Landtag wendet sich gegen NPD-Aufmarsch |

Landtag wendet sich gegen NPD-Aufmarsch

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Erfurt. Der Thüringer Landtag hat sich heute friedlich gegen den Aufmarsch der NPD vor dem Landesparlament zur Wehr gesetzt. Mit einer Schirmaktion unter dem Motto „Bunt statt Braun“ haben sich die Abgeordneten vor dem Landtagsgebäude symbolisch gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit „abgeschirmt“.

„Die Abgeordneten des Thüringer Landtags stehen für ein weltoffenes Thüringen. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass die NPD weder vor dem Landesparlament demonstriert noch dass sie jemals in unser Parlament einziehen wird. Mit dem heutigen Tag haben wir ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz gesetzt. Wir haben deutlich gemacht, dass Rechtsextremismus in unserer demokratischen Kultur keine Chance hat“, so Landtagspräsidentin Diezel während der Schirmaktion.

„Wie schon im Vorjahr, wollen Rechtsextremisten mit ihren demagogischen Parolen jene Werte in Frage stellen, die für unser Gemeinwesen konstitutiv sind: Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz“, so Frau Diezel weiter. „Angesichts dieses Aufmarschs haben die Parlamentarier aller Fraktionen erneut ein Zeichen gesetzt und der NPD eine unmissverständliche Absage erteilt. Wir wollen die öffentliche Selbstinszenierung der NPD mit der Realität des Rechtsextremismus konfrontieren, wie sie sich unter anderem in Rechtsrock-Konzerten manifestiert, die auch in Thüringen immer wieder stattfinden“, so Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU).

Mit der Filmaufführung am Abend „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ wird die Realität des Rechtsextremismus aufgezeigt. Mit dem Film positioniert sich der Thüringer Landtag klar gegen den NPD-Aufmarsch. Ein Podiumsgespräch im Anschluss an die Aufführung mit dem Regisseur Peter Ohlendorf und dem Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Franz-Josef Schlichting, moderiert von Ludwig Kendzia (MDR), klärt über die aktuellen Entwicklungen des Rechtsextremismus in Thüringen auf.

Der Regisseur Peter Ohlendorf hat in seinem auf der diesjährigen Berlinale vorgestellten Film „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ rechtsextremistische Veranstaltungen dokumentiert. Das von dem Journalisten Thomas Kuban verdeckt gedrehte Material ermöglicht einen ebenso verstörenden wie entlarvenden Einblick in die rechtsextreme Szene. In den vergangenen Monaten wurde der Film bereits an mehreren Orten in Thüringen gezeigt, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung.

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