Jenawohnen baut 120 barrierearme Wohnungen in Jena-Nord |

Jenawohnen baut 120 barrierearme Wohnungen in Jena-Nord

Jena Nord Jenawohnen 120 Camburger Strasse2 AP Jenapolis

Jena. In den nächsten fünf Jahren investiert Thüringens größtes Wohnungsunternehmen Jenawohnen, rund 80 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen und die Sanierung des Bestandes.

Auf diesem Gelände sollen bis zum Jahr 2016 120 barrierearme Wohnungen entstehen. Foto: T. Netzbandt/Jenapolis.de

Stand vor Jahren noch ein Abriss von Wohnungen auf dem Plan, steht nun der Bau von Wohnungen auf der Tagesordnung. So werden in Jena-Nord 120 Wohnungen an der Camburger Straße entstehen. Dafür wird Jenawohnen 22 Millionen Euro in den Bau von vier bis fünf Etagen hohen Häusern geplant. 2016 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Heinz Wagner, Architekt des siegreichen Entwurfs für die Bebauung des 12 000 Quadratmeter großen Geländes, will „einfache Häuser“ bauen, die „einfach zu bewohnen sind – ohne Betriebsanleitung“. Die Balkone sind nach innen gebaut, so dass Loggien entstehen. Bad und Küche erhalten jeweils Fenster für eine naturliche Belüftung. Fahrstühle liegen in den Häusern, die auf einer Art Podium stehen. Die Terrassen sind ebenerdig, alle Wohnungen sind barrierearm. „Ich finde es schade, dass Dächer nicht so genutzt werden.“, bedauert Wosche-Graf. Für die Dächer dieser Wohnhauser sieht er eine Benutzung durch die Mieter der Dachgeschosswohnungen mit Balkonen. Die Pläne zur Umsetzung sind aber noch nicht so weit gereift, dass diese Vision tatsächlich realisiert wird.

Modell für 120 Mietwohnungen in Jena-Nord. © Architekturbüro Wagner und Günter, Jena. Foto: T. Netzbandt/Jenapolis.de

Wie bei den Friedensbergterrassen oder der Eichplatzbebauung beauftragte das kommunale Unternehmen mehrere Architekten mit der Erstellung eines Konzepts. In 100 Jahren will Jenawohnen-Chef Stefan Wosche-Graf, dass sich die Mieter an einem aufwendig gestalteten Quartier erfreuen. Eine Tiefgarage, die zur Bundesstraße 88 ihre Zufahrt hat, liegt unter den Häusern. Zwei Inseln werden entstehen, auf denen echte Bäume stehen können. Der Plan, auf dem Gelände, gegenüber dem Mehrgenerationenspielplatz, einen Kindergarten einzurichten, wurde fallen gelassen. „Der Bedarf ist nicht da, wir wollen kein Überangebot schaffen.“, so Wosche-Graf. Wie Siegfried Ferge, Ortsteilbürgermeister des Stadtteils Jenapolis gegenüber bestätigte, gibt es sehr wohl einen Bedarf an Kita-Plätzen. Richtig ist, dass gegenüber des Geländes, das von Jenawohnen gekauft wurde, ein Pflegedienstanbieter einen Kindergarten integrieren möchte. Von den 120 laut Kita-Bedarfsplan für Jena-Nord benötigten Plätzen entstehen dort jedoch nur 60. Und in die Planung war der Bau eines Studentenwohnheims und von Wohnungen anderer Bauträger sowie des neuen Projekts von Jenawohnen nicht eingerechnet.

Mit ungefähr 10 Euro Kaltmiete muss ein potenzieller Nutzer rechnen. Bei Raumgrößen zwischen 40 und 90 Quadratmetern keine preiswerte Angelegenheit. Ruhiger wäre das neue Wohnquartier, wenn auf dem gegenüberliegenden Gebiet gebaut worden wäre. Auch dieses wurde von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) angeboten. Förderungen für den sozialen Wohnungsbau werden für dieses Projekt nicht abgerufen. Günstig ist hingegen die Infrastruktur. Mit der Straßenbahn gelangt man in sieben Minuten ins Stadtzentrum, zu Fuß benötigt man 15 Minuten. Ein Einkaufsmarkt, ein Kindergarten, eine Schule und ein Jugendzentrum befinden sich ebenfalls in der Nähe. Das Jugendzentrum Polaris wurde übrigens vom selben Architekten geplant und errichtet. (tn)

18 Kommentare zu "Jenawohnen baut 120 barrierearme Wohnungen in Jena-Nord"

  1. „Förderungen für den sozialen Wohnungsbau werden für dieses Projekt nicht abgerufen.“ Ihr seid so intelligent -.-


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  2. Und auch hier wieder 10€ Kaltmiete. Da ist dann der sogenannte asoziale Wohnungsbau.
    Wie sehr sollen die Einwohner Jenas denn noch von einem größenwahnsinnigen Unternehmen abgezockt werden?


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  3. Und in der Innenstadt (Saalstr.-Oberlauengasse) fehlt laut Jehnawohnen Geld, um die seit langer Zeit stark undichten DDR-Fenster gegen neuere Kunsstoffrahmen-Fenster zu tauschen. Was soll man davon halten? Auf mehrfacher Bitte und Hinweis, dass bei Minusgraden der Wohnraum nichtmal auf 16 Grad zu bringen ist, wurden größer Heizkörper eingebaut. Ergebnisse: 18 Grad bei Volllast-Heizen und 300 Euro Nachzahlung an die Stadtwerke. Dieses Wohnungsunternehmen ist samt Personal ( hervorzuheben der Haustechniker und sein Chef der Filialen Stadtmitte) ein Inkompetenter Trauerhaufen!


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  4. Zitat: “einfache Häuser” bauen, die “einfach zu bewohnen sind – ohne Betriebsanleitung”

    Was für ein Dünnschiss.

    Zitat: „In 100 Jahren will Jenawohnen-Chef Stefan Wosche-Graf, dass sich die Mieter an einem aufwendig gestalteten Quartier erfreuen.“

    Soll das jetzt in 100 Jahren fertig werden? Oder will der
    in 100 Jahren noch leben? 100 Jahre werden die Gebäude nicht halten. Darauf einen Euro.

    10 € Kaltmiete bei steigenden Nebenkosten und aktuellen Renten bzw. Einkommen. Die meinen bestimmt D-Mark!


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  5. Es gibt welche die sich über Nichts und Alles beschweren
    und denen nichts recht gemacht werden kann.
    Mein Gott gehen mir diese ewig gestrigen auf den Keks.
    Kein wunder dass man von „notorisch nölender Ossimentalität“ spricht.


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  6. ich verstehe immerweniger warum es in Jena nicht mehr möglich ist neugebauten Wohnraum für 7€ anzubieten. In meinen Augen gehört es sich einfach nicht nur den hochpreisigen Markt zu bedienen. Wenn man in Jena keine Familien und Geringverdiener mehr haben will schreibt es doch an´s Ortseingangsschild.

    werter „sc“: das hat nichts mit „notorischem nölen“ zu tun, das ist pures Unverständnis


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  7. bin mal gespannt, wann der letzte endlich kapiert, warum ich seit sehr langer zeit von eienr baumaffia rede.

    im normalfall sind private bauentwickler die preistreiber und wohnungsgesellschaften versuchen da dann mit preiswertem bauen auszugleichen.

    in jena ist es hand in hand, was auch hier wieder zeigt, dass fördermittel nicht in erwägung gezogen werden, wo wir vor tagen noch auf bundesebene das klagelied gehört haben, die länder würden zu wenig im sozialen wohnbau machen.

    das ist die wahrheit über das gelaber des ob zum wahlkampf und der letzte depp in jena wird dann kappieren, wo es mit den mieten hingeht.

    dann wird der letzte trauglaubende rentner endlich die kaffeetasse beiseitelegen und sich ärgern, warum seinem enkelkind so wenig zum leben bleibt?

    und was mach die pds und co. in den gremien der stadt jena, um dem treiben ein ende zu setzen, da sie ja so für die sozailschwachen was machen will?

    ne, ghetto ist und bleibt lobeda und winzerla und der rest soll im gehobenen preissegment verbleiben!

    zum nachlesen, wie mieten gestiegen sind:

    Jena 6,26 (2005) – 8,17 (2012): +30,51 (steigerung)

    Erfurt 5,98 6,49 +8,53

    Gera 4,23 4,76 +12,53

    http://www.bild.de/geld/immobilien/miete/mieten-seit-2005-rauf-24867398,view=popupAutoOverflow.bild.html


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  8. Dr. Harald Mertes | 27. Juni 2012 um 14:17 | Antworten

    @ DKN

    Natürlich ist es in Jena möglich, neugebauten Wohnraum für 7 €/m² anzubieten. Dazu bedarf es zweier Bedingungen: zum einen dürfen die Grundstückskosten nicht zu hoch sein. Wer selber 250 €/m² beim Kauf hingeblättert hat, muss jährlich im Sinne einer Grenzkostenrechnung bei Fremdfinanzierung und einer Annuität auf die Hypothek von 6 % jährlich etwa 15 € /m² einkalkulieren, also etwas mehr als zwei Monatsmieten. Hinzu kommen die eigentlichen Baukosten und Reparaturen die irgendwann einmal eintreten werden. Die zweite Bedingung ist, dass es keine Mieter geben darf, die einem die Immobilie für 10 €/m² aus der Hand reißen. Schließlich sind die 3 €/m² der eigene Reingewinn. Hinzu kommt, dass bei der absehbaren demographischen Entwicklung ein erheblicher Teil dieser Immobilien in 30-40 Jahren schlicht überflüssig sein wird. Viele denken, was heute schlicht und bezahlbar ist, wird in 30-40 Jahren nicht mehr vermietbar sein. Folglich sieht man nur staunend Hochglanzobjekte, die in 30-40 Jahren auch in die Jahre gekommen sein werden, dann aber wieder werden aufpoliert werden können.

    Dagegen gibt es nur zwei Möglichkeiten: die Stadt baut eigene Wohnungen. Es heißt jedoch, dafür habe man kein Geld. Oder es bilden sich Wohnungsbaugenossenschaften. Aber die scheinen hier auch nur dem neuen Götzen Geld hinterherzulaufen und nehmen auch lieber 10 €/m² statt 7 €/m². Ausnahmen davon gibt es, aber zu wenig.


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  9. Wir werden durch eine Fehlentwicklung bzw. gar nicht existierenden Wohnbaukonzept gestraft. Wie bereits erwähnt, mit Konzepten hat man es in Jena nicht so.


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  10. – Hier die Lösung gegen zu hohe Mietpreise – aus dem zuständigen Ministerium –
    „… die Haltung dahinter ist durchaus auch eine, die dem neuen Zeitgeist entspricht: Ramsauer hat gestern empfohlen, bei den niedrigen Zinsen könne sich doch jeder Eigentum schaffen.“
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1795996/
    … lang, lang ist s her : „Das Dezernat 3, Stadtentwicklung, ist für die Neuerstellung des Spiegels zuständig. Es wird neue Richtwerte geben, die eine gerechtere Mietgestaltung auf Seiten der Vermieter leisten soll.“ http://www.jenapolis.de/2010/07/qualifizierter-mietspiegel-fuer-jena-wird-erstellt/
    – absichtlich noch nicht fertig oder hab ich ihn nur noch nicht gefunden ?


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  11. Habe einen von 2005 und einen von 2009, dieser hier dürfte noch nicht fertig sein. Problem wahrscheinlich: Ohne Mitwirkung der Vermieter kann er nicht erstellt werden, und in einem Markt mit steigenden Mieten hat wahrscheinlich kein Vermieter Interesse an Transparenz. Sonst könnte ja ein Mietinteressent versuchen, zu handeln; oder er plant einen Umzug, weil er nun weiß, dass er Wuchermiete zahlt. Frau Schwarz als große Schweigerin ist hier zwar als zuständig erklärt, hat das Projekt aber möglicherweise erfolgreich vor sich her geschoben.


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  12. TomWed: … plant einen Umzug,“ Wo bitte kann man denn noch hinziehen in Jena, ohne das zwischen 8 und 10 € Miete verlangt wird? Letztens wurde Mietvertrag Jena, Lobeda-Ost Platte 3 Raum von privat angeboten. Dieser hat gebaut und zieht jetzt aus seiner von der Stadt erworbenen Wohnung aus. 3 Etage ohne Fahrstuhl, er bekam bis 8 € Angebote von Mietinteressenten.

    Es steht für mich fest . Die Stadt Jena, wer auch immer, hat ein Wohnraumkonzept verschlafen, nach dem Motto , das regelt der Markt.


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  13. Anne: Es soll doch laut FDP der Nahverkehr nach Apolda usw. ausgebaut werden. Dann wohnt halt das arme Volk in Lobeda, Winzerla (5 Etagen teilweise ohne Fahrstuhl) und den Städten Apolda, Kahla, Stadtroda. Die Priviligierten bleiben dann in der City unter sich. Fragt sich nur noch wer bei den teuren Fahrpreisen und den geringen Löhnen noch in die City kommt , um denn feinen Herrschaften den Arsch abzuwischen.


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  14. P.S. wer zieht dann eigentlich für 10 € nach Jena-Nord, wenn Jenawohnen für 10 € auch die Terassenwohnungen am Friedensberg anbietet ? Vielleicht sind diese aber auch schon alle vergeben.
    Wollen mal dann auf die Klingelschilder schauen, wenn man da nicht einen Zaun rumbaut. Das niedere Volk ist aber auch mißgünstig und nervig !


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  15. Nun ja, diese Stadt Jena ist in Bezug auf Wohnraumkosten ne absolute Katastrophe. Es ist auch eine Schweinerei, wenn seitens der Regierungen eingeplante Fördermittel nicht abgerufen werden. Es wird Zeit, dass diese Mietpreisblase endlich platzen tut!!! Wie kann es sein, dass man nur von Spitzenverdienern ausgeht? Ich als Alleinverdiener mit 2 Kindern und Lebensgefährtin hab ich mich selbst erwischt, dass man es mit Hartz IV besser hat, als wie jetzt 35% des Nettoeinkommens als Miete zu zahlen! Wie soll ich das meinen Kindern erklären?


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  16. @KinleyDaniel

    mit nur 35% bei anzunehmenden 800€ gehts Ihnen doch noch gut. Ich kenne Familien, da macht die Miete mehr als 50% aus. Mit exorbitanten Kitagebühren bei 1 oder 2 Kindern bleibt da wirklich kaum noch was für kleinen „Extras“ – leider.

    Neubauten luxuriöser Ausstattung mit KM von 10€/qm mögen wirklich noch erträglich sein. Was allerdings so richtig ärgerlich ist: billig geradeso teilsanierte „Dreckslöcher“ mit KM ab 8€/qm. Und diese Wohnungen gibt es in Jena leider leider zuhauf.


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  17. „Er“ kommt, wahrscheinlich in ein paar Monaten ( ? ) – der aktuelle qualifizierte Mietspiegel der Lichtstadt. http://jena.tlz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Haus-und-Grund-sichert-Vergleichsmiete-in-Jena-ab-649178544


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  18. Aktueller Mietpreisspiegel? Nach Druck ist dieser in Jena doch schon überholt.
    Wir müssen der harten Realität ins Auge schauen. Künftig leben die Doktoren, Profs, Studenten und Senioren-WG’s in der Stadt und die Familien mit 2 und mehr Kindern ziehen Richtung Laasdorf, Apolda oder Steudnitz. So möchte das doch unser Herr Bürgermeister inkl. Gefolge.


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