Bündnisgrüner Vorstand gratuliert Peisker zur Wahl als Stadtentwicklungsdezernent |

Bündnisgrüner Vorstand gratuliert Peisker zur Wahl als Stadtentwicklungsdezernent

Denis Peisker hat Denis Peisker nach seinem Wahlerfolg selbst auf Facebook veröffentlicht

Jena. „Wir gratulieren Denis Peisker herzlich zur Wahl als Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt. In Jena warten nun große Aufgaben auf ihn. Ich bin überzeugt davon, dass Denis Peisker dem Amt einen frischen grünen Anstrich verpassen wird und hier entscheidende politische Akzente setzt. Die Bereiche Wohnraum, Mobilität und Energiepolitik können nun nachhaltig und ökologisch gestaltet werden“, erklärt Anja Siegesmund, Sprecherin des bündnisgrünen Kreisverbandes.

Das Foto wurde kurz nach Wahl auf Facebook veröffentlicht

Das Foto wurde kurz nach Wahl auf Facebook veröffentlicht

Auch Jörg Seiler, Kreissprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Jena, ist überzeugt davon, dass mit Denis Peisker ein neuer Politikstil im Stadtentwicklungsdezernat Einzug einhalten wird. Unverständlich ist für Seiler die Reaktion einiger Abgeordneter der Oppositionsfraktionen, die nach der Wahl die Ratssitzung verließen. „Das zeugt von mangelnder politischer Kultur und Respektlosigkeit gegenüber der demokratischen Entscheidung des Stadtrats“ schließt Seiler.

Die LandessprecherInnen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen, Babette Pfefferlein und Dieter Lauinger, gratulieren Denis Peisker ebenfalls zur Wahl des Dezernenten für Stadtentwicklung und Umwelt.

„Für uns ist diese Wahl von großer Bedeutung, da die kommunalpolitische Verankerung von Bündnis 90/Die Grünen in den letzten Jahren zwar stetig zugenommen hat, wir in den Kommunalverwaltungen aber bisher eher unterpräsentiert waren. Wir begrüßen es deshalb sehr, dass es in Jena mit Denis Peisker nun einen Grünen in Dezernentenverantwortung gibt“, betont der grüne Landessprecher.

„Die nachhaltige Entwicklung Jenas und die damit verbundenen Energiewende vor Ort steht an erster Stelle. Denis Peisker verfügt über alle fachlichen Voraussetzungen, diesen Wandel der Stadt authentisch und mit Nachdruck umzusetzen“, erklärt  Landessprecher Dieter Lauinger.

„Was Grüne in Verantwortung umsetzen können, sehen wir in Eisenach. Baudezernentin Gisela Rexrodt hat mit ihrer bisher geleisteten Arbeit gerade in den Bereichen Klimaschutz und Energiewende viel bewegt und Eisenach zum Vorbild vieler anderer Kommunen gemacht“, so Lauinger abschließend.

27 Kommentare zu "Bündnisgrüner Vorstand gratuliert Peisker zur Wahl als Stadtentwicklungsdezernent"

  1. erzörnter Bürger | 14. Juni 2012 um 13:24 | Antworten

    Jetzt wird man schon für Vetternwirtschaft gelobt. Tolle Demokratie.


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  2. Aber das ist doch klar! Natürlich loben sich die Vettern gegenseitig für ihren Bückdienst. Auch klar ist: die Neoliberalen haben Jena als Pfand genommen und als Galionsfigur segelt nun ein in gelben Sakko gekleideter Denis kurz überm Rammsporn.


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  3. Gratulation an Herrn Peisker zu seiner Wahl!
    Aber wie instinktlos wenn nicht gar respektlos muß man sein, wenn man direkt nach der Wahl so eine überdimensionierte Visitenkarte in die Linse hält?
    Liebe Grüne, ihr macht euch das Leben selbst so richtig schwer.


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  4. schmeisst hoch die tassen, wir sind genau die geworden, die wir früher bekämpft haben.

    endlich dürfen wir auch an die fresströge.

    scheiss auf die moral und irgendwelche ziele, die unsere dummen vorgründer mal hatten.

    wir sind keine fundis, sondern realos und getreu unserem übergott fische: nimm das mit, was man dir vorhält (er mach gern kohle mit gas, autos usw.)


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  5. Denis Peisker Dezernent –
    seht wie da die Linke rennt.


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  6. Superdennis!! Wenn das Ego nur halb so groß ist wie die Visitenkarte auf dem Bild – Gute Nacht Jena. Was würde wohl Siegmund Freud zu einer derartigen Persönlichkeit sagen?

    Herr Peisker & Kumpels: Willkommen an den Fresströgen der Konzernstadt Jena.


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  7. Wenn die „Mehrheit abkotzt“ (P. Z,) – diese Mehrheit waren offensichtlich auch Wähler, die die Entscheidung ihrer gewählten Vertreter nicht mitträgt – das nennt man dann Demokratie!!! Ein Schlag ins Gesicht der Wähler – kein Wunder, dass die Politikverdrossenheit zunimmt und die Wahlbeteiligung weiter sinkt – aber Prozente sind Prozente, kosten es, was es wolle – traurige Zukunft Jenas.


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  8. 19:26 Stimmen für Peisker (26 Stimmen einschl. wohl seiner eigenen Stimme für sich selbst) – ungleiche Voraussetzungen bei der Dezernentenwahl für beide Kandidaten. Ein Kandidat nimmt aufgrund seines Stadtratsmandats an der Wahl teil, die andere Kandidatin hat kein Stimm-/Wahlrecht, da sie selbst gar kein Stadtratsmandat innehat, sondern eben nur als amtierende Dezernentin sich der Wahl stellt. Die Stimmenauszählung hat bestätigt, dass Herr Peisker, als einer von insgesamt 45 Stadträten gewählt hat. Hat die Koalition in ihrer Rage übersehen, dass Herr Peisker gar nicht selbst an der Wahl hätte teilnehmen können?


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  9. @K.Thiele: Da wär ich mir aber nicht so sicher. Zur Frage ob Denis Peisker sich mit wählen durfte oder nicht entscheidet die entsprechende gesetzliche Vorschrift. Jedes Mitglied des Stadtrates hat die gleichen Rechte. Viel interessanter ist die Frage wie der neue Dezernent für Stadtentwicklung mit seinem Mandat im Stadtrat in Zukunft umzugehen pflegt. Die Trennung von Amt und Mandat war ja seinerzeit ein großes Thema bei den Grünen.


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  10. Glückwunsch Herr Peisker. Wer sich die Reden der Bewerber angehört hat weiß, dass es eine gute Wahl war. Es wäre nun wirklich dämlich gewesen sich nicht selbst zu wählen. Die Trennung von Amt und Mandat ist auch klar geregelt, wer Dezernent ist muss sein Stadtratsmandat nieder legen.


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  11. kein Grüner: instinktlos ? respektlos ? Also wenn ich mir das Bild so anschaue, wäre aus Herrn Peisker früher ein guter FDJ-Sekretär geworden. Im Fach Plakate und Winkelemente gibt es schon einmal eine 1.


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  12. Ingo.Stange@ famoser Vergleich, paßt wunderbar. Warum ist mir das nicht eingefallen, bei so einem ja-Dr.Schröter-Sager.


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  13. den grünen Parteigängern fällt kein sachliches Argument für die „Wahl“ des Herrn Peisker mehr ein.Also werden die Kritiker persönlich angegriffen.Allerdings verrät sie ihre Sprache:wer weniger als 6300€ Gehalt erhält ist also ein Habenichts!Der gleiche soziale Rassismus,der vor einiger Zeit einen „Grünen“- politiker über arbeitende Menschen als „Proll-Scheisse“ sprechen lies!Nun,es ist längst kein Geheimnis mehr,dass sich die „Grünen“als die Interessenvertreter der reichsten 10% der Bevölkerung anbiedern.Ihr Ausfall ist ein weiterer Beleg dafür!


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  14. konservativ-kritisch | 16. Juni 2012 um 23:35 | Antworten

    6300€? Oh, das ist ein feines Gehalt. Wenn auch bescheiden gegen die 65000 Euro, die Herr Martin Winterkorn (VW/ Porsche) pro Werktag (!) verdienen soll. Und es ließen sich sicher noch andere Beispiele finden, aber lassen wir das.

    Denn ich kam überhaupt gar nicht auf die Idee, das zukünftige Gehalt von Herrn Peisker zu erkunden. Somit habe ich das „Neidisch-Sein“ schlicht verpasst. Und das, obwohl ich als Student der Geisteswissenschaften für mein Gehalt schwarz sehe, wenn ich nicht bald in die Politik gehe :-)

    Aber im Ernst: wenn nicht Herr Peisker das Amt bekommen hätte, hätte es eben Frau Schwarz bekommen oder ein anderer Bewerber (und somit auch das Gehalt). Weswegen ich denke, dass es hier nicht um Neid geht. Sondern wirklich um die Art, wie in Jena Ämter vergeben werden.

    Übrigens hat schon so mancher Habenichts ein reicheres und erfüllteres und zudem glücklicheres Leben gelebt als so mancher Spitzenverdiener. Denn wie sagte doch der (unter anderem von Nietzsche überaus geschätzte) Demokrit:

    „Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause.“

    Was ich allen dann doch als vorgereichtes Wort zum Sonntag mitgeben möchte mit der Bitte um mehr Freundlichkeit untereinander :-)


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  15. Oh Gott, bitte jetzt keine Gehaltsdiskussion, wenn wir den Stundenlohn hochrechnen und dazu noch die vielen Bückdienste, wollen doch die wenigsten tauschen. Wo gibt es auch in dieser Branche noch ehrliche Freundschaft. Also bitte , da bin ich doch lieber ein Habenichts. Und dies ist sehr wohl überlegt. Wo will man mit den vielen Euros z.Z. auch hin? Man muß sich dann wieder Gedanken machen, was ist wenn?

    Jetzt wieder zu inhaltlichen Punkten. Viel interessanter ist doch, ob der Vorstand mal Herrn Peisker das Parteiprogramm zum Lesen mit auf den Weg gab. Ich finde grüne Politik ist seit Jahren mangelhaft, obwohl die Grünen mitregieren.


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  16. Habe gerade überlegt, dass wir eine 5 Klassengesellschaft sind:

    1. Mini-Verbraucher: Hilfskräfte, Mini-Jobber, Aufstocker, Harzer
    2. Verbraucher: Arbeiter, Angestellte mit Tariflöhnen,
    3. Unternehmer: Klein- und Mittelständler, Freiberufler, Landwirte (hier gibt es auch schon Aufstocker nur mit einem oft 12 Stundentag)
    4. Kaufleute: Vorstände, Aufsichtsräte von Industrie und Bau z.B. ECE-Geschäftsführung (könnte man auch als Entscheidungsvorbereiter für die Politik benennen)
    5. Politiker

    K-K@ Habe ich da nicht recht ?


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  17. 30 in Städte, gleichmäßig fließender Verkehr ? Wohl eher Stau, da die Autos nicht vorwärts kommen , lieber durchfahren lassen mit 50, ein schnelles rein und raus aus der Stadt . Man sollte den ADAC befragen, das sind die Profis.
    Aber stefan.lange meinte sicher die Aktivitäten der Grünen in Jena allgemein. Wir war das noch mit einer Grünanlage mit Springbrunnen auf dem Eichplätzchen, was die Grünen zu Beginn der Diskussion wollten ? Wie heißen in Jena eigentlich die Programme der Grünen überhaupt, lese hierüber gar nichts.


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  18. Herr Peisker, wie sieht Ihre Vision der Zukunft von Jena aus?
    Peisker „Oh, da muß ich meinen Parteikollegen Herrn Schröter erst mal fragen. Wir arbeiten sehr eng und konstruktiv zusammen, der eine entscheidet, der andere setzt um. Meine ganz persönliche Vision wurde schon veröffentlicht, die Energiewende für Jena. Jetzt muß ich aber weiter ein Termin mit meinen Kollegen Herr Schenker, sie verstehen.“

    Jena hat seine ganz persönliche Lach- und Schießgesellschaft.
    Es gibt keine neuen bezahlbare Wohnungen sondern eine Energiewende, muß mal überlegen, was das für mich bedeudet.
    Wir schalten vielleicht ab 22.00 Uhr das Licht aus ? Was meint sonst ein Dezernent für Stadtentwicklung, das Kraftwerk kann er nicht auf Solar umrüsten und die energetische Haussanierung ist auch nicht seine Aufgabe.


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  19. Grün nein danke! | 17. Juni 2012 um 10:45 | Antworten

    @stefan.lange Sie haben die Professoren, Mediziner und super Software Spezialisten und anderen Gutverdiener vergessen.

    @Wolfgang Kuhnle Tempo 30 bedeutet: Wir dummen Deutschen kehren ins Zeitalter der Pferdekutschen zurück, retten vorher noch die ganze Welt und die Chinesen fliegen ins Weltall.
    Die Grünen werden alle Unternehmer und spannen 1-Euroshopper vor Rikschas.


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  20. Grün nein Danke@ angestellte Ärzte und andere Gutverdiener zählen hierbei auch unter Verbraucher. Es geht bei meiner Auflistung nicht nur um die Höhe des Verdienstes. Sondern auch wer aktiv unsere Gesellschaft gestaltet. Der Mittelstand, Unternehmer treiben doch die Steuern (Mehrwertsteuer, Lohnsteuer für den Staat ein und werden am meisten geschröpft. Verbraucher schaffen 8 Studen oder auch nicht und konsumieren für unser Wirtschaftswachstum, oft mit Hilfe von Kreditaufnahme. Unsere Industriellen halten die Hand bei Subventionen auf und schaffen Tatsachen oder arbeiten an diesen, indem von ihnen beauftragte Unternehmensberater Gutachten erstellen (Bertelsmannstiftung, Stiftung Lebendige Stadt), welche wiederum sich die Politiker erkaufen dürfen um dann politische Entscheidungen darauf aufbauend zu treffen. Eines der größten Machenschaften von in diesem Falle Versicherungen und Banken war doch die Rieserrente. Gutachten,Gesetz und Resultat ? Überteuerte Versicherung, welche nach Inflation bzw. Währungsschnitt nichts Wert ist.


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  21. @Eulenspiegel
    „Bei der Umsetzung der Planungen für den Eichplatz
    ist Augenmaß das oberste Gebot. Die »Neue Mitte«
    hat gezeigt, welche Verwerfungen große, neue
    Verkaufsflächen erzeugen können. Es gibt keinen
    Zwang, weitere Bebauungen wieder nur mit wenigen
    Großinvestoren durchzuführen. Wir fordern von
    der Verwaltung, dass der sicherlich aufwendige Weg
    der Parzellierung der Baufelder beschritten wird.“
    – aus : http://www.gruene-jena.de/userspace/TH/kv_jena/Bilder/Wahl_2009/Wahlprogramm/k-wahlprogramm.pdf
    Dank ans Netz, muß man doch die ganzen Wahlbroschüren nicht mehr bis zur nächsten Wahl aufheben, um zu schauen wie weit sich die jeweilige Partei vom Programm entfernt hat.- Die Forderung der Grünen an die Verwaltung kann jetzt direkt ohne Umwege umgesetzt werden – Viel Erfolg !!!


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  22. Grün nein danke! | 17. Juni 2012 um 13:07 | Antworten

    @birgit Mit dem Link wurde mir das ganze Mittagessen verdorben. Mir ist übel.
    „Beim Eichplatz setzen wir uns für die Schaffung
    von städtischen Freiräumen mit hoher Verweilqualität,
    Begrünung und Spielmöglichkeiten für Kinder ein.“


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  23. Was wäre das für ein Politiker, der Gestalten will, und dann, wenn er die Chance hat, kneift? Die Gleichen, die jetzt jammern, hätten bei Frau Schwarz den Grünen vorgeworfen, sie wären scheinheilig.
    Ein Dezernent/Dezernentin ist immer auch ein politischer Posten. Da mögen die Linken den Stadtrat verlassen, dann darf ich doch bitte auch erwarten, dass linke Dezernenten und Landesminister zugunsten Fachbeamten ihr Amt verlassen. Bis wann darf ich das erwarten?


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  24. applaus,applaus | 17. Juni 2012 um 20:23 | Antworten

    Beim Eichplätzchen städtische Freiräume schaffen mit hoher Verweilqualität, Begrünung und Spielmöglichkeiten. Dies steht im Programm der Grünen. Und was hat nicht Herr Peisker alles auf sich genommen, dieses Ziel zu erreichen. Er mußte sich Schmährufe seiner Kritiker gefallen lassen, Dr. Schröter immer ganz lieb zulächeln und vieles mehr, vergessen wir nicht, Herr Peisker war in Sachen MUFU der einzige Realist, der nicht in das allgemeine Horn stieß, wir wollen eine MUFU in der Oberaue ! Herzlichen Glückwunsch jetzt bekommt Jena das Eichplätzchen mit Spielgeräten, Grünanlage und hoher Verweilqualität, wie z.B. einen Springbrunnen. Herr Peisker wird noch allen die lange Nase zeigen. Ihr werdet schon sehen.


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  25. applaus,applaus: wenn dies so wäre, würde ja alles noch ein gutes Ende nehmen, fast wie im Märchen.


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  26. konservativ-kritisch | 17. Juni 2012 um 22:00 | Antworten

    @stefan.lange

    Ich entschuldige schon mal die etwas unausgegorene Argumentation. Denn ich habe gerade wenig Zeit, weswegen ich nicht in dem erforderlichen Maße auf die koplexe Thematik eingehen kann. Aber ich wollte zu diesem Punkt („Ständegesellschaft“) zumindest einige Ideen zur Diskussion beitragen.

    Und: auf 5 Klassen würde ich mich nicht unbedingt festlegen wollen. Zum einen gibt es Übergänge (Politiker zum Beispiel sind ja auch in Vorständen), zum anderen muss man auch innerhalb der Gruppen stark differenzieren. So ist es ein Unterschied, ob man eine gut ausgebildete Fachkraft ist oder ein ungelernter Hilfsarbeiter.

    Die Frage nach „Klassen“ ist aber auch eine Frage nach der sozialen Durchlässigkeit (denn erst dann kann man ja von „Klassengesellschaft“ sprechen). Und hier stellt sich auch die Frage nach Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Insbesondere bei der Bildungsgerechtigkeit wurde ja in Deutschland immer wieder auf die Defizite hingewiesen. Und je geringer diese Durchlässigkeit zwischen den Klassen und je größer der Chancenungleich durch die Herkunft, desto eher lässt sich wohl auch von einer Art „Klassengesellschaft“ sprechen. Ob dies aber in Demokratien wie Deutschland der Fall ist, wird kontrovers diskutiert, wobei die Positionen oft auch entlang politischer Richtungen verlaufen (das Sprechen von „Klassengesellschaft“ wird oft als eine linke Position betrachtet und teils auch abgewertet, jedoch nicht immer mit Recht).

    Sollte man von „Klassen“ sprechen? Vielleicht hilft uns ein weniger problematischer Begriff, da „Klassengesellschaft“ recht konkret auf eine Vorstellung von Marx verweist (den ich als Philosophen übrigens ebenso schätze wie Nietzsche). Ein Modell jenseits der Klassen besteht ja auch in der Unterteilung nach „Schichten“.

    Somit Schichten: der kontrovers diskutierte Begriff der „Unterschicht“ (da nicht sicher ist, ob dieser Begriff Zugehörige zu dieser Schicht stigmatisiert), der Begriff der „Mittelschicht“ (mit einer hohen Prestige in Deutschland) und der Begriff der „Oberschicht“.

    Nun wollen Sie aber sicher meine Position wissen. Und hier sehe ich zumindest eine Tendenz, dass Eigenschaften in unserer Gesellschaft wieder zunehmen, die zumindest zu einer Klassengesellschaft führen können. Entwicklungen dieser Art werden ja häufig durch Phänomene angezeigt, die mit dem Begriff der „Einkommensschere“ beschrieben werden.

    Insbesondere Arbeit, die zwar oft monoton und schwer ist (körperliche Arbeit usw.), die aber zugleich keinen besonderen Bildungsabschluss erfordert, wird immer weniger wertgeschätzt. Und dies meine ich zum einen in einem ideellen Sinne (man sieht Menschen, die diese Arbeit verrichten, als „Kostenfaktor“ trotz der Schwere der Arbeit usw.), zum anderen in einem ganz wörtlichen Sinne (prekäre Beschäftigung durch niederes Einkommen macht es immer schwieriger, von dieser Arbeit zu leben).

    Schwere und harte körperliche Arbeit oder auch oft monotone Arbeit wird somit immer schlechter entlohnt, wodurch einige Menschen übrigens auch immer länger arbeiten müssen. Was im Umkehrschluss auch bedeutet: immer weniger Freizeit und Freiheit. Zwar: die Menschen verfügten noch nie über so viel Freizeit wie heutzutage. Aber der Zwang, durch niedrige Löhne länger zu arbeiten, führt auch hier zu zunehmender Ungleichheit. Ganz zu schweigen von dem Druck, der durch den Arbeitsmarkt in prekären Jobs herrscht (was sch auch auf die Arbeitsbedingungen auswirkt, denn da mehr Nachfrage als Angebot herrscht, können diese Arbeitnehmer aus Sicht vieler AQrbeitgeber auch auf „Verschleiß“ beschäftigt werden).

    Auf der anderen Seite werden es insbesondere Gut-Gebildete in Zukunft besser haben. Denn zwar ist umstritten, ob und in welchem Maße wirklich von einem „Fachkräftemangel“ gesprochen werden kann. Aber gut Gebildete werden doch umworben: durch ein besseres Einkommen, aber auch durch bessere und flexiblere Arbeitsbedingungen (Gleitzeit, ein größeres Eingehen auf die Bedürfnisse von Eltern, ein freieres Gestalten des Arbeitsplatzes usw.).

    Somit tatsächlich eine Tendenz, die für verschiedene Schichten zu verschiedenen Bedingungen führt. Dies ist übrigens auch am Bildungsweg zu erkennen: während der Bildungsweg für Besser-Gebildete immer länger geworden ist, landen Schlecht-Gebildete noch immer zeitig im Job oder gar zeitig in der Arbeitslosigkeit. Durch das mangelnde Arbeitsangebot haben Schlecht-Gebildete auch weniger Wahlmöglichkeiten, was die gewünschte Ausbildung oder den gewünschten Beruf entspricht (gemäß den eigenen Interessen und Fähigkeiten usw.). Hinzu kommen längere Perioden von Arbeitslosigkeit zwischen den Jobs (von den 50er bis in die 80er Jahre war man ja als „einfacher“ Arbeiter oft ein Leben lang bei einer Firma/ in einer Fabrik beschäftigt) usw. und eine höhere Unsicherheit.

    Somit schon hier Differenzen zwischen Schlecht- und Gutgebildeten oder auch zwischen „einfachen“ Arbeitern und Facharbeitern. Wobei übrigens zwar nicht alle diese Entwicklungen direkt auf die Politik geschoben werden können (höhere Flexibilität der Beschäftigungsbiographien durch Veränderung des Arbeitsmarktes usw./ Globalisierung usw.), jedoch hat die Politik insbesodere in den letzten Jahren Bedingungen geschaffen, die diese Situation noch verschärfen. Um dies hier aber zu diskutieren, fehlt mir leider die Zeit.

    Man muss aber auch einwenden, dass es bei den Besserverdienern Unterschiede über die Art gibt, wie das Geld verdient wird. So ist das Arbeitspensum mancher Ärzte in Krankenhäusern hoch, weswegen einem vergleichsweise hohem Einkommen auch eine hohe Leistung entgegensteht (während bei manch anderem Angestellten in einer gewissen Hierarchiestufe die größte Leistung teils eher im Deligieren von Arbeit an die Unterstellten liegt). Man sollte somit nicht nur aufs Einkommen achten, sondern auch darauf, wie und unter welchen Bedingungen es verdient wird.

    Dies kann man auch über Selbständige sagen: so gibt es Selbständige in allen Schichten, manche verdienen wenig (Schauspieler/ Gefahr Abstieg in die Unterschicht), andere verdienen sehr sehr viel. Jedoch nimmt manch Selbständiger eine prekäre Situation bewusst in Kauf, um die Arbeit zu machen, die ihm Spaß macht. Was ich sagen möchte: dass Einkommen ist eine wichtige Größe. Wenn man aber bedenkt, wie viel Zeit seines Lebens ein Mensch auf seinem Arbeitsplatz verbringt, dann treten AUCH die Bedingungen, unter denen diese Arbeit geleistet wird, als wesentlicher Faktor hinzu. Jemand, der – zum Beispiel – wenig verdient, sich in seiner Arbeit aber selbst verwirklichen kann, ist sicher weit zufriedener als jemand, der den ganzen Tag am Fließband sitzt (oder heutzutage eher am Warenband einer Supermarktkasse).

    Hinsichtlich der Schichten/ Klassen könnte auch auf weitere Tendenzen verweisen: den Anstieg der relativen Armut auf der einen Seite gegen die Zunahme der Konzentration der Einkommen auf der anderen Seite, die Tendenz zudem, dass insbesondere bei Vorständen und Aufsichtsräten das Einkommen – entkoppelt vom Erfolg – unvernünfige Formen annimmt und die Relationen zwischen den Einkommen keinem vernünftigen Maß mehr entsprechen. Und auf die vielen Nebenjobs vieler Politiker in bestimmten Positionen, die zu einem zusätzlichen und hohen Einkommen führen (ohne dass man wüßte, was die Politiker überhaupt konkret dort machen und wie sie überhaupt auf eine Art diese Jobs händeln wollen bzw. können, die den Begriff „Arbeit“ wirklich verdient).

    Kurz: was möchte ich mit meiner etwas umständlich formulierten Post sagen?: Es gibt somit Tendenzen in unserer Gesellschaft und in Europa, die wichtige Errrungenschaften des modernen Sozialstaates dadurch konterkarieren, dass die Schichten wieder verstärkt auseinanderdriften. Und dies unabhängig von der Leistung, denn mancher Arbeiter mit niedrigem Einkommen leistet täglich mehr als so mancher Spitzenverdiener. Wir müssen somit aufpassen, dass wir uns nicht wieder tendenziell auf eine Klassengesellschaft zubewegen.


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  27. @k-k:

    Es ging mir bei meiner Aufzählung nicht nur um das Einkommen (siehe pkt.3 Unternehmer =manchmal auch Aufstocker) Es gibt einige Architekten oder Rechtsanwälte oder andere Unternehmer, die sich vom Staat noch einen Zuschuß holen müssen, sondern um den Einfluß, den einige „Schichten“ auf die Gesellschaft haben bzw. auch selbst beeinflussen wollen. Verbraucher: Aufstocker, Minijobber, Harzer sowie
    Angestellte, Arbeiter, Rentner auch angestellte Ärzte und IT-Spezialisten haben sich aus der Gestaltung der Gesellschaft fast vollständig zurückgezogen. Man geht maximal noch in eine Gewerkschaft und zur Wahl und läßt sich von der Presse bedudeln, jammert über die nächsten Preiserhöhungen und die niedrigen Zinsen auf den Sparbuch, geht danach noch in den Schrebergarten das wars. Es ist wie eine Herde von Schafen, die man nur auf eine neue grüne Weide führen muß. Harz 4 ist zwar nicht schön aber beruhigt. Dann gibt es Unternehmer, die den Staat schon mehr durchschauen, durchschauen müssen um zu überleben. Diese wissen , Behörden haben nicht immer Recht, man muß aber um sein Recht kämpfen, hat damit aber 12 Stunden am Tag zu tun um selbst als Fa. zu überleben und die Mehrwertsteuer und Einkommensteuer für den Staat abzuführen. Dann gibt es die „Kaufleute“ Vorstände, Aufsichtsräte, Geschäftsleitungen von Fonds und AG (z.B. Alexander v. Otto) welche lustig agieren und sich Deutschland so zurechtbiegen, wie sie es wünschen. Und dann gibt es dafür ausführende Organe: Stadtverwaltungen, Bundestag, Landtag wo Politiker sitzen, die die Gesetze beschließen (welche wieder von Unternehmernsberatern vorbereitet wurden, welche Beamte abschreiben und etwas noch umformulieren!!!) und Subventionen für die Industrie wieder ausreichen. Leider haben die Staatsbedienstete durch unsere schnellebige Gesellschaft nicht mehr das notwendige Wissen für eine Entscheidung und müssen sich diese von Gutachtern einkaufen (siehe Eichplatzbebauung)
    Für mich ist dies eine festgezurrte Klassengesellschaft.
    Und durchlässig war diese nur von höher Begabten , die sich selbst helfen können. Pisa zeigt doch unseren Nachholebedarf.
    Die meisten Bildungsgelder gehen in Skandinawischen Ländern in die Vor- und Grundschulausbildung, bei uns ins Gymnasium und an die UNI. Da ist aber schon alles gelaufen und wurde ausgesiebt.


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