 14. Juni 2012 um 14:43 |

    Um nochmal klarzustellen: “1er aus Jena” gebraucht die Wendung nicht antisemitisch. Aber wenn jemand die Aussage von “1er aus Jena” wörtlich nehmen würde (in der Form von: „man dürfe an Autos mit israelischem Glauben doch noch nicht einmal einen Strafzettel…), dann wäre diese Aussage schon im doppelten Sinne antisemitisch.

    Wenn man somit wissen will, ob eine Aussage antisemitisch ist oder nicht, dann sollte man analysieren, welcher kausalen Logik das Urteil folgt.

    Ein solches antisemitisches Vorurteil übrigens begeht man schon dann, wenn man die Identität jüdischer Menschen stets auf Israel bezieht oder wenn man Israel als Heimat jüdischen Glaubens ansieht. Die jüdische Kultur ist ein wichtiger Teil der deutschen Kultur und ist Teil eines jeden, der die deutsche Sprache gebraucht. Dazu reicht ein Blick auf die Kunst der Moderne. Denn Künstler wie Kafka, deren Kunst in der Auseinandersetzung mit der jüdischen Kultur entstand (obwohl umstritten ist, ob Kafka als gläubiger Jude bezeichnet werden kann) haben die Deutsche Sprache und die Deutsche Kultur auf eine Art geprägt, die unvergleichlich ist in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Was die Weite des Einflusses angeht, lässt sich Kafka wohl nur noch mit Goethe vergleichen. Man könnte weitere Namen nenne, die zwar weniger einflussreich waren, deren Einfluss aber dennoch enorm war: Walter Benjamin oder die Frankfurter Schule, Paul Celanund sein Einfluss auf die Dichtung der Nachkriegsgeneration usw. usf.

    Warum verweise ich auf diesen Einfluss aus dem Bereich der Kunst? Weil in der Diskussion in anderen Foren häufig Sätze fallen wie „wir Deutschen müssten aufgrund unserer Geschichte gerade Kritik an der Politik Israels üben“. In dieser Diskussion wird häufig argumentiert, als wäre das Judentum eine dem Deutschen fremde Kultur. Und dies auch noch verbunden mit dem Anspruch, dass man zwar eine grausame Geschichte hätte, dass man es nun aber wieder besser wisse. Dass die jüdische Kultur ein Teil der deutschen Kultur ist und dass jeder Deutsche, auch Menschen nicht-jüdischen Glaubens (zu denen ich mich zähle) einen Teil dieser Kultur in sich tragen, wird in der Argumentation vergessen.

    Übrigens noch zu Schröter: ich finde, dass Kritik an der Politik der israelischen Regierung erlaubt sein muss. Somit kann ich dem Argument nicht ganz folgen, die Kritik an sich würde schon andere Maßstäbe ansetzen, zumal man in einem zweiten Schritt diese Maßstäbe ja auch für grausamere und totalitäre Regime übernehmen kann. Denn Israel ist eine Demokratie (was oft in der Argumentation vergessen wird) und ein Land mit einem vielfältigen demokratischen Diskurs und einer Vielfalt von Meinungen. Jedoch gibt es derzeit in Israel eine demokratisch legitimierte Regierung, die – aus meiner Sicht – mit ihrer harten Linie falsch fährt.

    Kritik sollte somit durchaus geübt werden, denn selbst, wenn (was ja öfters unter verschiedenen Artikeln geäußert wurde) extreme Gruppen der Gegenseite diese Kritik instrumentalisieren, negiert dies ja nicht die Berechtigung der Kritik.

    Jedoch sollte eine ausgewogene Kritik auf eine Art erfolgen, dass sie sich nicht instrumentalisieren lässt. Und dies könnte auf eine Art geschehen, dass mit der geäußerten Kritik an der Politik der israelischen Regierung zugleich eine Distanzierung von jenen verbunden ist, die eine derartige Kritik für ihre extremistischen Ziele ausnutzen. Und hier halte ich das Vorgehen von „Pax Christi“ doch für sehr einseitig, da man sich nicht genügend gegen die Gefahr der Instrumentalisierung abgesichert hat.

    Ich halte somit die Kritik an der Politik der israelischen Regierung für durchaus akzeptabel, solange man sich nicht von der Gegenseite instrumentalisieren lässt.


    Kommentar melden
  17. 1er aus Jena | 14. Juni 2012 um 14:17 |

    @konservativ-kritisch
    Sehr schön formuliert. Das bringt es wirklich auf den Punkt.
    Danke

    zu meinen Beispiel:
    Ich finde Ihre Analyse durchaus amüsant. Aber ich glaube Sie wissen, worauf ich mit meinem überspitztem Beispiel hinauswollte…


    Kommentar melden
  18. konservativ-kritisch | 14. Juni 2012 um 13:57 |

    Um das hier diskutierte Problem kurz zu pointieren:

    Zitat: „Natürlich kann ich auch antisemitisch sein, wenn ich nur einen Juden verurteile…“

    Dies stimmt dann, wenn diese Verurteilung sich an dem Glauben des Verurteilten festmacht oder wenn dieses Urteil durch antisemitische Stereotype bedingt ist (oder diese Stereotype Einfluss auf das Urteil haben). Die Verurteilung eines Menschen jüdischen Glaubens ist somit nicht per se antisemitisch, sondern die Art des Urteils ist hier ausschlaggebend. Gerade in der Art dieses Urteils kann sich aber ein antisemitisches Weltild offenbaren.

    Um ein Beispiel aufzuzeigen: „1er aus Jena“ schreibt: „dann dürfe man einem falsch parkendes Auto mit israelischem Kennzeichen ja noch nicht ein mal ein Knöllchen ausstellen“. Zwar gebraucht 1er aus Jena dies nicht in einer antisemitischen Argumentation, aber in dieser Formulierung an sich stecken schon 2 antisemitische Vorurteile. Denn diese Aussage impliziert a) alle Israelis wären automatisch Juden (es gibt auch Atheisten oder Menschen anderen Glaubens, die in Israel leben), und: b) Juden würden sich im Straßenverkehr aufgrund ihrer Religion andere Rechte nehmen, weswegen man ein solches Vorgehen nicht verurteilen dürfe. Zwei stereotype Vorurteile somit in einem Urteil. Aber diese Vorurteile sind natürlich Quatsch: unabhängig von der Religion verdient jeder Falschparker das Gleiche und wird in Deutschland mit einem Strafzettel versehen oder abgeschleppt. Und dies sehen natürlich auch die Menschen jüdischen Glaubens so.


    Kommentar melden
  19. 1er aus Jena | 14. Juni 2012 um 13:36 |

    @Damaris
    Natürlich kann ich auch antisemitisch sein, wenn ich nur einen Juden verurteile. Aber es geht doch genau darum, ob ich einen Juden dafür verurteile weil er ein Jude ist, oder ob ich ihn verurteile weil ich mit ihm ein persönliches Problem habe. Wenn ich PAUSCHAL urteile, DANN handle ich antisemitisch.

    Ein Beispiel: Wenn mir jemand etwas klaut, und derjenige ist Jude, ist zu unterscheiden ob ich ihn dafür verurteile weil er etwas gestohlen hat oder ob ich ihn verurteile weil er ein Jude ist.

    Leider muss ich feststellen, dass Sie alles – nun sagen wir mal – etwas einseitig sehen und dementsprechend auch auslegen.

    In dem von Ihnen angeführtem Dokument wird von einer bestimmten Anschauung gegenüber Juden gesprochen („Antisemitism is a certain perception of Jews…“). Und genau da beginnt Antisemitismus. Wenn ich Juden für das was sie sind verurteile (etc.).
    Genauso ist es antisemitisch, wenn ich Israel (pauschal) verurteile. Wenn ich aber Israel wegen irgendwelcher Steuerbestimmungen kritisiere, bin ich doch kein Antisemit.

    Um Ihre Argumentation einmal etwas zu überspitzen: dann dürfe man einem falsch parkendes Auto mit israelischem Kennzeichen ja noch nicht ein mal ein Knöllchen ausstellen…

    Um jetzt mal kurz auf Ihre Argumente ein zugehen:
    Ich hab jetzt nichts gefunden, wo pax christi Israel als Apartheidsstaat bezeichnet. Ich hab nur das hier gefunden: „Für einen palästinensischen Staat an der Seite Israels gibt es nur noch ein kurzes Zeitfenster. Wird dieses verspielt, bleiben als Möglichkeit entweder ein israelischer Apartheidstaat, … oder ein gemeinsamer Staat ….“
    Und auch wenn ich mir die Sichtweise von pax christi durchlese, kommen mir keine Antisemitischen Gedanken: „Das israelische und das palästinensische Volk haben beide ein Recht auf Selbstbestimmung, Souveränität und Heimat auf dem Gebiet von Israel/Palästina und auf einen Staat, in dem sie sicher leben und sich entwickeln können. Nur gemeinsam haben beide Völker eine Zukunft.“
    Natürlich wäre der Vorwurf Apartheidsstaat nicht tragbar, denn er stellt Israel in eine Reihe mit Südafrika und den damals dort herrschenden Zuständen. Und das stimmt nun mal nicht. Allerdings gibt es gewisse Parallelen die nicht zu leugnen sind. Hier die Grenze zu wahren, möchte ich nicht versuchen.

    Und auch hier stellen Sie auf etwas ab, dass Sie gar nicht einschätzten können: „Schröter fordert eine Kennzeichnungspflicht, die er von keinem anderen Land, selbst den brutalsten Diktaturen und Besatzungsregimen, nicht im Traum fordern würde.“
    Woher wollen Sie das wissen?
    Aber im Kern geht es ja um die Anwendung doppelter Standards.
    Da geb ich Ihnen völlig Recht, wenn etwas von Israel gefordert wird was bei sonst keinem gefordert wird, ist das antisemitisch.
    Nun stelle ich aber fest, dass die Grundsätze die an Israel gestellt werden, im Kern auch an andere Staaten angelegt werden. z.B. Gewaltverzicht, Einhaltung von Völkerrecht.

    Und hier, in dem von Ihnen angeführtem Dokument steht es sogar:
    „Allerdings kann Kritik an Israel, die mit der an anderen Ländern vergleichbar ist, nicht als antisemitisch betrachtet werden.“

    Und nichts anderes passiert hier.

    Wir können uns jetzt gerne über einzelne Punkte und Gegenpositionen streiten, aber ich wette mit Ihnen, dass es für jeden vernünftig formulierten Kritikpunkt an Israel auch ein vergleichbaren Kritikpunkt irgendwo auf der Welt gibt der genauso verurteilt wurde.
    Wir können uns gerne über den Sinn und Unsinn israelischer Politik, palästinensischer Aktionen, deutscher Außenpolitik oder auch über die Definition von Völkerrecht unterhalten. Aber es bringt keinen voran, wenn die Antisemitismuskeule so locker sitzt.

    Sie dürfen mich nicht falsch verstehen. Ich finde Ihren Einsatz gegen Antisemitismus vorbildlich – nur etwas zu weitgreifend.


    Kommentar melden
  20. @1er aus Jena

    „Antisemitismus bedeutet die PAUSCHALE Ablehnung des Judentums, der Juden und Israel.“ – Falsch –

    Die Ablehnung kann auch nur sequenziell erfolgen, indem einige Gruppen (Orthodoxe/Siedler/schwule Juden oder jüdische Soldaten) oder auch nur Einzelpersonen wie Netanjahu zum Sündenbock gemacht werden.

    Eine allgemein in Europa gängige Definition der FRA „The EU Agency for Fundamental Rights“ (hier auf engl.)
    http://fra.europa.eu/fraWebsite/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf

    Auszüge:
    „Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und / oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel […] Ziel solcher Angriffe sein.

    Beispiele von Antisemitismus […]:

    1. Das Abstreiten des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung, z.B. durch die Behauptung, die Existenz des Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen.

    2. Die Anwendung doppelter Standards, indem man von Israel ein Verhalten fordert, das von keinem anderen demokratischen Staat erwartet und verlangt wird.“

    © Translation by EUROPEAN FORUM ON ANTISEMITISM

    Pax Christi bezeichnen Gesamtisrael als Apartheidsstaat und arbeiten mit Menschen/Organisationen zusammen, die das ebenfalls formulieren. („…die Existenz des Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen“).

    Damit machen sie Israel den Vorwurf eines rassistischen Systems. Die Mauer, welche die Opferzahlen von israelischen Opfern fast auf null zurückgehen lässt, bezeichnen sie als Apartheidsmauer. Sie unterstellen also rassistische Beweggründe und nicht die offensichtlichste Schutzfunktion dieser Mauer. (Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache über die Ursachen dieser Mauer)

    Schröter fordert eine Kennzeichnungspflicht, die er von keinem anderen Land, selbst den brutalsten Diktaturen und Besatzungsregimen, nicht im Traum fordern würde. – „Anwendung doppelter Standards“

    Damit ist Pax Christi eindeutig eine antisemitische Organisation und Schröter ein eindeutiger Antisemit.

    Und nicht weil ich persönlich mal Lust habe auf einen Schlag mit einer „Antisemitismuskeule“, sondern Schröter ist Antisemit per europäischer Definition. Dabei ist unerheblich, ob auf den Gesamtstaat Israel (Pax Christi -Apartheidsstaat) oder ob auf eine jüdische Gruppe (Schröter – Siedler)dieser Antisemitismus als Rassismusvorwurf und doppelter Standart formuliert wird.

    „Die Kritik die pax christi übt, ist natürlich löchrig und einseitig.“ – Nein sie ist per Definition antisemitisch.

    „Sich aber hinzustellen, und einfach nur Antisemitismusvorwürfe in die Welt zu blasen, ist mehr als kontraproduktiv.“ – Was kann ich dafür, wenn Politiker und der torfe Mob so oft Antisemiten sind. Den gehört der Marsch geblasen.

    @einfachnurVater

    Um das Ganze zu verstehen, muss man es historisch komplett aufrollen. Im Ard Blog wurde ein jüdischer Jurist und Siedler dazu interviewt. Seine Argumentation ist die Einzige, die ich als völkerrechtskonform ansehe.

    http://www.tagesschau.de/videoblog/zwischen_mittelmeer_und_jordan/siedlungsfrage100.html

    und der zweite Teil:

    http://www.tagesschau.de/videoblog/zwischen_mittelmeer_und_jordan/siedlungsfrage102.html


    Kommentar melden
  21. 1er aus Jena | 12. Juni 2012 um 13:17 |

    @Damaris
    Das es verschiedene Arten von Kritik gibt die zum Teil bis in die braunsten Abgründe reicht, ist klar. Aber nur weil ich an einer kleinen Ecke anfange Kritik zu üben, muss ich doch nicht gleich bis in ein braunes Loch hinabsteigen… Oder anders ausgedrückt, nur weil ich ein Extrem ablehne, heißt das noch nicht, dass ich auch die Vorstufen davon ablehne.
    Antisemitismus bedeutet die PAUSCHALE Ablehnung des Judentums, der Juden und Israel.

    Und genau da muss man eine Grenze ziehen.

    Natürlich ist verallgemeinerte und kurz gedachte Verurteilung schlimm und kann auch zu Gewalt führen. Aber ich glaube, dass genauso auch das Verbot von Kritik katastrophal ist, da es einen reflektierendes Auseinandersetzten verhindert. Denn in den Köpfen der Menschen geht das Spiel weiter, auch wenn nicht öffentlich darüber geredet wird. Und in einigen Köpfen entstehen dann „Pläne“ um das „Problem“ zu „lösen“.
    Es ist wie immer der Mittelweg. Den zu finden, kann wirklich schwer sein.

    @einfachnurVater
    Mein Bild von „Primärkritik“ und „Sekundärkritik“ ist nur eine sehr vereinfachte Darstellung. Es geht dabei nicht zwangsläufig nur um eine zeitliche oder logische Kritikkette. Und schon gar nicht, ist Sekundärkritik per se unberechtigt.
    Sie haben es an sich ja schon genannt: „Ich meine in einer Diskussion ist das Eingehen auf die Argumente des Anderen ohnehin zwingende Voraussetzung.“
    Nur genau das passiert ja nicht.

    „Daher zurück auf Start: Wer einen Aufruf von Pax Christi … unterzeichnet, der sollte auch mit kritische Einwände … umgehen können.“
    NATÜRLICH. Nur waren die Stimmen gegen Schröder keine „kritische Einwände“.

    Zu Ihrem Hinweis “ einfach mal eine Pro-Israel-Position einzunehmen“ kann ich Ihnen sagen, dass ich da fast die gleichen Reaktionen bekommen habe. Es wird immer wieder pauschalisiert, vorverurteilt und nur das angeführt, was einen gerade in den Kram passt. Die Inhalte gehen dann in der Regel schnell verloren.

    Die Kritik die pax christi übt, ist natürlich löchrig und einseitig. Also muss man – WENN man einen vernünftigen Diskurs führen will – das trennen in berechtigte Kritik und sinnfreie Vorwürfe. Anschließend kann man mit den Aufrufern und Unterstützern sich darüber austauschen was sich derjenige dabei gedacht hat.
    Sich aber hinzustellen, und einfach nur Antisemitismusvorwürfe in die Welt zu blasen, ist mehr als kontraproduktiv.

    So und nun kann man sich über die Inhalte austauschen.
    (Mach ich wenn ich nachher Zeit habe)


    Kommentar melden
  22. einfachnurVater | 12. Juni 2012 um 09:05 |

    Und noch mal ein kurze Frage an alle:

    Es wird hier immer von „besetzten Gebieten““ gesprochen und geschrieben. Wenn ich richtig informiert bin, sind die entsprechenden Gebiete aber doch nach einem von arabischen Staaten begonnen Krieg an Israel gefallen. Da der entsprechende Krieg von Anfang an als ein Krieg um territoriale Ansprüche geführt wurde, ist die Niederlage der arabischen Staaten eben auch mit einem territorialen Verlust einhergegangen.

    Wie genau lässt sich daraus jetzt eigentlich die gegenwärtige Kritik an Israel ableiten? Ich meine verlangen wir ernsthaft von Israel, was wir von keinem anderen Staat bisher verlangt haben? Nämlich, dass der Sieg in einem – nicht von Israel begonnen – Krieg, bitte anschließen keine (territorialen) Konsequenzen für den anfänglichen Aggressor und späteren Verlierer haben darf. Dann würde sich die Logik des Krieges im Allgemeinen massiv verschieben. Wenn eine kriegerische Aggression in Zukunft allgemein keine Konsequenzen mehr haben darf, müssen wir wohl davon ausgehen, dass der Krieg als Durchsetzung politischer Ziele wieder massiv an Bedeutung gewinnen wird.

    Oder geht es nur um die Gebiete, die nach dem Krieg von israelischen Siedlern annektiert wurde? Dann würde ich aber wirklich gerne mal wissen, wie viele Produkte aus den entsprechenden Gebieten eigentlich den Weg in deutsche Kaufhäuser nehmen? Was denn bitte vor der israelischen Besiedlung auf diesen Gebieten vorzufinden war? Dörfer, Städte, Agrarland oder eben doch einfach nur Wüste? Und daraus dann abgeleitet: Gibt es einen „objektiven“ Grund, die Produkte in das Zentrum einer solchen Kampagne zu stellen?


    Kommentar melden
  23. einfachnurVater | 12. Juni 2012 um 08:49 |

    @1er aus Jena,

    Ihren Beitrag finde ich ja durchaus interessant. Doch bleibt eine Frage: Welche Kritik ist „Primärkritik“ und welche „Sekundärkritik“?

    Sind dies in Ihrer Argumentation einfach zeitliche Gegebenheiten? Wer also seinen Diskurs zuerst unter dem Etikett Kritik in die Öffentlichkeit bringen kann, hat dann anschließend das Recht seine Kritik als „Primärkritik“ anerkennen zu lassen. Was soll das dann aber genau bedeuten? Ich meine in einer Diskussion ist das Eingehen auf die Argumente des Anderen ohnehin zwingende Voraussetzung.

    Also ein kurzes Beispiel: wenn die gegenwärtige Diskussion nun von einem anderen Menschen begonnen worden wäre – sagen wir durch das Unterzeichnen eines Aufrufes gegen möglichen Antisemitismus in der SPD -, hätte dann in Ihrer Argumentation der Verweis auf das Leid der Palästinenser als Form der „Sekundärkritik“ keine Legitimation – weil sich diese ja ausschließlich auf den Inhalt der zuvor geäußerten „Primärkritik“ beziehen darf – also in diesem Fall dem möglichen Antisemitismus in der SPD? Ich glaube mit einem solchen Diskussionskonzept würden sie die Teilnehmer einer solchen Diskussion massiv überfordern. Auch denke ich, die Fairness würde unter solchen „Kritikregeln“ leiden.

    Oder ist Ihrer Meinung nach die Differenz zwischen „Primär-“ und „Sekundärkritik“ logisch zu ermitteln? Ich befürchte dann sagen Sie letztlich aber nichts anderes wie: „Die „Primärkritik“ hat als berechtigte Kritik zu gelten, die „Sekundärkritik“ dagegen ist unberechtigt und beruht auf falschen Tatsachen bzw. einer bewussten Falschdarstellung. Einer solchen Argumentation würde ich mich persönlich dann aber schlicht verwehren.

    Daher zurück auf Start: Wer einen Aufruf von Pax Christi (einer in bestimmten inhaltlichen Punkten meiner Meinung durchaus zweifelhaften Organisation) mit dem entsprechenden Inhalt unterzeichnet, der sollte auch mit kritische Einwände gegen diese Unterschrift umgehen können.

    P.S.: Da hier ja immer wieder von der „Antisemitismuskeule“ geschrieben wird. Meiner Meinung nach haben sich die Verhältnisse mittlerweile in diesem Punkt eindeutig gedreht. Es ist doch schon lange opportun, heftigste Kritik an Israel zu äußern. Die die da immer schreien, ihr unterstellt uns zu unrecht antisemitische Ressentiments, suchen mit dem Hinweis auf den angeblich oktroyierten Kritikverbot gegen Israel doch letztlich nur ihrer eigenen Position eine zusätzliche Legitimation zu verschaffen. Das ist schlicht nach dem Motto: Es muss doch mal gesagt werden dürfen…“ Gebe Ihnen daher mal den Tipp, beim nächsten gesellschaftlichen Beisammensein einfach mal eine Pro-Israel-Position einzunehmen, Sie werden sehen mit welchen Vorwürfen Sie dann konfrontiert werden. Meine Vermutung: Es ist schlicht ein psychologisches Phänomen: Wir kritisieren immer egerne die Anderen, einen kritischen Blick auf unsere eigenen Schwächen können wir dagegen immer nur sehr schwer ertragen.


    Kommentar melden
  24. @ 1er aus Jena

    „Entschuldigung aber hier wird wieder zu weit gegriffen.“

    Ich habe gesagt wie es ist. Juden haben im Westjordanland ohne IDF die Chance eines Snowballs in Hell. Eine ethnische Säuberung fällt aus, deshalb muss Israel dort wo Juden wohnen durch Armee präsent sein (auch wenn die gar kein Bock teilweise darauf haben) um Judenmorde zu verhindern.

    Ist doch nicht so schwer zu verstehen … oder?


    Kommentar melden
  25. @ Vater
    Kritik ja – aber diese geht auch Hand in Hand mit geschaffenen Fakten und auch Taten. Nicht vergessen, was für konstruktive Kräfte Worte und Statements von bekannten Menschen heute haben.

    Es gibt Kritik und es gibt Kritik, die in die braune Tonne greift. Merkmale dieser ekligen Kritik (aus der braunen Tonne) sind (bspw.) Doppelstandards und eine obsessive Beschäftigung („mich zerreißt es innerlich …“) mit Israel und mit den jüdischen „Verfehlungen“ in Israel. Dazu kommt noch die sehr einseitige Darstellung und auch Verfälschung des Sachverhaltes. (Schwadronieren von völkerrechtswidrig, Enteignung usw. … Netanjahu hat eine Garantie formuliert, dass KEIN!!! Palästinenser mit Eigentumsrechten enteignet werden darf – das ist israelische politische Räson).

    Diese obsessive Art der Kritik lässt auf tiefe Ressentiments schließen und wird von gebildeteren modernen Antisemiten anfangs als Boykottaufruf speziell gegen „böse“ Juden (also Siedler) oder „israelisches Unrecht“ geäußert. Der nächste Schritt ist dann Kunst und Kultur aus dem Gebiet zu boykottieren und der nächste Schritt ist eine ausgeprägte Israelfeindschaft. Die Zunahme von diesem ist beobachtbar.

    Wir sind ein „freies“ Land – jeder kann Kritik äußern, auch die Art von antisemitischer Kritik. Es sollten dann aber von der Gesellschaft Konsequenzen erfolgen. Denn diese Art der Kritik gehört an den Stammtisch und nicht in die Politik.

    Merkmale dieser unangenehmen Kritik erfüllt Schröter.
    – Doppelstandart
    – Obsessive Beschäftigung nur mit Israel
    (nicht mit der Rolle der PA-Führung … denn dann müsste er diese auch boykottieren)
    – Einseitige/verfälschte Darstellung mit einseitiger Schuldzuweisung

    Dazu kommt die strukturelle Einbindung Schröters zu Menschen die ähnlich denken und in ein gewisses überindividuelles Netzwerk. (Pax Christi sieht bspw. gesamt Israel als Apartheidsstaat – Hier kommt langsam die Israelfeindschaft auf, der nächste Schritt in der Treppe). Schröter arbeitet mit pax Christi zusammen, das reicht um ihn als Unterstützer einer ausgeprägten Israelfeindschaft zu benennen. Enden wird das Ganze in faktischen Übergriffen, wie wir es schon wieder derzeit in Europa erleben. Israelhass führt zu sehr unangenehmen Manifestationen. Ich weiß nicht ob sie das wissen, aber genau das passiert gerade. Europaweit wächst der Druck auf Juden, es kommt zu Auswanderungswellen aus Frankreich, Übergriffen in England und Schweden und bald auch hier.

    Deshalb muss BDS von der Zivilgesellschaft zurückgedrängt werden. Denn diese Argumentationen und Ideologien sind die Grundlagen eines modernen Antisemitismus.


    Kommentar melden
  26. 1er aus Jena | 11. Juni 2012 um 15:27 |

    @einfachnurVater
    Ich stimme Ihnen zu, dass auch Kritik (ich nenn es jetzt mal Sekundärkritik um es auseinander halten zu können) gegen Kritik möglich seinen muss und genau so wichtig ist, wie die eigentliche Kritik selbst.

    Das Phänomen das Sie beschreiben, ist mir auch so aufgefallen.
    Das Problem rührt aber meine Meinung nach vor allem daher, dass Kritik (egal ob berechtig oder nicht) immer sehr schnell mit Sekundärkritik nieder gemacht wird ohne sich mit den Inhalten auseinander zu setzen. In solchen Fällen, muss die Sekundärkritik erstmal zurückgestellt werden um die (erste) Kritik zu analysieren und gegebenenfalls zurück zu weisen. Nur leider passiert das nur in wenigen Fällen – vor allem wenn die (erste) Kritik gegen Israel geht.
    Das lässt sich besonders gut an diesem Beispiel zeigen. Der OB unterschreibt einen Aufruf und kritisiert damit einen Teil der israelischen Politik. Sofort wird er dafür in die Antisemitismusecke gestellt ohne sich damit auseinander zu setzten bzw. ohne auf den (in dem Aufruf enthaltenen) Vorwurf einzugehen. Nein die Kritik wird sofort niedergebügelt. Jedem ist doch klar, dass in Israel beide Seiten zur Lösung des Konfliktes etwas beitragen müssen. Nur warum wird bei Israelkritik immer gleich mit so einer Härte gegen die Kritiker vorgegangen? Man könnte Sekundärkritik auch mal anderes üben.

    @Damaris
    „Wer Israel in diesem Gebiet diskreditiert – schafft ideologische Vorraussetzungen für brutalste Judenmorde.“
    Entschuldigung aber hier wird wieder zu weit gegriffen.
    Oder haben Sie schon von den tausenden brutalen Morden an Chinesen gehört? Die Chinesen haben doch Tibet besetzt. Und die Kanzlerin hat sogar den Kundün empfangen und damit auch ein Zeichen gegen China gesetzt. Und wie viele Chinesen sind deswegen ermordet worden?
    Sicher macht das kein gutes Bild. Aber nur weil sich irgendwelche braunen Vollpfosten an jedem bissel hochziehen soll konstruktive Kritik nicht erlaub sein?


    Kommentar melden
  27. „Kauft nicht bei Israel“ – geht weltweit Hand in Hand mit „Kauft nicht bei jüdischen Siedlern“

    Die Boykottorganisationen arbeiten zusammen. Je nach Grad der Progressivität und Zielgruppe werden die Statements verfeinert. Es wird bei manchen der Schein erweckt, dass sie nur gegen Besatzung wären – diese arbeiten dann aber mit Organisationen und Personen zusammen, die ganz Israel boykottieren und deren Ziel die Zerstörung Israels ist.

    Im Endeffekt ist „Kauft nicht bei jüdischen Siedlern“ ein „Kauft nicht bei Israel“. Denn es spricht Israel die Legitimation ab in diesem Gebiet die jüdischen Siedler (eine Minderheit von ca. 10%) militärisch vor weiteren ethnischen Säuberungen zu schützen. Der militärische Schutz dieser Siedler ist genauso legitim wie der Fakt, dass jüdische Siedler (also eine Bevölkerungsminderheit von 10-15%) dort wohnen und arbeiten.

    Wer Israel in diesem Gebiet diskreditiert – schafft ideologische Vorraussetzungen für brutalste Judenmorde.


    Kommentar melden
  28. einfachnurVater | 11. Juni 2012 um 12:28 |

    @1er aus Jena,

    Also nur ganz kurz: Wie Sie schreiben, Kritik muss immer möglich sein. Ja, ich bin ganz entschieden auch dieser Meinung – denn von Kritik lebt die Freiheit.

    Was ich aber sowohl in diesem Diskussionszusammenhang als auch in anderen gesellschaftlichen Diskussionen – beispielsweise den Kontroversen um ein Buch über Menschen mit arabischen Vorfahren – komisch finde: Dass immer eine bestimmt Seite für sich in Anspruch nimmt, im Namen einer Kritik, die jetzt endlich mal ausgesprochen werden müsse, aufzutreten, um dann aber kritische Einwände gegen diese Position nicht zulassen zu wollen. Also wenn wir einen Diskurs im Namen der Kritik führen wollen, muss dieses Recht für alle Beteiligten gelten. In diesem Sinne ist es vollständig legitim, auch Schröter, Pax Christie oder die „Israelkritik“ im Allgemeinen zu kritisieren.

    Am Ende könnte bei einer solchen Diskussionskultur dann evtl, wirklich auch das Argument zählen.

    (Ich werfe Ihnen diesen Punkt hier ausdrücklich nicht persönlich vor. Es handelt sich schlicht um eine Beobachtung, welche ich in den letzten Jahren häufig machen musste.)


    Kommentar melden
  29. 1er aus Jena: Richtig Kritik muß möglich sein auch gegen Israel und hier ist kaum ein User, der die Siedlungspolitik befürwortet. Die Unterschrift auf einen Boykottaufruf ist aber eine andere Sache und schadet mehr als sie nützt.

    Es ist doch pervers: Die damalige CDU/SPD Regierung und auch die jetzige CDU/FDP exportieren Waffen, egal wo hin, und ein OB Jenas auch SPD ruft zum Boykott aus. Diesen Widerspruch sehe ich hier vor allem in der Kritik.

    Meiner Meinung nach trifft ein Boykott nur Produzenten in diesem Falle sind es Bauern und Arbeiter. Gerade wir deutschen sollten nicht nach Regierungen dabei fragen. Wir, die 2 Diktaturen hinter uns gelassen haben und das ist gerade mal 60 bzw. 20 Jahre her, sollten helfen und nicht boykottieren.


    Kommentar melden
  30. 1er aus Jena | 11. Juni 2012 um 10:35 |

    @einfachnurVater
    Um kurz auf Ihre Frage einzugehen: ich glaube nicht, dass der Nahostkonflikt leicht zu lösen ist. Was meine „Lösungsvorstellungen“ betreffen, ist das hier glaube ich die falsche Plattform, bzw. würde deutlich zu umfangreich werden. Nur soviel: man muss auf ganz kleiner lokaler Ebene anfangen. Das sind übrigens schon Wege, die schon mit Erfolg gegangen werden. Und da spielt die große israelische bzw. palästinensische Politik eine untergeordnete Rolle. Von daher ist die Frage wo man anfangen sollte nicht so leicht zu beantworten.

    In einem Punkt muss ich Ihnen entschieden widersprechen. Die Solidaritätsbekunden gegenüber den Palästinensern stellt keine „Solidaritätserklärung für die Hamas“ dar. Genau dies wird immer gern – von beiden Seiten – in einen Topf geworfen. Aber hier muss man ganz klar unterscheiden. Die Hamas ist eine Organisation mit politischer und militärischer Macht die mit terroristischen Mittel arbeitet. Nur sagt das noch nichts über die Menschen aus, die von so einer Gruppe beherrscht werden.
    Dieser Punkt – das alles in einen Topf geworfen wird – lässt sich auch auf der anderen Seite finden. Wenn ich Israel kritisiere, bin ich gleich ein Antisemit.
    WARUM UND MIT WELCHER BEGRÜNDUNG WIRD ALLES ÜBER EINEN KAMM GESCHERT?

    Ihren Standpunkt, dass es Sie „schlichtweg anko…, dass so verdammt viele, bei den meisten anderen politischen Themen schlicht desinteressiert gebenden, Menschen, im Fall von Israel zu den großen Weltverstehern und menschrechtsbewegten Weltverbessern mutieren.“ möchte ich folgendes Anmerken.
    Der Nahostkonflikt ist meiner Meinung nach eine „leicht“ zu betrachtendes bzw. zu verstehendes (was nichts mit leicht zu lösen zu tun hat) Problem. Zum einen liegt das daran, dass sich die Parteien sowie ihre „Standpunkte“ gut von einander abgrenzen lassen. Zum anderen ist die mediale Berichterstattung (neben Nachrichten auch duzende von Dokumentationen) so immens, dass auch „kleinere Streitfragen“ bekannt sind. Das macht diesen Konflikt – sagen wir mal – gut beobachtbar.
    Vergleichen Sie das doch mal mit anderen Konflikten auf der Welt. Nehmen wir den Völkermord in Ruanda. Wer war die noch mal? Hutu und Tutsi! Da müssen die meisten erstmal überlegen wie die beiden Volksgruppen hießen, bzw wissen worum es ging. Oder nehmen Sie den Konflikt in Indien… Indien? Welchen Konflikt? Genau, die wenigsten Leute wissen davon weil nicht berichtet wird. Keine Informationen, keine Meinung. Anders ist es wieder bei Tibet. Da gibt es genügend Informationen um die „Parteien“ von einander abzugrenzen und um sich eine Meinung zu bilden.
    Also ich schimpfe nicht darauf, das sich die Leute in den Nahostkonflikt mehr rein hängen als in andere. Auch wenn ich es traurig finde.

    In meinen Augen geht es bei dieser ganzen Diskussion um zwei Punkte. Ist Kritik in Erlaubt und wenn ja welche.

    Ich bin der Meinung, Kritik ist grundsätzlich erstmal in Ordnung. Jeder darf nach seiner Wertevorstellung das Handeln anderer bewerten. Das geht soweit, bis ich die Freiheit eines anderen einschränke (Es gilt immer der Grundsatz: „die Freiheit des einen endet dort wo die Freiheit des anderen beginnt“).
    Inhaltlich muss ich natürlich aufpassen, was ich kritisiere und noch wichtiger WIE ich kritisiere.
    Ich darf Raketenangriffe gegen Israel genauso kritisieren, wie die israelische Siedungspolitik (wofür Israel übrigens auch International in der Kritik steht). Weiterhin muss ich natürlich darauf achten, dass ich mich nicht im Ton vergreife.

    Abschließen darf man jetzt natürlich noch die Frage stellen, ob so ein Boykottaufruf ein geeignetes Mittel ist. Aber das kann jeder für sich selbst entscheiden.
    Ich könnte jetzt Für- und Gegenargumente bringen, aber das führt zu weit.

    Wichtig ist nur, dass Kritik möglich seinen muss – wenn sie berechtigt und entsprechend formuliert ist.


    Kommentar melden
  31. Martin Schmalbstein | 11. Juni 2012 um 09:57 |

    Man muss ja nicht bei jeder Demokratie, in der einem die Wahlergebnisse nicht gefallen, immer gleich von fehlender Demokratie ausgehen. Das nimmt langsam überhand, wenn man mal den Auslandsteil der Zeitungen liest. Immer, wenn die „falschen“ gewinnen, will irgendwer die Wahlen nicht anerkennen und meistens gibt es dann mehr oder minder friedliche Demos, die entweder in Gewalt eskalieren oder mit Gewalt weggeräumt werden – fast wie bei Stuttgart 21, nur oft viel brutaler.

    Es wird hier langsam absurd. Unser gerade erst wiedergewählter Bürgermeister Albrecht Schröter ist ganz gewiss kein Antisemit, weder gegen Juden hier noch in Israel oder anderen Ländern. Er wendet sich einzig gegen die Härten, die der Konflikt samt Besatzung allen betroffenen Menschen aufbürdet. Gerade als DDR-Bürger sollte man wissen, was Freiheit wert ist und seine Beweggründe verstehen.

    „Kauft nicht bei Israel“ ist reine Demagogie. Wer mal selber gelesen hat, statt sich nur aus dritter Hand zu informieren, der weiß, dass Schröter selber weiter israelischen Wein und so weiter kaufen mag – er mag ihn nur nicht aus den besetzten Gebieten haben, weil Besatzung für ihn bitter schmeckt.


    Kommentar melden
  32. Es geht Herr Schröter NICHT !!!
    – um Verbraucherschutz
    – das Wohl von Palästinensern

    Denn dann hätte er sich
    1. eine andere Aktionsformwn und
    2. andere Mitstreiter/Organisationen gewählt.

    Die Mitstreiter:
    Pax Christi haben schon immer Schlagseite. Pax Christi haben das “Kairos-Palästina-Dokument” unterzeichnet und sich damit klar gegen Israel positioniert. (Auf Deutsch nachzulesen unter: http://www.kairospalestine.ps/sites/default/Documents/German.pdf Weitere Informationen unter: http://www.kairospalestine.ps/)

    Unter den Menüpunkten gibt es auch einen Punkt “BDS”.

    Die Unterzeichner dieses Dokuments unterstützen ausdrücklich den Boykott auch gegen Gesamt!!! – Israel. Schröter selbst sieht sich als engen Freund des dortigen palästinensischen ev.-luth. Pastors Sihade, der auch hinter den Aussagen des Dokuments steht.

    Die Boykott-Methode:

    Ne mal ehrlich – wie soll Boykott Frieden schaffen. „Kauft nicht bei Israel“ – dies schafft mehr Krieg und Trennung!!!

    Nein Schröter will Verhältnisse wie in England (sagt er selbst), wo Juden überall rassistisch diskriminiert werden. Am Anfang dieser neuen Antisemitismuswelle war die Boykottwelle. Boykott ist der Katalysator (und Ausdruck) für neuen Antisemitismus in ganz Europa.

    Herr Schröter – ich will keine englischen Verhältnisse. Wir können froh sein, dass es überhaupt noch Juden in Deutschland gibt. Haben sie nichts besseres zu tun als so eine entschuldigen sie Schei … zu verzapfen?

    Oder ist ihne bewusst, was sie da tun, dann ist bei ihnen ein anderes Vorgehen angebracht. Dann müssen sie zurücktreten.


    Kommentar melden
  33. Verschwörungstheoretiker | 10. Juni 2012 um 00:21 |

    der Ich@ Ich behaupte jetzt mal , dass Russland keine Demokratie ist. Viel zu viel Gewalt in den Händen des Staates. Pressefreiheit, Gerichte und und und


    Kommentar melden
  34. Naseweis | 9. Juni 2012 um 23:59 |

    Der Ich: Russland wirklicH eine Demokratie? Was ist mit den Bussen, die Butin’s Knechte in die Wahllokale karren ließ? Alles Verschwörungstheorien?


    Kommentar melden
  35. Es geht darum, Waren zu kennzeichnen. Dann hat jeder persönlich die Möglichkeit, sich zu überlegen, ob er Waren aus der Unfreiheit kaufen will oder nicht. Es geht nicht darum, Israel zu boykottieren. Übrigens ist Russland eine Demokratie und schon seit den 40er Jahren zum Glück kein besetztes Gebiet mehr.


    Kommentar melden
  36. Der Ich, ich lese in den Kommentatoren kein contra Israel-Boykott sondern ein contra generell gegen Boykotte, wo im Gegenzug der regierende Staat Waffen und Geld denen schickt, welche boykottiert werden sollen. Was bitte macht das für einen Sinn ? 2. Warum sollen Waren aus besetzen Gebieten nicht gekauft werden, aber Waren aus China, Russland usw. hier werden auch Menschenrechte mit den Füßen getreten. und 3. Boykotte treffen meist nur die Falschen.


    Kommentar melden
  37. Deutschland unterstützt Israel in einer schwierigen Region diplomatisch, aber auch mit nicht unerheblichen Sach- und Geldleistungen. Vor diesem Hintergrund wirkt es schon einigermaßen bekloppt, den Deutschen irgendwas anderes vorzuwerfen, als dass sie es damit vielleicht manchmal etwas übertreiben: Dass sie zu einseitig auf die Welt blicken, zu wenig auch nach der Verantwortung Israels in diesem Besatzungskonflikt fragen. Albrecht Schröter ist das nicht vorzuwerfen, er möchte gern trennen zwischen Waren aus bitterer Besatzung und solchen, die in Israel unter freien Bedingungen entstehen. Deshalb unterstützt er den klugen Aufruf von Pax Christi. Dafür erntet er dann Nazivergleiche und die allerunanständigsten Anschuldigungen in den Medien. Man muss kein Schröter-Fan sein, um das unfair zu finden.


    Kommentar melden
  38. einfachnurVater | 9. Juni 2012 um 13:48 |

    @1er aus Jena

    Weder habe ich Schröter, noch Ihnen Antisemitismus vorgeworfen. Bei Schröter – der ja immerhin Berufspolitiker ist, gehe ich davon aus, dass er seine Unterschrift unter diesen Aufruf mit all seinen Konsequenzen hat abschätzen können. Und ja: Ich bin der festen Überzeugung, dass die deutsche Israelkritik eben doch eine ganz besondere ist (Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen). Schröter musste also wissen, von welchen Menschen er Zustimmung und Anerkennung und von welchen Kritik und Missgunst zu erwarten hatte – er hat sich so entscheiden, dann ist eben auch scharfe Kritik an diesem Schritt zugelassen – wir leben ja zum Glück noch in einer freien und liberalen Gesellschaft.

    Zu ihrem zweiten Punkt: Sicher muss nicht jeder Mensch, der sich im Diskurs der Israelkritik bewegt, gleich die Hamas gut heißen, doch wenn ich den Aufruf von Pax Christi richtig verstehe ist es eben „nicht nur“ Israelkritik, sondern eine klare Solidaritätsbekundung für die Palästinenser (was ohne jede Frage legitim ist), aber damit eben auch um eine Solidaritätserklärung für die Hamas – di nun mal für einen Teil der dort lebenden Menschen die repräsentative Regierung stellt.

    Aber letztlich sollen das alles gar nicht meine wesentlichen Punkte sein. Mir ging es nur darum, dass es mich schlichtweg anko…, dass so verdammt viele, bei den meisten anderen politischen Themen schlicht desinteressiert gebenden, Menschen, im Fall von Israel zu den großen Weltverstehern und menschrechtsbewegten Weltverbessern mutieren. Ich habe für dieses Phänomen eben persönlich bisher nur eine Erklärung finden können…

    Und ja: dann bleibt eben doch noch eine Frage, welche ich gerne an Sie stellen würde: Warum glauben Sie, dass im Fall des Nahostkonfliktes eine Lösung so einfach wäre? Und wieso – wenn ich das mal unterstellen darf – glauben Sie, dass diese Lösung in erster Linie von der israelischen Politik abhängt. Was ist mit der Politik der arabischen Nachbarn – die seit nun mehr über einem halben Jahrhundert die Palästinenser in Flüchtlingslager „gefangen halten“? Wie glauben Sie, hätte die deutsche „Flüchtlingsproblematik“ entwickelt, wenn bis heute Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten in solchen Flüchtlingscamps leben müssten – um damit dann der ganzen Welt das „ewige Wiederkehrrecht“ zu signalisieren?
    Ich bin im Fall des Nahostkonfliktes nicht so optimistisch – ich denke, es ist einer der am schwersten zu lösenden Konflikte unserer Gegenwart – und darum bin ich klar gegen „Lösungsstrategien“, die schlicht auf Vereinfachungen beruhen – und ich habe das Gefühl, dass der Aufruf von Pax Christi eine solche Vereinfachung darstellt.


    Kommentar melden
  39. Die SPD macht viele kleine und große Schritte um die Macht zu verlieren. Das größte Problem, wird die Inkompetenz bei den Sachfragen sein. Die MUFU-Planungen waren doch einfach nur peinlich. Eine Disqualifikation für einen OB und seine Eigenbetriebe.


    Kommentar melden
  40. Dieser mutige Schritt kann der SPD din Jena die politische Macht kosten.


    Kommentar melden
  41. 1er aus Jena | 9. Juni 2012 um 00:50 |

    @einfachnurVater
    Zuerst möchte Ihnen Ihnen zu Ihrem letzten Satz zustimmen:
    „Ja hinter dem harmlosen Namen „Israelkritik“ steckt nicht selten ein ideengeschichtliches Erbe des alten Antisemitismus.“
    Das ist vollkommen richtig. – Und es ist eine Kunst genau an dieser Stelle Antisemitismus von berechtigter Kritik (nach persönlichen- / deutschen- / UN-Werten) zu unterscheiden.

    Aber in zwei Punkten scheint es mir, dass auch Sie die Sache zu sehr auf den Gesamtkonflikt beziehen.

    Wenn ich mal Ihre Aussage nehme:
    „Wenn man die Reaktion … zu dem Thema Israel und Nahost-Konflikt mal mit den vielen anderen Konfliktregionen … vergleicht, fällt doch sofort auf, dass sowohl die reine Quantität der „Lösungsvorschläge“ als auch die inhaltlichen Aspekte dieser „Menschenrechtsbeiträge“ im Fall Israel schlichtweg alle anderen Konflikte zusammen in den Schatten stellen.“
    Woran machen Sie das den fest? Gerade zur Zeit ist die Kritik an Syrien wohl das Hauptthema schelcht hin (bezogen auf Menschenrechtsverletzungen). Ich stimme Ihnen zu, dass es gerade in Sachen Lösungsvorschläge eine interessante Häufung gibt. Allerdings liegt das glaube ich vor allem daran, dass sich viele Leute in diesen Konflikt hinein versetzten können UND das dieser Konflikt, von außen betrachtet, als lösbar erscheint.

    Eine andere Aussage von Ihnen:
    „Wer für sich persönlich die Entscheidung getroffen hat, sein solidarisches Herz für Bewegungen wie die Hamas schlagen zu lassen…“
    Wieso stellen Sie darauf ab, dass ich – wenn ich israelische Politik kritisiere – für die Hamas bin? Das erschließt sich mir nun gar nicht. Was hat denn die Kritik an israelischer Siedlungspolitik mit der Hamas zu tun? Klar die ist auch dagegen. Aber das heißt doch noch lange nicht das ich für die Hamas bin.
    Ich unterstelle Ihnen ja auch nicht, Sie seien für die NPD nur weil diese – genauso wie Sie – gegen Kinderschänder sind.
    Das Motto >der Feind meines Feindes ist mein Freund< ist und war schon immer völlig dämlich.
    Also bitte nicht solche Vergleiche ziehen.

    Die historische Verantwortung Deutschland gegenüber Israel will ich in keiner Weise in Abrede stellen. Weder der OB, noch pax christi noch ich haben sich gegen einen israelischen Staat oder gegen jüdische Menschen (egal wo) ausgesprochen.
    Aber aus irgendwelchen Gründen, wird man wegen jedem kleinen Funken Israelkritik sofort in die Antisemitismusecke gestellt.
    Das kann doch nicht sein. Es muss doch möglich sein Kritik zu üben.


    Kommentar melden
  42. einfachnurVater | 8. Juni 2012 um 14:46 |

    Was ich persönlich ja immer wieder eminent erstaunlich finde: Dass sich so verdammt viele deutsche Bürger – wenn es um (bzw. besser gegen) Israel geht, dazu berufen fühlen, Wächter der internationalen Menschenrechte zu spielen.

    Wenn man die Reaktion aus der Bevölkerung zu dem Thema Israel und Nahost-Konflikt mal mit den vielen anderen Konfliktregionen in dieser schönen großen Welt vergleicht, fällt doch sofort auf, dass sowohl die reine Quantität der „Lösungsvorschläge“ als auch die inhaltlichen Aspekte dieser „Menschenrechtsbeiträge“ im Fall Israel schlichtweg alle anderen Konflikte zusammen in den Schatten stellen.

    Mal eine ganz einfache Frage: Wieso sind die Deutschen gerade im Fall Nahost so unglaublich aktive Menschenrechtsaktivisten?

    Ich ganz persönlich habe für meinen Teil in der Frage des Nahostkonfliktes eine ganz und gar individuelle Entscheidung getroffen: Israel ist ein befreundeter westlicher Staat, der zumindest im Ansatz auf den gleichen Werten basiert wie die europäische Staatengemeinschaft, meine Solidarität gilt daher in erster Linie diesem demokratischen Staat. Ich bin daher nicht bereit in jeden Form in den Chor der verbreiteten und allgegenwärtigen „Israelkritik“ mit einzustimmen. Wer für sich persönlich die Entscheidung getroffen hat, sein solidarisches Herz für Bewegungen wie die Hamas schlagen zu lassen – ist das die persönliche Entscheidung jedes einzelnen Menschen. Doch müssen diese Menschen dann wenigstens erklären wieso sie glauben, die Hamas in diesem Fall als Objekt ihrer persönlichen Solidarität auserkoren zu haben und gleichzeitig (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) die Verhältnisse in Saudi-Arabien als untragbar ansehen.
    Ich bin glücklich, dass es in Deutschland Staatsräson ist, das Existenzrechts Israels nicht nur anzuerkennen, sondern dessen Verteidigung aktiv mitzutragen. Es ist schlicht und einfach die historisch bedingte Aufgabe des deutschen Volkes sich aktiv für israelische Interessen einzusetzen. Wer da glaubt, ist doch alles lang vorbei, wie sind nicht mehr schuld, etc. pp. Sollte bitte weder von der Türkei irgendwelche Diskussionen über die Armeniern einfordern, noch sonst irgendwelche „gutgemeinten“ Tipps betreffend einer angemessenen Geschichtspolitik oder der Menschenrechte in die Welt posaunen. Und hier beißt sich dann die Katze selbst in Schwanz, wer von historischer Verantwortung Deutschlands im Umgang mit Israel nichts hören will, sollte eben auch bei Menschenrechtsfragen im Allgemeinen und im Fall Nahost im Besonderen am besten einfach stumm verharren.

    Und noch eine kurze Anmerkung (weil die ehrlichen und immer strikt antirassistisch argumentierenden Kritiker des Staates Israel ja darauf warten – also mache ich ihnen die Sache mal einfach): Ja hinter dem harmlosen Namen „Israelkritik“ steckt nicht selten ein ideengeschichtliches Erbe des alten Antisemitismus.


    Kommentar melden
  43. Martin Schmalbstein | 8. Juni 2012 um 11:57 |

    Die Jusos hätten den Text besser mal lesen sollen, den sie kritisieren. Ich finde die bisher sehr besonnene Art, wie unser OB auf die teilweise brachiale Kritik reagiert, sehr vorteilhaft für einen Würdenträger unserer Stadt. Ich bin beileibe nicht der Meinung, dem Verbraucher neben Bio, Fair Trade, Regional jetzt auch noch ein weiteres politisches Kriterium aufzudrücken, ein weiteres Logo, auf das er selbst achten muss statt einer klaren politischen Regelung, aber was die Schröter-Gegner hier teilweise abziehen, ist jenseits von böse und noch böser.


    Kommentar melden
  44. Dr. med. Adam Daniel Poznanski | 8. Juni 2012 um 11:36 |

    Jena-Glas soll enorme radioaktive Strahlung mit kurzer Wellenlänge aussenden und zu akzeleriertem grauen Star führen oder schlimmer noch die feuchte Maculadegenaration mit konsekutiver Erblindung auslösen – schon bei jüngeren Menschen! Vermutet wird, dass Substanzen aus dem DDR-Uranbergwerken auch über das Grund- und Trinkwasser in die Jenaer Hi-Tech-Produkte gelangten. Eine direkte Bedrohung der Gesundheit ist bei einem schnellen Kaffee in Jena noch nicht eindeutig zu bejahen und wohl nicht übermäßig lebensverkürzend. Längere Aufenthalte aber nicht zu empfehlen. Kinder sind besonders bedroht!


    Kommentar melden
  45. Kritik an israelischer politik ist wohl nur möglich wenn sie auf Anhieb den gesamten nah-ist konflikt löst. Die beschuldigte Webseite stellt Israels politik als einen nicht als den Hauptschuldigen dar, waren hier die klappen der bedingungslosen Solidarität mit Israel schon zu hoch gefahren? als guter Sozialdemokrat sollte man für die Durchsetzung des Völkerrechts kämpfen und genau darum geht es bei der Kennzeichnung auch in Großbritannien – eine international anerkannte Definition dieser Regionen.
    Der panische schrei unserer pseudo-linken Link verlangt das niemand auch aktiv etwas fordert ,das nicht völlig pro Israel ist, sofern er keine komplett Lösung bietet, aber auch kleine schritte setzen Zeichen und können etwas bewegen (falls die Jusos die Welt nur mit einem schlag ändern wollen ,werden sie wohl nie etwas bewegen und vergessen die grundvorstellungen einer aktionistischen jugendorganisation).
    Über die Pax Christi Organisation kann jeder denken was er will, aber zumindest dieses ziel sollte als ein durchaus positives gewertet werden und solange es keine Kennzeichnung gibt: Postleitzahlen lernen,die stehn oft auf produkten.
    Albrecht ist kein Antisemit, das sei nochmal deutlich gesagt. Kritik an Politik ,auch an der Israels muss möglich sein.


    Kommentar melden
  46. 1er aus Jena | 8. Juni 2012 um 09:11 |

    Oh mein Gott.
    Und wieder wird sofort auf den gesamten Nahostkonflikt abgestellt und alles über einen Kamm geschert. Es geht bei dem Aufruf von pax christi doch genau um NUR DIESEN EINEN ASPEKT dieses Konfliktes. Und da finde ich Aussagen wie: „… Dieser Aufruf stellt eine äußerst tendenziöse Darstellung des Nahost-Konfliktes dar. Die Komplexität des Konfliktes wird völlig vernachlässigt und sieht die israelische Politik als Hauptschuldigen dieser Auseinandersetzung.” völlig unpassend und ablenkend.
    Und dann das hier: „Den Nahost-Konflikt löst man nicht mit Boykottkampagnen. Die Verfasser dieses Aufrufes und deren Unterstützer zeigen hier deutlich ihre Naivität und ihre einseitige Sichtweise.“
    Natürlich nicht… das hat doch auch keiner behauptet. Aber das Boykottkampagnen etwas bewirken können steht doch außer Frage (Beispiele kann sich jeder selber suchen – Wikipedia ist eine Hilfe).
    Wenn ich jetzt aufrufe und sage: kauft keine Kleidung die von Kindern produziert wurde. Würden doch alle sagen: das finde ich gut. Nur mal als Hinweis, es gibt eine UN-Konvention die Kinder vor Ausbeutung schützt. Nur halten sich da nicht alle dran. Zum Glück gibt es genug Boykottaufrufe gegen Kinderarbeit und Aktionen die auf den UN-Verstoß aufmerksam machen. Aber würde irgendjemand als Rassist beschimpft werden weil er (z.B.) einen thailändischen Hersteller kritisiert? Wahrscheinlich nicht.
    Also WARUM wird man gleich als Antisemit tituliert, wenn man auf einen Unrechtsfakt aufmerksam macht?

    Auf der pax christi Seite steht was schönes: „… bei der Beurteilung des Konfliktes für beide Seiten gleiche Maßstäbe anzulegen: gleiche Sicherheit, gleiche Selbstbestimmung, gleiche Freizügigkeit,…“.
    Und genau darum geht es. Es WIRD mit zweierlei Maß gemessen. Und genau DAS darf man kritisieren. Ob ein Boykott das geeignete Mitte ist – keine Ahnung. Aber es macht aufmerksam. Und das ist das Ziel.

    Ich finde es wirklich traurig, dass immer sofort alles antisemitisch gesehen wird. Die Jüdische Allgemeine schreibt: “ Wolfgang Nossen, Vorstand der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, fordert, der OB solle seine Unterschrift zurückziehen. Dieser Boykott sei »unbedingt gegen Israel«.“ WARUM? Wo steht das? Steht da irgendwo „nieder mit dem israelischen Staat“?
    Weit steht da: „Klaus Faber und Daniel Kilpert vom Koordinierungsrat deutscher Nichtregierungsorganisationen gegen Antisemitismus fragen: »Warum sieht Herr Schröter keinen Anlass, etwa zum Boykott von Waren aus der antisemitischen islamischen Republik Iran oder dem Nordsudan, dem viele Massaker vorgeworfen werden, aufzurufen?«“
    Na vielleicht weil er das Unrecht in Israel live erlebt hat?
    Und dann die Krönung zum Schluss: “ Shimon Samuels vom Simon Wiesenthal Center überlegt, ob seine Institution eine förmliche Reisewarnung für die Stadt Jena herausgeben soll. Der OB habe eine antiisraelische und antijüdische Stimmung geschaffen, die zur Gewalt gegen Juden führen könnte. Als warnendes Beispiel nennt Samuels den Anschlag auf eine jüdische Schule in Toulouse im März dieses Jahres.“
    Das da nicht mal jemand was sagt… der Hammer. [Ironie Anfang] Jena ist ja schließlich nur außen Bunt und innen vollkommen Braun [Ironie Ende]. Der Vergleich der da gezogen werden, ist doch Hanebüchen. Da fehlen einem echt die Worte…

    Das der OB gleich ein Lob von der NPD bekommen hat, finde ich echt lustig. Jetzt lob die NPD schon Leute die mehrfach gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet wurden. Wahnsinn. Danke für diesen erhellenden Einblick in eure braunen Dumpfschädel.

    Beim Nahostkonflikt haben beide Seiten duzende von Fehlern gemacht und machen sie heute immer noch genauso. Wenn irgendwelche Vollpfosten wieder Raketen auf jüdische Siedler abschließen ist das genauso schlimm, wie wenn palästinensische Bauern enteignet werden. [Ironie Anfang] Und es wird beides Verurteilt. Ups – stimmt nicht. Wir verurteilen ja nur direkte Gewalt. Entschuldigung hab ich vergessen. [Ironie Ende].

    Mir ist bewusst, dass Kommentare, Aktionen und Aufrufe die den Nahostkonflikt betreffen immer extrem schwierig sind genau wie der Konflikt selbst.
    Aber bitte kommt nicht immer gleich mit Antisemitismus wenn einer jüdische Politik kritisiert.


    Kommentar melden
  47. Urbaner Indianer | 7. Juni 2012 um 20:07 |

    Liebe Jusos,

    also weiter die Israelis dabei unterstützen, das Völkerrecht (ja, auch Palästinenser haben Rechte!) mit Füßen zu treten. Wer von Euch Neunmalklugen war denn schon mal in Beit Jalla oder Hevron. Ich war dort und hab emiterlebt, wie radikal manche Israelis sein können, wenn man sie auf die Rechte des palästinensischen Volkes anspricht.

    Also weiter Fremdgebiete besetzen, Bauern enteignen, Obst und Südfrüchte produzieren und exportieren und sich auch noch darüber freuen, dass keiner was dagegen sagt.

    Merke: Juso-Brillen sind nicht rot sonden rosa-rot!

    (Was wäre eigentlich, wenn es umgekehrt laufen würde: Palästinenser besetzen Teile des israelischen Kerngebietes, enteignen ein Kibbutz und produzieren eigene Waren? Was würde wohl mit ihnen passieren?)


    Kommentar melden

Kommentare sind deaktiviert.