Genossenfilz: SPD installiert ihren Geschäftsführer bei den Stadtwerken Jena |

Genossenfilz: SPD installiert ihren Geschäftsführer bei den Stadtwerken Jena

FDP Stadtratfraktion

Jena. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat Thomas Dirkes (SPD) als Nachfolger des scheidenden Martin Fürböck als Co-Geschäftsführer der Stadtwerke dem Stadtrat zur Bestellung empfohlen. Damit dürfte nach dem Beigeordneten für Stadtentwicklung erneut eine Position durch die Koalition aus SPD, Grünen und CDU partei-politisch und nicht fachlich besetzt werden.

Konnte sich die Koalition bei der Wahl des Beigeordneten noch darauf berufen, dass es sich definitionsgemäß um einen Politischen Beamten handelt, fällt auch dieses Feigenblatt jetzt weg. FDP-Kreischef Thomas Nitzsche: „Es wäre besser, die Positionen des Geschäftsführers aus der Fachwelt zu besetzen. Zwanzig Jahre Politik- und Verwaltungsferne haben dazu beigetragen, dass die Jenaer Stadtwerke zu den erfolgreichsten Stadtwerken bundesweit gehören. Die Stadtwerke verdienen das Geld. Und die Politik redet ihnen dabei nicht rein, sondern entscheidet nur über die Gewinnverwendung. Diese klare Arbeitsteilung droht nun zu verwischen.“

Nun ist eine Politisierung von Entscheidungen in den Stadtwerken zu befürchten, weil die SPD ihren Mann aus der Verwaltung mit Hilfe von Grünen und CDU im Stadtrat durchsetzen wird. Das wird schon aus dem Verfahren deutlich: „Schon seit dem späten Sommer wurde uns als Stadträten zugetragen, dass Herr Dirkes installiert werden soll. Damit war uns als Stadträten bekannt, was wir als Aufsichtsräte bis zuletzt offiziell nicht ahnen durften“, so Alexis Taeger. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass alle möglichen Leute außerhalb des Personalausschusses des Aufsichtsrates an den Bewerbungsgesprächen teilnehmen durften – sofern sie den Koalitionsparteien angehörten. Auch waren die Bewerbungsgespräche bereits im Herbst 2011 beendet. „Mehr als sechs Monate brauchte man, um aus einem gewünschten Bewerber auch den geeigneten zu machen. Wir wollten keine verwaltungsinterne Besetzung. Aber selbst für solch eine Lösung gab es einen geeigneteren Bewerber.“, so Reinhard Bartsch.

„Das Bewerbungsverfahren war konspirativ, danach erfolgte wohl eine über sechsmonatige ‚Bewertung‘ durch den Koalitionsausschuss und vergleichbare, aber bessere Kandidaten wurden bei Seite gestellt, weil der Genossenfilz den SPD-Mann wollte. Das letzte Wort liegt nun beim Stadtrat, der diese Abkehr von eine 20-jährigen erfolgreichen Linie der Stadtwerke noch verhindern könnte,“ so Alexis Taeger.

19 Kommentare zu "Genossenfilz: SPD installiert ihren Geschäftsführer bei den Stadtwerken Jena"

  1. P.S. Thema Schulsanierung: jeder gute Polier kann die Sanierung einer Schule leiten. Herr Dirkes nahm nur das Geld aus den Verkauf von u n s e r e n Mietwohnungen und beauftragte Architekten und Baufirmen. Wo bitte ist dies denn ein Kunststück ?


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  2. Maria, schauen Sie sich bitte das Dilemma in Jena an. Suchen Sie eine Wohnung zur Miete ? Schauen sie mal auf Angebote bei Immowelt. Suchen sie ein bezahlbares Baugrundstück in Jena bzw. eingemeindetes Umland z.B. Wogau, Isserstedt, Cospeda ?
    Haben Sie sich schon bei einer Bauherrengemeinschaft engagiert ?
    Was bot Herr Dirkes Frau Schwarzer als diese um Grundstücke für Bauherrengemeinschaften bat ?
    1 x Restgrundstücke Himmelreich, da mit Bauverpflichtung einer Tiefgarage verbunden für private Bauträger zu teuer.
    1 x Grundstücke in 2 bis 3 Jahren am Hausberg ?
    1 x Jena Ost Tautenburger Straße, da darunterliegender Wasserlauf für die Gründung von Häusern unberechenbar und von Kosten nicht kalkulierbar.
    Warum werden von KIJ Baugrundstücke ohne Bodengutachten oft verkauft , bzw. bei Ausschreibungen nur bei Nachfrage vorgelegt. Dies müßte doch Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen sein !
    Warum muß ein Verein in Ziegenhain sein Vereinshaus überteuert kaufen ( ca. 90.000 €) obwohl KIJ nur 22.000 € in das Objekt investierte und der Verein das Haus auf eigene Kosten sanierte ?
    Warum werden Objekte z.B. Mehrgenerationenhaus in Erfurter Straße ohne Ersatz für Vereine einfach verkauft, obwohl hier bei der Sanierung Bundesmittel flossen ?
    Warum werden Vereine z.B. Musikbands ohne Ersatz aus ihren Räumen in Göschwitz gekündigt ?
    Warum haben Vereine und Kunstschaffende es in Jena schwer überhaupt Räume anzumieten ?

    soll ich wirklich noch weiter machen ?

    Sie schreiben als Nichtbetroffene. Ich bin Mitglied in einem Verein für Mehrgenerationenwohnen in Jena. Wir kämpfen seit 3 Jahren für ein bezahlbares Sanierungsobjekt bzw. Grundstücke zum Bodenrichtwert. Wir wollen nichts geschenkt haben. Aber KIJ hat erst den Immobilienmarkt in Jena, entschuldigt bitte meinen Ausdruck, erst v e r s a u t !!!


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  3. Wer von den hier Schreibenden kennt denn den Herrn Dirkes persönlich?
    Mit der KIJ hat er bei der Sanierung von unseren Schulen einen guten Job gemacht. Das Modell KIJ wird deutschlandweit beachtet, gelobt und kopiert.
    An seiner Fachkompetenz zu zweifeln finde ich der Diskussion unwürdig.
    Richtig ist sicherlich, dass auch politische Erwägungen eine Rolle gespielt haben. Aber das ist bei öffentlichen Unternehmen an der Tagesordnung und beim Öffentlichen Rundfunk sogar erforderlich!

    Auch der kleine Handwerksmeister wird lieber einen guten Truppmann aus seiner FFW einstellen als einen fremden. Und das regt niemanden auf, oder?


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  4. da reibt sich der durchschnittsarbeiter mit einem zeitarbeitsvertrag verdutzt die augen und fragt gleich mal bei seinem chef nach, ob das auch so in seinem vertrag steht.

    selbstbedienungsladen öffentlicher dienst. da soll wohl die arbeitssuche nach einer kündigung über lange zeit abgesichert werden. respekt!


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  5. Das Gehalt ist für so einen Posten normal, ich finde es aber ungeheuerlich, dass folgendes im Artikel zu lesen war:
    Wird Herr Dirkes nach 5 Jahren nicht wieder bestätigt, stehen ihm noch 2 Jahresgehälter zu. Das ist schon sehr fürstlich.


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  6. @Urbaner Indianer
    Netter Vergleich, der leider hinkt. Blankenburg kam nach der Ägide Röhlinger in die Stadtverwaltung.


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  7. Marc Peterson | 3. Juli 2012 um 11:25 |

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    sind die in der OTZ dargestellten Zahlen (150.000 € Gehalt + 36.000 e + Boni) korrekt? Diese Summen erscheinen mir sehr hoch.


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  8. Urbaner Indianer | 3. Juli 2012 um 09:41 |

    „Warum beschreiten die Mitbewerber keine Konkurrenzschutzklage. Wir sind bei Problemen gern behilflich.“

    Von Krokers lernen heißt Siegen lernen! ;-]


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  9. Wie wäre es mit Fürstentum Jena ? Damit können sich unsere Hoheiten dann wunderbar schmücken und das Geplänkel mit einem Stadtrat hört dann auch auf. Ist doch nur lästig, auf die Meinungen der anderen Parteien wird doch jetzt schon geschissen.


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  10. Otto Guericke | 2. Juli 2012 um 20:27 |

    Ich fordere einen Beinamen für unsere kleine Stadt mit ihrem in jeder Hinsicht kleinen Bürgermeister: Palermo Thüringens. Und das war noch nicht der letzte Streich der Korruptionsbande um A. Schröter.

    Ich habe Mitleid mit den Mitarbeitern der Stadtwerke!


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  11. Peter Zimmermann | 2. Juli 2012 um 16:54 |

    Das ganze Gezeter zu dem Thema kann man sich doch sparen. Ob es einem gefällt oder nicht,diese Koalition bestimmt nun mal wer den Posten bekommt. Hätten z.Bsp.die LINKEN die Mehrheit so würden sie auch versuchen ihre Leute durchzudrücken.Wer was anderes glaubt hat immer noch nicht kapiert wie Politik funktioniert oder ist nur einfach naiv und blauäugig.


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  12. Jenenserin | 2. Juli 2012 um 16:23 |

    Man muß von einer Möglichkeit einer Konkurrenzschutzklage auch erst wissen. Dies ist den Mitbewerbern sicher nicht bekannt außerdem könnte es sein, dass bei den Praktiken in unserer Stadt den Mitbewerbern diese Art von Arbeit anekelt.


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  13. Warum beschreiten die Mitbewerber keine Konkurrenzschutzklage. Wir sind bei Problemen gern behilflich.


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  14. ich grübel mal ein bischen und krame in der vergangenheit:

    wie war das zu zeiten des sonnenkönig röhli und seinem ref. der heute im bürgerservice ist?

    logisch ist das gebahren der spd anzüglich, aber leider das selbe, was andere altparteien auch ständig machen.

    verwerflich ist es im zusammenhang mit der haltung zur wende und dem, was sie heute machen, nähmlich genau die vertternwirtschaft, die sie der sed und den blockparteien 89/90 lautstark vorgeworfen hatten.

    nicht ohne grund sind viele mitglieder aus der zeit 89/90 längst ausgetreten. ich bin einer davon.


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  15. Naseweis | 2. Juli 2012 um 14:53 |

    Es heißt bald wieder: Mit genossenschaftlichen Gruß !


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  16. Naseweis | 2. Juli 2012 um 14:51 |

    erfolgreichste Stadtwerke? ha, ha , ha. Die meisten Umsätze regenerieren die Stadtwerke durch die Mieteinnahmen, der an die Stadtwerke verschobenen kommunalen Wohnungen.
    Und Herr Dirkes neuer Chef? Na dann freuen wir uns doch. Jetzt werden nicht nur die letzten Baugründstücke von Jena versteigert, Ausnahme Billigeinkauf Sparkasse Jena Löbichauer Straße (Angebot RH und DHH ab 295.000 €), bitte alle die Geldbörsen auffüllen, jetzt werden sicher auch die letzten freiwerdenden Mietwohnungen in Jena versteigert.
    wie sagte schon unser alter Marx: Erst wenn die Widersprüche sich immer weiter verschärfen, entsteht eine revolutionäre Situation. In Jena haben wir was den Wohnungsmarkt betrifft, die Grenze bald erreicht. Vor allem mit einem Herrn Dirkes, als neuen Chef des Jenaer Wohnungseigentümers die Stadtwerke.
    Viel Spaß im Kombinat Jena.


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  17. Urbaner Indianer | 2. Juli 2012 um 14:15 |

    Bitte kein Neid!

    Es gab auch mal einen Herrn Peter (FDP) Röhlinger als OB mit einem Herrn Dr. Götz (FDP) Blankenburg als Finanzchef und einem Geschäftsführer der Jenaer Bäder & Freizeit GmbH namens Robert (FDP) Rauschelbach. Allerdings nur, wenn ich mich nicht irre…

    Aber das können die Jungschen von der FDP natürlich nicht wissen!


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  18. Holger Herrmann | 2. Juli 2012 um 13:55 |

    Ohne Drohungen, die Meinung der Bürger ist noch gefragt:

    http://www.eichplatz.jena.de/fileadmin/website/media/material/zeitungsbeileger_web.pdf

    Offenbar kehren jetzt die Zeiten der Einheitspartei und Meinungsüberwachung zurück:
    Im Impressum der Broschüre zur Eichplatzbefragung steht:

    “Nachdruck und Vervielfältigung -auch auszugsweise- nur mit Genehmigung des Herausgebers und mit Quellenangabe.
    Alle Angaben ohne Gewähr.”

    “Verantw. Redakteur Gunnar Poschmann”

    Ist jetzt die Demokratie in Jena am Ende?

    http://www.eichplatz.jena.de/fileadmin/website/media/B%C3%BCrgerumfrage_Material/EP_Umfrage_web.pdf

    Habe ich mich jetzt mit dem Link strafbar gemacht?


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