Carius: Thüringer Nahverkehr ist ein Fahrgast-Erfolg |

Carius: Thüringer Nahverkehr ist ein Fahrgast-Erfolg

Christian Carius Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr (© TMBLV)

Erfurt. „Seit 1991 hat das Land in den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) 1,4 Milliarden Euro investiert. Damit ist es gelungen, die ÖPNV-Infrastruktur und den Fuhrpark der Verkehrsunternehmen zu modernisieren. Thüringer Busse, Bahnen und Betriebshöfe zählen zu den attraktivsten in Deutschland.“ Diese Bilanz zog heute (Freitag) Verkehrsminister Christian Carius im Thüringer Landtag.

„Außerdem haben wir in den vergangenen Jahren“, so der Minister weiter, „mit rund 30 Millionen Euro den Ausbau von Verknüpfungspunkten zwischen Straße und Schiene unterstützt. Dazu zählen Park & Ride-Parkplätze, Fahrradabstellanlagen und Bushaltestellen im Bahnhofsbereich.“ Er hob als Beispiele den Ausbau der Bahnhofsareale in Erfurt, Gotha, Jena-Paradies, Gera und Nordhausen hervor. Am 1. Ok-tober 2012 wird der Verkehrsminister an der Inbetriebnahme nach dem Ausbau des Bahnhofs in Zeulenroda teilnehmen.

„Im vergangenen Jahrzehnt stieg der Zahl der Fahrgäste in den Regionalzügen um drei Millionen auf jährlich 21 Millionen. Thüringen ist und bleibt ein Bahnland“, erläuterte Carius, der zugleich auch das Leistungstableau des ÖPNV auf der Straße zitierte. „In diesem Jahr bieten wir 100 Millionen Fahrplankilometer im ÖPNV auf Schiene und Straße an. Davon entfällt knapp die Hälfte auf Regionalbusse, rund 20 Millionen Kilometer auf den Stadtbus und rund neun Millionen auf den Straßenbahnverkehr. 21 Millionen Fahrplankilometer entfallen auf den Schienenpersonennahverkehr (SPNV).“

Die Bahn müsse dort fahren, wo der Bedarf besteht und nicht dort, wo es einige Verkehrspolitiker gerne hätten. Deshalb habe man aufgrund schwacher Nachfrage einige SPNV-Leistungen abbestellen müssen und mit Regionalbussen eine attraktive Alternative installiert, sagte Carius. Land und Kommunen haben in 2011 rund 387 Millionen Euro in Unterhalt und Ausbau des ÖPNV investiert. Davon entfielen 224,5 Millionen Euro auf den Schienen- und 55 Millionen Euro auf den Straßenverkehr. Die Kommunen setzten hier weitere 75 Millionen Euro ein. Über den investiven ÖPNV-Ausbau des Landes kommen jährlich noch 30 Millionen Euro hinzu. Die Kooperationsförderung zwischen den Anbietern hat einen jährlichen Umfang von zwei Millionen Euro. „Unser erklärtes Ziel ist es, die Wirtschaftlichkeit des ÖPNV zu stärken, um den Zuschussbedarf zu deckeln“, lautet das Fazit von Carius.

Anschließend betonte der Minister die Bedeutung der neuen ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse Leipzig/Halle – Erfurt – Ebensfeld, die auch den Nahverkehr in Thüringen tangiert. Denn nach der Inbetriebnahme der Trasse in 2015 und 2017 werden die Fernlinien schrittweise auf die neue Strecke verlagert und im ICE-Knoten Erfurt zu jeder halben Stunde verknüpft. Das bedeutet, das Ende 2017 stündlich vier ICE’s eintreffen, jeweils aus Berlin, aus Frankfurt, aus München und im Zweistundentakt aus Dresden. Vor dem Eintreffen der ICE-Züge werden die Expresszüge des Nahverkehrs aus allen Regionen eintreffen. „Damit wird ein stündliches Anschlusssystem von Nah- und Fernverkehr geschaffen. Auch Weimar, Jena und Saalfeld werden durch das dann neu gestaltete Expresszugsystem mit Fernverkehrsanschlüssen in Erfurt, Leipzig, Halle und Bamberg von der Neubaustrecke profitieren. Insgesamt wird der ICE-Knoten Erfurt wichtige Impulse für ganz Thüringen setzen.“

Hintergrund

Die Landkreise und kreisfreien Städte sind als kommunale Aufgabenträger für den Straßenpersonennahverkehr mit Bussen und Straßenbahnen zuständig. Das Land finanziert den Schienenpersonennahverkehr und unterstützt die Kommunen bei der Finanzierung des Straßenpersonennahverkehrs. Die Finanzmittel des Landes für den ÖPNV basieren im Wesentlichen auf Bundeszuweisungen nach dem Entflechtungs- und Regionalisierungsgesetz.

4 Kommentare zu "Carius: Thüringer Nahverkehr ist ein Fahrgast-Erfolg"

  1. Ich musste am letzten Freitag beruflich in die „Landeshauptstadt“.
    Da das Familienauto anderweitig gebraucht wurde,kam als Alternative die Bahn in Frage.Hät ich`s nur nicht getan…Zur Hinfahrt hab ich noch einen Stehplatz in dem Schienenbus der „Südthüringenbahn bekommen.Bis Weimar konnte ich nicht umfallen.Dort umsteigen nach Erfurt.Der Zug war so voll,dass ich in den ersten Waggons gar nicht reinkam.Schnell noch den Zug entlang gerannt,um evtl. im letzten Waggon hineinzukommen-hat auch geklappt.Bei der Rückfahrt wollte ich einen RE nehmen,um direkt bis Jena durchzufahren.Das erwies sich als Fehler.Der Zug war total überfüllt,als er in Ef ankam.Obwohl einige Reisende ausstiegen,wurde es nicht leerer,denn mit mir wollten hunderte andere Menschen einsteigen.Zusammmen mit Fahhrädern,Kinderwagen…Der Zug fuhr ab und ich stand zusammen mit einigen anderen Reisenden auf dem Bahnsteig …mir blieb nur übrig,den nächdsten Zug zu nehmen und zusammen mit drei anderen schwitzenden Menschen den einzig freien Quadratmeter Stellfläche zu besetzen!
    Danke ,Herr Carius, für diesen Erfolg!


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  2. Nun Rose, so freue dich. Ab 2017 kann man innerhalb einer Stunde mit 4 unterschiedlichen Expresszügen nach Erfurt fahren. Man hat da freie Auswahl und sicher auch wieder Sitzplätze. Oder wie sonst ist die Aussage zu verstehen:
    Ab 2017 werden stündlich 4 ICE in Erfurt eintreffen und davor aus allen Richtungen die Expreßzüge?


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  3. @ Optimist
    Ich nehme an ihr Beitrag war polemisch gemeint, wenn nicht werden Sie wohl auch 2018 bitter enttäuscht werden. Die NVS Thüringen kann es eben nicht.


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  4. Meine Erfahrungen decken sich mit denen von Rose komplett. Und das auf wöchentlicher Basis.

    Ich frage mich, wie oft Herr Carius wohl den Test gemacht hat und selbst fährt ;-) oder ob dies wie 100 andere Beiträge hier nur ein weiteres Beispiel für einen „modernen Politiker“ ist, der in einem „How to do it“ Seminar gelernt hat, dass man seinen Namen und seine Person möglichst mit jeder Sachinformation verknüpfen sollte, die auch nur positiv riecht…..

    Herr Carius, wollen wir mal zusammen Bahn fahren und den Geruch des Fahrgast Erfolges gemeinsam aufnehmen. Ich zahle mindestens einmal die Fahrkarte ;-)


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