Ist „Fracking“ wirklich „vom Tisch“? Linksfraktion hegt große Zweifel |

Ist „Fracking“ wirklich „vom Tisch“? Linksfraktion hegt große Zweifel

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Erfurt. Den Optimismus des Umweltministeriums als Reaktion auf die Pressemitteilung des Unternehmens BNK Deutschland, die Erdgasförderung durch Fracking in Thüringen vorerst nicht anwenden zu wollen, teilt der Umweltpolitiker der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Tilo Kummer, nicht. Auch das Jubilieren des SPD-Abgeordneten Frank Weber hält er für wenig angebracht.

„Die Firma möchte lediglich das Verfahren ändern: Anstelle unkonventioneller Fördermethoden, also aus Lagerstätten, bei denen das Gas im Gestein so gebunden ist, dass es nicht ohne äußere Einwirkung zum Bohrloch strömt, sollen konventionelle Methoden zum Einsatz kommen. Erkundungen der Lagerstätten sollen also auf jeden Fall durchgeführt werden, obwohl – wie das Unternehmen wohl ebenfalls verkündet hat – die Vorkommen in Thüringen vernachlässigbar sind.“

Tilo Kummer verweist hierbei auf Aussagen von Vertretern des Konzerns im Umweltausschuss des Landstags: Wenn die konventionelle Fördermethode nicht erfolgreich oder die Lagerstätte nicht ergiebig genug sei, wäre es durchaus möglich, die Bohrplätze auch für die Fracking-Methode zu nutzen. In Niedersachsen sei dies bereits geschehen.

„Anstatt sich die Augen verkleistern zu lassen, sollte das Umweltministerium seiner Fachaufsichtspflicht umfassend gerecht werden und tiefgründig prüfen, ob das Unternehmen Umweltauflagen einhält. Jetzt liegt auch das lang angekündigte Gutachten des Umweltbundesamtes über Auswirkungen des Frackings vor. Darauf sollten Behörden und Unternehmen ihr Handeln ausrichten. Die für Thüringen beste Lösung wäre, die Ära Fracking endgültig zu beenden“, so Kummer abschließend.

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