Lukin: Bahn stellt Ostthüringen auf ein Abstellgleis |

Lukin: Bahn stellt Ostthüringen auf ein Abstellgleis

ICE

Erfurt/Jena. Die verkehrspolitische Sprecherin der LINKEN im Thüringer Landtag, Dr. Gudrun Lukin, ist von den Plänen der Deutschen Bahn für den künftigen Fernverkehr in Ostthüringen enttäuscht. „Mit dem geplanten Kahlschlag für die ICE-Verbindungen von und nach Jena wird eine ganze Region abgehängt“, kritisiert sie.

Die drastische Reduzierung der ICE-Anbindung von Jena und Saalfeld auf vier Züge pro Tag wäre für die Städte an der Saalbahn ein großer Image- und wirtschaftlicher Schaden. “ Dieses Opfer ist mir viel zu groß“, sagt Gudrun Lukin. „Ich fordere deshalb ein klares politisches Bekenntnis zum Fernverkehr auf der Saalbahn ein.“

Während Bahn und Landesregierung auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin-Erfurt-München fixiert seien, blieben die Auskünfte über den zukünftigen Fernverkehr auf der Saalbahn von Bund und Land vage und schwammig. Anstatt über einen S-Bahn-Verkehr auf einer zukünftigen zweigleisigen Verbindung zwischen Erfurt und Gera zu fabulieren, sollten Wirtschafts- und Verkehrsminister gemeinsam die direkte Anbindung Ostthüringens an den Fernverkehr einfordern und inhaltlich untersetzen. „Warum wird die gut genutzte durchgängige Verbindung von München über Jena nach Rostock nicht aufrecht erhalten?“, fragt Gudrun Lukin. „Landesregierung und Bahn sollten sich endlich gemeinsam mit den Anrainerstädten, Wirtschaftseinrichtungen und Bahnbündnissen an einen Tisch setzen und öffentlich die Zukunftspläne für den Fern- und Nahverkehr diskutieren. Das wäre mal ein echter Bahngipfel.“

18 Kommentare zu "Lukin: Bahn stellt Ostthüringen auf ein Abstellgleis"

  1. Warum immer nur die Deutsche Bahn? Erleichtert den privaten Bahnverkehr. Wir haben ein zu großes Monopol. Übrigens in Deutschland schrumpft bei der Deutschen Bahn der Güterverkehr allerdings steigt der Gesamtdeutsche Güterverkehr, das heißt immer mehr private drängen auch hier auf den Markt.
    Bei der Regionalbahn von Camburg nach Kahla mußte man Seefest sein. Der hat ganz schön geschaukelt. Ein Bahnfraek, hier gibt es wohl mehrere Plattformen, sagte mir folgendes. Die Bahn hat hier BWLer-Neigetechnik eingekauft. Für alle Normalbürger heißt dies übersetzt: Betriebswirtschaftler hatte keine Ahnung von der Technik und nur das billigste eingekauft. Weiterhin erfuhr ich, dass es Servispersonal gibt , denen durch das Schwanken der Bahn so schlecht wird, dass sie hier nicht eingesetzt werden können. Nach meiner Frage, warum überhaupt Neigetechnik? Antwort: Da teilweise einspurig, muß die Bahn eine hohe Geschwindigkeit erreichen, was nur durch Neigetechnik geht.
    Also nicht immer auf das Monopol setzen Frau Lukin. Mal lieber den Wettbewerb stärken.

    Nun ich bin froh, durch eine andere Arbeit nicht mehr pendeln zu müssen.


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  2. Ja nun ist es endlich soweit,Jena wird teilweise durch eigene Schuld zum großen Dorf degradiert.Vor Jahren schon hat man versäumt an die Zukunft zu denken.Es gab schon einen Plan den Bahnhof Göschwitz auszubauen da dort alle Strecken langführen.
    Man sollte sich mal weniger mit dem Geschlechtsleben von Goethe beschäftigen.Jena wischt sich immer die Augen mit Hochtechnologie.Gott sei Dank gibt es in Burgau noch ein paar Pferde.

    Hoch lebe der Rückschritt


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  3. susi.töpfer | 21. September 2012 um 09:26 |

    Pferde in Burgau, ja Herr Maier, jetzt ist mir auch der Grund der gewünschten mittelalterlichen Gassen auf den Eichplatz klar.

    Mal eine ganz neue Idee. In Amerka boomen Dachgärten für Gemüseanbau und in Deutschland fängt man an dies zu testen . Es gibt Pilotanlagen für Aqua-Hydrokultur / Speisefischzucht und Gartengemüse mit wenig Dünger und Frischwassereinsatz. Warum nicht sowas mal probieren. Jena in Deutschland in Urbanität nicht hintendran sondern vorneweg !


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  4. @ expendler

    Ihr Beitrag strotzt ja nur von Unkenntnis und Falschaussagen. Erstens gibt es keinen Regionalzug zwischen Camburg und Kahla, der mit Neigetechnik betrieben wird. Wann wo und warum Neigetechnik zum Einsatz kommt lesen sie am besten mal im Internet nach, ehe sie hier unqualifizierte Beiträge abgeben. Eins kann ich ihnen sagen, mit eingleisigen Strecken hat es nichts zu tun, eher mit Gleisbögen (radien), die gibts aber auch auf zweigleisigen Strecken. Was Geschwindigkeit mit Monopol zu tun hat erschliesst sich mir in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht.

    Auch ein privates Unternehmen, das Schienenverkehr betreibt muss sich an die entsprechenden infrastrukturellen Gegebenheiten (u.a. Geschwindigkeiten) halten und wird das Rad nicht neu erfinden können. Was sie vergessen ist das man auch mit privatem Fernverkehr Geld verdienen muss und wenn sie mal genau in Deutschland schauen wo Private Fernverkehr anbieten werden sie schnell feststellen, dass dort nur im vorhandendem Segment Prallelverkehr angeboten wird.

    Lieber User Maier, nicht der fehlende Ausbau in Göschwitz zum Hauptbahnhof verhindert das abhängen vom schnellen Fernverkehr sondern das Konzept seit des Landes Thüringen seit der Wiedervereinigung. Was hier durch CDU-geführte Regierungen im auf den Weg gebracht wurde erinnert stark an ein zentralistische Organisationsform vergangener Tage. Kein Land hat (wird) so widerspruchslos zum Eigennutz ihrer Landeshauptstadt mehrere Fernverkehrshalte opfern, nur um Teil eines mitteldeutschen ICE-Drehkreuzes zu haben, was vielen Thüringern nichts bringt. Und da muss man schon mal fragen, wo den die Kommunen der Saaletalregion und der Anrainer SOK waren, denn ganz so überraschend ist das Ganze ja nun nicht was da ab 2018 passieren wird.
    Das schlimme daran ist ja die Abspeisungspolitik dieses seit jahren mit wechselnden Namen CDU-geführte Verkehr(t) sministerium. Ob sie nun Schuster, Trautvetter (immerhin mal mit Direktmandat Jena von den Bürgern gewählt), Wucherpfennig und jetzt Carius heißen. Alle verbreiten die Nebelkerze, dass mit einem Regionalverkehr auf den ICE-Knoten Erfurt alles bestens sei. Wenn man näher hinschaut sieht man die Mogelpackung, die mit Nebelkerzen versehen werden. Das das Land Thüringen diesen Regionalverkehr auch bezahlen muss verschweigt man natürlich und wenn sie dann auf die Seite der Thüringer Nahverkehrsgesellschaft gehen und lesen das teilweise sinnvolle Verbesserungen nicht realisiert werden können, da kein Geld mehr da ist sieht man wie hier gearbeitet wird. Die Bahn selber wäre sicher noch Jahre weiter durch das Saaletal mit Fernzügen gefahren, wenn es die NBS nicht geben würde.


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  5. Gerhard Boenisch | 21. September 2012 um 11:18 |

    Vielen Dank an Frau Lukin für ihre Initiative! Jena braucht eine schnelle Nord-Süd-Verbindung, wenn es ein Technologie- und Wissenschaftszentrum bleiben will.


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  6. Aus der Landeshauptstadt | 21. September 2012 um 19:58 |

    Wieviele (unbedeutende?) Jenaer Lokalpolitiker wollen eigentlich noch versuchen, ein bereits begonnenens Milliardenprojekt zu katapultieren? Ist es nicht eigentlich peinlich für diese Politiker am Ende als erfolglos abgestempelt zu werden?
    Oder ist man damit auf der Suche nach einem Trostpflästerchen? Vielleicht bekommt Jena ja noch ein Institut, oder den einen oder anderen IC in der Woche?


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  7. Wenn etwas teuer ist, ist es dann automatisch gut und richtig?


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  8. stefan.lange | 22. September 2012 um 09:05 |

    Ein Trostpflaster wäre ja z.B. eine S-Bahn Erfurt-Jena-Gera. Jetzt müssen wir uns von den Erfurtern auch noch verhöhnen lassen. Armes Jena.


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  9. Aus der Landeshauptstadt | 22. September 2012 um 20:36 |

    Das hat niemand gesagt, dass das was teuer ist automatisch gut ist! Aber, ein großer Teil des Geldes wurde bereits ausgegeben! Also, glaubt ihr denn wirklich, nur weil hier und da ein Provinzpolitiker, oder Bundestagshinterbänkler ne Pressemitteilung schreibt, alles wird rückgängig gemacht und man überlegt nochmal?!
    Das ist ja echt entzückend!


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  10. @stefan.lange:
    Zum Verhöhnen gehören immer mindestens zwei: der Verhöhner und sein Opfer.

    Sehen wir es mal anders: jetzt sind abwanderungswillige Erfurter endlich mal sehr gut an alle Fluchtwege angebunden.
    Und ob mit den dann noch verbliebenen Beamten die Metropole Erfurt eine Metropole bleibt?

    In Jena brechen goldene Zeiten an:
    Da man mit der Bahn nicht mehr ernsthaft anreisen kann, kommen die Auswärtigen mit dem Auto und liefern dabei an den formschönen, reddotawardprämierten, geschwindigkeitsabhängigen Jenoptik-Mautstellen ihren Obolus zum Wohle der Gemeinde und Ihrer Repräsentanten ab!


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  11. Aus der Landeshauptstadt | 23. September 2012 um 09:40 |

    @H.S.
    Richtig! Endlich mal jemand, der die komplexen Zusammenhänge versteht.


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  12. @Aus der Landeshauptstadt:

    Das war ja nicht alles:

    ich verorte nämlich hinter der PRO-ICE-nur-durch-Erfurt-Gruppe besonders militante Flughafengegner die es darauf angelegt haben, damit das Luftdrehkreuz Bindersleben-Weimar-Erfurt auszuschalten.


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  13. stefan.lange | 23. September 2012 um 11:32 |

    Mit den Blitzern war gut geschrieben H.S. Wir haben ja alle in 10 Jahren Eletroautos dann gibt es auch Elektrobusse, da brauchen wir die Bahn nur noch für den Güterverkehr. Jammern wir den ICE nicht hinterher, es gibt künftig gewiß neue Mobilitätskonzepte. Meine Bekannte fährt z.B. nach München nur in Fahrgemeinschaften die sich im Internet finden. Sie zahlt ca. 25-30 € dafür und sitzt im Auto auch ganz bequem. Frage mich eigentlich warum noch keine Taxigenossenschaft auf die Idee kam dies zu vermarkten. Bevor ich schlange am Taxistand stehe, fahr ich ne Runde nach Berlin und zurück. Es ist nur eine Sache der Organisation mal rechnen. Man bräuchte einen kleinen VW Bus um mindestens 5 Mann bequem fahren zu können. 5×30 € (mit Steuer) x 2(Hin- und Rückfahrt) sind 300 € minus Kosten geschätzt 70 € Sprit, angenommene 50 € KFZ-Kosten (Abschreibung/Steuer/KfzVersicherung) macht 180 € vor Steuer für ca.8 Stunden Kenne jetzt die Einnahmen von Taxifahrern nicht, kenne da nur auch ein großes Gejammer und das Krankenkassen nur 5 € die Fahrt zahlen.
    Also es gibt viele Varianten nach Berlin zu kommen, jammern wir dem alten nicht nach, suchen wir neue Wege.
    Bin kein Taxifahrer und auch kein Betriebswirtschaftler, frage mich aber wirklich, wo privat sich so viele Fahrgemeinschaften finden, dass die Taxifahrer, da nicht mitverdienen wollen. Könnten doch eine eigene Plattform aufmachen und Gemeinschaftsfahrten anbieten.


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  14. Insbesondere die letzten Beiträge sollte man hier ausblenden und wirklich eine sachliche Diskussion zu führen. Offenbar ist man dazu in der Landeshauptstadt nicht in der Lage. Es geht schon lange nicht mehr darum irgendetwas zurückzudrehen. Diese Neubaustrecke wird für immer eine der teuersten Zuschussgeschäfte im infrastrukturellen Bereich bleiben. Man sagt ja auch nicht offen, was das angeblich so tolle Regionalexpresssystem kosten wird, der Thüringer Nahverkehr also noch teurer wird. Dann wird wieder ein Verkehrsminister Strecken finden, die unrentabel sind und Züge streichen.
    Das das Konzept nicht aufgehen wird sieht man doch schon jetzt in Erfurt. Lange Wege beim Umsteigen und wenn dann angeblich aus allen Richtungen zum 30er-Knoten die Regionalzüge angefahren kommen sollen wird man schnell merken das es gar nicht funktionieren wird und es dann doch Umsteigezeiten von 20 Minuten herauskommen. Da nützt dann eine NBS für die meisten Thüringer nichts mehr.
    In erster Linie geht es ja in Jena darum adäquate Lösungen für die Nord-Süd-Strecken zu finden. Man wird nie von Jena nach Berlin über Erfurt fahren und genau das will die Erfurt-Lobby der Region immer unterjubeln. Dann spricht man zwar von einem schnellen Regionalexpress nach Halle, für den Weg nach Leipzig gibt es aber keine ansprechende Lösung. Gerade hier hat sich bedingt durch die gute Anbindung eine Fernpendelbeziehung entwickelt, die dann zerstört wird.


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  15. stefan.lange | 23. September 2012 um 12:04 |

    Genau laßt die Erfurter ihr Geld in Zuschussgeschäfte investieren, wie z.B. Flughafen, ICE Bahnhöfe, Multifunktionsarenen und Messehallen, wie ich höre, muß Erfurt für Kosten hier auch noch draufzahlen. Laßt uns diese alte Politik nicht mitmachen. Wenn es für die Projekte keine Privatinvestoren gibt und Erfurt unsere Steuergelder nur für sich ausgeben möchte, dann laßt uns was anderes machen. Z.B. Rekultivierung von Weinbergen, die kleinen alten Hallen vom Botanischen Garten abreißen und eine große neue bauen, modern hell mit Pflanzen die auch noch 5 m höher wachsen können. Vielleicht mit einem Schmetterlingshaus. Im Burgaupark hat die Ausstellung ganz schön viele Besucher angezogen. Das Planeterium wurde modernisiert und auch jetzt neu gestrichen, warum nicht auch der Botanische Garten? Das wäre echte Touristattraktion, es gäbe Fördermittel, man muß sich vor den EU-Inspektoren auch nicht verrenken. Vielleicht wäre ja unter der neuen Pflanzhalle noch Platz für eine Kongresshalle. Ob unter der Tribüne oder im Keller des Botanischen Gartens, Fenster gibt es bei modernen Hallen eh nicht mehr, geht alles über Klimaanlage. Wenn Jena mit dem Geld nicht weiß wohin, wir sammeln dafür einige Vorschläge. Warum spricht nur noch alle Welt über ICE-Bahnhöfe, Eichplatzbebauung und die wirren Worte unserer Stadträte. Laßt uns doch eigene Dinger hochziehen. Stellen wir einen Katalog echter zukunftsweisender Ideen zusammen. Z.B. vernachlässigen wir unser Saaleufer. Man könnte viel mehr draus machen. Am Camsdorfer Ufer wurde alles schön hergerichtet mit Bootstreppe. Jetzt jammern Anwohner schon über Grillabende. Man sieht doch, dass die Jenaer eher an Ausflugszielen zum Erholen und Entspannen und Grillen Interesse haben, stattdessen gibt es von oben immer nur die gleiche Leier.


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  16. stefan.lange | 23. September 2012 um 12:14 |

    Antworter, sie haben recht, wir weichen manchmal vom Thema ab, aber zum Schluß geht es doch überall nur um das eine, Kohle,Kohle,Kohle und deren falsche Verteilung, vom Staatswegen uneffizent und mit überholten Planungen.

    Für die künftigen Streckenverbindungen gibt es für mich nur die Lösung einer Mischfinanzierung der Länder mit einer Privatbahn.
    Es sollten Städte angefahren werden die jetzt noch keine Anbindung haben. Richtung Berlin gibt es doch mehrere Bahnstrecken, man müßte sich nur mittlere Städte aussuchen, dann kann man mit der Fernverkehrsstrecke auch die Kosten decken.
    Übrigens die Subventionen müssen nur gerechter verteilt werden, dann geht das schon.


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  17. Holger Herrmann | 23. September 2012 um 13:56 |

    Beruhigt Euch. „Alles wird gut!“
    Unser Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter ist für die nächsten 18Monate noch Vorsitzender des „Gemeinsamen Ausschusses der Metropolregion Mitteldeutschland.“
    Alles wird gut
    http://www.mitteldeutschland.com/leistungen/news/singleansicht/datum/2012/06/22/metropolregion-wirbt-fuer-mitteldeutsche-zusammenarbeit.html


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  18. Technikfreak | 23. September 2012 um 23:24 |

    Antworter: Expendler hat nur ein bissel durcheinander gebracht und sich auf Aussagen 3.verlassen. Der Zug der gemeint ist – BWLer Neigetechnik – fährt vom Saalbahnhof Richtung Lichtenfeld und ist ein Regionalexpress – Triebwagen Baureihe 612 – und verkehrt nur in Ausnahmefällen im Regionalverkehr. Der Zug schaukelt schon ganz schön und wird auch Waggeldackel genannt.


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